Der Totmacher – Rudolf Pleil und die Angst im Nachkriegsdeutschland
Shownotes
n dieser Folge sprechen wir über den Fall Rudolf Pleil, einen der grausamsten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf den Verbrechen selbst, sondern auch auf der Situation im zerstörten Deutschland nach 1945, den Besatzungszonen, dem Schwarzmarkt und dem Leben entlang der innerdeutschen Grenze. Quellen: — Der Totmacher von Birgit Lauterbach und Johann Eiband Musik & Sounddesign: — Musik teilweise von Epidemic Sound Weitere Inhalte zum Fall: — Bilder, Karten und zusätzliche Informationen findet ihr auf Instagram unter „Was bleibt“ Wenn euch die Folge gefällt, freue ich mich über eine Bewertung und ein Abo.
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00:00:05: Ich habe mich schon an den hiesigen Chef gewandt, dass ihr mir die Todeskandidaten zum Hängen überlässt.
00:00:12: Nun ist die Sache die – die glauben wir hier nicht!
00:00:15: Dass ich ein Mann bin der gut und schnell tot machen kann.
00:00:18: Sie müssen mir eben mal einen Gefallen tun und hingehen und mir eine Bescheinigung schicken.
00:00:22: worauf steht das dort?
00:00:24: eine tote Alte liegt.
00:00:26: Mein Rucksack liegt auch noch im Loch.
00:00:29: Sie müssten aber ein bisschen schnell machen und mir Bescheid geben damit ich die Erlaubnis kriege und bald mit dem Aufhängen anfangen kann.
00:00:37: Ich schicke Ihnen eine kleine Zeichnung, damit Sie die Alte auch finden.
00:00:41: Um seine Eignung für die Arbeit als Hänker zu beweisen mit der er sich vor allem größere Essensportion verdienen will fügt Kleil eines Skizze bei und beschreibt detailliert wo zwei vermisste Frauen zu finden sind.
00:00:54: Auf der Strecke von Fienenburg nach Abenrode steht ein Eisenbahnhäuschen.
00:00:58: Da habe ich die alte mit einem großen Schraubenschlüssel auf den Kopf gekitzelt und umgelegt.
00:01:05: Ein Brief geschrieben mit erschreckender Ruhe fast nüchtern, fast beilöfig.
00:01:10: Als würde hier jemand über seine Arbeit sprechen – nicht über Mord.
00:01:15: Nicht über Menschenleben!
00:01:16: Der Mann der diese Zeilen schreibt heißt Rudolf Pleier.
00:01:20: Ein Name doch heute kaum noch bekannt ist und doch gehörte zu einem der grausamsten Serienmörder der deutschen Nachkriegszeit.
00:01:28: Seine Opfer waren Frauen, Flüchtlinge, Menschen auf der Suche nach Sicherheit Menschen, die nach dem Krieg ohnehin schon alles verloren hatten.
00:01:38: nineteenhundertsechsundvierzig Deutschland liegt in Trümmern Die Städte sind zerstört Grenzen verschieben sich Millionen Menschen irren durchs Land Hunger, Kälte und Angst.
00:01:49: Und genau in diesem Chaos beginnt Rudolf Pleil zu töten Nicht aus Wut nicht aus Rache Sondern weil er darin Befriedigung findet.
00:01:58: Hi ich bin Susanne und das ist was bleibt.
00:02:01: In diesem Podcast erzähle ich wahre Geschichten aus der Vergangenheit, Geschichten über Orte, Ereignisse und Verbrechen die Spuren hinterlassen haben.
00:02:11: Wir reisen dafür in andere Zeiten, besuchen historische Orte und schauen uns an was dort einmal geschehen ist und was heute davon geblieben ist.
00:02:19: Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen auf allen gängigen Plattformen wo es Trottgras gibt.
00:02:25: bevor wir weitergehen ein kurzer Hinweis diese Geschichte enthält Inhalte die schwer auszuhalten sein können.
00:02:32: Es geht um Gewalt an Frauen und sehr belastende Ereignisse.
00:02:36: Nimmt euch die Freiheit, eine Pause zu machen oder diese Folge zu überspringen wenn es sich für euch einfach nicht richtig anfühlt.
00:02:44: Nur kurz im Vorfeld also.
00:02:45: ich muss tatsächlich sagen den Fall Rudolf Pleil hat mir gar nichts gesagt obwohl ich tatsächlich relativ viel True Crime konsumiere viele Podcast-Höre.
00:02:55: Ist mir dieser Fall noch gar nicht untergekommen und ich dachte mir, der ist auf jeden Fall erzählenswert.
00:03:00: im Narinein habe ich dann natürlich schon einige Podcast gefunden die das behandelt haben dieses Thema.
00:03:06: aber ich denke der Fall ist so grausam oder schreckend dass wir den auf jeden fall einmal hören sollten.
00:03:14: So und wir starten in den Fall.
00:03:17: Stell dir eine Straße vor Deutschland im Jahr.
00:03:22: Der Morgen ist kalt, feuchte Luft liegt zwischen den Häusern.
00:03:27: Aus Schornstein steigt Rauch auf.
00:03:30: Pferdewagen rumpeln über unebene Straßen.
00:03:33: Irgendwo quetscht eine Straßenbahn.
00:03:36: Arbeiter ziehen Schweigen zur Fabrik Die Mäntel wirken zu dünn für den Winter die Schuhe sind abgetragen und in vielen Gesichtern liegt etwas das schwer zu beschreiben ist Müdigkeit vielleicht oder die Hoffnung, dass es irgendwann wieder besser wird?
00:03:56: Der Krieg ist vorbei.
00:03:57: Aber verschwunden ist er nicht!
00:04:01: Er steckt doch in den Familien – in den Erinnerungen und im Land das versucht, wieder auf die Beine zu kommen.
00:04:14: In den Straßen, in den Gesichtern, in dem Familien.
00:04:20: Viele Männer sind nicht zurückgekehrt.
00:04:23: Andere kommen verändert heim, still verbittert oder innerlich längst zerbrochen.
00:04:29: Die große Inflation liegt gerade hinter dem Land.
00:04:32: Menschen hatten ja spartes verloren.
00:04:35: Manche trugen Geldstein in den Körben zum Bäcker und konnten sich am Abend trotzdem kein Brut mehr leisten.
00:04:41: Nun kehrt langsam etwas Ruhe ein – zumindest wirkt es so!
00:04:45: An den Städten öffnen wieder Cafés, Kinos werden voller auf den Straßen fahren Straßenbahnen Musik trinkt aus Tanzlokalen.
00:04:54: Doch unter dieser Oberfläche lebt die Unsicherheit weiter.
00:04:59: Die meisten Menschen arbeiten hart, sehr hart.
00:05:02: Männer stehen in Fabrikernmaschinen Arbeiten im Bergbau auf dem Bau oder bei der Eisenbahn.
00:05:09: Frauen nähen Kleidung, arbeiten als Haushaltshilfen Verkäuferinnen Oder versorgen zu Hause Kinder und Angehörige.
00:05:17: Wer Arbeit hat hält daran fest Denn Armut ist überall sichtbar.
00:05:23: Auf dem Land ist das Leben noch schwerer.
00:05:26: Viele Häuser sind klein, kalt im Winter oft ohne fließendes Wasser.
00:05:31: Der Tag beginnt früh, noch vor Sonnenaufgang Die Hände sind drauf an der Arbeit die Kleidung schlicht.
00:05:38: Männer tragen Schiebermützen abgenutzte Menkel und schwere Stiefel Frauen lange Röcke, Schürzen und festgesteckte Haare.
00:05:47: Kaum jemand besitzt viel Und trotzdem versuchen viele die Würde zu bewahren.
00:05:53: Man putzt die Schuhe für den Sonntag, geht in die Kirche, trifft Nachbarn vor dem Haus.
00:05:58: Es ist eine Zeit zwischen Hoffnung und Erschöpfung.
00:06:01: Zwischen Neuanfang und dem Gefühl das jederzeit wieder alles zusammenbrechen könnte!
00:06:07: Und genau in dieser Welt wächst Rudolf Pleil auf.
00:06:11: Geboren wird der hier in Kühnberg bei Berenstein.
00:06:17: Ein kleiner Ort im Erzgebirge.
00:06:19: Nahe der Grenze zur Tschechyslovakei.
00:06:23: Hügel, lange Winter.
00:06:26: Eine Gegend in der die Menschen hart arbeiten müssen um irgendwie durchzukommen.
00:06:30: Rudolf ist das Jüngste von drei Kindern.
00:06:34: Er hat eine ältere Schwester und ein Bruder, der schon als Kleinkind stirbt.
00:06:38: Der Tod ist in diesen Jahren nichts fernes.
00:06:41: Viele Familien kennen Verlust, Krankheit, Armut.
00:06:45: Auch bei den Pleils ist es lebengeprägt von Entbehrung.
00:06:54: Wenn er dringend, wird das kleine Zuhause zum Ort der Angst.
00:06:57: Die Mutter wird geschlagen, gedehmötigt und die Kinder erleben all das mit Tag für Tag.
00:07:05: Es sind Bilder, die sich tief einprägen Schreihe hinter dünnen Wänden Das warten darauf ob der Vater betrunken nach Hause kommt Und die ständige Unsicherheit wie der Abend enden wird.
00:07:18: Doch die Familie lebt nicht nur in Armut Sie gerät auch politisch unter Druck.
00:07:23: Gudolfs Vater gehört der KPD an.
00:07:26: Der kommunistischen Partei Deutschlands, eine Partei die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten immer stärker verfolgt wird.
00:07:34: In neunzehundertdreiunddreißig verändert sich alles.
00:07:37: Hitler kommt an die Macht und plötzlich reicht schon eine falsche politische Haltung um zum Feind erklärt zu werden.
00:07:44: Dabei der Elternteile ursprünglich aus der Tschecheslova Kai stammen bekommt die Familie die Anweisungen das Reichsgebiet zu verlassen.
00:07:53: Sie sollen übersiedeln.
00:07:54: Fort aus ihrer Heimat, fort aus dem Erzgebirge – wieder beginnt ein Leben in Unsicherheit!
00:08:01: Ein Leben, in dem man lernt dass Sicherheit jederzeit verschwinden kann.
00:08:06: Schließlich landet die Familie in Weypert direkt hinter der Deutsch-Tschechischen Grenze nur wenige Kilometer entfernt von dem Leben das sie zurücklassen mussten.
00:08:19: Doch angekommen zu sein bedeutet noch lange nicht Zuhause zu sein.
00:08:24: Tage lang stehen ihre wenigen Besitzzümer draußen im Freien.
00:08:28: Kisten decken, das bisschen, dass von ihrem alten Leben übrig geblieben ist.
00:08:33: Erst später finden sie eine kleine Wohnung – eng, schlicht aber wenigstens mit einem Dach über den Kopf!
00:08:40: Doch die Hoffnung auf einen Neuanfang hält nicht lange.
00:08:43: Der Vater sucht Arbeit immer wieder, aber niemand stellt ihn ein.
00:08:48: Die Tage werden länger, das Geld knapper und die Spannung innerhalb der Familie wachsen weiter.
00:08:54: Während der Vater weiter ohne feste Arbeit bleibt, versucht die Mutter, die Familie irgendwie über Wasser zu halten – Heimarbeit!
00:09:03: Arbeit, die kaum jemand sieht und die doch für das Überleben entscheidend ist.
00:09:08: Aber sie findet noch einen anderen Weg ein wenig Geld zu verdienen.
00:09:12: Sie schickt Rudolf über die Grenze nach Deutschland.
00:09:15: dort kauft er Schokolade.
00:09:17: vor allem in der Weihnachtszeit ist die Nachfrage groß.
00:09:21: Zurück in der Czechoslovakai verkauft die Mutter die Wand teurer weiter.
00:09:26: Es ist kein großes Geschäft, eher ein ständiges Improvisieren – Ein Versuch der Armut ein kleines Stück voraus zu sein.
00:09:34: und tatsächlich verändert sich etwas.
00:09:37: Nach und nach kann die Familie Schulden bezahlen.
00:09:40: Zum ersten Mal seit langer Zeit reicht das Geld halbwegs aus nicht für Luxus Aber für warme Mahlzeiten, für etwas Ruhe und für das Gefühl nicht jeden einzelnen Tag ums Überleben kämpfen zu müssen.
00:09:53: Rudolf besucht die Schule nur selten.
00:09:56: Still sitzen, zuhören, lernen – all das scheint ihm kaum zu interessieren!
00:10:00: Seine Lehrer halten nicht viel von ihnen.
00:10:03: Er gilt als nicht besonders begabt aber Rudolfbesitzet was anderes.
00:10:09: Erst aufmerksam beobachtet genau und lernt schnell wie man sich Vorteile verschafft vor allem draußen in den Wäldern, aus dem kleinen Wegen entlang der Grenze.
00:10:22: Schon früh beteiligt er sich an den Geschäften seiner Mutter.
00:10:25: Zuerst geht es nur um Schokolade – dann um Butter- und Tabak!
00:10:30: Doch mit der Zeit wird die Schmugglerware immer vielfältiger.
00:10:33: Parfüm-, Seife-, Rasierklingen-, Festdachskarten, später auch Spielwarn-, Haushaltsgegenstände und Grammophonplatten – Dinge, die die Menschen in schweren Zeiten trotzdem haben
00:10:45: wollen.".
00:10:46: oder gerade deshalb.
00:10:49: Hudehäuf kennt die Grenzwege bald besser als viele Erwachsene, er weiß wo man sich verstecken kann welche Fahne nachts sicher sind und wie man Kontrollen ausweicht.
00:11:02: Zwischen den dichten Wäldern und den schmalen Wegen fühlt er sich frei – fast zu Hause!
00:11:08: Und schon damals zeigt sich etwas das später noch wichtig werden wird.
00:11:13: Huderhäuft denkt früh an sich selbst.
00:11:15: Wenn er unterwegs ist behält ihr oft einen Teil des Geldes für sich Kleine Extras, Dinge die ihr haben möchte.
00:11:23: Während es der Familie durch die Schmuggelei langsam besser geht lernt Rudolf etwas anderes!
00:11:29: Wie leicht man Menschen täuschen kann und wie einfaches ist sich selbst heimlich den größten Vorteil zu verschaffen.
00:11:37: Und tatsächlich scheint es für die Familie endlich bergaufzugehen.
00:11:41: Die Geschäfte laufen gut.
00:11:43: immer mehr Menschen kaufen bei Rudolfs Mutter ein.
00:11:46: Irgendwann reicht das Geld sogar dafür ein kleines Geschäft zu öffnen Ein eigener Laden.
00:11:52: Für viele Familien wäre das damals ein kleiner Traum gewesen.
00:11:56: Nach all den Jahren voller Angst und Unsicherheit kehrt zum ersten Mal so etwas wie Stabilität ein, zumindest wirkt es nach außen so.
00:12:04: – doch Rudolf verändert sich!
00:12:06: ……… …… … … … ... … … Er will etwas anderes, etwas Handfestes.
00:12:23: Rudolf beginnt eine Lehre als Schlachter – ein harter Beruf.
00:12:27: Frühst ausstehen, Blut, schwere Arbeit!
00:12:30: Doch die Arbeit als Schlachten ist nicht das Leben was sich Rudolf vorgestellt hat.
00:12:34: Irgendwann zieht es ihn weiter.
00:12:37: Weg aus der Enge, weg aus dem Alltag.
00:12:40: Lieslich landet er beim Arbeitsamt für Binschefahrt und zum ersten Mal scheint Rudolf etwas gefunden zu haben, dass wirklich zu ihm passt.
00:12:49: Vier Jahre bleibt er auf den Schiffen, vier Jahre voller Bewegung.
00:12:53: Neue Orte, neue Menschen, Nächtenhefen.
00:12:56: ein Leben ohne feste Regeln.
00:12:58: und Rudolf genießt das!
00:13:00: Er trinkt viel geht in Hafenbordelle zieht mit anderen Männern durch die Kneipen und lebt son Tag zu Tag.
00:13:07: Die Schiffer gibt ihm etwas dass er vorher kaum gekannt hat Freiheit keine Familie die auf ihn wartet keine Kontrolle keine Verantwortung nur das nächste Ziel am Horizont.
00:13:19: Und je länger dieses Leben dauert, desto mehr scheint Rudolf darin aufzugehen.
00:13:25: Als würde er endlich dort sein wo er immer hin wollte.
00:13:29: Doch auch auf den Schiffen zeigt sich schnell eine Seite von Rudolf die ihm sein ganzes Leben begleiten wird.
00:13:35: Er beginnt zu stehlen.
00:13:36: erst Kleinigkeiten dann immer mehr Bettwäsche servierten Silberbesteck decken alles was ich in den Hefen irgendwie verkaufen lässt und Rudolf versteht es daraus Geld zu machen.
00:13:49: Zwischen Kneipen, Lagerhäusern und dunklen Hafengassen findet sich fast immer jemand der keine Frage stellt.
00:13:56: Irgendwann wird er jedoch erwischt.
00:13:59: Das Gericht verurteilt ihn zu einem Jahr Gefängnis.
00:14:03: Für viele wäre das ein Einschnitt gewesen.
00:14:06: Eine Warnung für Rudolf nicht.
00:14:08: Kaum wieder draußen sucht er sich die nächste Anstellung auf einem Schiff Und macht weiter wie zuvor.
00:14:16: Dann kommt ein Auftrag Der Fast wirkt wie eine Szene aus einem schlechten Roman.
00:14:21: Das Schiff auf dem Rudolf arbeitet transportiert Wein in großen Tanks.
00:14:26: Doch die Ladung soll gewechselt werden, als nächstes wird Benzin transportiert.
00:14:30: dafür müssen die Tanks gereinigt werden und überall ist noch Wein.
00:14:36: Reste in den Leitungen am Boden des Tanks.
00:14:38: für Rudolf es keine Arbeit.
00:14:41: Es ist ein Fest.
00:14:42: Tag lang trinkt er.
00:14:45: Gemeinsam mit den anderen wird der Wein in Eimer Flaschen und alle möglichen Behälter gefüllt Alles, was man irgendwie tragen kann.
00:14:54: Der Alkohol fließt ununterbrochen und Rudolf verliert sich völlig darin.
00:15:00: So wundert es kaum dass Rudolf diesen Abschied nur schwer akzeptiert.
00:15:04: Die Seefahrt ist für ihn mehr geworden als eine Arbeit.
00:15:08: Sie bedeutet Freiheit Bewegung ein Leben ohne Grenzen seine liebe Seefahrt wie er später selbst sagt.
00:15:16: doch dieses leben endet abrupt.
00:15:19: Im Oktober nineteen-treiundvierzig wird Rudolf Pleil von der Seefahrtsgenossenschaft für dauerhaft dienstunfähig erklärt.
00:15:28: Mehrere epileptische Anbälle machen eine weitere Arbeit auf den Schiffen unmöglich und plötzlich ist alles vorbei.
00:15:36: Keine Hefen mehr, keine Nächte auf dem Wasser, keine scheinbare Freiheit!
00:15:42: Der ausgemusterte Pleil kehrt zurück zu seinen Eltern die inzwischen wieder auf der deutschen Seite leben.
00:15:48: Für Rudolf muss ich das anfühlen wie ein Rückschritt Wieder enge, wieder Alltag.
00:15:55: Ab Januar, hier arbeitet er bis Februar, als Kellner im Radskeller in Marienberg.
00:16:03: Ein ruhiger Ort, Holztische der Geruch von Bier und warmes Essen.
00:16:07: Rudolf wirkt dort auf viele Menschen seltsam nicht bedrohlich eher sonderbar schwer greifbar.
00:16:14: die Wirtin erinnert sich später daran dass er immer sauber gekleidet gewesen sei höflich freundlich zu den Gästen und doch bleibt bei vielen ein ungutes Gefühl zurück, als würde hinter der ruhigen Fassade etwas verborgen liegen das niemand richtig benennen kann.
00:16:32: Die Wirtin versucht schließlich Rudolf wieder loszuwerben.
00:16:35: er wirkt auf sie unheimlich nicht wegen einem bestimmten Vorfalls eher wegen seiner Art dieses schwer erklärbare Gefühle dass mit ihm etwas nicht stimmt.
00:16:44: Doch das Arbeitsamt bleibt hart Arbeitskräfte sind knapp Der Krieg verschlingt immer mehr Menschen Und so bleibt Rudolf zunächst im Radskeller.
00:16:55: Als seine epileptischen Anfälle häufiger werden, wird er schließlich versetzt in ein Lager.
00:17:01: Dort arbeitet er als Koch.
00:17:04: Mit der Zeit scheint die Anfelle etwas nachzulassen Doch das nutzt ihm nichts Denn Deutschland befindet sich inzwischen tief im nationalsozialistischen System und dieses System entscheidet darüber welche Menschen als wertvoll gelten und welchen nicht.
00:17:22: Schon die Nationalsozialisten verabschieden das sogenannte Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses.
00:17:30: Ein kalter bürokratischer Name für etwas Brutales.
00:17:34: Menschen mit Krankheiten, Behinderungen oder psychischen Auffälligkeiten werden zwangsterilisiert – oft gegen ihren Willen!
00:17:42: Darunter sind auch Menschen mit Epilepsie.
00:17:45: Die Nationalsoziellisten behaupten solche Krankheiten seien erblich und müssten aus der Gesellschaft verschwinden.
00:17:52: Ärzte, Gerichte und Behörden entscheiden damals über Leben und Körper anderer Menschen.
00:17:58: Tausende Männer und Frauen werden operiert.
00:18:01: Viele leiden ihr Leben lang darunter – körperlich und seelisch!
00:18:05: Auch Rudolf gerät in dieses System.
00:18:08: Der Amtsarzt verfügt das Erzwang sterilisiert werden soll, genau wie seine Schwester.
00:18:14: Ein Eingriff über den Rudolf nicht selbst entscheiden darf.
00:18:17: Der Staat übernimmt diese Entscheidung für ihn und wieder erlebt Rudolf etwas, das ihn tief prägen dürfte.
00:18:24: Das Menschen macht über andere ausüben können – ohne Mitgefühl, ohne Widerspruch und scheinbar ganz legal!
00:18:32: Aber wieder scheint Rudolf Pleil dem Schicksal irgendwie zu entkommen.
00:18:38: Kurz bevor der Eingriff stattfinden soll werden die Krankenhäusern Kennes bei Bomptmanggriffen zerstört.
00:18:45: Der Operationstermin fällt aus.
00:18:47: Später sagt Pleil darüber nur trocken….
00:18:50: Aus den Kastrieren ist nix geworden Ein Satz, der erschreckend viel über ihn verrät.
00:18:56: Keine Angst, keine Wut, keiner Leichterung – nur diese kalte Distanz!
00:19:01: Bis zum Ende des Krieges bleibt Rudolf als Koch in dem Lager.
00:19:06: Während draußen Deutschland langsam zerfällt, Bomben fallen und ganze Städte brennen, lebt doch Pleil in einer Welt, in der Gewalt längst alltäglich geworden ist.
00:19:16: Und in dieser Zeit zeigt sich etwas Dunkles immer deutlicher….
00:19:20: Rudolf beginnt Katzen zu fangen, er quält die Tiere Nicht aus Hunger allein, nicht aus Not.
00:19:26: Später erzählt er selbst davon, dass er die Tiere tötet und anschließend ist... ...und noch erschreckender, er beschreibt dabei ein Gefühl von Lust als würde ihm die Gewalt selbst etwas geben.
00:19:40: Etwas das über das Töten hinausgeht.
00:19:44: Es sind Momente wie diese in denen man erkennt, dass sich Inru de Fplei längst etwas verändert hat oder vielleicht schon immer dort war.
00:19:53: Schon während seiner Zeit im Ratskala Hat Rudolf Kontakt zu einer Frau?
00:19:57: Nach außen wirkt vieles dabei fast gewöhnlich.
00:20:00: Man begegnet sich, verbringt Zeit miteinander.
00:20:03: Doch hinter verschlossenen Türen zeigt sich erneut eine verstörende Seite von ihm.
00:20:08: Nie allein scheint Rudolf nicht so genügen.
00:20:11: Er empfindet Lust vor allem dann wenn er Gewalt ausübt Wenn er wirkt, wenn er Kontrolle hat.
00:20:17: Die Frau erlebt Übergriffe die weit über das hinausgehen was sie eigentlich will und trotzdem bleibt sie zunächst bei ihm Vielleicht aus Angst Vielleicht das Abhängigkeit, vielleicht auch weil Gewalt in diesen Jahren für viele Frauen erschreckend normal geworden ist.
00:20:33: Der Krieg hat Grenzen verschoben – auch im Beziehung!
00:20:37: Die Frau wird schwanger, ein Mädchen kommt zur Welt doch das Kind bleibt nicht bei ihr.
00:20:44: Schließlich gibt sie das Baby zu Ruders Schwester.
00:20:48: fast so als soll dieses Kapitel möglichst schnell verschwinden Am Ende.
00:20:55: der Krieg endet, aber Frieden fühlt sich anders an.
00:20:59: Deutschland ist kein Land mehr – nicht mehr so wie die Menschen es kannten!
00:21:03: Sein Ort voller Ruinen, voller Hunger, volle Menschen, die nicht wissen, wie's weitergehen soll.
00:21:10: Viele Städte bestehen nur noch aus Trümmern.
00:21:12: Straßenzüge sind verschwunden, Bahnhöfe zerstört, Fenster mit Brettern vernarguelt.
00:21:19: Zwischen den Häuserresten laufen Menschen mit Handwagen umher.
00:21:23: Sie suchen Essen, Holz zum Heizen oder Angehörige die vielleicht noch leben.
00:21:30: Überall riecht es nach Rauch Staub und feuchten Kellern.
00:21:34: Millionen Männer sind tot Gefallen, vermisst oder in Kriegsgefangenschaft.
00:21:39: Frauen versuchen allein Familien durchzubringen.
00:21:43: Kinder wachsen zwischendurch man auf Und gleichzeitig bewegt sich etwas Riesiges durch das Land.
00:21:49: Menschen Flüchtlinge vertriebene Heimkehrer.
00:21:54: Tag für Tag ziehen endlose Gruppen über Straßen und Bahngleise.
00:21:58: Mit Koffern, mit Decken, mit allem was sie noch besitzen.
00:22:03: Viele schlafen in Schulen scheuen oder völlig überfüllten Wohnungen.
00:22:07: Es gibt kaum genug Nahrung oft nur dünne Suppe etwas Brot Kartoffeln.
00:22:11: wenn man Glück hat der Schwarzmarkt blüht.
00:22:15: Zigaretten wären zur Währung.
00:22:17: ein Stück Seife kann wichtiger sein als Geld.
00:22:21: Und während die Menschen versuchen zu überleben, wird Deutschland neu aufgeteilt.
00:22:25: Das Land existiert nur noch unter der Kontrolle der Siegermächter.
00:22:30: Die Amerikaner übernehmen den Süden, die Briten den Nordwesten, die Franzosen kleinere Gebiete im Westen und die Sowjetunion kontrolliert den Osten Deutschlands.
00:22:40: Aus diesen sogenannten Besatzungszonen entstehen später zwei deutsche Staaten – die Bundesrepublik im Weston.
00:22:51: Wer verstehen will, wie chaotisch diese Zeit war muss sich eine Karte anschauen.
00:22:56: Ich habe euch eine Karten bereitgestellt auf Instagram.
00:22:58: unter was bleibt also?
00:22:59: dort kann man ganz gerne mal nachschauen wie sich die Besatzungszonen tatsächlich aufgeteilt haben.
00:23:07: Grenzen verändern sich plötzlich Orte gehören auf einmal zu einer anderen Zone Straßenenden an Kontrollpunkten Familien werden getrennt Menschen wissen morgens oft nicht einmal welche Soldaten am Abend ihre Stadt kontrollieren werden.
00:23:23: Denn genau dieses Chaos ist wichtig, um zu verstehen wie jemand wie Rudolf Pleil überhaupt zudem werden konnte was er später wird.
00:23:31: In dieser Zeit funktionieren viele Regeln nicht mehr.
00:23:34: Behörden brechen zusammen Polizei existiert oft nur noch auf dem Papier und plötzlich bekommen Menschen Macht die vorher niemals Macht gehabt hätten.
00:23:45: So auch Rudolf pleil Ausgerechnet er, der Kleinkriminelle.
00:23:49: Der Dieb, der Mann mit den Gewalt ausbrüchen.
00:23:51: Er bekommt eine rote Armwinde.
00:23:55: Ein Zeichen dafür dass er nun zur Arbeitermilitz gehört.
00:23:59: Plötzlich darf Rudolf polizeiliche Aufgaben übernehmen Kontrollen durchführen Menschen überprüfen Autorität ausüben In einer Zeit in der kaum jemand noch weiß wie man überhaupt vertrauen kann.
00:24:14: und dann passiert etwas das später wie ein düsterer Wendepunkt wirkt Eine Situation, die tiefen Rudolf Pleil etwas ausschlöst.
00:24:24: Etwas das er danach immer wieder suchen wird.
00:24:27: Eines Tages begleitet er seine Mutter zu einem Milchbauern in der Umgebung.
00:24:32: Die Nachkriegszeit ist chaotisch – überall herrscht Mangel.
00:24:36: Menschen plündern, stehlen Nahrung und versuchen irgendwie zu überleben.
00:24:40: Auch sowjetische Soldaten ziehen durch die Gegend.
00:24:44: An diesem Tag gerät Rudolf plötzlich in ein Handgemenger mit mehreren Russen.
00:24:49: Es entsteht Chaos, Geschrei, Getränke.
00:24:51: Dann löst sich ein Schuss aus seinem Milizgewehr – wahrscheinlich eher aus Versehen als mit wirklicher Absicht.
00:24:58: Doch der Schuss trifft einen der Männer schwer in der Hüfte!
00:25:02: Der verwundete bricht zusammen und plötzlich steht Rudolf vor einem Menschen, der leidet.
00:25:10: Der blutet, der stöhnt, der ihm Hilfe ringt.
00:25:13: Zunächst versucht Pleil noch die Wunde zu verbinden doch dann verändert sich.
00:25:17: etwas später beschreibt er selbst, dass ihn das Stöhnen des Verletzens in einer Art Rage versetzt hätte.
00:25:24: Er schlägt den Mann ins Gesicht und genau in diesem Moment scheint sich ihm Gewalt mit sexueller Regung zu verbinden.
00:25:31: Zum ersten Mal erlebt Rudolf Pleil dabei ein intensives Gefühl von Lust – nicht trotz der Gewalt sondern durch sie!
00:25:40: Ein erschreckender Moment Denn von da an beginnt er immer stärker, genau dieses Gefühl wieder zu suchen und die Taten mit denen er diese Erregung erreichen will werden später immer grausamer.
00:25:54: Nach dem Krieg versucht Rudolf Pleije nach außen ein normales Leben sich aufzubauen.
00:25:59: Er heiratet gemeinsam mit seiner Frau Ziedenach-Zöblitz eine kleine Stadt im Erzgebirger.
00:26:06: Von außen sorgt vieles ruhig fast gewöhnlich Doch hinter verschlossenen Türen zeigt sich schnell, dass Rudolf keine normale Beziehung führen kann.
00:26:16: Er behandelt seine Frau schlecht – er knifft sie weißt sie nicht aus Wut allein sondern weil der dadurch Lust empfindet.
00:26:24: Gewalt und Sexualität sind bei ihm längst miteinander verbunden Und während zu Hause der Alltag weiterläuft sieht Rudolf immer häufiger durch andere Städte vor allem durch Dresden.
00:26:36: Die Stadt liegt damals noch schwer gezeichnet unter den Folgen des Krieges.
00:26:40: Zwischen ruin, dunklen Straßen und dem Chaos der Nachkriegsjahre fühlen sich viele Frauen unsicher.
00:26:47: Und genau das nutzt Pleyl aus.
00:26:50: Elber fällt Frauen auf die Straße, schlägt sie nieder und versucht es zu vergewaltigen.
00:26:55: Eine Frau wirft er anschließend in die Elbe – fast so als hätte ein Gegenstand entsorgt.
00:27:01: Abfall!
00:27:02: Dass die Frau erlebt, grenzt an einen Wunder.
00:27:05: Und wieder zeigt sich etwas Erschreckendes….
00:27:07: Die Gewalt?
00:27:08: Reicht Rudolf längst schon nicht mehr aus, er beginnt immer weiter zu gehen.
00:27:15: Eine weitere große Konstantin Rudolfs Leben ist der Alkohol.
00:27:18: Schnaps begleitet ihn bei nahe überall.
00:27:21: Er besorgt ihn sich wo immer es möglich ist Auf dem Schwarzmarkt bei sowertischen Besatzungssoldaten Bei Händlern die durchs Land ziehen und warnen gegen Lebensmittel oder Geld tauschen.
00:27:33: In diesen chaotischen Nachkriegsjahren gibt es fast überall illegalen Handel auch für Alkohl.
00:27:41: Im Juli nineteen-vierundvierzig begegnet Rudolf auf einem Waldweg zwischen Zöblitz und Rübenau, einen Mann namens Ernst van Kuch.
00:27:49: Ein Hausierer!
00:27:51: Was genau zwischen den beiden geschieht weiß heute niemand mehr bis ins Detail.
00:27:56: Doch am Ende tötet Pleil den Mann... ...und selbst danach denkt er vor allem an eines.
00:28:03: Den Schnapskuck seines Opfers.
00:28:05: Er versteckt ihn auf einem Hochsitz nahe des Tatorts.
00:28:08: In den Tagen danach kehrt Rudolf immer wieder dorthin zurück mitten in den Wald, setzte sich auf den Hochsitz und trinkt.
00:28:16: Immer wieder!
00:28:17: Bis der restliche Schnaps schließlich leer ist und er den Grupp mit nach Hause nimmt.
00:28:23: Später schenkt er den Alkohol sogar an den Gästen seiner Hochzeit aus – als wäre nichts geschehen.
00:28:29: Rudolf versteht es inzwischen erstaunlich gut, sich durch das Nachkriegschaos zu bewegen.
00:28:35: Trotz seines offensichtlichen Intelligenzmangels isst er ein Schlitz vor.
00:28:40: Er kann reden, Menschen überzeugen und er weiß genau wie man aus knappem Bahn Geld macht.
00:28:47: Wahrscheinlich ist es genau diese Schlitzurige auftreten, dass ihm im Sommer in nineteen forty-fünfzig eine Stelle als Einkäufer für ein Großhandelsfirma ins Züblez verschafft.
00:28:58: Anfangs handelt er noch mit Holz & Spielbahnen doch schon bald geht es um andere Dinge Lebensmittel Genussmittel und vor allem Alkohol.
00:29:08: Schnaps wird zu seinem eigentlichen Geschäft und gleichzeitig zu seinem Problem.
00:29:13: Denn Rudolf trinkt längst nicht mehr nur gelegentlich.
00:29:18: Ende of the year, End of the Year, end-of-the-year, verliert er schließlich seine Arbeit – die Firma wirft ihm vor, zu vieler Firmenkosten getrunken zu haben.
00:29:26: Außerdem stimmen seine Abrechnung oft nicht mehr.
00:29:29: Doch selbst das hält ihn nicht auf!
00:29:31: Seinen Lieferanten erzählt Rudolf nichts von seiner Kündigung.
00:29:36: Brandweinfabrikanten, Textilhändler und andere Hersteller verkaufen ihm weiterhin Warn zu günstigen Preisen.
00:29:44: Sie denken er sei immer noch angestellt!
00:29:48: Und Pleilen nutzt das Grenadenlos aus.
00:29:51: zum Beispiel kauft der Schnaps für wenige Dutzend Mark pro Flasche ein und verkauft ihn auf dem Schwarzmacht für ein Vielfaches weiter.
00:29:59: vor allem in Berlin oder Hamburg lassen sich enorme Gewinne machen.
00:30:04: Von dort bringt er wiederum andere Waren mit zurück Heringe etwa, Lebensmittel die in seiner Heimat schwer zu bekommen sind.
00:30:12: Auch die verkauft Rudolf mit Gewinn weiter.
00:30:16: Zeitweise verdient er damit so viel Geld dass er mehrere tausend Mark bei sich trägt In einer Zeit in der viele Menschen kaum wissen wie sie am nächsten Tag Brot kaufen sollen.
00:30:29: Doch während Rudolf Geschäfte macht reist und immer mehr Geld verdient setzt sich gleichzeitig eine andere Seite von ihm fort.
00:30:36: Immer wieder überfällt er Frauen Er lauert ihn auf, greift sie an, versucht es zu vergewaltigen.
00:30:42: Für viele Opfer bleiben nur Angst, Scham und das Gefühl dem Tod knapp entronnen zu sein Und Rudolf bewegt sich dabei fast rastlos durchs Land.
00:30:51: Durch seinen Schwarzer Hane kommt er regelmäßig bis nach Hamburg.
00:30:56: Mit dem Zug fährt der Quer durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland Von Stadt zu Stadt von schwarzmarkt zu schwarzmarkt.
00:31:04: Hamburg ist damals eine Stadt voller Ruinen.
00:31:06: Zwischen eingestürzten Häusern und zerbombten Straßenzügen leben tausende Menschen unter schwierigsten Bedingungen.
00:31:13: Und genau dort geschieht kurz nach dem Krieg eine Reihe bis heute ungeklärter Verbrechen, die sogenannten Trümmermorde.
00:31:21: Frauen werden überfallen und getötet zwischen Schuttbergen und zerstörten Häuser.
00:31:26: Bis heute konnten diese Taten nie vollständig aufgeklärt werden.
00:31:31: Und weil Rudolf Plei sich in dieser Zeit nachweislich immer wieder in Hamburg auffällt und bereits ähnliche Gewaltfantasien zeigt, taucht später auch sein Name im Zusammenhang mit diesen Morden auf.
00:31:42: Beweisen lässt sich allerdings nie etwas – es bleibt nur ein Verdacht mehr nicht!
00:31:49: Aber allein die Tatsache dass man Rudolf plei solche Taten zutraut, zeigt bereits welches Bild Menschen damals von ihm hatten.
00:31:57: Nach dem Krieg ist Deutschland nicht nur zerstört Es ist zerteilt.
00:32:01: Grenzen verlaufen mitten durch die Regionen, durch Straßen, durch Bahndingen und manchmal sogar durch Familien.
00:32:09: Wer heute einfach in einem Zug steigt und das Landwirt kann sich kaum vorstellen wie kompliziert selbst kurze Wege damals waren Denn zwischen den Besatzungszonen kann man sich nicht frei bewegen.
00:32:21: Für viele Reisen braucht man Passierscheine, Genehmigung, Kontrollen Und selbst mit Papieren ist nie sicher ob man wirklich durchgelassen wird.
00:32:31: Vor allem an der Grenze zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone herrscht großes Misstrauen.
00:32:39: Diese sogenannte Demarktionslinie zieht sich quer durchs Land, von Lübeck im Norden bis weit nach Südniedersachsen.
00:32:48: Sie trennt Orte voneinander die früher selbstverständlich verbunden waren.
00:32:53: Auch das alte Braunschweigerland wird hier von hart getroffen.
00:32:57: Vor dem Krieg lebten dort etwa sixhundertsechzigtausend Menschen.
00:33:01: Nach Kriegsende kommen hunderttausende hinzu, Flüchtlinge, Vertriebene und Heimatlose.
00:33:08: Plötzlich versuchen über eine Million Menschen irgendwie zu überleben – oft in völlig überfüllten Notunterkünften, in Schulen, Scheunen oder Kellern.
00:33:18: Manche schlafen zu zehnt in einem Raum.
00:33:22: Gleichzeitig brechen wichtige Verkehrswege weg Bahnlinien werden unterbrochen, Straßen gesperrt, Schienen herausgerissen.
00:33:31: Vor allem rund um den Harz und zwischen Orten von Fienenburg und Osterwieg kommt der Verkehr zwischen Ost- und West fast vollständig zum Erliegen.
00:33:40: Und genau dadurch entstehen neue gefährliche Wege – Menschen schleichen nachts über Felder und durch Wälder immer heimlich!
00:33:48: Sie wollen nach Magdeburg, nach Halberstadt, nach Braunschweig oder Hannover.
00:33:52: Zu Familien zu Arbeit oder einfach dorthin wo sie vielleicht etwas zu essen finden.
00:33:59: Einer der wichtigsten Orte dieser illegalen Grenzgänge ist die kleine Stadt Fienenburg.
00:34:05: Dort kreuzen sich früher wichtige Bahnstrecken.
00:34:09: Nach dem Krieg endet dort plötzlich die normale Welt Ab.
00:34:13: hier beginnt die Grenze Und mit der Grenze kommt das Verbrechen Denn Polizei gibt es kaum noch.
00:34:20: Die wenigen Beamten arbeiten oft ohne Zusammenarbeit zwischen den Zonen.
00:34:24: Viele Verbrechen werden niemals gemeldet, auch deshalb bei vielen Menschen Angst vor dem Besatzungssoldaten haben – v.a.
00:34:32: vor den sowertischen Kontrollposten.
00:34:36: Eskursieren Gerüchte, Geschichten über Gewalt und verschwundene Menschen.
00:34:40: Und immer wieder werden im Grenzgebiet Tote befunden.
00:34:44: Frauen, Männer, Menschen nach denen oft niemand mehr sucht!
00:34:49: In diesem Chaos taucht ab frühen aus, immer häufiger ein Mann auf.
00:34:54: Klein, dicklig mit rundlicher Brille zur rückgekämpften blonden Haar und einem Gesicht das von Schwarzmarkt-Leben erstaunlich gut genährt wirkt.
00:35:03: Sein Name ist Rudolf Plei.
00:35:06: Zweiundzwanzig Jahre alt.
00:35:07: Früher Seemann, Kellner, Handelsvertreter jetzt Schmuggler, Grenzführer, Schwarzmarkthändler.
00:35:15: Ein Mann der die neuen Grenzen besser kennt als viele Polizisten.
00:35:19: Und ein Mann, der gerade beginnt zu einem der grausamsten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte zu werden.
00:35:27: Doch Rudolf Plei zieht selten allein durch das Grenzgebiet.
00:35:30: Immer wieder hat er Begleiter dabei Männer, die mit ihm handeln trinken und später auch töten werden.
00:35:37: Einer von ihnen ist Karl Hoffmann Ein alter bekannter aus Milizeiten.
00:35:42: Auf den ersten Blick wirkt Hoffman kräftig und fast einschüchternd Doch seine Stimme passt kaum dazu.
00:35:49: Hoch fast kindlich eine fistelige Stimme, die seltsam fremd wirkt.
00:35:53: zu seiner großen Erscheinung.
00:35:56: Dann ist er noch Konrad Schüßler erst zwanzig Jahre alt gut aussehen charmant ein Mann der freundlich wirken kann vertrauenswürdig sogar und genau deshalb schätzt Pleil ihn besonders.
00:36:09: später nennt er ihnen selbst einen Lockvogel für die Weibern Während Rudolf eher plump und auffällig wirkt, kann Schüßlerfrauen ansprechen ohne sofort Misstrauen zu erwecken.
00:36:20: Gerade im Grenzgebiet ist das wichtig!
00:36:23: Viele Frauen sind damals allein unterwegs – auf der Suche nach Lebensmitteln, nach Angehörigen oder nach einem Weg über die Grenze.
00:36:32: Und Männer wie Pleil wissen genau, wie leicht sich Hoffnung ausnutzen lässt.
00:36:37: Der XX.
00:36:38: März will zur Wendepunkt Zudem tag an dem Rudolf Pleil und Karl Hoffmann ihren ersten gemeinsamen Mord begehen.
00:36:47: Nahe den kleinen Dorf, macht jetzt... Eine Gegend aus Feldern Waldstücken und einsam Straßen zwischen Wolfenbüttel und Halberstadt.
00:36:56: Hier begegnen sie einer Frau namens Eva Nier.
00:36:59: Zwischen Roklum und Hessen kommen Sie ins Gespräch.
00:37:04: In diesen Monaten suchen viele Menschen nach Wegen über die Grenze Nach sicheren Routen nach jemanden der sich auskennt Und genau als solcher tritt Rudolf Pleil auf.
00:37:19: Hohig, hilfsbereit wirkend!
00:37:21: Er bietet Eva mehr an sie auf das sowertische Gebiet zu bringen.
00:37:26: Was sie nicht weiß, Pleil trägt ein Beil in seiner Akkentasche.
00:37:30: Mitten auf diesen abgelegenen Weg greift Rudolf plötzlich an von hinten.
00:37:35: Die Frau hat kaum eine Chance.
00:37:38: Später wird Plei selbst schildern wie sehr ihn der Anblick der sterbenden Frau erregt hat Nicht der Raubstedtemittelpunkt, nicht einmal die Tat selbst.
00:37:48: Sondern das Leiden des Opfers!
00:37:50: Während E-Familie schwer verletzt am Boden liegt, nehmen Hoffmann und Plei ihren Rucksack an sich.
00:37:55: Dann verschwinden sie in Richtung Osten.
00:37:57: Zurück bleibt nur Stille... Und eine Tat, die erst der Anfang ist….
00:38:03: Im Sommer of the year of the Year, im Sommer dekend war, zieht Rudolf Plei weiter durchs Grenzgebiet – von Ort zu Ort mit Alkohol, Schmugglerwaren und immer stärker werd'n Gewaltfantasien.
00:38:14: Am fünfzehnten Juli, nineteen sechsenvierzig kommt er nach Waltenried.
00:38:19: Kurz zuvor war er noch in Leipzig gewesen.
00:38:22: Dort besorgte sich mehrere Flaschen Schnaps und eine größere Menge Kämme die er eigentlich später an Hamburg verkaufen will.
00:38:30: Doch schon in Waltonried wird er die Ware los für zehn Mark pro Stück.
00:38:35: also bleibt er im Ort obwohl er kein Quartier findet.
00:38:40: es ist ein warmer Sommerabend.
00:38:42: Pleil zieht durch die Kneipen des Dorfes, er redet mit Menschen dringend, lernt Zufallsbekanntschaften kennen.
00:38:51: Unter ihnen ist doch eine junge Frau – später wird sie eines seiner Opfer werden.
00:38:55: Irgendwann in der Nacht schläft Plei schließlich auf dem Bahnhof in Waltenried ein so betrunken dass man ihn am nächsten Morgen wecken muss und selbst dann erinnert er sich kaum noch daran mit wem er im Abend gesprochen hat.
00:39:10: Doch die junge Frau sucht erneut seine Nähe.
00:39:13: Gemeinsam ziehen sie tagsüber durch die Gaststätten des Ortes.
00:39:17: Sie trinken zusammen, reden und irgendwann erzählt sie ihm von sich davon wie einsam sie sei heimatlos dass sie manchmal nicht mehr leben wolle.
00:39:27: pleil hört ihr zu zumindest wirkt es so.
00:39:31: er gibt ihr liqueur und sagt später selbst er habe ihr zum Trost Alkohol angeboten.
00:39:37: dann macht ein vorschlag der schreckend ruhig klingt Denn sie wirklich nicht mehr leben wolle, könne er sie ertöten.
00:39:45: Doch mit dem Alkohol ändert sich ihre Stimmung wieder.
00:39:48: Die junge Frau will plötzlich nicht mehr sterben.
00:39:50: Lieber spazieren gehen raus aus dem Dorf.
00:39:53: Gemeinsam laufen Sie in Richtung Waldrand.
00:39:57: An einem kleinen Wäldchen setzen sie sich ins Gras Und wieder trägt Rudolf Pleil eine Waffe bei sich Diesmal ein Hammer in seiner Aktentasche.
00:40:07: Als die Frau sitzt und sich sicher fühlt schlägt er von hinten zu Mehrfach auf ihren Kopf.
00:40:14: Die junge Frau stirbt dort draußen allein, später beschreibt Pley selbst wie ihn die Tat sexueller regt habe – wie Gewalt und Alkohol für ihn immer mehr miteinander verschmelzen.
00:40:26: Nach der Tat bleibt er noch am Ort zurück, dringt weiter, irgendwann schläft er sogar neben der Toten ein.
00:40:32: Erst später zieht er weiter in Richtung Ellrich um neun Schnaps zu besorgen….
00:40:37: Und etwas macht diesen Mord noch trauriger!
00:40:40: Bei den Ermittlungen kann die junge Frau nie identifiziert werden.
00:40:44: Niemand meldet sie vermisst, niemand scheint nach ihr zu suchen – als hätte sie die Welt schon vor ihrem Tod vergessen!
00:40:52: Nur wenige Wochen später tötet Rudolf Pleit erneut.
00:40:57: Anfang September, Netflix erst unterwegs zwischen Hamburg und Leipzig wieder auf Schwarzmarkt ruten, wieder zwischen den Zonen und innerhalb weniger Tage begeht jetzt zwei weitere Morde.
00:41:11: Die Gewalt wird für ihn inzwischen fast alltäglich.
00:41:14: Etwas, das plötzlich auftaucht wie ein dunkler Drang dem er nachgeben muss.
00:41:18: Später am Herbst kehrt Pleil erneut in den Osthab zurück und diesmal sagt er selbst Er habe Lust gehabt wieder einmal einen Menschen zu töten Ein Satz der erschreckend Nüchtern klingt Als ging es um irgendeine Beschäftigung.
00:41:34: Das nächste Opfer heißt Christa Schreiber.
00:41:38: Sie möchte von der sowertischen in die britische Besatzungszone gelangen.
00:41:43: Wie so viele Menschen, damals ist sie auf sogenannte Grenzführer angewiesen Auf Männer, die die geheimen Wege durch die Wälder und Berge kennen.
00:41:51: Und Rudolf Plei spielt genau diese Rolle Freundlich ruhig vertrauenswürdig wirkend.
00:41:56: Doch die Tatwaffe trägt er bereits bei sich.
00:42:00: Ein Hufeisen versteckt in seiner Aktentasche.
00:42:05: Was draußen im Wald genau geschieht lässt sich später kaum noch rekonstruieren.
00:42:09: Pley selbst behauptet später, er habe Erinnerungslücken gehabt.
00:42:14: Er wisse nur noch dass er irgendwann Blut verschmiert und mit aufgerissenen Händen etwa dreihundert Meter vom Tatort entfernt wieder zu sich gekommen sei.
00:42:24: Wenige Wochen später am zwölften Dezember nineteenzechsund vierzig zieht Pley ein neu durch das Grenzgebiet diesmal gemeinsam mit Konrad Schüßler.
00:42:33: die beiden sind unterwegs um Lebensmittel und Alkohol für Weihnachten zu organisieren.
00:42:39: Im Wartesaal des Bahnhofs von Nordhausen lernen sie die fünfundfünfzigjährige Lydia Schmidt kennen.
00:42:45: Sie möchte nach Kiel und sucht jemandem, der sie sicher über die Grenze bringt.
00:42:50: Pleil bietet ihr sofort seine Hilfe an!
00:42:53: Unterwegs schließt sich noch eine junge Frau an – sie heißt Erna kommt aus Erfurt und ist ebenfalls auf Hamsterfahrt unterwegs.
00:43:03: Da keine Züge in Richtung Westen fahren nimmt die kleine Gruppe zunächst die Straßenbahn.
00:43:09: Später fährt sie ein sowjetischer Soldat ein Stück mit dem Auto weiter.
00:43:14: Von dort geht es zu Fuß durch die Wälder und über geheime Grenzwade Richtung Ellrich, stundenlang laufen Sie durch die winterliche Landschaft.
00:43:23: Irgendwann machen Sie Rast!
00:43:25: Lydia Schmidt teilt ihr Nordhäuser Korn mit den anderen.
00:43:29: Sie wirkt vertrauensvoll – vielleicht auch erleichtert nicht mehr allein unterwegs zu sein.
00:43:34: Während sie trinken, erzählt sie von einer kleinen Erbschaft, die sie bald erwarten
00:43:38: würde.".
00:43:39: und genau in diesem Moment verändert sich die Stimmung.
00:43:43: Pleil will mehr von ihrem Schnaps trinken, doch Lydia weigert sich – für Rudolf scheint das zu reichen!
00:43:50: Er greift nach einem Knüppel und schlägt plötzlich zu mit solcher Wucht, dass die Frau schwer verletzt zusammenbrecht.
00:43:57: Während Lydia Schmidt blutend am Boden liegt, gerät Pleil erneut in ein Zustand extremer Erregung.
00:44:03: Konrad Schüssler stiegt ebenfalls auf die Frau ein.
00:44:06: Dann nehmen Schüßler und Erner den Rucksack und die Kleidung des Opfers an sich, und laufen davon.
00:44:13: Plyon bleibt zunächst zurück – allein mit der schwer verletzten Frau.
00:44:19: Später wird deutlich dass sie nicht nur die Gewalt selbst antreibt sondern vor allem die Macht über wehrlose Menschen!
00:44:26: Doch irgendwann lässt die Erregung nach Und Rudolf denkt wieder an etwas anderes An den Schnaps, an die Beute.
00:44:33: er bekommt Angst bei der Aufteilung leer auszugehen.
00:44:37: Also lässt er von Lydia Schmidt ab und läuft den anderen hinterher.
00:44:42: Selbst in diesem Moment scheint ihm der Alkohol mehr zu beschäftigen als das Leben seines Opfers.
00:44:48: Nach dem Überfall von Lydia Schmitt will Rolf Pleil noch weitergehen, auch die junge Erfurterin Erna möchte ertöten.
00:44:56: Später nennt er das selbst kalt – erledigen!
00:45:00: Doch diesmal hält Konrad Schüßler ihn zurück.
00:45:04: Nicht aus Mitgefühl sondern weiß sich die Tat aus seiner Sicht nicht lohnt.
00:45:09: Die junge Frau besitzt kaum etwas Wertvolles, kein Geld keine brauchbare Beute.
00:45:14: Und so bleibt Erna am Leben!
00:45:16: Warum sie nach allem was sie gesehen hat trotzdem noch gemeinsam mit Pleil und Schüßler bei einem Bauern übernachtet bleibt bis heute unverständlich.
00:45:26: Vielleicht aus Angst vielleicht Schock vielleicht das Gefühl mitten im winterlichen Grenzgebiet keine andere Wahl zu haben.
00:45:34: Am nächsten Tag schicken die beiden Männer sich fort Lidia Schmidt dagegen überlebt.
00:45:39: nur knapp Stunden nach dem Überfall kommt sie wieder zu Bewusstsein.
00:45:43: Schwer verletzt taumelt sie orientierungslos durch den Wald, durch Schnee, Kälte und völlige Dunkelheit.
00:45:49: Irgendwann erreicht sie eine Straße.
00:45:52: Drei Männer, die in der Nähe arbeiten entdecken die torkelnde Frauen bringen sie in Sicherheit.
00:45:58: Ein Arzt wird gerufen.
00:46:00: Später kommt Lydia Schmidt ins Krankenhaus nach Neustadt.
00:46:04: Monatelang kämpft sie dort mit den Folgen der schweren Verletzungen doch Pleile und Schüßler ziehen weiter.
00:46:13: Nur ein Tag später, am thirteenth Dezember nineteenzechsundvierzig tauchen sie am Bahnhof von Vienburg auf.
00:46:18: Es schneit die Kältesbitter!
00:46:21: Die beiden haben kein Quartier und reiben sich zwischen den Gleisen herum.
00:46:25: Aus der rumliegenden Holz und Teilen eines Bahnenwerderhäusjens machen sie einen Feuer.
00:46:31: Doch das Feuer dient nicht nur zum Wärmen – es ist eine Falle.
00:46:34: Konrad Schüßler jungen charmantenfreudlich wirken sprich gezielt Grenzkänge an.
00:46:40: Währenddessen hält sich Pleil.
00:46:41: im Hintergrund.
00:46:43: Bereits griffbereit liegt eine schwere Eisenstange.
00:46:47: Die Tat ist längst beschlossen, bevor das nächste Opfer überhaupt ahnt in welcher Gefahr es steckt.
00:46:55: Die Frau heißt Emilipin, neununddreißig Jahre alt die Ehefrau eines Polizeihauptwachmeisters der in sowjetischer Kriegsgefangenschaft ist.
00:47:04: sie stammt aus Wernigerode und war unterwegs nach Schleswig-Holstein um bei verwandten Lebensmittel zu holen.
00:47:11: In ihrem Rucksack trägt sie eine Gans, Kuchen und andere Dinger die für viele Familien damals unbezahlbar waren.
00:47:18: Außerdem etwas Geld versteckt in ihrer Unterwäsche Als Schüßler ihr anbietet sich ans Feuer zu setzen um sich aufzuwerben ahnt sie nicht dass sie den Männern bereits ausgeliefert ist.
00:47:30: Während Schüssler sie ablenkt steigert sich pleil immer tiefer in seine Gewaltfantasien hinein.
00:47:36: Dann schlägt er plötzlich zu mit voller Wucht.
00:47:39: Die Frau bricht zusammen, fast direkt ins offene Feuer.
00:47:44: Sie ist so schwer verletzt dass sie kaum noch reagieren kann.
00:47:48: Doch selbst das reicht.
00:47:49: Pleihe Das Blut die Hilflosigkeit.
00:47:52: Er gerät erneut in ein Zustand extremer Erregung.
00:47:55: Danach werfen Pleil und Schüßler die Leiche der Frau In den Brunnen nahe der zerstörten Bahnstrecke.
00:48:02: Das Geld und den Rucksack nehmen sie mit.
00:48:04: Dann ziehen sie weiter an Richtung Nordhausen.
00:48:07: Eigentlich wollen sie nur nach Hause.
00:48:10: Weihnachten steht kurz bevor.
00:48:12: Der Auftrag, Lebensmittel zu besorgen scheint erfüllt Doch Alkohol zerstört erneut alles.
00:48:18: Unterwegs treffen sie einen sowjetischen Soldaten.
00:48:21: Gemeinsam trinken sie.
00:48:23: Pleil betrinkt sich völlig.
00:48:25: Während der schläft kommt Schüssel auf die Idee das gesamte Gepäck am Bahnhof aufzugeben.
00:48:32: Den Gepägschein überlassen Sie dem Russen Und der verschwindet damit – für immer.
00:48:38: Plötzlich ist alles weg Das Essen, das Geld, die Beute.
00:48:42: Pley rastet aus.
00:48:44: Und dann fällt ein Satz, der zeigt wie selbstverständlich Mord für die beiden inzwischen geworden ist.
00:48:50: Dann müssen wir eben wieder von vorne anfangen – noch einen Überfall und noch ein Opfer!
00:48:56: Schon am nächsten Tag gären sie zurück nach Vienburg.
00:49:00: Wieder entzünden Sie einen Feuer?
00:49:02: Wieder spielt Schüßler den freundlichen Helfer.
00:49:04: Diesmal begegnen sie Gertrud Klöde.
00:49:09: eine junge Mutter aus Berlin ist zerstört, ihr Mann gilt inzwischen als Gefallen.
00:49:15: Gertrud lebt mit ihrer Tochter Elvira in Wienburg und will noch einmal zurück nach Berlin um den restlichen Hausrat zu holen.
00:49:23: Doch für die Reise in die sowjetische Zone bräuchte sie einen Interzonenpass – dem besitzt sie nicht!
00:49:29: Also bleiben mir nur illegale Grenzwäger.
00:49:32: Vor ihrer Abreise verspricht sie ihrer zehnjährigen Tochter rechtzeitig vor Weihnachten zurück zu sein... ...und ein schönes Geschenk
00:49:40: mitzubringen.".
00:49:41: In Berlin packt Gerdru zusammen, was vom alten Leben übrig geblieben ist.
00:49:46: Auf dem Rückweg nimmt sie für ihre Tochter eine Puppe mit – ein Weihnachtsgeschenk!
00:49:51: Als sie am neunzehnten Dezember nahe der Grenze wieder in Richtung Westen läuft, isst ihr schöpft.
00:49:56: Kälte und Schnee machen jeden Schritt schwer.
00:49:59: Dann begegnet Sie Pleil und Schüsseler.
00:50:02: Am Feuer vor den Bahnwärter Häuschen.
00:50:04: wie schon zuvor bei Emilipin wirkt alles zunächst harmlos.
00:50:08: Eine kurze Rast etwas wärmer.
00:50:11: Dann schlägt Plei von hinten zu.
00:50:14: Gertrug Klöde stirbt dort draußen im Schnee, auch ihr Körper wird später vom Plei misshandelt.
00:50:20: Danach werfen die Männer die Tote ebenfalls in den Brunnen an der Bahnstrecke.
00:50:25: Das Gepäck nehmen sie mit und die Puppe?
00:50:29: Die scheint Rudolf Pleih später seine eigenen Tochter zu Weihnachten.
00:50:33: Während Elvira Klöder Zuhause wartet tagelang wochenlang.
00:50:38: Die Familie glaubt zunächst, Gertrud sei vielleicht von sowjetischen Soldaten festgenommen worden.
00:50:43: Denn genau davor haben damals viele Menschen Angst.
00:50:47: Immer wieder verschwinden Grenzgänger spurlos!
00:50:50: Die kleine Elvira geht immer wieder zur Polizei doch die Ermittler können ihr kaum helfen.
00:50:56: An der Zonengrenze enden ihre Zuständigkeiten Akten verschwenden Hinweise verlaufen im Nichts und so dauert es mehr als anderthalb Jahre, bis die Familie erfährt was wirklich mit Gerdtrud Glöde geschehen ist.
00:51:10: Für Rudolf Pleil dagegen ist Weihnachten nineteen sechsenvierzig ein scheinbar normales Familienfest.
00:51:16: Im Januar nineteen sieben vierzig verlässt Rudolf plei schließlich Zöblitz.
00:51:21: Die Polizei sucht inzwischen nach ihm.
00:51:24: Noch immer geht es um den Vorfall mit dem sowjetischen Soldaten der Damals während der Zeit als Hilfspolizist angeschossen wurde.
00:51:31: Pleil soll angeklagt werden, also taucht er unter.
00:51:35: Gemeinsam mit Karl Hoffmann zieht der Quer durch Ostdeutschland immer entlang der Grenze – immer auf schmuggler Wegen.
00:51:43: Schließlich landen die beiden erneut in Fienenburg dem Ort, der inzwischen fast zu Pleils Jagdgebiet geworden ist.
00:51:51: oft sitzt er dort im weißen Ross einer Gaststätte an der Straße zwischen Fienenburger und Osterweg.
00:51:57: hier wartet Pleil auf Menschen, die über die Grenze wollen Vor allem auf Frauen.
00:52:03: Er bietet sich als Grenzhörer an, freundlich hilfsbereit wirkend und häufig ist Karl Hoffmann dabei.
00:52:10: Eines Tages lernen sie am Bahnhof eine junge Frau kennen – Margarete Meier.
00:52:15: Sie möchte in die sowertische Zone gelangen.
00:52:17: Pleil und Hoffmann behaupten ebenfalls dorthin unterwegs zu sein und bieten ihr ihre Hilfe an!
00:52:25: Pleil findet schnell Gefallen an ihr doch Margarethe empfindet eher Abneigung.
00:52:31: Später heißt es, er habe stark nach Alkohol gerochen.
00:52:34: Hoffmann dagegen wirkt auf sie sympathisch.
00:52:37: Unterwegs kommen die beiden sich näher.
00:52:40: Bei einer Rast nahe am Rohde ziehen Sie sich kurz hinter Büsche zurück.
00:52:44: Währenddessen steigert sich Ply immer stärker an seine Gewaltfantasien hinein.
00:52:48: Schon auf den Weg denkt er daran, Marguerite zu töten.
00:52:52: Als die beiden zurückkommen schlägt Ply plötzlich zu mit einem schweren Eisenstück.
00:52:57: Die junge Frau bricht zusammen.
00:52:59: Pleil misshandelt sie weiter, bis seine Gewaltfantasien erfüllt sind.
00:53:03: Anschließend werfen die Männer den Körper an einen Bach.
00:53:07: Hoffmann schlägt ebenfalls noch einmal zu – er will sicher sein dass Margarethe Meier tot ist.
00:53:13: Doch nicht jedes Opfer stirbt!
00:53:16: Während der Faschingszeit, überfallen Pleil und Hoffmann einen Mann, den Sie auf einer Zugfahrt kennengelernt haben.
00:53:23: Gemeinsam laufen sie in Richtung Ellrich.
00:53:26: Unterwegs stieg Pleil eine Zaunlatte.
00:53:30: Bei einer Rast schlagen sie den Mann nieder, rauben seinen Mantel und sein Gepäck.
00:53:35: Den Mantel tauscht Blei später gegen Schnaps ein.
00:53:39: Doch anders als viele andere Opfer überlebt der Mann offenbar.
00:53:43: Zumindest wird niemals eine Leiche gefunden.
00:53:46: Später vermutet man dass er überfallende Nachdemer Wachen einfach verschwunden ist.
00:53:52: Vielleicht aus Angst vor der Polizei?
00:53:54: Vielleicht weil er auch etwas zu verbergen hatte... Was nach ihren Taten mit den Opfang geschieht, interessiert Plyl und Hoffmann kaum.
00:54:01: Nach dem Überfall auf Margarite Maya gehen sie einfach zurück nach Zorge und feiern dort auf einem Maskenball.
00:54:09: Als wäre nichts passiert – dabei ist Rudolf Plyll in Fienenburg längst kein Unbekannter mehr!
00:54:15: Fast täglich sitzt er im weißen Ross immer auf dem selben Platz.
00:54:20: Er trinkt maßlos, isst riesige Portionen und zieht anschließend Richtung Grenze los.
00:54:25: Doch niemand schüpft verdacht… Nicht einmal Reinhold Kralbowski.
00:54:30: Ein junger Wachtmeister der Fienenburger Polizei, er erlebt beinahe jede Nacht Frauen und Mädchen die ausgeraubt und verstört von den Grenzwegen zurückkehren.
00:54:40: Manche barfuß andere ohne Gepäck viele völlig verängstigt Und immer wieder verschwinden Menschen spurlos im Niemalsland zwischen dem Besatzungszone.
00:54:50: besonders beschäftigt Kralbowski das Schicksal der kleinen Elvira Glöde Die fast täglich auf der Wache erscheint um nach ihrer Mutter zu fragen.
00:54:59: Bei seinen Streifen kommt der Polizist immer wieder an einen alten Brunnen nahe der Bahnstrecke vorbei und irgendetwas daran lässt ihm keine Ruhe.
00:55:07: Tief unten glaubt er, Frauenhaare im Wasser zu erkennen – er wirft Steine hinunter!
00:55:13: Doch statt eines Platzens hört eine dumpfe Geräusche.
00:55:15: Krajbovski ist überzeugt, dass sich dort unten Leichen befinden.
00:55:20: Viele halten ihn deshalb für übertrieben Misstrausch.
00:55:22: Manche lachen sogar darüber….
00:55:24: Doch er bleibt hartnäckig, eine Hartnäggigkeit die später noch wichtig werden wird.
00:55:29: Währenddessen ziehen Pleil und Hoffmann weiter nach Zorge.
00:55:33: Auch dort gehört Gewalt und Überfälle im Grenzgebiet längst zum Alltag.
00:55:38: Immer wieder findet man schwer verletzte oder tote entlang der Bahnstrecke und Waldwege.
00:55:43: Oft weiß niemand wer die Opfer sind Und noch seltener wer sie getötet hat.
00:55:48: Hoffmann kümmert sich inzwischen darum dass die beiden bleiben können Mit erfundenen Geschichten über eine angebliche Flucht vor den Russen, organisiert er ihnen eine Unterkunft und sogar Arbeit als Waldarbeiter.
00:56:00: So schaffen die beiden erneut sich mit einem Chaos der Nachkriegszeit ein scheinbar normales Leben aufzubauen.
00:56:07: Weil die Wälder rund um Zorge noch tiefer schneit sind gibt es zunächst kaum Arbeit.
00:56:12: Pleil und Hoffmann nutzen die freie Zeit, um weiter Schnaps zu schmuggeln.
00:56:17: Pleile trinkt einen Großteil davon.
00:56:19: selbst Hoffmann interessiert sich mehr für Schokolade und andere Tauschwaren.
00:56:24: Immer wieder fährt Plei auch alleine los, vor allem nach Hamburg – dort verdient er genug Geld um seine Trunksucht zu finanzieren!
00:56:31: Bei einer Schmuggelfahrt geraten die beiden in Fienenburg schließlich in eine Polizeikontrolle.
00:56:37: Die Beamten finden ihre vollgepackten Rucksäcke mit illegalen Schnaps.
00:56:41: Der Alkohol wird beschlagnahmt Doch Plei und Hoffman werden wieder freigelassen.
00:56:47: Es gibt nichts was man ihnen konkret nachweisen kann.
00:56:51: Im Frühjahr, im April, beginnt schließlich die Waldarbeit in Zorge.
00:56:56: Doch zuverlässig sind beide nicht!
00:56:58: Mai tauchen sie zur Arbeit auf, dann verschwinden sie wieder tagelang und überall wo Plei auftaucht, fehlt später etwas – Werkzeug, Kleidung, Tiere.
00:57:07: Sogar Katzen tötet er, zieht ihnen das Fell ab und verkauft sich später als Hasenfleisch.
00:57:14: Im April, begit Rudolf Plei seinen letzten Mord.
00:57:19: Im Zug lernt er einen Kaufmann namens Hermann Bennen kennen und bietet ihm an, ihn als Grenzführer zu begleiten.
00:57:26: Gemeinsam trinken sie stundenlang.
00:57:29: Als sich dieslich aufbrechen ist Pley so betrunken dass es sich verläuft.
00:57:32: Statt die Grenze zu erreichen landen sie wieder nahezorge.
00:57:36: Es kommt zum Streit doch der Streit ist nicht der eigentliche Grund.
00:57:40: Pley sucht längst nach einem Anlass.
00:57:42: Mit einem Bayer schlägt er auf Bennen ein.
00:57:45: auch diesmal erregt den Gewalt selbst.
00:57:49: Danach wirft er die Tatwaffe weg und verschwindet in Richtung sowertische Zone.
00:57:54: Am nächsten Tag entdecken Kinder Spuren der Tat, kurz darauf findet die Polizei die Leiche – und diesmal für die Spur schnell zu pleilen!
00:58:03: Ein Hausmeister erinnert sich daran, wem die TatWaffe zuletzt gehört hatte.
00:58:08: Wenige Tage später tauchpleiht tatsächlich wieder ein Zorge auf – fast so als würde er glauben unantastbar sein.
00:58:16: Doch ein Forst-Lailing erkennt ihn sofort und alarmiert die Polizei.
00:58:20: Rudolf Pley wird verhaftet.
00:58:22: Bei den Vernehmungen gesteht er nicht nur den Mord an Hermann Bennen, er beginnt regelrecht damit zu prallen wie gut er Menschen töten könne.
00:58:30: doch Diamitler nehmen vieles davon nicht ernst.
00:58:33: Sie halten Pley für einen Alkoholkrankenangeber Für einen minderbegabten Mann der übertreibt.
00:58:39: Am fünften Dezember, aus dem sieben und vierzig wird er deshalb nicht wegen Mordes sondern wegen Totschlags zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt.
00:58:48: Doch selbst im Gefängnis schweigt Pleil nicht lange.
00:58:51: Schon kurze Zeit später erzählt er von weiteren Taten, von Frauen die beraubt ermordet und in einen Brunn geworfen worden seien – doch zunächst glaubt ihm niemand
00:59:00: wirklich.".
00:59:02: Die Polizei findet keine Unterlagen, keine Vermisstenmeldung, keine Leichen… Und so verlaufen die Hinweise wieder am Sander!
00:59:11: Währenddessen an Wachtmeister Reinhold Kralbowski in Wienburg noch immer das Im Brunnen an der alten Bahnstrecke etwas Verborgen liegt.
00:59:20: Doch bis die grausame Wahrheit ans Licht kommt, werden noch Monate vergehen.
00:59:25: Im Zuchthaus Zelle nimmt zunächst kaum jemand Rudolf Pleil ernst.
00:59:28: Wenn er von seinen Taten erzählt halten ihn viele Beamte einfach für einen Schwetzer Für ein Aufschneider der sich wichtig machen will.
00:59:37: Pleil selbst bezeichnet sich immer wieder als den besten Todmacher aller Zeiten.
00:59:42: doch statt darin ein Warnsignal zu sehen tun viele die Aussagen als wirres Geräte ab.
00:59:47: Monatelang passiert kaum etwas.
00:59:51: Dann, am ersten Juni, in der Schummacherei gerät er plötzlich in Rage.
00:59:59: Er fordert, man solle ihm eine Frau bringen.
01:00:03: Er wolle erst mit ihr schlafen und sie anschließend töten – sowie angeblich schon mehrfach zuvor.
01:00:08: Und als niemand reagiert, trot er damit den Pastor in den Kopf zu zerschlagen und dessen Gehirn gegen die Wand zu
01:00:14: werfen.".
01:00:16: Erst jetzt beginnen einige Beamte zu ahnen, dass mit Plei irgendetwas nicht stimmt.
01:00:22: Der Anstaltarzt untersucht ihn.
01:00:24: Pleil wirkt angespannt, unruhig und verwirrt.
01:00:28: Er bekommt wieder epileptische Anfälle, verschmutzt seine Zelle und verlangt sogar nach Eta zum Trinken.
01:00:34: Der Arzt spricht schließlich von einer Haftpsychose – selbst jetzt zieht niemand ärzthafte Konsequenzen!
01:00:42: Noch immer glaubt kaum jemand, dass Rudolfspleit tatsächlich der Mann sein könnte für den er sich ausgibt.
01:00:48: Das ändert sich einige Wochen später – denn dann wird ein Brief abgefangen, den Pleil heimlich aus dem Gefängnis schmuggeln lassen will.
01:00:57: Adressiert an den Bürgermeister von Bienenburg und dieser Brief wird alles verändern.
01:01:03: und genau dieser Brief ist er selber mit dem diese Geschichte begonnen hat!
01:01:08: Der Brief aus dem Intro Die Zeilen, die zunächst wie das Würregerede eines Gefangenen wirken.
01:01:15: Geschrieben von einem Mann, den viele für ein Aufschneider halten – Für einen Alkoholiker?
01:01:20: Ein Schwärzer.
01:01:21: Doch diesmal lesen die Behörden genauer hin Denn Pleil schreibt nicht nur Übermord Er beschreibt Orte Verstecke Tatdetails Und plötzlich wird aus den angeblichen Fantasien eine Spur Eine Spur, die direkt zu den verschwundenen Frauen führt Zum Brunnen, bei der Blockstelle fünfundzwanzig zu den Opfern nach denen niemand mehr gesucht hatte und langsam begreifen die Ermittler das Rudolf Pleil die ganze Zeit die Wahrheit gesagt haben könnte.
01:01:53: Nicht aus heuer sondern aus stolz weil er wollte dass man endlich erkennt wozu erfähig ist.
01:01:59: Jetzt beginnt die Ermittelung endlich ernsthaft.
01:02:02: Die Braunschweiger Beamten reagieren sofort.
01:02:05: Der Brunne an der Block Stelle Fünfund Zwanzig wird ausgepumpt Und dort unten finden sie die Wahrheit.
01:02:12: Mindestens zwei Frauenleichen, die sterblichen Überreste der forty-sechjährigen Gertrud Glöde und der neunundrissigjährigen Emmy Lepin.
01:02:22: Plötzlich wird klar das Rudolf Pleil kein Aufschneider ist sondern ein Serienmörder!
01:02:28: Von diesem Moment an rollt eine riesige Ermittlungswelle durchs Land.
01:02:32: Zeitungen berichten über den Fall Menschen melden sich bei der Polizei.
01:02:36: Viele hoffen verzweifelt, dass vermisse Angehörige vielleicht endlich gefunden wurden.
01:02:43: Gleichzeitig suchen die Ermittler Nachtzeugen nach weiteren Opfern nach Orten an denen Pleil unterwegs gewesen sein könnte.
01:02:51: Doch die Verhöre mit Rudolf Pleil werden schnell ein Albtraum denn Pleil genießt ihr Aufmerksamkeit.
01:02:58: er will wichtig sein gefürchtet.
01:03:00: immer wieder gesteht er plötzlich Morde die er wahrscheinlich nie begangen hat einfach um sich größer zu machen um sein Ruf als Todmacher wieder aufzubauen.
01:03:12: Erst nach und nach erkennen die Ermittler, dass sie jedes einzelne Geständnis überprüfen müssen – und trotzdem zeigt sich dabei etwas erschreckendes!
01:03:21: Wenn Plyle tatsächlich über seine eigenen Taten spricht, kann er sich an alles erinnern — anders Wetter, den Weg zum Tatort, die Kleidung der Opfer, die genaue Lage der Leichen… fast so als würde er die Erinnerungen
01:03:33: genießen.".
01:03:34: Auch im Gefängnis bleibt Pleyel gefährlich.
01:03:37: Er quält und schlägt mitgefangene, ein anderes Mal schneidet er sich selbst in den Armen nicht aus Verzweiflung sondern weil der wissen will ob es ihn genauso erregt wie das Quelen eines anderen Menschen.
01:03:50: Dazu kommt seine optione Sprache.
01:03:52: Pleyell spricht oft über Gewalt, Mord und Sexualität in einer erschreckenden Direktzeit fast beiläufig Und er beginnt mit den Ermittlern zu handeln.
01:04:02: Für Geständnisse verlangt er Gegenleistungen.
01:04:05: Mit Essen größere Portionen, bessere Behandlung und tatsächlich bekommt er vieles davon.
01:04:12: Die Verhöre werden für die Beamten und Psychologen zur enormen Belastung.
01:04:16: viele stoßen an ihre Grenzen vor allem wegen der sadistischen Details mit denen gleich seine Taten schildert.
01:04:26: Der Gutachter Dr.
01:04:27: Barnsdorf kommt schließlich zu dem Schluss Er habe noch nie so grauenhaft deutlich abnormale Triebentladung sich in Hüllen sehen, wie in einer unheimlichen Szene als der untersetzte verfettete Jungebusche in leichter Angetrunkenheit.
01:04:43: In erstaunlicher Behännlichkeit und Gewandtheit – in seiner Form eines menschlichen Körpers auf dem Boden gebreiteten Jacke um Tose eine stumme Pantomime agierte, indem er Die Erschlagung und sexuelle Misshandlung einer Frau spielte.
01:05:00: Und dabei Kicherte.
01:05:03: Als kleine Zwischenbemerkungen dieser Satz kommt tatsächlich vom Dr.
01:05:07: Barnstof und eigentlich will er damit sagen, dass Pleil in einer Szene nachgespielt hat wie er halt tatsächlich eine Frau sexuell misshandelt.
01:05:17: also er spielt es nach und er schlägt sie und der Kichert dabei.
01:05:20: mehr möchte er damit gar nicht sagen.
01:05:22: nur das man das vielleicht ein bisschen klarer versteht.
01:05:26: Ein Satz, der selbst erfahrene Gutachter sprachlos zurücklässt und er zeigt wie tief Rudolf Plei längst in seiner eigenen Gewaltwelt gefangen war.
01:05:36: Während der Ermittlung wird Rudolf plei immer wieder psychiatrisch begutachtet.
01:05:40: Zwischenzeitlich halten einige Ärztin sogar für unzurechnungsfähig – doch Plei selbst versteht das überhaupt nicht!
01:05:49: In seine eigenen Welt ist er kein krankermann sondern ein Meister seines Fachs, der beste Todmacher aller Zeiten.
01:05:57: So sieht er sich selbst.
01:05:59: Mit einer erschreckenden Mischung aus Stolz und Eitelkeit spricht er über seine Verbrechen, und während er sich in den Vernehmungen immer weiter brüstet belastet er schließlich auch seinen Meteter.
01:06:11: Kral Hoffmann wird von der Magdeburger Polizei verhaftet.
01:06:15: Konrad Schüßler kann zunächst fliehen – er tocht bis nach Frankreich unter und schießt sich dort sogar der Fremdenligion an!
01:06:23: Doch schließlich wird er auch
01:06:24: ausgeliefert.".
01:06:26: Am einund dreißigsten Oktober, neunzehnhundertfünfzig beginnt dann der große Schuhrgerichtsprozess.
01:06:32: Ein Verfahren das im ganzen Land Aufmerksamkeit erregt und Rudolf Pleil genießt jede Minute davon.
01:06:39: Gut gelaunt sitzt sie im Gerichtssaal sauber geschniegelt fast geschniegelt wie für eine Bühne.
01:06:46: immer wieder posiert ihr für Fotografen und Journalisten als ging es nicht um Mord sondern um eine berühmtheit.
01:06:53: Im Prozess sagen auch Menschen aus, die das Grauen bis heute begleitet.
01:06:58: Die inzwischen vierzehnjährige Elvira Glöde – dass Mädchen das jahrelang auf die Rückkehr seiner Mutter gewartet hatte und Wachtmeister Reinhold Kralbowski .
01:07:08: Der Mann, der mit seinem Verdacht am Brunnen die Wahrheit beinah früher ans Licht gebracht hätte.
01:07:14: Am siebzehnten November neunzehntfünfzig fällt schließlich das Urteil lebenslanges Zuchthaus.
01:07:22: Der Gutachter Dr.
01:07:23: Barnstorff stuf Pleil letztendlich als schuldfähig ein.
01:07:27: Damit muss Rudolf Pleil ins Gefängnis und nicht in eine psychiatrische Anstalt, doch Pleil kündigt schon damals an, dass er niemals alt im Gefängnis werden würde – und tatsächlich endet sein Leben Jahre später in seiner Zelle.
01:07:41: Am sechzehnten Februar, nineteenundfünfzig, acht Jahre nach seiner Inhaftierung, erhängt sich Rudolf pleil.
01:07:50: Während seine Haft schreibt er seine Lebensgeschichte auf.
01:07:53: Den Titel nennt er provokant Mein Kampf.
01:07:57: Darin entwickelt pleibizare Gedankenwelten, unter anderem kommt er zu dem Schluss das Heringe eine Seele hätten – Menschen jedoch nicht!
01:08:07: Karl Hoffmann stirbt in den Gefängnissen in der Stadt.
01:08:11: Konrad Schüßler dagegen kommt Ende des neunzehnten Jahrhunderts nach einem Ladengesuch wieder frei und zurück bleibt eine Geschichte Eine Geschichte, die zeigt wie Chaos Gewalt und menschliche Abgründe im Nachkriegsdeutschland auf erschreckende Weise zusammenfanden.
01:08:30: Und genau das macht diesen Fall so schwer zu begreifen – nicht nur die Brutalität der Taten, sondern auch die Welt in der sie möglich waren!
01:08:40: Ein zerstörtes Land, Grenzen ohne Kontrolle?
01:08:43: Menschen, die verschwinden und oft niemanden haben, der nach ihnen sucht… und mitten darin ein Mann wie Rudolf Pleil Ein Mensch, der Gewalt nicht nur auslebt sondern darin Lust macht und irgendwann sogar Identität findet.
01:08:57: Bis heute bleibt in diesem Fall ein Betrückungsgefühl zurück.
01:09:01: Weil man sich immer wieder fragt wie viele Warnzeichen wurden übersehen?
01:09:06: Wie viele Menschen hätten vielleicht gerettet werden können?
01:09:09: Und was passiert mit einer Gesellschaft wenn Chaos und Angst größer werden als Ordnung und Menschlichkeit?
01:09:17: Genau darüber möchte ich jetzt noch sprechen!
01:09:21: Genau darüber möchte ich jetzt noch sprechen.
01:09:23: In meinen eigenen Gedanken zu dem Fall, sowas lässt einen natürlich nicht kalt auch wenn man das nur recherchiert hinterlässt es doch nachdrücklich Gefühle in mir Das muss ich ganz ehrlich sagen.
01:09:37: also ich fand den fall sehr sehr sehr bedrückend und auch so ein stückchen weit unglaublich weil man sich überlegt hat oder ich mir überlegt habe, wie konnte das denn alles passieren?
01:09:48: Hat dann gar keiner wirklich was gemerkt und wie konnte er dann zwei Komplizen finden die da so freiwillig mitgemacht haben.
01:09:56: Also das fand ich wirklich super erschreckend.
01:09:59: dass sich da Menschen zusammenfinden einfach unglaublich.
01:10:04: Im Fall habe ich tatsächlich entdeckt, als ich über Hamburg gelesen und dort recherchiert habe wurde mir Rudolf Pleil auch angezeigt weil man ihn ja irgendwie mit diesen Trümmermorden in Verbindung bringt die nicht aufgeklärt sind.
01:10:21: Natürlich gibt es über Rudolf pleil auch Bücher Leute die sich dahin gesetzt haben und sich wirklich die Mühe gemacht haben die Sachen auch zu dokumentieren und aufzuschreiben.
01:10:31: Ich habe ganz viel tatsächlich im Buch von Birgit Lauterbach und Johann Eben gelesen, das Buch heißt direkt der Todmacher und die meisten Infos konnte ich tatsächlich dort finden.
01:10:44: unter anderem konnte man natürlich auch die Lebensgeschichte also mein Kampf dass was Rudolf Pleif erfasst hat dort nachlesen.
01:10:53: Tatsächlich muss ich sagen, dass kann man niemanden empfehlen das zu lesen.
01:10:57: Erstens ist es schwer geschrieben weil ganz viele Fehler vorhanden sind.
01:11:01: Man braucht dann ein bisschen und die Sprache ist so obszön.
01:11:05: also da läuft einem einfach Eiskart den Rücken runter.
01:11:08: Das ist mir selten so gegangen in irgendeinem True Crime Fall ob ich dem jetzt höre oder selbst recherchiere Dass ich so nah dran war.
01:11:16: aber in diesem fall ist das tatsächlich passiert.
01:11:19: Also kann ich nicht unbedingt empfehlen, das zu lesen weil es total verstörend ist wie Menschen so ticken können oder wie Rudolf Pleil tatsächlich tickt warum er das gemacht hat.
01:11:31: Ich denke dass wurde anhand seiner Geschichte ganz deutlich dass er nicht gemordet hat weil er muss oder sich dazu genötigt fühlte sondern weil er wirklich seinen Trieb befriedigen wollte, wie das halt natürlich ganz viele Mörder tun.
01:11:44: Aber in dem Fall war es sehr erschreckend weil er sehr kaltblütig ist und auch kein Unrechtsempfinden hat.
01:11:50: meiner Meinung nach also ich bin kein Psychologe aber das ging mir durch den Kopf.
01:11:56: als ich diesen fall einfach recherchiert und gelesen habe fand ich schon super erschreckten muss ich ganz dazu sagen.
01:12:06: aus anderen Artikeln habe ich auch entnommen dass die Opferzahl nicht genau benannt werden kann.
01:12:13: Also man geht von zehn aus, laut seinen eigenen Erzählungen sind es fünfundzwanzig.
01:12:20: in manchen Quellen habe ich dann gefunden.
01:12:22: Es sind dreißig hat er selbst gesagt.
01:12:24: also das ist ein bisschen variabel aber zehn sind tatsächlich nachgewiesen und ich könnte mir gut vorstellen auch wenn er sich gerne größer gemacht hat als er ist, dass er mehr Morde als zehn begangen hat.
01:12:38: Als letzte Anmerkung vielleicht noch, was mir wirklich durch den Kopf gegangen ist.
01:12:43: Rudolf Pleil wurde ja durch Gutachter und gerade durch Dr.
01:12:47: Barnstoff wirklich gut achtet und man hat festgestellt dass er Intelligenz geminnt hat.
01:12:53: also er war wirklich nicht super schlau.
01:12:55: ich frage mich dennoch wie kann man denn nicht schlau sein und trotzdem mit so vielen Sachen einfach durchkommen.
01:13:02: Und andere Menschen so hin, dass Licht führen?
01:13:05: also wie hat das funktioniert?
01:13:07: Das ist für mich eine Frage die ich nicht verstehe und ich mir selbst gar nicht beantworten kann.
01:13:12: Also das finde ich schon außerordentlich.
01:13:17: Und damit würde ich sagen, komme ich langsam zum Ende meiner fünften Folge.
01:13:22: Ich bin unfassbar stolz darauf tatsächlich jetzt die fünfte Folge für mich geschafft zu haben!
01:13:29: Ich hoffe dass ihr euch gefällt das ihr euch unterhält, dass sie vielleicht auch Fragen aufwirft.
01:13:35: Ihr dürft mir natürlich jederzeit gerne schreiben oder Fallvorschläge machen.
01:13:39: wie gesagt gerne alte Fälle alles so bis Ich bin da ja relativ offen, also wir können auch gerne mal was im Ausland machen.
01:13:49: Ich bedanke mich so herzlich dass ich tatsächlich gemerkt habe... ...ich hab meinen ersten Abonnenten.
01:13:55: anscheinend gibt es Leute die mir tatsächlich gerne zuhören und das finde ich großartig!
01:13:59: Ich kann das immer noch gar nicht glauben und bin dafür einfach super dankbar.
01:14:06: So Dann würde ich sagen, wenn ihr Bilder sehen wollt gerne auf Instagram unter was bleibt.
01:14:13: Also gerade die Karte der Besatzungszone ist damit dabei.
01:14:17: auch ein Bild von Rudolf Pleit und noch ein paar andere Infos packe ich euch da mit rein könnt ihr gerne nachschauen?
01:14:24: Und ansonsten ja wenn euch der Podcast gefällt gerne ein Abo dalassen oder eine Bewertung.
01:14:30: das natürlich auch klasse.
01:14:35: Die nächste Folge sollte dann am siebten Juni erscheinen, also in vierzehn Tagen.
01:14:41: Bis dahin passt auf euch auf und danke dass ihr heute dabei wart!
01:14:45: Macht's gut.
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