Peter Kürten – Die Stadt, die nichts sah

Shownotes

🎧 Zusatzmaterial zur Folge

Zu dieser Folge findet ihr auf Instagram zusätzliches Material: historische Fotos, Hintergründe, Orte, Quellen und Einblicke, die wir in der Episode nur streifen konnten.

Manche Geschichten enden nicht mit dem Abspann. Manchmal beginnt dort erst die nächste Frage.

💬 Eine Frage an euch:

Ich überlege, künftig jede Woche zu veröffentlichen.

Die Idee wäre: Zur großen Hauptfolge zusätzlich eine Bonusfolge.

Aber jetzt interessiert mich, was ihr wirklich hören möchtet:

Soll die Zusatzfolge tiefer in den großen Fall eintauchen? Zum Beispiel: – die Psyche des Täters – gesellschaftlicher Hintergrund – Ermittlungen und Fehler – offene Fragen – historische Einordnung

Oder wünscht ihr euch lieber einen zweiten, kleineren Fall pro Woche?

Schreibt mir auf Instagram oder in die Kommentare.

Was bleibt – soll gemeinsam mit euch wachsen.

🎵 Musik & Sound: Verwendete Musik und Sounds stammen von Epidemic Sound.

📚 Hauptquelle dieser Folge: Erich Schaake – „Der Vampir vom Rhein“

Weitere Quellen und ergänzende Materialien werden fortlaufend über Instagram ergänzt.

Danke, dass ihr zugehört habt.

Und denkt daran:

Manche Geschichten enden. Aber etwas bleibt immer.

Transkript anzeigen

00:00:02: Das kleine Mädchen, das Wein durch die Berndstraße erte konnte nicht wissen was Erwachsene meinten wenn sie von einem Mörder sprachen.

00:00:09: Rosa Olinger hieß die Kleine – Sie hatte sich verlaufen!

00:00:14: Es ist der achte Februar in neunzehnt achtundzwanzig.

00:00:17: Düsseldorf liegt unter einem kalten Himmel.

00:00:20: Der Winter ist nicht mehr so scharf wie im Januar aber die Feuchtigkeit bleibt.

00:00:25: Zwischen den Häuserfassaden hängt der Nebel Straßenlatern werfen blasses Licht auf nasses Pflaster.

00:00:31: Autos gibt es, aber nicht viele.

00:00:35: Meist hört man Schritte – das Klappern von Absätzen, das Entfernte Rattern einer Straßenbahn und irgendwo ein Kind.

00:00:44: Rosa läuft schon eine Weile!

00:00:46: Vielleicht kennt sie die Straße nicht mehr?

00:00:48: Vielleicht hat sich alles verändert seit es dunkel geworden ist.

00:00:52: Tagsüber wirken Wege anders.

00:00:54: Nachts werden Häuser zu schatten und Türen sehen plötzlich gleich aus.

00:01:00: Sie weint Nicht laut.

00:01:02: Eher dieses erschöpfte Schluchzen von Kindern, die langsam begreifen dass niemand kommt.

00:01:08: Die Bärenstraße wirkt um diese Uhrzeit größer als sie ist, wenn es da leuchtend vereinzelt.

00:01:14: Hinter Gardinen sitzen Menschen beim Abendbrot Kohleöfen knacken Irgendwo läuft ein Radio draußen aber bleibt die Kälte.

00:01:24: Dann bleibt Rosa stehen.

00:01:26: Vor ihr bewegt sich etwas.

00:01:28: Ein Schatten löst dich aus der Dunkelheit Nicht schnell, nicht betrohlich.

00:01:33: Ein Mann Er bleibt ein paar Schritte auf Abstand stehen.

00:01:37: Kein Rufen keine Eile Nur eine Stimme Hohig fast freundlich.

00:01:43: Komm mein Kind Ich bring dich nach Hause.

00:01:47: Vielleicht klingt das in diesem Moment wie Rettung.

00:01:49: Eine Erwachsener Jemand der weiß wohin man gehen muss Jemand von dem er keine Angst haben sollte.

00:01:56: Rosa kann ich wissen dass manche Gesichter nichts verraten dass Menschen selten aussehen wie die Geschichten, die man sich von ihnen erzählt.

00:02:05: Und das in einer Stadt mit vier Millionen Einwohnern manchmal genau das Gefährlichste am wenigsten auffällt.

00:02:12: Der Mann streckt die Hand nicht sofort aus – erwartet!

00:02:15: Die Straßenbahn fährt vorbei.

00:02:18: Für einen kurzen Moment wird die Szene hell Dann wird wieder alles dunkel.

00:02:24: Hi, ich bin Susanne und da ist es was bleibt?

00:02:27: In diesem Podcast erzähle ich wahre Geschichten aus der Vergangenheit, Geschichten über Orte, Ereignisse und Verbrechen die Spulen hinterlassen haben.

00:02:36: Wir reisen dafür in andere Zeiten besuchen historische Orte und schauen uns an was dort einmal geschehen ist – und was davon bis heute geblieben ist.

00:02:45: Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen auf einen gängigen Plattform wo es Podcasts gibt!

00:02:51: Bitte beachte die Triggerwarnung in der Folgenbeschreibung, gerade in dem Fall heute ist das schon sehr wichtig.

00:02:58: So und dann würde ich sagen starten wir unseren Fall!

00:03:02: Wer ist der Mann, der an diesem Abend aus dem Schatten tritt?

00:03:05: Wer isst?

00:03:06: jemand, der einem verlorenen Kind den Heimweg anbietet und dessen Name Jahrzehnte später zu einer der bekanntesten Kriminalfälle Deutschlands werden wird?

00:03:15: Um das zu verstehen müssen wir weiter zurück Nicht irgendwohin, sondern nach Mühlheim an der Ruhr.

00:03:23: Es ist der sechsohnzwanzigste Mai, achtzehnhundertdreiundachtzig In einer Zeit in der Arbeit selten Sicherheit bedeutet und Familie oft nur versucht durch den nächsten Winter zu kommen.

00:03:35: An diesem Tag wird ein Junge geboren.

00:03:37: Sein Name?

00:03:39: Peter Kürden Ein Name, der damals nichts Besonderes bedeutet.

00:03:43: Kein Zeitungsartikel kein Flüstern Kein Gedanke daran, dass man ihn viele Jahre später anders nennen wird.

00:03:51: Der Vampir von Düsseldorf Doch davon weiß noch niemand etwas.

00:03:56: Peter wechseln einfachen Verhältnissen auf.

00:03:59: Sein Vater arbeite als Sandformer Schwere Arbeit lange Tage Zu Hause wartet keine Ruhe Der Vater trinkt Und wenn Alkohol die Räume füllt verändert sich oft auch die Stimmung.

00:04:12: Peter ist nicht allein.

00:04:14: Insgesamt dreizehn Kinder leben in der Familie.

00:04:18: Dreizehnt Stimmen, dreizehn Körpern räumen die selten groß genug wirken.

00:04:23: Wenig Platz, wenig Rückzug viel Alltag und irgendwo dazwischen wächst ein Junge auf das später behaupten wird sich ein Vieles erinnert zu haben an enge Anlautstärke an Dinge über die Familien damals selten sprachen.

00:04:39: aber noch ist er nur eines von dreizehnten Kindern Ein Junge in einer Arbeit der Familie, unauffällig fast unsichtbar.

00:04:47: und genau das macht die Geschichte so schwer zu begreifen.

00:04:51: Denn wenn man an Monster denkt stellt man sich selten niemand vor, der einmal als Kind in einer engen Wohnung stand zwischen Geschwistern, Kohlegeruch und dem Geräusch von Schritten auf alten Holz dienen.

00:05:03: Doch manchmal beginnen die Geschichten, die später die ganze Stadt erschüttern, genau dort still fast unbemerkt.

00:05:12: Wer verstehen will, wer Peter Kürten war muss zuerst verstehen in welcher Welt er hineingeboren wurde.

00:05:19: Nicht die Schlagzeilen nicht den Namen der später bleibt sondern den Anfang des.

00:05:24: sechsohnzwanzigste Mai eighteenhundertdreiundachtzig Müllheim an der Ruhr eine Stadt die nach Arbeit riecht.

00:05:32: Nicht nach dem sauberen Geruch frisch gesegten Holzes oder Sommerregen sondern nach Kohle feuchter Erde rauche auch Schornstein und im Staub der Industrie.

00:05:42: Das Ruhrgebiet verändert sich in diesen Jahren an einer Geschwindigkeit, die man sehen und hören kann.

00:05:48: Fabriken wachsen Schlote reiben bis in den Himmel.

00:05:52: Immer mehr Menschen kommen hierher weil Arbeit versprochen wird.

00:05:55: Nicht Wohlstand nur Arbeit.

00:05:58: Männer arbeiten in Zechen Gießen rein Werkstätten auf Baustellen oder in Betrieben entlang der Ruhr.

00:06:05: Schwere körperliche Arbeit Zwölf Stunden sind nichts Ungewöhnliches.

00:06:10: Auch Peter Kürtens Vater gehört zu diesen Männern.

00:06:14: Sandformer Ein Beruf, den heute kaum noch jemand kennt.

00:06:18: Er formt mit feuchten Sand die Hohlräume für Metallgüße, schwere staubige Arbeit zwischen Hitze und Lärm.

00:06:25: Der Arbeitstag endet nicht mit Ruhe.

00:06:28: Zu Hause warten oft enge Wohnungen Große Familien wenig Geld.

00:06:33: Viele Kinder bedeuten nicht automatisch Geborgenheit.

00:06:36: So oft bedeuten sie dass jede Scheibe prozählt.

00:06:40: Die Menschen tragen was Held, dunkle Wollstoffe abgetragenen Jacken, schwere Stiefel.

00:06:46: Die Frauen lange Röcke schürzen hochgeschlossene Blusen nicht aus der Mode, außer Notwendigkeit.

00:06:53: Kleidung wird gepflegt Oder weitergegeben getragen bis sie auseinander fällt.

00:07:00: Auf den Straßen fahren Pferdewagen Korn mit Kohle Handwagen.

00:07:06: Einige wohlhabendere Bürger besitzen Kutschen.

00:07:09: Die Eisenbahn ist längst da und verbindet die Region, aber am Alltag bewegt man sich noch zu Fuß.

00:07:15: Über Kopfsteinpflaster.

00:07:17: Durch Rauch zwischen Fabrikmauern.

00:07:20: Abends wird es früh dunkel.

00:07:22: Elektrisches Licht gibt es nur vereinzelt.

00:07:25: Viele Wohnungen werden mit Betroliumlampen oder Kerzen beleuchtet – das Licht flackert!

00:07:31: Schatten bewegen sich an den Wänden.

00:07:33: Gegessen wird das wassatt macht Brot, Kartoffeln, Kohl, Eintöpfe.

00:07:39: Manchmal schweckt.

00:07:40: Fleisch ist kein täglicher Gast am Tisch Und wenn doch?

00:07:44: Dann oft nur am Sonntag.

00:07:46: Musik gibt es nicht auf Knopfdruck Kein Radio keine Lautsprecher.

00:07:52: Wenn Musik ins Haus kommt dann durch Menschen.

00:07:55: Jemand singt jemand spielt mit der Zyamonika Im Gaststurm erklingen Volkslieder Kirchenlieder später vielleicht Walzer und manchmal bleibt es einfach still.

00:08:06: Stil genug, um die Schritte im Hausflut zu hören.

00:08:09: Stil genug, um Streit durch die Wände zu verstehen.

00:08:12: In dieser Welt wird Peter Kürten geboren am sechsohnzwanzigsten Mai, achtzehnhundertdreiundachtzig – nicht als Legende und nicht als Name sondern als eins von dreizehn Kindern.

00:08:25: ein Junge in einer Stadt, die gelernt hat, Härte für Normalität zu halten.

00:08:29: Und wirklich niemand hätte damals ahnen können, dass ausgerechnet aus dieser Enge eine Geschichte entstehen würde die Jahrzehnte später noch immer ein Schatten wirft.

00:08:41: Doch manches verschwindet nicht nur weil Türen geschlossen werden – die Jahre vergehen Peter wird älter Die Stadt verändert sich Aber innerhalb der Familie beginnt etwas zu zerbrechen und plötzlich steht das, worüber in vielen Häusern nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird öffentlich im Raum.

00:09:06: Sein Vater wird wegen versuchter Blutschande an der ältesten Tochter zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt – in einer Zeit in der familiäre Gewalt selten angezeigt wird, in der vieles hinter Wohnungstüren bleibt, in dieser Scham oft größers als der Wunsch nach Gerechtigkeit.

00:09:25: Dass dieser Fall überhaupt vor Gericht landet zeigt Etwas in diesem Haus muss so sichtbar geworden sein, dass es sich nicht länger verbergen ließ.

00:09:33: Für die Familie ist das ein Bruch – Nicht laut, nicht dramatisch aber endgültig!

00:09:40: Nach der Verurteilung trennt sich Peters Mutter von ihrem Mann eine Scheidung um die Jahrhundertwende keine Selbstverständlichkeit.

00:09:48: für viele Frauen bedeutet das Unsicherheit finanzielle Abhängigkeit und einen Neuanfang ohne Sicherheiten.

00:09:55: Und trotzdem geht sie.

00:09:58: Jahre später, neunzehntelf, heiratet sie an Neut.

00:10:01: Ein Schreinermeister namens Brandenburg.

00:10:05: Sie zieht nach Düsseldorf flingern.

00:10:08: Vielleicht wirkt dieser Schritt wie ein später Versuch noch einmal Ordnung in dein Leben zu bringen das lange von Eng und Unruhe bestimmt war.

00:10:16: Dort liebt sie bis zum Tod neunzentsechsundzwanzig oder neunzenhundertsiebenundzwantzig.

00:10:22: auch Peters Vater beginnt noch einmal neu.

00:10:47: Aber manche Dinge verschwinden nicht im Alter.

00:10:50: Und manche Familien hören nie wirklich auf, ihre Geschichte

00:10:53: weiterzutragen.".

00:10:55: Während sich Eltern trennen, neu beginnen und wieder verlieren steht Peter längst nicht mehr am Rande dieser Geschichte.

00:11:02: Er beobachtet – er erinnert sich!

00:11:04: Und irgendwann beginnt aus dem Jungen der in diesen Räumen aufgewachsen ist jemand zu werden dessen Name später weit über Düsseldorf hinaus bekannt werden wird.

00:11:14: Nicht plötzlich?

00:11:16: Nicht an einem einzigen Tag sondern Schritt für Schritt fast unbemerkt.

00:11:21: Was in einem Haus beginnt bleibt nicht immer dort.

00:11:23: Manchmal wandert es weiter, leise und unsichtbar.

00:11:28: Und manchmal zeigt es sich zuerst in Dingen die ja wachsen als Phase, Unruhe oder schwieriges Kind abtun.

00:11:36: Später wird man versuchen Erklärung zu finden nach Ursachen suchen – nach einem Moment an dem alles begann.

00:11:44: Aber solche Geschichten haben selten einen einzelnen Anfang eher viele kleine.

00:11:49: Peter Kürden wird später behaupten, dass schon früh etwas in ihm entstanden sei.

00:11:54: Oder vielleicht etwas gefehlt habe?

00:11:58: Etwas das andere Kinder zu kennen scheinen.

00:12:01: Mit sechs Jahren erlebt er etwas, was in seiner späteren Biografie immer wieder genannt werden wird.

00:12:07: Er kommt mit einem Hundefänger an Kontakt.

00:12:09: Dort lernt er nicht Fürsorge sondern etwas anderes.

00:12:13: Nach späteren Aussagen ertrenkt ihr zwei Welpen im Bach Ein Kind, sechs Jahre alt Ein Alter, in dem andere Steine übers Wasser werfen.

00:12:22: Und doch bleibt etwas daran auffällig!

00:12:25: Nicht nur die Handlung sondern die Erinnerung daran.

00:12:29: Fast so als hätte sich etwas eingeprägt.

00:12:32: Nicht halt Schuld, sondern als Erfahrung – es bleibt nicht dabei.

00:12:37: Schon früh entwickelt Peter eine Faszination für Feuer.

00:12:40: Nicht für Wärme, nicht für Licht, sondern für den Moment in dem etwas Außerkontrolle gerät.

00:12:47: Später können ihm vierundzwanzig Brandstiftungen nachgewiesen werden.

00:12:51: Wie viel es tatsächlich waren, lässt sich heute nicht mehr sicher sagen – vielleicht mehr!

00:12:57: Feuer verändert Räume Es zieht Menschen an Es erzeugt Angst Und für manche wird genau das zum Reiz.

00:13:05: Mit acht Jahren läuft Peter von zu Hause weg Allein.

00:13:09: Er schlägt sich durch bis nach Köln Eine Stadt die größer ist als alles was er kennt.

00:13:14: Zwischen Bahnhöfen, Straßen und Menschen bewegt er sich am Rande des Alltags.

00:13:19: Später wird berichtet, dass er sich dort mit kleinen Überfällen und Diebstellen über Wasser hält – ein Kind!

00:13:25: Ohne Zuhause ohne Aussicht zu jung um verstanden zu haben wie weit er sich bereits von zu Hause entfernt hat.

00:13:33: die Jahre vergehen und mit ihnen verschwimmen Grenzen weiter.

00:13:37: Mit drei Zehnen schildert Kürten später selbst eine Erfahrung mit einem Tier, die mit dessen Tod endet.

00:13:44: Ein Bericht, der weniger über einzelne Details erzählt als über etwas anderes.

00:13:49: Das Nähe, Kontrolle und Gewalt für ihn offenbar immer schwerer voneinander zu trennen waren.

00:13:55: Ein Jahr später mit Vierzehn beschreibt er eine Situation mit einem Mädchen bei dem er sie fast erwirkt hätte – nicht aus Wut, nicht aus einem Streit.

00:14:04: und genau das wirkt rückblickend.

00:14:06: so verstörend, weil darin etwas sichtbar wird dass sich durch viele spätere Kapitel ziehen wird Nicht wie ein Film, sondern langsam.

00:14:17: So als würden Grenzen jedes Mal ein wenig weiter verschoben und niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt wo hin dieser Weg noch führen wird.

00:14:26: Nach außen wirkt es zunächst als würde Peter Kürtn den selben Weg gehen wie so viele andere junge Männer zu dieser Zeit.

00:14:33: Keine Überraschungen keine große Zukunft nur Arbeit.

00:14:37: er beginnt eine Ausbildung zum Sandformer im selben Betrieb in dem bereits sein Vater gearbeitet hat.

00:14:44: Frühes Aufstehen, Staubhitze, Metall.

00:14:47: Tage die sich gleichen!

00:14:50: Im Ruhrgebiet ist das kein ungewöhnlicher Lebensweg.

00:14:53: Viele Söhne treten in die Fußstapfen ihrer Väter – nicht aus Überzeugung sondern weil es kaum Alternativen gibt.

00:15:00: Für einen Moment könnte man glauben jetzt beginnt die Ordnung ein Beruf, ein Rhythmus vielleicht sogar ein anderes Leben aber es hält nicht lange.

00:15:11: nach zwei Jahren geschieht etwas dass mehr es als jugendlicher Leicht sind.

00:15:16: Peter nimmt die Lohntüten, nicht seine, die der Anderen unter verschwindet.

00:15:22: Kein Abschied, keine Erklärung – nur weg!

00:15:25: Mit dem Geld fährt er nach Köln und dort verschwinde das Geld nicht in Essen oder Unterkunft.

00:15:30: Später wird berichtet, dass er es bei einer Prostituierten ausgegeben hat.

00:15:35: Schon damals zeigen sich Vorlieben über die später viel gesprochen werden wird Vorstellungen von Nähe, die offenbar früh mit Kontroll und Gewalt verknüpft sind.

00:15:44: Aber noch ist es kein Name!

00:15:47: Noch ist er einfach ein junger Mann auf der Flucht.

00:15:51: Die Freiheit dauert nicht lange – in Köln wird er von einem Schutzmann aufgegriffen.

00:15:56: Die Sache mit den Lohntüten endet vor Gericht, zwei Monate Gefängnis, kurz überschaubar nichts was eine Zukunft endgültig zerstören müsste ….

00:16:05: Und doch beginnt etwas hier… Nicht die große Tat, sondern ein Muster.

00:16:11: Denn nach diesen ersten Monaten folgen weitere – dann Jahre, dann immer wieder dieselben Türen Gefängnis Entlassung Neue Taten Neue Verurteilungen.

00:16:23: Die Liste wächst Zechbrellerei Einbruch Brandstiftung Zuhälterei Und irgendwann auch Delikte, die weit darüber hinausgehen.

00:16:31: Es wirkt rückblickend fast so als hätte Kürten kaum eine Grenze akzeptiert, die ihm gesetzt wurde.

00:16:38: Nicht jede Tat ist gleich schwer.

00:16:40: Nicht jeder erzählt dieselbe Geschichte, aber zusammen ergeben sie ein Leben das immer wieder an den selben Orten endet – hinter Mauern, hinter Gittern.

00:16:50: und über die Jahre verbringt Peterkirchen insgesamt rund vierundzwanzig Jahre seines Lebens im Gefängnis.

00:16:57: Fast ein halbes Leben.

00:16:59: für manche Menschen ist Gefängnes ein Einschnitt.

00:17:02: Für ihn scheint es zeitweise ihr einen Zustand zu werden Und während Akten dicker werden und Strafen länger entsteht draußen langsam ein Mann, den noch niemand kennt.

00:17:13: Ein Mann der längst gelernt hat sich anzupassen zu warten und irgendwann wieder hinauszugehen.

00:17:19: Irgendwann zwischen Entlassungen neuen Delikten und Jahren hinter Mauern trete jemanden Peter Kürtens Leben nicht dramatisch?

00:17:27: Nicht wie im Film!

00:17:29: Kein Blick quer durch den Raum keine Musik nur zwei Menschen die beide ihre eigene Vergangenheit mitbringen.

00:17:36: Es ist ungefähr in den letzten Jahren, der Krieg ist vorbei.

00:17:40: Deutschland birgt erschöpft.

00:17:42: Viele Männer kennen zurück, verändert, schweigsam oder mit Geschichten die niemand ganz überprüfen.

00:17:49: In dieser Zeit lernt Peter Kürten eine Frau kennen Augustisch Harf.

00:17:54: auch sie trägt bereits ein Leben hinter sich das nicht gradlinig verlaufen ist.

00:17:59: Jahre zuvor hat sie einen Mann geliebt Ein Liebhaber der ihr die Ehe versprochen hatte.

00:18:05: Doch dieses Versprechen wurde nie eingelöst, was genau in Ihr Vorgehen lässt sich heute nicht mehr sicher sagen – aber irgendwann schoss sie auf ihn!

00:18:14: Ninzehundertelf wird Auguste deshalb zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

00:18:20: Doch schon Ninzehnundfünfzehn kommt sie wieder frei.

00:18:24: Als Sie Peter kennenlernen verschweigt sie das nicht — sie erzählt ihm von ihrer Vergangenheit von der Strafe vom Gefängnis, vielleicht in der Hoffnung dass Ehrlichkeit ein Neuerempfang möglich macht.

00:18:35: Peter hört zu und erzählt ebenfalls eine Geschichte – er sagt, er sei Kriegsgefangener gewesen.

00:18:43: Ein Mann mit einer Vergangenheit aber nicht mit einer Kriminellen!

00:18:47: Nicht mit Jahren hintergetan, nicht mit den zahlreichen Verurteilungen.

00:18:50: davon sagt er nichts.

00:18:53: Er lässt die wichtigsten Kapitel aus und Auguste glaubt ihm oder möchte ihm glauben.

00:18:58: Dabei wirkt Peter auf sie zunächst keineswegs besonders sympathisch.

00:19:02: Später wird berichtet, dass ihn eigentlich nie heiraten wollte – nicht aus großer Liebe, nicht aus Überzeugung … eher mit Distanz!

00:19:12: Vielleicht auch mit Unsicherheit?

00:19:14: Er scheint keinen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben… zumindest kein Gut.

00:19:19: und trotzdem bleiben Sie in Kontakt.

00:19:21: Monate wären Jahre, aus Begegnungen wird Gewohnheit und manchmal verändert sich Gewohnkeit zur Entscheidung Im März, und seit dreiundzwanzig heiraten sie.

00:19:31: Eine Ehe zwischen zwei Menschen die beide wussten wie sich Gefängnestüren schließen Nur dass einer von beiden nicht die ganze Wahrheit erzählt hatte.

00:19:41: Und vielleicht beginnt genau dort etwas Bemerkungswertes Denn nach außen wirkt Peter Kürten in diesen Jahren oft erstaunlich gewöhnlich Arbeit, Ehre, Alltag.

00:19:53: Nichts an ihm deutet offen darauf hin auf das was später kommen wird und genau das macht diese Geschichte so schwer zu begreifen.

00:20:01: Nach außen wirkt diese Ehe zunächst nicht wie der Beginn einer Geschichte, die später Kriminalgeschichte schreiben wird keine ständigen Streitereien Keine Bericht über Gewalt im Alltag keine Nachbarn, die Später sagen man hat es kommen sehen.

00:20:15: Im Gegenteil Peter Kürten selbst wird später behaupten er habe gegenüber Augustik keine gewalttätigen Vorstellungen gehabt.

00:20:23: Wenn er über sie sprach klang es oft ungewöhnlich respektvoll, nicht schwärmerisch eher aufmerksam.

00:20:30: Er sagte er habe ihre Art zu reden bewundert, ihre gute Unterhaltungsgabe.

00:20:36: Auguste sei ja viele Gebieten bewandert gewesen, habe bereits etwas von der Welt gesehen und deshalb sei es immer interessant gewesen ihr zuzuhören.

00:20:45: Für jemanden wie Kürten, der große Teile seines Lebens zwischen Arbeit Flucht und Gefängnis verbracht hatte scheint genau das Eindruck gemacht zu haben.

00:20:55: aber noch etwas anderes hebt sich ja vor.

00:20:58: Er beschreibt seine Frau als Gegenteil von sich selbst, zitten rein so sagt er es.

00:21:04: Er erzählt später sie haben nicht einmal unanständige Gespräche hören oder dulden können Sie sei ordentlich gewesen fleißig Vor allem aber aufrichtig und ehrlich Und der gibt zu dass ich in diesen Jahren einen starken Einfluss auf ihn ausgeübt habe.

00:21:21: Fast klingt das als hätte dort jemand versucht ihn festzuhalten als hätte jemand Ordnung in etwas bringen wollen, das längst begonnen hatte sich zu lösen.

00:21:31: Wenn man diese Aussagen liest entsteht für einen Moment ein seltsames Bild – nicht dass eines Mannes der isoliert lebt, nicht dass einem Menschen ohne Bindung sondern eines Ehemannes.

00:21:42: Jemanden der Gespräche führt denn nach Hause kommt, der zuhört die Eigenschaften an einem anderen Menschen bewundert.

00:21:50: und vielleicht ist es genau das einer der verstörendsten Gedanken dieser Geschichte das Nähe nicht immer verändert, dass Zuneigung nicht automatisch heilt.

00:22:00: Denn so sehr Augustes Einfluss auf ihn gehabt haben mag, sie konnte nicht verhindern was mit ihm bereits gewachsen war – Nicht sehen, nicht stoppen!

00:22:09: Während Sie an einem gemeinsamen Alltag glaubt beginnt außerhalb Ihrer Wahrnehmung etwas anderes.

00:22:15: Etwas, das zunächst unsichtbar bleibt.

00:22:17: Und irgendwann wird aus Peterkürten nicht mehr nur ein Mann mit Vergangenheit, sondern einen Mann vor dem eine ganze Stadt Angst haben wird.

00:22:25: Bis hierhin ist Peterkyrton v.a.

00:22:28: eins Ein Mann mit Brüchen Gefängnis Lügen Neueinfänger Ein Leben das immer wieder aus den Schienen gerät.

00:22:37: Aber noch gibt es nichts was ihn von vielen anderen Männern seiner Zeit eindeutig unterscheidet Keine Schlagzeilen keine Namen der bleibt.

00:22:47: und dann kommt ein Tag, der später wie eine Grenze wirken wird.

00:22:50: Der fünfundzwanzigste Mai-Ninzenhunderteizehn fast zehn Jahre vor seiner Hochzeit.

00:22:57: Fast beiläufig beginnt etwas das Rückblickend wieder erste Schritt in eine andere Richtung erscheint.

00:23:02: Peter Kürten ist an diesem Tag nicht unterwegs um zu töten.

00:23:07: Zumindest würde er da später so behaupten.

00:23:09: Er dringt in ein Haus ein Einbruch Nichts was in seinem Leben zu diesem Zeitpunkt völlig ungewöhnlich gewesen wäre.

00:23:17: Er durchsucht Räume, sucht nach Geld, nach Dingen die sich mitnehmen lassen und dann steht er plötzlich in einem Zimmer.

00:23:25: Dort schläft ein Kind, Christine Klein neun Jahre alt im Bett.

00:23:31: Nichts deutet darauf hin dass in diesem Moment etwas Außergewöhnliches geschehen müsste.

00:23:36: Zunächst so wird später rekonstruiert bemerkt er sie kaum aber dann bleibt er stehen der Raum ist still zu still und etwas verändert sich.

00:23:47: Er nähert sich dem Bett.

00:23:49: Was danach geschieht, dauert eine kurze Zeit.

00:23:52: Christine überlebt den Angriff nicht.

00:23:55: Später wird festgestellt, dass zusätzlich ein Taschenmesser benutzt wurde.

00:24:00: Als er den Raum verlässt, nimmt Peter Kürten nicht alles mit.

00:24:03: Ein Tuch bleibt zurück.

00:24:05: Daran ein Monogramm P Punkt k Punkt.

00:24:11: Damals nichts Besonderes kein eindeutiger Beweis, kein Name der sofort Verdacht auslöst.

00:24:16: und vielleicht liegt genau darin etwas Verstörendes.

00:24:20: Dass niemand etwas bemerkt – nicht einmal die Mutter, obwohl sie nicht bald entfernt gewesen sein soll, keine Schreie, die das Haus alarmieren, keiner Verfolgung, keine Festnahme.

00:24:31: Peter Kirten verlässt das Haus und dann verschwindet er zurück in die Stadt Als wäre nichts geschehen.

00:24:38: für die Außenwelt bleibt es zunächst ein Verbrechen.

00:24:41: Für ihn könnte es etwas anderes gewesen sein, nicht das Ende einer Entwicklung sondern ihr Anfang.

00:24:48: Und dann geschieht etwas was heute fast unwirklich wirkt.

00:24:52: Ein Detail zwei Buchstaben auf dem zurückgelassenen Tuch steht ein Monogramm p.k.

00:25:00: für die Ermittler einen möglicher Hinweis.

00:25:03: Für die Familie wird es zum Anfang eines neuen Schmerzes denn der Vater des getöteten Mädchens heißt Peter Klein.

00:25:11: Ebenfalls P Punkt, K Punkt.

00:25:14: Und plötzlich richtet sich der Blick nicht mehr nach außen sondern nach innen Sondern das eigene Haus.

00:25:21: aus Trauer wird Misstrauen Aus Fragen entsteht Verdacht.

00:25:24: Für Außenstehende wirkt das zunächst greifbar.

00:25:28: Ein Kind stirbt ein persönlicher Gegenstand bleibt zurück Der Name scheint zu passen Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf den Vater Doch dabei bleibt es nicht.

00:25:39: Innerhalb der Familie gibt es Spannung.

00:25:42: Es geht um Erbstreitigkeiten, alte Konflikte, unausgesprochene Vorwürfe und so verschiebt sich der Verdacht schließlich auf einen anderen Mann Otto Klein, der Bruder des Vaters.

00:25:55: er wird verhaftet angeklagt.

00:25:57: plötzlich steht nicht nur der Verlust eines Kindes im Raum sondern die Vorstellung dass der Täter vielleicht aus den eigenen reinkommt.

00:26:06: man kann sich kaum vorstellen was das mit einer Familie macht.

00:26:09: jeder Blick verändert sich.

00:26:11: Jedes Gespräch, jeder Erinnerung.

00:26:14: Am Ende entscheidet sich das Schwurgericht anders.

00:26:17: Autoklein wird nicht schuldig gesprochen.

00:26:20: Juristisch ist der Fall damit beendet – aber nicht alles endet mit einem Urtreim!

00:26:25: Denn ein solcher Verdacht verschwindet selten vollständig.

00:26:29: Selbst wenn ein Gericht einen Menschen entlastet, bleibt oft etwas zurück.

00:26:33: Ein Blick Ein Flüstern, eine Frage und während die Familie mit diesem Schatten leben muss geht der eigentliche Täter weiter.

00:26:41: Unbemerkt?

00:26:42: Nicht verfolgt nicht erkannt.

00:26:44: Peter Kürtn verschwindet wieder in der Menge Und niemand ahnt dass dieses nicht das letzte mal gewesen sein wird.

00:26:53: später wird immer wieder die frage gestellt werden warum?

00:26:57: warum christine?

00:26:58: warum an diesem abend warum dort?

00:27:02: Peter Kürten selbst wird Jahre später versuchen, eine Erklärung zu geben.

00:27:07: Ob diese Erinnerungen vollständig stimmen lässt sich nie mit Sicherheit sagen.

00:27:11: Aber seine Aussagen geben einen verstörenden Einblick in das was er als Wendepunkt beschrieben hat.

00:27:18: Er beschreibt einen Moment, in dem ein Blick an etwas hängen liebt.

00:27:36: Nicht am Gesicht nicht an den Augen sondern am ungeschützten Hals des Mädchens und nach seinen späteren Aussagen verändert sich etwas in diesem Augenblick.

00:27:47: Nicht aus Wut nicht im Schreit sondern eine Fixierung.

00:27:51: Später schildert Kürtn selbst das körperliche Nähe für ihn in diesem Moment keine Bedeutung gehabt habe dass ihm klar geworden sei wovon er tatsächlich suche Nicht Nähe, nicht Zuwendung sondern Gewalt.

00:28:05: Er erklärt später dass sich für ihn in diesem Moment Blut und sexuelle Erregung miteinander verbunden hätten.

00:28:11: Er sagt aus das sie in der Anblick des Blutes erregt habe und dass er dabei zum Höhepunkt gekommen sei.

00:28:18: Es sind Aussagen die nicht erklären was geschehen ist aber sie zeigen etwas anderes Das hier nicht aus einem spontanen Konflikt gehandelt wurde sondern dass sich etwas zeigte, das offenbar schon lange in ihm angelegt war.

00:28:33: Und als Peter Kürten das Haus wieder verließ, blieb nicht nur ein Tatort zurück, sondern etwas, was von diesem Moment an immer wieder zu ihm zurückkehren würde.

00:28:43: Nach dem Tod von Christine endeten nichts!

00:28:47: Es bleibt zunächst still – keine Verbindung, keine Festnahme, kein Verdacht.

00:28:52: Peter Kyrton lebt weiter und genau das machen die folgenden Wochen so schwer zu begreifen Denn im Juni, hier taucht etwas auf das später wie ein Muster wirken wird.

00:29:04: Nicht dieselbe Tat aber derselbe Schatten.

00:29:07: Diesmal sterben die Opfer nicht.

00:29:09: eine Frau wird von hinten angegriffen plötzlich und ohne Vorwarnung.

00:29:14: Kürten schlägt sie mit einer Axt nieder und flieht unmittelbar danach.

00:29:18: keine Begegnungen kein Gespräch nur der Angriff und die Frau überlebt.

00:29:24: Eine Woche später erfolgt dann weiterer Überfall.

00:29:27: Ein Mann wird in ein Park angegriffen, auch hier bleibt das Opfer im Leben.

00:29:31: Doch später beschreibt Kürten etwas, dass die er mittlerweile danach besonders beschäftigt.

00:29:37: Er erzählt nicht von Streit – nicht von Hass!

00:29:40: Sondern davon, dass er sich aus der Distanz beobachtend zurückgezogen habe.

00:29:46: Dass der Anblick von Angst, Kontrollverlust und dem Geschehen selbst bei ihm sexueller Regung ausgelöst Fast so, als wäre nicht die Person das Ziel gewesen.

00:29:56: Sondern der Moment!

00:29:58: Die Wirkung – Das Gefühl von Macht.

00:30:00: Zur gleichen Zeit kommt noch etwas anderes hinzu.

00:30:04: Feuer Neben den Überfallen legt Kürtenbrände Unter anderem setzt sein Heuschobahnbrand.

00:30:10: Rückblickend entsteht ein Bild, dass schwer zu ordnen ist Als würden sich verschiedene Impulse miteinander verbinden Gewalt Zerstörung Erregung nicht als einzelne Taten, sondern als etwas das für ihn zusammengehörte.

00:30:25: Damals sieht niemand dieses Muster – für Außenstehende sind es einzelne Vorfälle ein Überfall, ein Brand, Zufälle.

00:30:34: aber Jahre später wird man zurückblicken und feststellen.

00:30:37: vielleicht begann genau etwas in diesen Wochen sichtbar zu werden Nicht der Mann den die Welt später kennenwird Aber sein Echo.

00:30:47: Doch die Wochen danach zeigen, dass es kein einzelner Ausbruch geblieben ist.

00:30:52: Es entsteht kein Innerhalten, keine Angst vor Entdeckung – kein Rückzug!

00:30:56: Stattdessen folgt der nächste Tat.

00:30:59: Das nächste Opfer heißt Gertrud Franken, siebzehn Jahre alt.

00:31:03: Peter Kürten trinkt ihn ihr Zuhause ein auch diesmal nachts.

00:31:08: Auch diesmal in Ort, der Sicherheit verspricht Erfindet Gertrud schlafen in ihrem Zimmer.

00:31:13: Was danach geschieht, dauert nur kurze Zeit.

00:31:16: Später wird deutlich dass der Angriff mit großer Intensität geführt wurde.

00:31:21: Gerd Rutz stirbt und in seinen späteren Aussagen beschreibt Kürten etwas das die Ermittler noch Jahre später beschäftigen wird.

00:31:29: Nicht die Begegnung selbst habe für ihn im Mittelpunkt gestanden sondern die Reaktion Der Moment in dem Gewalt für ihn offenbar mit innerer Erregung verbunden wurde.

00:31:39: Es sind Aussagen, die weniger klären als zeigen.

00:31:42: Dass sich in diesen frühen Taten bereits ein Muster abzeichnet.

00:31:46: Ein Muster das damals niemand erkennt.

00:31:49: Nach Gertroth folgen weitere Brandstiftungen Feuer taucht erneut auf.

00:31:54: Fast als würde Zerstörung für Kürten immer wieder dieselbe Funktion erfüllen.

00:31:58: Menschen erschrecken etwas Gerät außer Kontrolle und für einen Moment steht der Außerhalb davon um beobachtet.

00:32:06: Diesmal endet die Serie nicht durch Ermittlungen wegen eines Tötungsgelegts, sondern wegen der Brände.

00:32:13: Kürden wird erneut festgenommen – wieder Gefängnis und wieder Mauern.

00:32:17: Wieder Jahre verschwinden.

00:32:19: Dieses Mal sechs Jahre.

00:32:21: Für Außenstehende könnte es wirken wie ein Ende.

00:32:24: Ein Mann sitzt ein.

00:32:26: Die Gefahr ist vorbei!

00:32:27: Aber manchmal unterbrechen Gefängnismauern nur eine Geschichte.

00:32:31: Sie beendet sie nicht.

00:32:35: Auf dem Papier klingt das wie ein Einschnitt, Zeit zum Nachdenken, Zeit um Abstand zu gewinnen.

00:32:41: Aber nicht jede Strafe verändert einen Menschen und nicht jede Haft bedeutet Stille.

00:32:46: Für Peter Kürten werden diese Jahre offenbar nicht zu einem Neuanfang.

00:32:51: Im Gefängnis versucht er sich mit den Wertern gutzustellen.

00:32:54: Er sucht ihre Nähe, passt sich an Und nach späteren Berichten verrät der immer wieder Mitgefangener.

00:33:00: Für die Männer um sich herum machte sich dadurch nicht besonders beliebt.

00:33:04: Im Gefängnis gelten eigene Regeln.

00:33:07: Wer Informationen weitergibt, verliert schnell Vertrauen.

00:33:11: Kürten scheint es nur wenig zu kümmern – gleichzeitig erzählt er nicht von Reue, nicht davon was er hinter sich lassen wollte sondern von sich selbst.

00:33:20: Er prallt unter anderem mit seinen sexuellen Erfahrungen und den Vorstellungen die andere eher verschwiegen hätten als wolle er Aufmerksamkeit erzeugen einen Eindruck hinterlassen.

00:33:32: Doch auch hinter Gittern bleibt er nicht unauffällig.

00:33:36: Während seiner Haft beteiligt er sich an einer Gefängnismäuterei, die genauen Umstände geraten später in den Hintergrund – die Konsequenz?

00:33:44: Nicht!

00:33:44: Seine Strafe wird um zwei weitere Jahre verlängert.

00:33:47: Aus sechs werden acht.

00:33:50: noch mehr Zeit hinter Mauern, noch mehr Abstand zur Welt draußen und irgendwann vergeht doch diese Zeit.

00:34:02: Als sich die Gefängnestore öffnen, ist aus dem jungen Mann von früher einer Wachsener geworden.

00:34:08: Fast ein Vierteljahrhundert seines Lebens hat er zu diesem Zeitpunkt immer wieder in Haft verbracht.

00:34:15: Die Welt draußen hat sich verändert Der Krieg ist vorbei Deutschland ist ein anderes Land.

00:34:22: Aber die entscheidende Frage bleibt Hat sich Peter Kürden verändert?

00:34:26: Oder hat hinter den Mauern etwas nur gewartet?

00:34:30: Als er das Gefängnis verlässt, ahnt niemand, dass das Kapitel, das später seinen Namen berüchtigt machen wird noch gar nicht begonnen hat.

00:34:39: Als Peter Kürten, Ninzeundzwanzig des Gefängnispalests ist der Achtundreißig Jahre alt.

00:34:44: Die Welt draußen wirkt anders.

00:34:46: Der Krieg ist vorbei Menschen versuchen anzufangen Und vielleicht wirkt auch sein Leben für einen Moment so als könnte es in eine ruhige Richtung gehen Denn ungefähr in dieser Zeit, wie bereits erwähnt, lernte er augustisch Haft kennen.

00:35:02: Nicht in Düsseldorf sondern in Altenburg und Thüringen.

00:35:06: Zwei Menschen mit Vergangenheit zwei Menschen die beide wissen wie schnell ein Leben aus der Bahn geraten kann.

00:35:13: Trotz aller Vorbehalter bleibt Auguste Und aus der Begegnung wird mir derzeit eine Beziehung.

00:35:19: später folgt die Hochzeit.

00:35:21: Für Außenstehende wirkt vieles plötzlich erstaunlich gewöhnlich Und noch einmal scheint es, als könnte Peter Kürten irgendwo ankommen.

00:35:30: nineteenhundertfünfundzwanzig ziehen die beiden schließlich nach Düsseldorf eine Stadt im Wandel Straßenbahn Industrie Arbeiterwohnung neue Häuser Menschen die versuchen nach den schwierigen Jahren wieder etwas stabilität aufzubauen.

00:35:47: auch Peter und Auguste führen zunächst ein Leben das kaum auffällt.

00:35:50: beide gehen einer Arbeit nach sie wohnen unauffällig keine Beschwerden Keine auffälligen Streitigkeiten, nach außen entsteht das Bild eines ganz normalen Ehepaares.

00:36:01: Ein Mann mit Arbeit eine Frau mit Ordnungssinn ein Alltag und vielleicht liegt genau darin etwas beruhigendes Denn nichts in diesem Leben deutet darauf hin was später folgen wird.

00:36:14: kein Zeichen keine Warnung keine Nachbarn die sagen würden wir haben immer gespürt dass etwas nicht stimmt.

00:36:21: Im Gegenteil es wirkt ruhig Fast gewöhnen, doch manchmal ist Ruhe nicht das Gegenteil von Gefahr.

00:36:28: Manchmal ist sie nur die Zeit dazwischen und irgendwann, nicht plötzlich, nicht an einem einzigen Tag beginnen alte Gedanken zurückzukehren – Gedanken, die nicht wirklich verschwunden waren, nur still geworden sind!

00:36:43: Und während Düsseldorf weiterlebt Straßenbahnen fahren, Fabrikschichten wechseln, Menschen einkaufen und nach Hause gehen beginnt sich im Verborgenen erneut etwas zu bewegen….

00:36:53: Doch die ruhen Düsseldorf hält nicht lange.

00:36:56: Nach außen wirkt das Leben geordnet, Arbeit, Wohnung eher ein Rhythmus wie ihn viele führen Aber unter der Oberfläche beginnt sich etwas zu verschieben.

00:37:08: In diesen Jahren lernt Peter Kürten eine andere Frau kennen Maria Kiefer.

00:37:13: Zwischen den beiden beginnt einer Fähre.

00:37:16: Auguste weiß zunächst nichts davon Und für einen Moment könnte man glauben, es sei nur eine weitere Geschichte von Untreue.

00:37:24: Nichts außergewöhnliches – nichts das später in Akten landen würde!

00:37:28: Doch für Kürken scheint diese Begegnung etwas anderes auszulösen.

00:37:33: Während einer Begegenung kommt es zu einer Situation, in der Beginn Gewalt mit Nähe zu verbinden.

00:37:38: Maria erschreckt sie wert sich.

00:37:40: die Situation eskaliert nicht weiter Kürden bricht ab und verschwindelt, aber später entsteht der Eindruck dass für ihn weniger die Beziehung selbst Bedeutung hatte sondern etwas das in diesem Moment wieder auftauchte.

00:37:54: Etwas was lange nicht sichtbar gewesen war eine Verbindung zwischen Kontrolle Angst und innere Erregung – Nicht neu nur wieder da!

00:38:03: Rückblickend wirkt diese Begegnung wie ein Punkt an dem alte Muster zurückkehren.

00:38:08: Nicht plötzlich eher wie etwas das im Hintergrund nie verschwunden und von da an verändert sich sein Verhalten.

00:38:15: Das Interesse an Augustus scheint nachzulassen, der gemeinsame Alltag verliert an Bedeutung.

00:38:21: stattdessen sucht er immer häufiger Kontakte zu anderen Frauen Affären Begegnungen kurze Verhältnisse.

00:38:28: Nach außen bleibt vieles unauffällig Ein verheirateter Mann Nichts Besonderes.

00:38:34: Aber während das Leben weiter seinen normalen Eindruck macht beginnt im Inneren etwas sich zu verdichten und Düsseldorf ahnt noch nicht, dass die Jahre der Ruhe bald vorbei sein werden.

00:38:47: Was nach außen via Ferien wirkt bekommt beim genaueren Hinsehen eine andere Richtung Denn Peter Kürten sucht offenbar nicht einfach nur Nähe.

00:38:55: Er sucht Einfluss Kontrolle Und etwas das er selbst längst zu deuten begonnen hatte.

00:39:01: Frauen mit denen der Beziehung oder Ferien eingeht beschreibt er nicht offen mit Gewalt.

00:39:06: Im Gegenteil Nach späteren Aussagen scheint er seine Wünsche oft umzudeuten.

00:39:11: Er erklärt seine jeweiligen Gliebten, dass ein härteres Verhalten Ausdruck von Leidenschaft sei.

00:39:17: Das körperliche Grenzüberschreitungen zeichen besonderer Nähe seien – das bestimmte Dinge zwischen Menschen normal sein wenn man sich wirklich vertraut nicht als Drohung eher als etwas was langsam erzählt wird eine Erklärung als Gewohnheit.

00:39:32: und genau darin liegt etwas Verstörendes denn Manipulation beginnt selten laut.

00:39:38: Sie beginnt oft damit, dass jemand bestimmt was normal sein soll.

00:39:42: Das Grenzen verschoben werden ohne das es sofort auffällt.

00:39:46: Mehrere Frauen scheinen ihm zunächst zu glauben nicht unbedingt aus Zustimmung sondern bei Vertrauen.

00:39:53: Dinge verändert Bei Menschen dazu neigen sich zu fragen ob vielleicht sie selbst übertreiben Ob das Verhalten wirklich ungewöhnlich ist.

00:40:04: Und während diese Begegnungen nach außen unsichtbar bleiben, entsteht bei Kürten offenbar immer stärker die Vorstellung, dass er bestimmen kann wie weit er gehen kann.

00:40:13: Sein Interesse an Auguste nimmt weiter ab.

00:40:16: Der gemeinsame Alltag wird nebensächlich.

00:40:19: stattdessen folgen neue Bekanntschaften – neuer Ferien, neu Rollen und hinter der Fassade des unerverliegenden Ehemanns beginnt sich langsam wieder etwas zu zeigen das lange Verborgen geblieben

00:40:30: war.".

00:40:30: Nicht offen, noch nicht.

00:40:33: Aber deutlich genug, dass die rohen Düsseldorf nicht mehr lange halten wird.

00:40:37: Lange bleibt vieles verboren.

00:40:39: Zu Hause wirkt das Leben geordnet.

00:40:42: Nach außen gibt es wenig Anlass für Mistraunen aber selbst die sorgfältigste Fassade bekommt irgendwann Risse.

00:40:48: In nineteenhundertundzwanzig erfährt Auguste von den Affären ihres Mannes –nicht von einer, von mehreren!

00:40:56: Und plötzlich fällt das Bild auseinander, daß sie sich über Jahre aufgebaut hatte.

00:41:01: Der Mann, den sie geheiratet hat.

00:41:03: Der Mann der ihr von Kriegsgefangenschaft erzählt hatte.

00:41:08: Nicht von Gefängnissen, nicht von seiner Vergangenheit!

00:41:12: Nicht von den Dingen die längst hinter ihm lagen oder die nie wirklich verschwunden waren... Auguste zieht eine Grenze Sie setzt ihn vor die Tür und sie geht noch weiter.

00:41:23: Sie zeigt ihn an wegen Heiratsschwindels.

00:41:25: Für Außenstehende mag das heute ungewohnt klingen, aber dahinter steht nicht nur die Untreue sondern das Gefühl unter falschen Voraussetzungen in diese Ehe gegangen zu sein.

00:41:36: Und für Peter Kürten hat das Konsequenzen – durch seine zahlreichen Vorschrafen bleibt es nicht bei einem Streit.

00:41:42: Er muss erneut eine mehrmonatige Haftstrafe antreten Wieder Gefängnis, wieder Mauern, wieder dieselben Abläufe Aber auch diesmal endet es nicht dort.

00:41:53: Nach seiner Entlassung meldet sich eine andere Frau, eine seiner früheren Geliebten.

00:41:57: Sie schildert Begegnungen die sie nicht mehr als freiwillig erlebt hat.

00:42:01: Sie beschreibt Grenzüberschreitung und Gewalt – und schließlich zeigt sie ihn an wegen Vergewaltigung.

00:42:08: Der Fall bringt ihm weitere acht Monate Haft ein.

00:42:11: Wieder wird Peter Kürtn eingesperrt!

00:42:14: Und rückblickend wirkt es fast wie ein letzter Versuch des Lebens, ihn anzuhalten.

00:42:18: Noch einmal Gefängnis, noch einmal Zeit… Noch einmal die Möglichkeit, dass die Geschichte anders endet.

00:42:25: Aber nicht jede Unterbrechung verändert die Richtung.

00:42:29: Denn als Peter Kürtner neu entlassen wird, wartet draußen nicht der neue Anfang sondern etwas anderes.

00:42:36: Etwas das bisher nur vereinzelt sichtbar geworden war und das bald nicht mehr zu übersehen sein wird.

00:42:42: Als Peter Kürten wieder auf freien Fuß kommt, wirkt es zunächst nicht wie die Rückkehr eines Mannes der kurz davor steht eine Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen.

00:42:52: Keine großen Auftritte, keine auffälligen Szenen – neuen Mann, der zurück in sein Alltag geht!

00:42:58: Doch etwas scheint sich erneut Bahn zu brechen.

00:43:01: Diesmal sind es Wiederbrände... Als würde etwas zurückgehen, das nie verschwunden war.

00:43:06: Kürten liegt Feuer in Wäldern auf Feldern an Scheunen an Gebäuden nicht aus einem erkennbaren Schreit oder wegen Geld.

00:43:14: Später entsteht der Eindruck dass er weniger die Zerstörung selbst interessierte sondern der Moment danach.

00:43:22: Er bleibt oftestanz beobachtet sie zu wie Menschen zusammenlaufen wie Licht in der Dunkelheit auftaucht Wie Unruhen steht Und während irgendwo Sirene oder Stimmen zu hören sind, steht er nicht mittendrin sondern außerhalb.

00:43:37: Passt wie ein Zuschauer Zuhause scheint er sich gleichzeitig etwas zu beruhigen.

00:43:42: Auguste nimmt ihn wieder auf.

00:43:44: sie verzeiht Oder versucht es zumindest Nach allem was später bekannt wird soll sie nichts von dem geahnt haben Was ich hinter seinem Alltag verbark.

00:43:54: Für Sie ist der wieder ihr Mann.

00:43:56: Nicht mehr, nicht weniger Und halt sächlich, seit inzwischen mehr als zehn Jahren hat Peter Kürten niemand mehr getötet.

00:44:03: Zehn Jahre!

00:44:04: Eine Zeitspanne die lang genug wirkt um zu glauben das etwas vorbei ist.

00:44:09: Aber manchmal bedeutet stille nicht dass etwas verschwunden ist.

00:44:13: Manchmal wartet es nur.

00:44:16: Dann kommt das Jahr neunzehntneunundzwanzig.

00:44:18: Peter Kyrton ist sechsundvierzig jahrealt.

00:44:21: Febur Düsseldorf.

00:44:23: Es ist die Art von Abend, an dem die Kälte durch den Mantel zieht.

00:44:27: Die Straßen glänzen feucht im Licht der Laternen Fenster werden geschlossen Schritte klingen lauter als sonst!

00:44:36: Die Luft riecht nach Rauch aus Öfen und nach Nassemstein.

00:44:40: Gegen einundzwanzig Uhr sind viele Menschen längst auf dem Heimweg.

00:44:43: Man geht schneller, bleibt nicht stehen Und irgendwo in dieser Februar Nacht bewegt sich Apollonia.

00:44:50: Sie ahnt nicht, dass jemand hinter ihr geht.

00:44:53: Der Angriff kommt plötzlich von hinten.

00:44:56: Kürden verletzt sie schwer.

00:44:57: Später wird bekannt, dass zahlreiche Messerstiche gezählt werden.

00:45:02: Am Tatort bleibt eine schwerverletzte Frau zurück und Peter Kürten ist überzeugt Diesmal hat niemand überlebt.

00:45:09: Er entfernt sich wie früher still Doch dieses Mal ird er sich, Apollonia lebt entgegen jeder Erwartung.

00:45:16: Und als Kürten später fährt dass sie den Angriff überstanden hat entsteht bei ihm etwas das in seinen bisherigen Taten kaum sichtbar geworden war.

00:45:25: Angst!

00:45:25: Nicht mit Gefühlen nicht Reue sondern die Angst erkannt zu werden Die Angst dass jemand sein Gesicht gesehen haben könnte.

00:45:34: und mit dieser Angst beginnt etwas Neues Denn plötzlich gibt es nicht mehr nur den Täter Sondern eine Überlebende.

00:45:42: Trotz ihrer schweren Verletzung.

00:45:44: und für Peter Kürten bedeutet das plötzlich etwas, dass er lange nicht gespürt hat.

00:45:49: Unsicherheit!

00:45:50: Aber nicht aus Mitgefühl sondern aus Angst.

00:45:52: Angst davon erkannt zu werden.

00:45:55: Angst davor, dass jemand sein Gesicht gesehen haben könnte.

00:45:58: Tage vergehen erwartet Doch Apollonia kann den Täter nicht beschreiben.

00:46:03: Die Verletzungen haben ihre Erinnerung verschwimmen lassen.

00:46:06: Für Diamitler plattest nur ein Angriff Kein Name kein Gesicht Und für Peter Kürten wird genau das eine Art der Erleichterung.

00:46:15: Er ist wieder unsichtbar und dieses Gefühl scheint etwas in ihm zu lösen, denn er hat noch lange nicht genug.

00:46:22: nur wenige Tage später am achten Februar neunundzwanzig abends In Düsseldorf die Luft ist kalt und feucht Licht fällt aus wenigen Fenstern auf die Gehwege Straßenbahn erziehen durch die Dunkelheit Menschen gehen schneller als sonst Jeder möchte nach Hause und irgendwo zwischen diesen Straßen läuft ein Kind.

00:46:44: Ein Mädchen, verlaufen, verunsichert und allein.

00:46:47: Und genau hier finden wir uns in der Situation vom Anfang wieder.

00:46:51: Das kleine Mädchen das Wein durch die Bärenstraßeirte konnte nicht wissen was Erwachsene meinten wenn sie von einem Mörder sprachen.

00:46:59: Rosa Olinger hieß die Kleine.

00:47:01: Sie hatte sich Verlaufen.

00:47:03: In der Dunkelheit versperrt ihr plötzlich einen Schatten den Weg.

00:47:07: er sagte Komm, mein Kind.

00:47:09: Ich bring dich nach

00:47:10: Hause.".

00:47:12: Was danach geschieht, dauert nur kurze Augenblicke.

00:47:15: Später wird rekonstruiert.

00:47:17: das Kürden-das-Kind an einen abgelegenen Ort brachte und dort Angriff.

00:47:22: Das Kürten selbst schilderte wie sich Gewalt, Kontrolle oder Unterregung für ihn in diesem Moment miteinander verbunden hätten – nicht die Begegnung, sondern das, was in ihm selbst ausgelöst wurde.

00:47:36: Danach geschieht etwas, dass fast noch schwerer zu begreifen ist….

00:47:39: Er geht nach Hause, ruhig als wäre nichts geschehen.

00:47:43: Er säubert seine Kleidung, beseitigt Spuren, putzt seine Schuhe und dann verlässt er neu die Wohnung.

00:47:49: Er steigt in die Straßenbahn und fährt ins Kino.

00:47:51: Während irgendwo in Düsseldorf bereits nach einem Kind gesucht wird und niemand in der Bahn ahnt, wer neben ihm sitzt.

00:48:00: Nach dem Tod von Rosa geschieht für Peter Kürten etwas das später an seinen Aussagen immer wieder auftaucht – nicht die Tat selbst scheint für ihn im Mittelpunkt zu stehen!

00:48:10: Sondern das, was er dabei über Sicht zu erkennen glaubt.

00:48:13: Später beschreibt er, dass für ihn nicht die Gewalt allein entscheiden gewesen sei sondern der Anblick vom Blut.

00:48:19: Er behauptet, dass es sich dort für die Erregung und Gewalt miteinander verbunden hätte.

00:48:24: In seinen späteren Aussagen schildert er sogar Versuch zur Armblut aufzunehmen Ein Verhalten, das später in der Einordnung mit dem Begriff des klinischen Vampirismus in Verbindung gebracht wurde Wobei dieser Begriff heute nicht als eigenständige medizinische Diagnose verwendet wird, sondern eher eine bestimmte Fantasie oder Verhaltensmuster beschreibt.

00:48:45: Für die Ermittler damals spielt das keine Rolle – sie wissen davon nichts!

00:48:49: Für Sie bleibt zunächst nur die Frage Wer tut einem Kind so etwas an?

00:48:54: Die Behörden tappen im Dunkeln Es gibt keine klare Spur Kein Motiv dass greifbar erscheint.

00:49:00: Und vielleicht liegt genau darin etwas Verstörendes Weil sich kaum jemand vorstellen kann, dass ein Mann mit Wohnung eher ungeregelten Alltag nachts durch dieselben Straßen geht wie alle anderen.

00:49:12: Während die Stadt nach Antworten sucht empfindet Kürttin etwas völlig anderes – Erleichterung!

00:49:18: Wieder einmal nicht erkannt worden zu sein.

00:49:21: Wieder einmal geht das Leben weiter und genau das wird gefährlich.

00:49:25: Denn diesmal hört es nicht auf nur drei Tage später am zwölften Februar neunundzwanzig in Düsseldorf.

00:49:34: Die Luft ist kalt, zwischen den Schrebergärten liegt feuchte Erde.

00:49:38: Äste bewegen sich im Wind!

00:49:40: Es ist eine dieser Abende an denen Menschen früh nach Hause gehen.

00:49:44: Peter Kürtn sagt seiner Frau er wolle noch ein Bier trinken geben.

00:49:48: Ein gewöhnlicher Satz so gewöhnlich dass niemand ihn hinterfragt.

00:49:52: draußen trifft der Frudolf Scheer.

00:49:55: Vierundfünfzig Jahre alt ein Invalide An diesem Abend stark alkoholisiert.

00:50:01: Kürton folgt ihm.

00:50:03: was danach geschieht, dauert nicht lange.

00:50:05: Später wird rekonstruiert das Jahr schwer verletzt wird und wieder zeigt sich in Kürtens späteren Aussagen etwas dass sich inzwischen wie ein Muster durchzieht – Nicht Wut, nicht Streit sondern seine eigene Beschreibung eines Momentes innere Entladungen als würde sich etwas lösen das ich über Tage aufgebaut hatte.

00:50:24: Scher stirbt an den Folgen des Angriffs und während irgendwo in Düsseldorf wieder Menschen versuchen zu verstehen, was geschehen ist geht Peter Kürten erneut nach Hause.

00:50:33: Als wäre dieser Abend gewesen wie jede andere nur dass die Stadt langsam beginnt zu spüren.

00:50:39: das sind keine Zufälle mehr Und als wäre die Tat selbst nicht verstörend genug Zeit sich danach etwas anderes Etwas das später viele Mittler kaum begreifen konnten Peter Kyrton hält Abstand Aber nicht innerlich.

00:50:53: Schon am nächsten Tag zieht es ihn zurück, zurück an den Ort des Geschehens und dort wo er inzwischen Polizei unterwegs ist.

00:51:00: Rudolf Schers Leiche wurde gefunden Beamte sich anspuren Menschen bleiben stehen und flüstern Und fragen und irgendwo am Rand steht auch Peter Kürten Nicht sichtbar, nicht auffällig.

00:51:14: Er versteckt sich zwischen Büschen beobachtet Nicht aus Angst sondern aus Interesse.

00:51:20: Später wird bekannt dass er sogar die Nähe sucht.

00:51:23: Er spricht einen Kommissar an, fragt beiläufig nach dem Toten als wäre er einfach nur ein Passant.

00:51:29: Ein Mann unter vielen und niemand ahnt mit, wie man gerade spricht.

00:51:34: Dann geschieht etwas das den Fall weiter in die falsche Richtung lenkt.

00:51:38: Im April neunzehnhundertneinundzwanzig liegt ein geistlich beeinträchtigter Mann eingeständnisab.

00:51:43: Er behauptet für die Taten an Rosa Olinge und Rudolf Schär verantwortlich zu sein.

00:51:48: Für ihr Mittler entsteht plötzlich eine Erklärung Ein Verdächtiger, ein möglicher Abschluss.

00:51:54: Und Peter Kürtn?

00:51:55: Für ihn bedeutet das vor allem eins – er ist erneut außer Verdacht!

00:52:00: Wieder einmal scheint die Welt in eine andere Richtung zu drehen.

00:52:03: Wieder einmal bleibt er unsichtbar und genau diese Sicherheit verändert etwas.

00:52:08: Das Leben geht

00:52:09: weiter.".

00:52:11: Kürten beginnt an Neubeziehung unter Ferien.

00:52:14: Nach außen bleibt der gleiche Mann.

00:52:16: Gespräche, Bekanntschaften nichts Auffälliges.

00:52:20: Dann August neunundzwanzig auf einer Parkbank lernt der Maria Hahn kennen, eine zufällige Begegnung.

00:52:27: Sie kommen ins Gespräch nichts daran wirkt ungewöhnlich.

00:52:31: am Ende verabreden sie sich für den nächsten Tag.

00:52:34: Der zwölfte august neun und zwanzig.

00:52:36: sie treffen sich erneut die gehen spazieren reden Und irgendwann entfernt sich die Begegnung von dem, was Maria erwartet hat.

00:52:44: Später wird rekonstruiert das Kürten sie an einem abgelegenen Ort angreift.

00:52:49: Maria verliert die Möglichkeit sich zu schützen.

00:52:52: Sie überlebt den Angriff nicht.

00:52:55: In seinen späteren Aussagen beschreibt Kürton erneut derselbe Muster wie zuvor Nicht Nähe, nicht Beziehungen Sondern die Verbindung von Kontrolleverletzung und eigener Erregung.

00:53:05: Auch von dem Motiv Blut zusehen spricht der später wieder.

00:53:08: Nach der Tat versucht er, den Ort notdürftig zu verdecken.

00:53:12: Keine große Inziehierung!

00:53:15: Nur genug um weiterzugehen.

00:53:17: und dann geschieht etwas das sich inzwischen erschreckend vertraut anfühlt.

00:53:21: Er geht nach Hause ruhig unauf völlig als hat er lediglich ein Abendspaziergang beendet.

00:53:27: und während Düsseldorf noch nichts ahnt beginnt sich langsam eine Erkenntnis durchzusetzen.

00:53:32: die Taten sind keine Einzelfälle.

00:53:34: jemand bewegt sich durch die Stadt und er wird immer sicherer.

00:53:38: Am nächsten Tag kehrt Peter Kürten zurück, nicht aus Angst.

00:53:42: Nicht weil er etwas vergessen hätte, sondern weil etwas in ihm noch nicht abgeschlossen ist.

00:53:47: Er entscheidet dass die Stelle besser verborgen werden muss.

00:53:53: Aber was danach geschieht, zeigt etwas das für viele Ermittler später schwer zu verstehen ist.

00:54:14: und gleichzeitig verändert sich etwas in Düsseldorf.

00:54:27: Die Menschen kennen die Zusammenhänge noch nicht, aber sie spüren das etwas nicht stimmt.

00:54:33: Dann kommt der zwanzigste August, neunzehnhundertneunundzwanzig Kirmes, Flichtmusik und Kinder – und mitten an dieser Normalität werden mehrere Menschen verletzt plötzlich ohne erkennbaren Zusammenhang.

00:54:46: Zum ersten Mal entsteht öffentlich die Vermutung, vielleicht ist das kein Zufall.

00:54:51: Vielleicht ist da jemand Einnahmebeginn zu kusieren nicht bei der Polizei sondern auf den Straßen.

00:54:58: Der Vampir von Düsseldorf.

00:55:00: Vier Tage später, vierundzwanzigstagust, neunzehnhundertneinundzwantzig Wieder eine Kirmes wieder Menschen Wieder ein Abend der gewöhnlich beginnt.

00:55:10: Dort trifft Kürten auf zwei Mädchen Luiso und Gert Rude.

00:55:13: Er spricht sie an ruhig und unauffällig.

00:55:16: Sie gehen gemeinsam weiter, bis sie ein Feldweg erreichen.

00:55:20: Dann lenkt er die Situation.

00:55:22: Er gibt Luise Geld und bittet sich Zigaretten zu holen – das Restgeld dürfe sie natürlich behalten!

00:55:28: Es wirkt wie eine Kleinigkeit, Luise geht.

00:55:30: Gert Rude bleibt zurück.

00:55:33: Als sie allein sind greift Kürtchen an.

00:55:35: Später wird rekonstruiert dass er diese Situation nutzt um vollständig Kontrolle herzustellen.

00:55:40: Gerd Rude verliert das Bewusstsein.

00:55:42: Sie überlebt die Tat nicht.

00:55:45: Als Louise zurückkommt, erkennt sie sofort das etwas nicht stimmt.

00:55:48: Sie versucht zu fliehen – sie wehrt sich aber kürtend verfolgt sie auch.

00:55:53: sie überlebt diesen Abend nicht.

00:55:54: Später beschreibt Kürten selbst immer wieder dieselbe Dynamik Nicht Streit, nicht Wut sondern Kontrolle.

00:56:01: der Moment in dem ein anderer Mensch keine Handlungsmöglichkeiten mehr hat und die Verbindung dieser Kontrolle mit seiner eigenen Erregung.

00:56:09: Das ist es was die taten Rückblicken so schwer begreifbar macht.

00:56:13: nicht ihre Portalität allein, sondern dass sie für ihn offenbar ein inneres Muster ist.

00:56:19: und Düsseldorf beginnt langsam zu verstehen.

00:56:22: Der Täter sucht keinen bestimmten Menschen er sucht Situationen und der bewegt sich mitten unter ihnen.

00:56:29: Nach diesen Taten verändert sich bei Peter Kürt nichts in diese Richtung die man vielleicht erwarten würde keine Unruhe keine Angst kein Versuch aufzuhören.

00:56:37: im Gegenteil Später entsteht der Eindruck, dass sie in weniger die Taten selbst beschäftigten als das was sie in ihm auslösten.

00:56:45: Die Aufmerksamkeit, die Unruhe – das Wissen, dass andere Menschen leiden und nach Antworten suchen.

00:56:51: Und während Düsseldorf immer nervöser wird bewegte sich weiter durch die Stadt.

00:56:56: Unauffällig fast gewöhnlich!

00:56:58: Dann lernte eine weitere Frau kennen.

00:57:01: Gerd Rutschhulter, sechsundzwanzig Jahre alt.

00:57:04: Die beiden begegnen sich in Oberkasse.

00:57:06: Kürten wirkt freundlich, unaufdringlich.

00:57:09: Er schlägt vorgemeinsam zur Kirmes nach Neues zu fahren.

00:57:12: Nichts daran wirkt außergewöhnlich.

00:57:14: Ein Ausflug Menschenlicht ein Ab wie viele andere.

00:57:18: Später machen sie sich auf den Rückweg.

00:57:20: Das letzte Stück gehen Sie am Rhein entlang.

00:57:23: Es wird ruhiger die Stimmen der Kirmens bleiben zurück nur Schritte Wasser und Abendluft Und wieder beginnt etwas das inzwischen erschreckend vertraut wird.

00:57:32: Kürtn sucht näher Dann Kontrolle.

00:57:35: Später findet man heraus, dass er Gertrud betränkt und schließlich mit einem durchankreibt so heftig das die Spitze der Klinge dabei abbricht.

00:57:44: doch diesmal endet diese Situation anders.

00:57:47: Kürten hört Geräusche Menschen sind in der Nähe Schritte Er bricht ab und flieht!

00:57:53: Er geht davon aus, dass Gertrud sterben wird.

00:57:56: Für ihn scheint die Sache beendet Doch er irrt sich...Gerdrut schuld überlebt Und zum ersten Mal gibt es mehr als nur Spuren.

00:58:03: Sie kann den Mann beschreiben, nicht seinen echten Namen.

00:58:07: Denn er hatte sich als Fritz Baumgart vorgestellt.

00:58:09: Aber sie erinnert sich an sein Auftreten, sein Gesicht und seine Art – nur hilft das zunächst kaum weiter!

00:58:16: Denn die Beschreibung ist ein Nüchtern, kein auffälliger Mann, keine Besonderheiten, keine Narbe, keine Merkmale, die herausstechen.

00:58:23: eine Allerweltserscheinung einer von vielen.

00:58:26: Und genau das macht den Fall immer beunruhigender.

00:58:30: Denn wenn jeder dieser Mann sein könnte wie findet man ihn dann?

00:58:34: Und obwohl die Angst in Düsseldorf wächst, hört es nicht auf.

00:58:38: Im Gegenteil – in den Wochen danach scheint sich etwas zu beschleunigen!

00:58:42: Innerhalb der nächsten zwei Monate greift Peter Kürt mindestens sieben Frauen an.

00:58:47: Zwei dieser Angriffe enden tödlich.

00:58:49: Dabei verändert sich auch sein Vorgehen — erwechseltes Tatmittel.

00:58:54: Nicht aus Not sondern als würde die Form einfach keine Rolle mehr spielen.

00:58:58: Wichtiger scheint so sein dass die Tat in ihm selbst auslöst.

00:59:02: Die Stadt beginnt inzwischen zu spüren, dass hier keine Zufallarmwerk sein können.

00:59:07: Menschen gehen früher nach Hause, Zeitungen berichten, Gerüchte entstehen und trotzdem bleibt der Täter unsichtbar.

00:59:15: Dann kommt der siebte November neunzehnhundertneinundzwanzig ein kalter Abend früh einsetzende Dunkelheit Fenster leuchten warm gegen die Novemberluft Und irgendwo dazwischen verschwindet ein Kind Gertrude Albermann fünf Jahre alt.

00:59:30: Peter Kürtn gelingt es, das Mädchen vom Haus ihrer Tante wegzulocken.

00:59:35: Was danach geschieht wird später zu den erschütterndsten Kapiteln des Fals gehören.

00:59:40: Die Ermittlungen zeigen später dass Gert Ruder angegriffen wurde, das Bewusstsein verlor und schwere Verletzung allet.

00:59:47: Kürten schildert später erneut dieselben Muster die sich bereits zuvor angedeutet hatten – die Verbindung von Gewalt, Blut und eigener Regung.

00:59:56: Das kleine Mädchen überlebt die Tat nicht.

00:59:59: Danach Versuchte die Leiche im Gebüsch zu verbergen und wieder beginnt der selbe Ablauf.

01:00:04: Nach außen kehrt Ruhe zurück, Menschen schließen Türen das Leben geht weiter aber irgendwo fehlt plötzlich ein Kind Und während Familien anfangen ihre Kinder früher reinzurufen und niemand mehr genau sagen kann ob die Straßen noch sicher sind läuft der Mann den später alle kennen werden weiter durch Düsseldorf.

01:00:24: unerfällig.

01:00:25: wie immer nach diesen Monaten scheint sich bei Peter Kürten etwas zu verändern nicht im Sinne von Reue, sondern im Gegenteil.

01:00:33: Je länger er nicht entdeckt wird desto stärker entsteht offenbar das Gefühl unantastbar zu sein.

01:00:38: Die Polizei sucht Zeitungen berichten Menschen diskutieren auf Straßen und Gaststätten Und trotzdem bleibt sein Name unerkannt.

01:00:47: Für Kürken scheint genau das zu einer eigenen Form der Bestätigung zu werden Nicht nur die Tat auch das Entkommen.

01:00:54: Mit der Zeit reicht ihm das offenbar nicht mehr.

01:00:57: Er will nicht mehr nur unentdeckt bleiben.

01:00:59: Er will gesehen werden, ohne erkannt zu

01:01:01: werden.".

01:01:03: Und dann geschieht etwas das den Fall auf eine ganz neue Ebene hebt.

01:01:07: Kürden schreibt an die Zeitung.

01:01:09: Nicht anonym im Sinne eines Geständnesses sondern kontrolliert – fast kühl!

01:01:14: In dem Schreiben gibt der Hinweise, er teig mit wo die Leiche des kleinen Mädchens zu finden sei und er verrät zusätzlich etwas dass bis dahin niemand wissen konnte… Den Ort an dem Maria Hahn verborgen liegt.

01:01:27: Dem Schreiben legte sogar eine Skizze bei.

01:01:30: Keine langer Klärung, keine Rechtfertigung – nur Information!

01:01:34: Genug um verstanden zu werden und plötzlich verändert sich etwas.

01:01:39: Denn damit wird aus dem Täter der im Verborgenen handelt jemand, der beginnt mit der Öffentlichkeit zu spielen, mit Ermittlern, mit Zeitungen, mit der Angst einer ganzen Stadt.

01:01:49: für die Polizei bedeutet das zweierlei.

01:01:51: Zum ersten Mal gibt es Hinweise, die nur vom Täter stammen können Und gleichzeitig wird klar, der Mann den sie suchen fühlt sich sicher genug ihnen selbst den Weg zu zeigen.

01:02:02: Nicht weil er gefunden werden will sondern weil er glaubt dass ihn trotzdem niemand finden wird.

01:02:09: Mit diesen Briefen zeigt Peter Kürten nicht nur das er keine Angst vor Entdeckung hat Er zeigt etwas anderes Dass er beginnt sich in Ermittlung überlegen zu führen.

01:02:19: Er entscheidet welche Informationen die Öffentlichkeit bekommt Er bestimmt wann etwas gefunden wird und er verlässt sich darauf, dass niemand ihn erkennt.

01:02:29: Rückblickend beschreiben viele dieses Verhalten als Ausdruck eines extrem übersteigerten Selbstbildes und einer auffälligen emotionalen Kälte – nicht die Suche nach einem Motiv, nicht Reue sondern Kontrolle!

01:02:42: Draußen verändert sich die Stimmung, die Bevölkerung ist verunsichert Eltern lassen die Kinder nicht mehr allein nach draußen Abends werden Wege gemieden Zeitung berichten täglich.

01:02:53: Der Medienrummel wird riesig und als die Polizei den Hinweisen aus dem Brief folgt, bestätigt sich etwas erschütterndes.

01:03:00: Beide Orte existieren.

01:03:02: Die Leichen werden dort gefunden wo Kürten sie beschrieben hatte.

01:03:06: Damit steht endgültig fest.

01:03:08: der Täter beobachtet sie nicht nur Er mischt sich ein er spricht mit Für einen Moment würde es danach stillen.

01:03:15: Kürden hält sich zunächst zurück Oder zumindest wirkt das so.

01:03:21: Die Stadt atmet vorsichtig durch, aber Ruhe bedeutet das nicht.

01:03:26: Ab Februar von neunzehntrissig beginnt erneut Frauen zu belästigen und anzusprechen – Wiederbegegnungen, wieder scheinbar zufällige Kontakte!

01:03:34: Und dann am dreißigsten Aprilen von neuneinzehnten auf dem Bahnhof.

01:03:39: Menschen kommen an, Menschen fahren weg Geräusche von Schritten stimmen und zügen.

01:03:43: Dort lernt Peter Kürten eine Frau kennen Charlotte Ulrich.

01:03:48: Er spricht sie an, unauffällig Schamann.

01:03:50: Er schafft Vertrauen, überredet sie mit ihm zu gehen.

01:03:54: Und irgendwann macht er sogar einen Scherz!

01:03:56: Sie müsse keine Angst haben – er sei schließlich nicht der Vampir von Düsseldorf.

01:04:00: Natürlich glaubt sie ihm.

01:04:02: Warum auch nicht?

01:04:03: Der Mann neben ihr wirkt so unauffällig.

01:04:06: Nicht bedrohlich.

01:04:07: Sie gehen eine Weile nebeneinander

01:04:09: her.".

01:04:11: Dann verändert sich die Situation.

01:04:13: Später wird rekonstruiert das Kürtenschalotte mit einem Hammer angreift.

01:04:18: Er geht davon aus, dass sie den Angriffen nicht überlebt und wieder entfernt er sich.

01:04:23: Doch auch dieses Mal irder sich, Schalotte lebt, schwer verletzt – unter großen Schmerzen schafft ihr es zurück zum Bahnhof, dorthin wo Menschen sind, wo Licht ist, wo Hilfe ist!

01:04:34: Und mit jeder Person die überleibt verändert sich der Fall.

01:04:37: Denn aus Gerüchten werden Beschreibungen, aus Angst werden Hinweise….

01:04:42: …und irgendwo in Düsseldorf beginnt der Kreis um Peterkürten langsam kleiner zu

01:04:46: werden.".

01:04:47: Salotte Ulrich überlebt und für Peter Kürten bedeutet das Nicht-Erleichterung, sondern etwas anderes.

01:04:54: Später kehrt er noch einmal zum Tatort zurück wie so oft und dort begreift der dass sie nicht gestorben ist, nicht die Tat beschäftigt ihn, sondern dass sie nichts so geendet hat wie er es erwartet hätte.

01:05:06: Dass jemand zurückgeblieben ist, dass jemand sprechen

01:05:09: könnte.".

01:05:11: Und während sich die Ermittlungen langsam verdichten geschieht etwas das fast widersprüchlich wirkt.

01:05:17: Am vierzehnten Mai, neunzehnhundertreißig.

01:05:19: Peter Kürten beobachtet wie ein Mann eine junge Frau beträngt.

01:05:23: Ihr Name ist Maria und plötzlich tritt Kürt nicht als Täter auf sondern als Helfer.

01:05:28: er greift ein spielt den Retter bringt den anderen Mann Auf Abstand.

01:05:33: Für Maria muss es in diesem Moment wie Glück wirken der Mensch zur richtigen Zeit.

01:05:38: Er bietet an, sie mitzunehmen.

01:05:40: Zu diesem Zeitpunkt ist Augustin nicht zu Hause – Maria kommt mit in die Wohnung.

01:05:44: Sie essen gemeinsam Nichts wirkt auffällig Fast gewöhnlich.

01:05:49: Später bietet Kürden an, sich in ihr Wohnheim zu begleiten.

01:05:53: Dafür müssen sie ein Stück laufen.

01:05:55: Es wird ruhiger Die Wege leerer Sie kommen durch einen Waldstück Und dort verändert sich die Situation.

01:06:02: Später wird bekannt, das Kürtenbeginn Maria anzugreifen.

01:06:05: Doch dieses Mal geschieht etwas, dass ihn stoppt.

01:06:10: Unterwegs sind Menschen Zeugen.

01:06:12: Er weiß, dass er gesehen worden sein könnte und zum ersten mal seit langer Zeit bricht er ab.

01:06:18: Er bringt Maria tatsächlich bis ins Wohnheim.

01:06:20: sie überlebt Aber sie vergisst den Abend nicht.

01:06:24: Maria schreibt einen Brief an eine Freundin.

01:06:26: Sie schildert die Begegnung dem Mann Das Gefühl, dass etwas nicht gestimmt hat.

01:06:31: Doch der Brief erreicht die Freundin nie, stattdessen landet er durch Umwegen bei der Polizei.

01:06:37: Und plötzlich beginnt etwas das Kürten lange vermeiden konnte.

01:06:41: Einzelne Hinweise verbinden sich.

01:06:44: Durch mehrere Umwege führen die Ermittlungen schließlich sogar bis zu Peter Kürtens Wohnung.

01:06:50: Maria wird hinzugezogen – doch zunächst erkennt sie ihn nicht sofort und wieder reicht es nicht!

01:07:00: Zuhause beginnt gleichzeitig etwas zu zerbrechen.

01:07:03: Auguste versteht nicht mehr, was geschieht.

01:07:07: Warum die Polizei auftaucht?

01:07:09: Warum Fragen gestellt werden?

01:07:10: Es kommt zum Streit!

01:07:12: Zum Schweigen!

01:07:13: Zu Angst!

01:07:14: Dann erhält Peter Kürten eine Vorladung.

01:07:18: Am XXIII.

01:07:19: Mai neunzehneuertreißig trifft er sich mit Auguste und dort geschieht etwas womit sie nicht gerechnet hat.

01:07:26: Er erzählt Nicht einen Teil, keine Ausrede sondern alles Die Taten, Jahre Die Dinge, die neben ihr existiert haben ohne dass sie davon wusste.

01:07:35: Für Auguste bricht in diesem Moment nicht nur eine Ehe zusammen sondern ein ganzes Leben.

01:07:41: Kürten sagt er wolle verschwinden sich verabschieden Und Auguste steht vor einer Entscheidung, die sie ihr Leben lang begleiten wird.

01:07:51: Am Ende entscheidet sie sich zur Polizei zu gehen.

01:07:54: Sie verrät ihren Mann nicht aus Hass Sondern weil sie bekreift.

01:07:58: wenn sie jetzt schweigt hört es nie auf und mit diesem Schritt endet die Jagd auf den Mann, den Düsseldorf längst nur noch unter anderem Namen kennt.

01:08:06: Am Ende bleibt Peter Kürten nicht viel – keine Flucht, kein neuer Anfang, keine weitere Rolle hinter der er sich verstecken kann!

01:08:14: Er und Auguste verabreden sich vor einen letzten Abschied, nicht irgendwo sondern in einer Kirche ein Ort, der für viele Menschen Schutz bedeutet stille Vergebung vielleicht auch Hoffnung.

01:08:26: Peter erscheint zum Treffpunkt doch Auguste wartet nicht auf ihn.

01:08:30: Stattdessen wartet dort die Polizei.

01:08:33: Die Falle schnappt zu!

01:08:35: Nach Monaten der Angst, nach Zeitungartikeln, nach Gerüchten, nach einer Stadt, die gelernt hat sich umzudrehen wenn Schritte hinter ihr zu hören sind ist Peter Kürten endlich verhaftet.

01:08:46: und plötzlich endet etwas das lange Unaufhaltsam wirkte.

01:08:50: doch die Geschichte ist noch nicht vorbei.

01:08:53: Bevor der Prozess beginnt vergeht fast ein Jahr.

01:08:56: Ein Jahr Gefängnis.

01:09:00: Zeugenaussagen, psychiatrische Untersuchungen.

01:09:03: Denn schnell steht eine Frage im Raum – war Peter Kürten überhaupt zurechnungsfähig?

01:09:08: Oder konnte jemand der solche Taten begeht nicht mehr für sich selbst verantwortlich sein?

01:09:13: Die Gutachter beschäftigten sich mit seiner Vergangenheit, Mit seiner Kindheit, mit seinen Aussagen und mit seiner Art über die Taten zu sprechen.

01:09:21: Und am neunzehnten April beginnt schließlich der Prozess.

01:09:25: Der Saal ist voll Menschen wollen ihn sehen Den Mann, über den sie so lange geschrieben hatten.

01:09:31: Den Mann der Entzeitung längst einen anderen Namen bekommen hat.

01:09:35: Zunächst bestreitet Kürten die Vorwürfe Leugnet weicht aus.

01:09:39: Aber schon am zweiten Prozesstag verändert sich etwas.

01:09:42: Er legt ein Geständnis ab Nicht teilweise sondern umfassend.

01:09:47: Und wie schon zuvor versucht er auch jetzt Sich als nicht verantwortlich darzustellen Als jemand der nicht Herr seiner Entscheidung gewesen sei.

01:09:55: Doch Die Gutachter kommt zu einem anderen Ergebnis.

01:09:58: Trotz allem, trotz der Taten und trotz Abgründer wird Peter Kürten als voll schuldfähig eingestuft.

01:10:05: er wird damit zum Tode verurteilt.

01:10:07: Dann vergehen heute.

01:10:08: was Zeit!

01:10:09: Und schließlich am zweiten Juli neunzehnunddreißig köln sechs Uhr morgens.

01:10:15: Der Tag beginnt wie jeder andere Straßen werden gefegt Menschen stehen auf und irgendwo fällt das Teil bei.

01:10:23: Damit endet das Leben von Peter Kyrton Aber nicht die Fragen, denn bis heute bleibt etwas an diesem Fall schwer auszuhalten.

01:10:32: Nicht nur was geschehen ist sondern wie gewöhnlich der Mann wirkte der Alltastat und vielleicht ist genau das das Verstörnste das

01:10:40: bleibt.".

01:10:42: So meine Lieben!

01:10:43: Das war der Fall Folge Nummer sieben Wir sind jetzt am Ende angekommen Und jetzt ganz zum Schluss Wie auch in den letzten Folgen Meine Gedanken zu dem Fall.

01:10:54: wie immer ein sehr erschreckender Fall, aber auch ein sehr bekannter Fall.

01:10:58: Ich denke viele von euch kennen Peter Kürten.

01:11:02: Das ist ja schon wirklich eine sehr alte Geschichte und ich kann mir vorstellen dass der eine oder andere auf jeden fall schon mal etwas davon gehört hat.

01:11:10: Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen mehr näher bringen.

01:11:14: Ich bin jetzt nicht so ins Detail auf die Taten im Einzelnen eingegangen weil ich sie doch sehr grausam finde.

01:11:20: was man vielleicht noch sagen sollte ja sehr verstört hat, ist tatsächlich dass er von seinen Opfern das Blut getrunken hat.

01:11:30: Also tatsächlich wie ein Vampir hatte er es versucht.

01:11:33: bei manchen war's wohl tatsächlich so, dass er so viel getrunkt hat, dass ihm davon übel wurde und er sich übergeben musste aber im eigentlichen gehörte das immer zu seinem Ritual dazu.

01:11:45: Tatsächlich habe ich mir überlegt oder mich auch gefragt, weil ich habe sehr wenig Details wirklich zu seiner Psyche gefunden außer dass es ein Psychopath ist.

01:11:56: Ein Sadist, einen Narzisst und so weiter an sofort.

01:12:01: Ich finde es trotzdem immer ganz gut wenn man das irgendwo nachlesen kann von Fachleuten, die davon wirklich was verstehen.

01:12:10: Dann startet man da nur Mutmaß, so weil ich finde heutzutage geht man sehr leicht damit um dass man jeden als Narzissinnen stellt.

01:12:16: Ich finde man muss da mal ein bisschen differenzieren und mich hätte einfach wirklich noch viel mehr interessiert.

01:12:21: okay wie hat der Mensch getickt?

01:12:24: Das Ding ist natürlich, damals das war eine andere Zeit.

01:12:27: Man hat sich diese Fragen nicht so ins Detail gestellt.

01:12:29: allerdings habe ich noch ein zwei Quellen gefunden wo darüber mehr berichtet wird und jetzt würde mich tatsächlich mal interessieren Da ich ja eigentlich alle zwei Wochen eine Folge rausbringe, habe ich mir überlegt.

01:12:42: Ich würde ganz gerne vielleicht wöchentlich eine Folge bringen wollen allerdings immer eine große also ein langer Fall und danach irgendetwas was mit dem Fals zu tun hat.

01:12:54: für Peter Kürten würde sich jetzt anbieten wirklich nochmal aufzutröseln was halt psychisch bei ihm schief gelaufen ist.

01:13:01: drücken wir es mal so salopp aus aber vielleicht wäre es ja möglich Oder es wäre super, wenn ihr einfach in den Kommentaren schreibt.

01:13:11: Würde euch das gefallen?

01:13:12: oder sagt ihr nie ich muss davon nicht noch mehr hören Oder man möchte vielleicht lieber einen kurzen Fall irgendwie dazu haben oder ihr habt andere Ideen, was ihr gerne hören möcht.

01:13:22: Also ich bin da wirklich für vieles offen.

01:13:24: Ich würde aber es glaube ich ganz gut finden wenn wir tatsächlich noch ein Stück mehr über die jeweiligen großen Fälle berichten würden.

01:13:32: Weil mir ist aufgefallen, die sind manchmal so langsso umfangreich Man könnte sagen, glaub' ich, weiß ich nicht, zehn Stunden darüber reden und mir würde nicht langweilig werden Aber euch vielleicht schon!

01:13:42: Also von daher lasst einfach mal einen Kommentar da und sagt was ihr euch wünscht oder auch nichts.

01:13:48: Und dann würde ich sagen, kommen wir zum Ende!

01:13:50: Ich muss mir auch vielmals entschuldigen weil eigentlich sollte die Folge am zwanzigsten sechsten erscheinen also am Sonntag wie gewohnt.

01:13:59: Ich habe das tatsächlich nicht geschafft da wir einen Trauerfall in der Familie haben aber es trifft kein Menschen sondern tatsächlich ist unsere Katze gestorben.

01:14:10: viele werden sich jetzt denken okay Katze Diese Katze gehörte achtzehn Jahre zu unserem Leben dazu.

01:14:16: Das war einfach furchtbar traurig und daher habe ich es nicht geschafft, den Fall fertigzubekommen.

01:14:21: Ich hoffe ihr verzeiht mir das kommt in Zukunft nicht mehr vor Und ansonsten würde ich mich freuen wenn ihr Kommentare da lässt.

01:14:32: Likes Bewertung dem Podcast abonniert.

01:14:35: Es wäre natürlich richtig super im Allgemeinen jede Interaktion wäre klasse.

01:14:41: Dann bleibt mir nichts anderes zu sagen als habt eine schöne Zeit, bleibt gesund und wir hören uns dann in vierzehn Tagen wieder.

01:14:49: Bis dann tschüss!

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