Der Tränenpalast – Wo Abschied zum Alltag wurde
Shownotes
Der Tränenpalast – Wo Abschied zum Alltag wurde Berlin-Friedrichstraße. Für Reisende heute ein gewöhnlicher Bahnhof mitten in der Hauptstadt. Während der deutschen Teilung war dieser Ort jedoch mit einer völlig anderen Bedeutung verbunden. Die 1962 eröffnete Ausreisehalle am Bahnhof Friedrichstraße diente der Abfertigung von Menschen, die Ost-Berlin in Richtung West-Berlin verließen. Für viele bedeutete der Weg durch das Gebäude vor allem eines: Abschied. Der volkstümliche Name „Tränenpalast“ erinnert bis heute an diese emotionalen Szenen. In dieser Episode schauen wir hinter die Geschichte dieses besonderen Ortes. Wir sprechen über die deutsche Teilung, Grenzkontrollen und Reisebeschränkungen – vor allem aber über die Menschen, deren persönliche Geschichten sich mit diesem Gebäude verbanden. In dieser Folge geht es unter anderem um: die Entstehung des Tränenpalasts die besondere Rolle des Bahnhofs Friedrichstraße Ein- und Ausreise zwischen Ost- und West-Berlin Grenz- und Passkontrollen Abschiede zwischen Familien und Freunden Überwachung und staatliche Kontrolle die Zeit nach dem Mauerfall den Tränenpalast als heutigen Erinnerungsort Was bleibt von einem Ort, an dem so viele Menschen Abschied nehmen mussten? 🎙️ Was bleibt – Historische Kriminalfälle und ihre Geschichten Hinweis: Die Folge behandelt die deutsche Teilung und die staatliche Kontrolle von Reisenden in der DDR. Du findest „Was bleibt“ auch auf SocialDB: Was bleibt auf SocialDB
Transkript anzeigen
00:00:03: Berlin am neunundzwanzigsten März.
00:00:08: Es ist Freitag nachmittags am Bahnhof Friedrichstraße, nur wenige Meter trenniert zwei Welten.
00:00:15: auf der einen Seite liegt Ostberlin und auf der anderen West-Berlin.
00:00:19: dazwischen Kontrollen Schlagbäume Grenzbeamte Pässe werden geprüft Stempel gesetzt Reisende weitergewingt oder zurückgewing.
00:00:31: mitten unter ihnen ist ein Mann, der in diesem Nachmittag eigentlich nicht hier sein dürfte.
00:00:37: Er heißt Shesla Kukutschka.
00:00:40: Achtunddreißig Jahre alt, Prole Feuerwehrmann verheiratet Vater von drei Kindern.
00:00:46: Seit Wochen weiß seine Familie nicht wo er ist.
00:00:50: doch jetzt steht Kukuscha im Grenzübergang Friedrichstraße und hält Papiere in der Hand die ihm offenbar genau das erlauben was erreichen wollte Die Ausreise in den Westen.
00:01:03: Noch wenige Stunden zuvor hatte er in der polnischen Botschaft in Ostberlin gedroht, eine Bombe zu zünden – sollte man ihn nicht nach Westberlin lassen!
00:01:13: Die Mitarbeiter der Botschaft haben daraufhin der DDR-Staatssicherheit eingeschaltet.
00:01:18: Doch Kokutschka weiß davon nichts.
00:01:21: Stattdessen geschieht etwas, womit er vermutlich selbst kaum gerechnet haben dürfte….
00:01:26: Man erfüllt seine Forderung.
00:01:29: Zumindest scheint es
00:01:29: so.".
00:01:31: Er bekommt Ausreisepapiere, er wird zum Bahnhof Friedrichstraße gebracht und dort lässt man ihn die Kontrollen passieren.
00:01:39: Eine nach der anderen.
00:01:41: Nach diesem Nachmittag befindet sich auch die Schülerin aus Hessen am Grenzübergang.
00:01:46: Sie ist auf dem Rückweg nach Westberlin.
00:01:48: Vor ihr geht Kukustra.
00:01:51: Dann nährt sich ihm ein Mann von hinten.
00:01:54: Er trägt zivil.
00:01:56: Was anschließend geschieht dauert nur wenige Augenblicke Ein Schuss fällt, Schesler Kokutschka bricht zusammen.
00:02:03: Die Jugendlichen werden weiter geschickt – der schwer verletzte Mann wird abtransportiert.
00:02:08: Noch am selben Tag ist Scheslakokutschker tot.
00:02:11: Was die Augenzeuginnen an diesem Nachmittag nicht wissen können?
00:02:15: Die Ausreise war eine Täuschung!
00:02:17: Unter der Schuss am Bahnhof Friedrichstraße wird für Jahrzehnte ein Geheimnis bleiben.
00:02:23: Erst ein halbes Jahrhundert später sitzt in Berlin einen ehemaliger Mitarbeiter der Staatssicherheit vor Gericht.
00:02:29: Dann geht es um die Frage, was am neunundzwanzigsten März hier am Bahnhof Friedrichstraße geschehen ist und um einen Mann dessen Name beinahe aus der Geschichte verschwunden wäre.
00:02:42: Schesler Kukutschka Hi!
00:02:45: Ich bin Susanne Und das is'was bleibt.
00:02:48: In diesem Podcast erzähle ich wahre Geschichten aus der Vergangenheit Geschichten über Orte Ereignisse und Verbrechen, die Spuren hinterlassen haben.
00:02:57: Wir reisen dafür in andere Zeiten, besuchen historische Orte und schauen uns an was dort einmal geschehen ist.
00:03:04: Und was davon bis heute geblieben ist.
00:03:07: Neue Folgen erscheinen jede Woche auf allen gängigen Plattformen wo es Podcast gibt.
00:03:12: Zusätzlich gibt es mitwochs eine kleinere Folge die auf bestimmte Themengebiete der Hauptfolge eingeht.
00:03:19: Dann würde ich sagen starten wir für heute in die Geschichte.
00:03:24: Um zu verstehen, was an diesem neunundzwanzigsten März hier am Bahnhof Friedrichstraße geschieht, müssen wir uns diesen Ort genauer ansehen.
00:03:33: Denn Friedrich Straße ist damals nicht einfach nur ein Bahnhof!
00:03:37: In den letzten Jahren ist Berlin seit fast dreizehn Jahre geteilt – die Mauer gehört längst zum Alltag der Stadt.
00:03:45: Im Westen beginnt wenige Meter hinter der Grenze eine andere politisch- und gesellschaftliche Welt.
00:03:51: Doch hier Mitten in Ostberlin treffen diese beiden Welten auf engsten Raum aufeinander.
00:03:58: Der Bahnhof Friedrichstraße ist eine der wichtigsten Grenzübergänge zwischen ihnen.
00:04:03: Züge aus Ost und West halten unter demselben Dach, S-Bahn und U-Bahnen verbinden Strecken die eigentlich durch eine geteilte Stadt führen.
00:04:12: Doch wer hier umsteigen oder die Grenze passieren will bewegt sich durch ein genau kontrolliertes System.
00:04:21: Für Reisende bedeutet Friedrichstraße deshalb vor allem eines.
00:04:25: Warten!
00:04:26: Pässe werden vorgelegt, Dokumente geprüft, Gepäck kontrolliert, Grenzbeamte entscheiden wer weitergehen darf und wenn nicht.
00:04:35: Direkt neben dem Bahnhof steht eine Halle aus Glas und Stahl.
00:04:39: Im offiziellen Sprachgebrauch heißt sie schlicht Ausreisehalle.
00:04:43: In Berliner Volksmund bekommt sie bald einen anderen Namen Den Crén Palace.
00:04:48: Hier verabschieden sich Menschen voneinander.
00:04:50: Westdeutsche und Westberliner, die Verwandte im Osten besucht haben müssen zurück.
00:04:55: Angehörige aus der DDR dürfen sie häufig nur bis zu einem bestimmten Punkt begleiten.
00:05:01: Dann kommt die Kontrolle – und schließlich die Trennung!
00:05:04: Die einen gehen weiter in Richtung Westen, die anderen bleiben zurück.
00:05:08: Daher der Name Tränenpalast.
00:05:11: Doch der Bahnhof Friedrichstraße ist nicht nur ein Ort persönlicher Abschiede.
00:05:15: Er ist Teil eines Grenzsystems, das darauf ausgelegt ist Bewegung möglichst genau zu überwachen.
00:05:22: Für DDR-Sicherheitsorganen ist dieser Ort entsprechend sensibel.
00:05:26: Wer hier die Grenze überschreitet tut es nicht einfach indem er von einem Bahnsteig zum nächsten geht.
00:05:32: Er wird kontrolliert registriert beobachtet und genau an diesem Ort wird am Nachmittag des neunundzwanzigsten März, hier ein Mann gebracht der wenige Stunden zuvor noch gedroht hat in der polnischen Botschaft eine Brumbe zu zünden.
00:05:47: Schesler Kokutschka hat jetzt Dokumente bei sich die ihm den Weg nach Westberlin öffnen sollen.
00:05:52: vor ihm liegen die Kontrollstellen das Bahnhof Friedrichstraße unter hinter nur wenige Schritte entfernt der Westen.
00:06:00: Bevor wir uns den neunundzwanzigsten März seit Pien-Siebzig und den Ereignissen am Bahnhof Friedrichstraße nähern, müssen wir zunächst eine andere Frage stellen.
00:06:10: Wer war Schessler Kukutschka?
00:06:12: Und wie kam ein thirty- achtjähriger Mann aus einem kleinen Ort im Süden Polens überhaupt nach Ostberlin?
00:06:19: Denn lange Zeit wusste man darüber erstaunlich wenig.
00:06:23: Feststand zunächst nur was einige Schülerinnen an einem Freitag nach Mittag am März von seit Pion Siebzig beobachtet hatten.
00:06:31: Am neunundzwanzigsten März ist ein gewöhnlicher Werktag in Berlin.
00:06:35: Am Bahnhof Friedrichstraße herrscht Trägerbetrieb, Menschen passieren die Kontrollen zwischen Ost und West.
00:06:41: Reisende Warten, Dokumente werden geprüft.
00:06:44: Unter ihnen befindet sich eine Gruppeschülerin aus Bad Hersfeld.
00:06:48: Die Mädchen sind zwischen fünfzehn- und siebzehn Jahren alt.
00:06:51: Sie haben Ostberlin besucht und befinden sich nun auf dem Rückweg nach Westberlin.
00:06:57: Zwischen fünfzehn Uhr zehn und fünfzehner zwanzig beobachten sie einen Mann, der vor ihnen durch die Grenzkontrolle geht.
00:07:04: Sein Namen kennen Sie nicht!
00:07:05: Die sehen lediglich wie kurz zuvor zwei Frauen von einem Offizier zurückgeschickt werden.
00:07:11: Der Mann dagegen darf weitergehen.
00:07:13: Dann nähert sich ihm ein Zivilist.
00:07:15: Nach der späteren Schilderung der Schülerin trägt er einen dunklen Mantel Und eine getönte Prille.
00:07:22: Aus ungefähr zwei Metern Entfernung schießt er dem Mann in den Rücken mitten am Tag, mitten auf einem der meistfrequentierten Grenzübergänge zwischen Ost und Westberlin.
00:07:32: Vier Tage später, am zweiten April hier die Bildzeitung über den Vorfall berichtet – die Überschrift lautet Rätsel um ein Attentat an der Mauer in Berlin.
00:07:44: Doch genau das bleibt der Vorfall.
00:07:46: zunächst Ein Rätse.
00:07:48: Die zentrale Fassungsstelle des Landesjustizverwaltungen in Salzgitter beginnt mit den Vorermittlungen.
00:07:54: Ihre Aufgabe besteht darin, Hinweise und Beweise zu möglichen Unrechtstaten in der DDR zusammen.
00:08:01: Die ermittler Fragen bei der Polizei- und Kriminalpolizei in Westberlin nahe – dort weiß man nichts!
00:08:08: Auch bei der drei westlichen Schutzmächten der Vereinigten Staaten Großbritannien und Frankreich liegen offenbar keine Informationen über den Vorfall vor.
00:08:17: Aus Ostberlin kommt ebenfalls nichts….
00:08:20: die DDRpresse schweigt.
00:08:22: Kleine Anmerkung, das teilt sie ziemlich oft.
00:08:27: Und selbst im besten verschwindet die Geschichte nach dem ersten Zeitungsbericht wieder aus der Öffentlichkeit.
00:08:33: keine weiteren Berichte, keine bekannten zusätzlichen Augenzeugen und vor allem kein Name!
00:08:40: Der Mann, der an diesem Nachmittag am Bahnhof Friedrichstraße niedergeschossen wurde bleibt für die Ermittler zunächst ein Unbekannter.
00:08:48: Fast zwei Jahrzehnte vergehen – Die DDR existiert inzwischen nicht mehr.
00:08:53: Nach der deutschen Wiedervereinigung beginnen Staatsanwälte unter mittler, zahlreiche Gewalttaten an der Berliner Mauer noch einmal zu untersuchen.
00:09:01: Dabei taucht auch die alte Akte aus als Gitter wieder auf.
00:09:06: Anfang der Ninzehundertneunzigerjahre beschäftigt sich die Berliner Staatsanwaltschaft erneut mit dem Vorfall vom Neunundzwanzigsten März neunzentvierend siebzig.
00:09:15: Doch auch jetzt führen die Spuren zunächst nicht weiter.
00:09:20: In den Tagesmeldungen der DDR-Grenztruppen aus dem Jahr neunzeilvierundsiebzig findet sich kein entsprechender Vorfall.
00:09:27: Nicht was erklären könnte, wer der unbekannte Mann gewesen ist.
00:09:30: Nichts was erklären konnte weshalb auf ihn geschossen wurde und nichts was zu dem Schützen führt.
00:09:37: Im Mai nineteen sechstenneinzig wird der Vorgang deshalb erneut zu den Akten gelegt.
00:09:42: Es sieht so aus als würde die Geschichte dieses Mannes dort enden doch dreieinhalb Jahre später taucht sein Name auf Nicht in einer Grenzakte, nicht in einem Polizeibericht sondern im Obduktionsgutachten.
00:09:57: Ermittler der Zentralen Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität kurz ZERV werden systematisch die Obdukitionsberichte des Instituts für Gerichtliche Medizin der Humboldt Universität aus.
00:10:12: Sie suchen nach Fällen in den Schussverletzung eine Rolle spielen.
00:10:15: dabei stoßen sie auf einen Befund das Datum.
00:10:23: Der Tote ist ein polnischer Staatsbürger.
00:10:26: Sein Name Schesler Jan
00:10:28: Kukuszka,
00:10:28: thirty-eight Jahre alt gestorben an den Folgen einer Schussverletzung.
00:10:34: Der Schuss war ihm in den Rücken zugeschübt worden.
00:10:37: Plötzlich gibt es eine Verbindung.
00:10:39: Diamitler holen die alte Akte der zentralen Erfassungsstelle in Salzgildar vor.
00:10:44: Dort liegt noch immer die Aussage der Schülerin, wie am selben Tag am Bahnhof Friedrichstraße einen unbekannten Mann gesehen hatte.
00:10:52: Dem aus kurzer Entfernung in den Rücken geschossen worden war.
00:10:56: Der Atom und Verletzung stimmen überein.
00:10:59: Damit entsteht erstmals der Verdacht dass der Mann aus dem Obduktionsbericht und das namenlose Opfer vom Bahnhof friedrichstraß ein und dieselbe Person ist.
00:11:09: Nach mehr als fünfundzwanzig Jahren hat er unbekannter Einnahmen Schaßler Jan Kokuszka.
00:11:15: Doch mit seinem Namen beginnen die eigentlichen Fragen erst, warum war Kokuszkar am neunundzwanzigsten März nineteenundzeilvierundsiebzig überhaupt in Ostberlin?
00:11:24: Warum wollte er in den Westen und weshalb wurde auf ihn geschossen?
00:11:28: um darauf eine Antwort zu finden?
00:11:30: für die Geschichte weg von Berlin mehr als sechshundert Kilometer nach Südosten nach Polen.
00:11:37: Schesler Jan Kukuska wird am XXIII.
00:11:40: Juli in Kaminika geboren, einem Ort im Kreis Limanova im Süden Polens.
00:11:49: So Leute kleine kurze Entschuldigung dafür wenn die Namen falsch ausgesprochen werden oder auch die Ortsnamen.
00:11:56: tatsächlich kenne ich mich in der polnischen Aussprache nicht wirklich gut aus und muss das Internet dazu befragen wie man es ausspricht.
00:12:02: also nicht böse sein ist keine Absicht Kann tatsächlich vorkommen.
00:12:07: Sorry, das ist so weiter mit der Geschichte.
00:12:10: Hier wächst er also auf.
00:12:12: Er besucht die siebenklassige Volksschule.
00:12:15: Über seine Jugend ist noch wenig überliefert Doch einige Quellen geben zumindest einen Eindruck davon wie der junge Kokuscha in seinem Umfeld wahrgenommen wird.
00:12:24: Eine lokale Zeitschrift erzählt ihn später zu den besonders aktiven jungen Menschen des Ortes Ideenreich engagiert und bereit sich für andere um die Sache einzusetzen.
00:12:35: Mit siebzehn Jahren verlässt Kokuska seine Heimat.
00:12:39: Sein Ziel ist Nuwa Huta am Rand von Krakau.
00:12:43: Anfang der neunzehntfünfziger Jahre entsteht dort eines der großen Prestigeobjekte des sozialistischen Polens.
00:12:50: Rund um ein gewaltiges Stahlwerk soll eine neue Arbeitsstadt aufgebaut werden.
00:12:55: Junge Menschen aus dem Land werden angeworben, um dort zu arbeiten und am Aufbau dieser neuen sozialistische Stadt mitzuwirken.
00:13:04: Auch Schesler, Kokoschka gehört zu ihm.
00:13:06: Doch er bleibt nicht lange!
00:13:08: Schon bald kehrt ihn nach Kaminika zurück und offenbar spricht der dort offen darüber was er in Nowahuta erlebt hat.
00:13:16: Ein anonymer Bericht eines Delegierten aus Nowahutta vom achten Oktober twohundzeinfünfzig hält fest, Kokoshka erzähle anderen jungen Menschen die die Arbeiter dort durch hohe Arbeitsnormen und zusätzliche Verpflichtung stark belasten würden... mehr noch Er soll andere ausdrücklich davon abgehalten haben, sich für die Arbeit in Nowahuta zu melden.
00:13:37: Für einen siebzehnjährigen im Polen der frühen neunzehntfünfziger Jahre ist das zumindest bemerkenswert Denn Nowahutta ist zu dieser Zeit weit mehr als nur eine Baustelle.
00:13:48: Die Stadt soll zeigen wie die sozialistische Zukunft Polens aussehen kann Und Chesla Kokurska kehrte von dort und sein Heimatdorf zurück mit einer Erfahrung, die offenbar nicht zu diesem offiziellen Bild passt.
00:14:00: Noch liegen mehr als zwanzig Jahre zwischen diesem jungen Mann aus Kaminika und jenem Freitag nach Mittag am Bahnhof Friedrichstraße, Jahre in denen Kokoschka eine Familie gründen und ein anderes Leben beginnen wird.
00:14:13: Und Jahre, in denen sich langsam jene Geschichte entwickelt, die ihn schließlich im März hier in Berlin führen würde.
00:14:20: Doch zunächst gerät Shesla Kokushka noch einmal mit dem Gesetz in Konflikt.
00:14:25: Im Oktober bin ich seit dreiundfünfzig.
00:14:27: ein Jahr nach seiner Rückkehr aus Nowahuta ist er achtzehn Jahre alt, das Kreisgericht in Limanoba verurteilt ihn wegen einer angeblichen Unterschlagung zu zweieinhalb Jahren Haft.
00:14:39: was damals genau geschehen ist lässt sich heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren.
00:14:45: Mehr als zwanzig Jahre später, am letzten Tag seines Lebens wird Kuruska selbst ein etwas andere Version davon erzählen.
00:14:52: Gegenüber Mitarbeitern der polnischen Operativgruppe in Ostberlin gibt er an Er sei damals Leiter eines Restaurants gewesen.
00:15:00: Durch wie er es beschreibt Mannschaften des Personals sei eine Fehlbetrag entstanden.
00:15:06: Dafür habe man ihn zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
00:15:10: Belegen lässt sich diese Darstellung allerdings nicht.
00:15:12: Die bekannten Unterlagen sprechen von einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren, vollständig verbüßen musste Kokoschka auch diese Strafen nicht.
00:15:21: Im November nineteen fünfzig wird er auf Bewährung entlassen.
00:15:25: Danach beginnt ein neuer Abschnitt seines Lebens.
00:15:28: Kokoscha heiratet.
00:15:29: das Ehepaar bekommt drei Kinder.
00:15:32: Beruflich arbeitet er zunächst unter anderem für ein Reparatur- und Bauunternehmen im Kreis Limanova.
00:15:38: Später wechselt er zur Feuerwehr.
00:15:40: Mehrere Jahre ist Daniel Worts nur Limanover und Bils Kubiler tätig, er steigt zum Unterbrandmeister auf und erreicht damit einen Unterfiziersrang.
00:15:51: Von außen betrachtet scheint sich sein Leben damit in geregelte Bahnen zu bewegen.
00:15:56: Familie, Arbeit – ein fester Beruf.
00:15:58: Doch irgendwann beginnt Kukuska über seine Zukunft nachzudenken.
00:16:03: Warum er seine weitere Laufbahn bei der Feuerwehr schließlich aufgibt lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen.
00:16:09: Eine mögliche Erklärung liefert Kukushka selbst.
00:16:13: In einem handgeschriebenen Lebenslauf aus dem Herbst of three seventy erwähnt er dass er sich nach dem Tod seines Vaters für einige Zeit von der Feuerwerfer abschiedet habe.
00:16:22: Stattdessen habe er Saisonweise im privaten Bausektor gearbeitet.
00:16:27: Der Grund, den er dafür nennt ist ausgesprochen praktisch.
00:16:30: Dort verdient man deutlich mehr.
00:16:33: Vielleicht ist es zunächst tatsächlich nicht mehr als das – die Suche nach einem besseren Einkommen.
00:16:38: Doch wenige Monate später sprich Kokoska bereits von einem wesentlich größerem Schritt….
00:16:44: Er will Polen verlassen!
00:16:46: Nicht nur für eine andere Arbeitsstelle sondern dauerhaft.
00:16:50: Später.
00:16:50: in der polnischen Botschaft in Ostberlin würde er erklären, dass er in den Vereinigten Staaten auswandern wolle.
00:16:56: Dort, so sagt er, leben zwei seiner Tanten.
00:17:00: Dass die USA für ihn offenbar mehr ist als nur eine spontane Idee zeigt sich auch nach seinem Tod.
00:17:07: unter den Papieren, die Kokoschka bei sich trägt findet sich einer Adresse.
00:17:11: Sie führt nach Hollywood nicht nach Kalifornien sondern nach Hollywood im US-Bundestadt Florida.
00:17:18: Ob dort tatsächlich Verwandte von ihm leben und wie konkret seine Pläne zu diesem Zeitpunkt bereits gewesen sind, lebt offen.
00:17:25: Fest steht nur im Frühjahr of hier verschwindet Chesler Kokoszka.
00:17:32: Es ist Sonntag der dritte März, an diesen Tag erscheint Kokoszkr nicht bei seiner Arbeitsstelle.
00:17:39: Er meldet sich nicht ab.
00:17:40: eine Krankmeldung gibt es ebenfalls nicht.
00:17:43: Zunächst wartet man offenbar ab doch die Tage vergehen.
00:17:49: Nach sechs Tagen wendet sich die Feuerwehr im Bildskubiler schließlich an die örtliche Milizdirektion.
00:17:56: Die Kollegen haben bereits versucht, ihn zu finden.
00:17:59: Mehrfach suchen sie sowohl an seinem damaligen als auch an seinem früheren Wohnort nach ihm – unerfolg.
00:18:06: Von Chesla Kokuska fehlt jede Spur.
00:18:09: Am vierzehnten März sieht die Feuerwehre Konsequenzen Wegen, wie es in den Unterlagen heißt, eigenwilligen Verlassens der Arbeitsstelle wird sein Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet.
00:18:20: Doch damit ist die Frage nach seinem Aufenthaltsort nicht beantwortet.
00:18:25: Auch die Bürgermiliz sucht nach ihm – am sechsunzwanzigsten März kommt schließlich eine knappe Mitteilung zurück.
00:18:32: Kokuska habe sich so heißes darin an einen unbekannten Ort begeben.
00:18:37: Mehr weiß offenbar auch die Miliz nicht!
00:18:39: Seit dem dritten März ist der thirty-jährige Feuerwehrmann verschwunden.
00:18:44: Wo er sich in diesen Wochen auffällt, welchen Weg er nimmt und was genauer er plant lässt sich bislang nicht nachvollziehen.
00:18:51: Fast vier Wochen lang verliert sich jede Spur.
00:18:55: Dann taucht Chesler Kokoschka wieder auf Mehr als sechshundert Kilometer von seiner Heimat entfernt.
00:19:01: Es ist Freitag, der neunundzwanzigste März, neunzehnhundertvierend siebzig.
00:19:06: Der Ort ist Ostberlin Und an diesem Morgen betritt Kukuska ein Gebäude in der Hauptstadt der DWR.
00:19:13: Die Botschaft der Volksrepublik Polen.
00:19:15: Es ist gegen zwölf Uhr dreißig, als der Achtundreißigjährige die polnische Botschaft betritt.
00:19:21: Das Gebäudel liegt unter den Linden nur wenige hundert Meter vom Brandenburger Tor entfernt.
00:19:27: Beim Fördner erklärt Kukuszka er müsse eine wichtige Mitteilung übergeben.
00:19:31: Offenbar wird er nicht weiter kontrolliert.
00:19:34: Man führt ihn in einen Raum der Botschaft.
00:19:36: Dort wartet er.
00:19:38: Wenig später kommt zwar Männer zu ihm.
00:19:40: Einer von ihnen ist Oberst Maximilian Kanowski, Angehöriger der Berliner Operativgruppe des polnischen Innenministeriums.
00:19:48: Begleitet wird er von einem Mitarbeiter namens Ultefski.
00:19:52: Was Kokoska ihn nun mitteilt verändert die Situation schlagartig.
00:19:56: Er stellt ein Ultimatum.
00:19:58: Bis fünfzehn Uhr will er die Erlaubnis erhalten über den Grenzübergang Banu Friedrichstraße nach Westberlin auszureisen.
00:20:05: Andernfalls so droht er, werde er die polnische Botschaft mit einer Bombe sprengen.
00:20:10: Und er behauptet den Sprengsatz bereit bei sich zu haben.
00:20:13: Auf seinen Knien liegt eine geschlossene folgepackte Aktentasche.
00:20:18: Aus ihr ragt ein Schlaufer raus.
00:20:20: Kokoszka hält sie mit seiner linken Hand gespannt.
00:20:23: So jedenfalls beschreibt es später einen anonymer Bericht dem Oberst Kanowski zugeschrieben wird.
00:20:31: Kokoszkak geht noch weiter.
00:20:33: sollte man seine Forderungen nicht erfüllen, werde nicht nur die Botschaft betroffen sein.
00:20:37: Er droht mit Anschlägen auf drei weitere Gebäude in Berlin.
00:20:41: Eines davon das polnische Informations- und Kulturzentrum in der Kaliebknechtstraße.
00:20:47: Die westliche Welt – so soll er gesagt haben – werde darüber berichten.
00:20:52: Außerdem behauptet Kukuskan nicht allein zu handeln.
00:20:55: Zwei weitere Personen seien beteiligt Ein bekannter an Westberlin und ein Kontaktmann in Ostberlin.
00:21:02: Ob diese Personen tatsächlich existieren, ist zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
00:21:07: Auch über den angeblichen Sprengsatz spricht Koko Schkaus führlich.
00:21:10: Den Zünder so erklärt er habe er selbst gebaut – die notwendigen Kenntnisse haben er während des Militärdienstes erworben.
00:21:17: Den Sprendstoff wiederum habe er bereits bei einer früheren illegalen Einreise in die DDR mitgebracht.
00:21:24: Kanowski nimmt die Drohung offenbar ernst!
00:21:27: In seinem späteren Bericht hält er fest, aus Kokoschka's Erklärung habe man schließen können dass dieser tatsächlich Kenntnis auf dem Gebiet der Pyrotechnik besaß.
00:21:37: Doch während Kokoscha über seine Pläne spricht kommt das Gespräch auch auf seine Familie.
00:21:42: Seine Frau behauptete er bis sie nichts von seinem Vorhaben und an dieser Stelle verändert sich Narkanovskis Darstellung sein Auftreten.
00:21:50: wenn Kokoschar von seiner Familie gesprochen habe sei er gerührt gewesen.
00:21:54: er habe Tränen in den Augen gehabt.
00:21:56: Was Kokoszka in diesen Stunden tatsächlich denkt, wissen wir nicht.
00:22:00: Sicher ist nur er bleibt misstrauisch.
00:22:03: Immer wieder schaut er auf die Uhr – das Ultimatum läuft!
00:22:07: Einen angebotenen Kaffee lehnt der ab.
00:22:09: Schließlich erklären ihn die Männer dass seine Ausreise nicht sofort möglich sein.
00:22:14: Man müsse zunächst ein besonderes Reisedokument für ihn ausstellen.
00:22:18: Kokoszkr akzeptiert diese Erklärung.
00:22:21: Damit bekommt Kanowski die Gelegenheit den Raum zu verlassen offiziell um den notwendigen Passierschein nach West-Berlin zu beschaffen.
00:22:29: Tatsächlich setzt er sich ans Telefon, es ist drei zehn Uhr
00:22:32: zehn.".
00:22:34: Karnowski ruft Oberst Willi Damm an.
00:22:37: Damm leitet die Abteilung X des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR – zunächst zuständig für internationale Verbindungen.
00:22:45: Von diesem Moment an ist die Stasi unmittelbar in den Fall eingebunden.
00:22:54: und dort fällt eine Entscheidung, die für den weiteren Verlauf dieses Tages entscheidend sein wird.
00:23:01: Kukuska soll laut der Formulierung in den Unterlagen nach Möglichkeit außerhalb des Gebäudes der Botschaft der Volksrepublik Polen unschädlich gemacht werden.
00:23:11: Zunächst geht es also darum ihn aus der Botschafter rauszubekommen.
00:23:15: Weniger als einer Stunde nach Kanowski's Anruf trifft Willi Damm selbst auf dem Botschaftsgelände ein.
00:23:21: Er kommt nicht allein.
00:23:23: Bei ihm sind zwei weitere Stasi-Offiziere, Oberstleutnant Hans Sabat vom zentralen Operativstab der Zivilkleidung trägt und Major Sanftenberg von der Hauptabteilung fünf.
00:23:34: Diese Abteilung ist unter anderem für Passkontrollen und den Reiseverkehr zuständig.
00:23:40: Ihre Mitarbeiter treten an den Grenzübergängen in Uniformen der Grenztruppen auf – nun beginnt man tatsächlich damit Kokoschka's Ausreise vorzubereiten.
00:23:50: Zumindest sieht es so aus!
00:23:52: Im Dienstzimmer von Oberst-Wachlauer Saraszewski, dem Leiter der polnischen Operativgruppen Ostberlin, fertigt Sanktenberg ein Passersatzdokument an.
00:24:02: Dazu kommt das notwendige Visum für die Ausreise nach Westberlin – nur eines fehlt!
00:24:08: Ein Passfoto.
00:24:09: Auch dafür gibt es eine Erklärung.
00:24:11: Man versichert, Kokoschka das Foto könne innerhalb von zwei Minuten an einem Automaten direkt am Grenzübergang Friedrichstraße angefertigt werden.
00:24:19: Später wird es in einem Bericht der Staatssicherheit und des DDR-Generalstaatsanwaltes heißen – dieser Erklärungen habe dazu gedient Kokoscha zu beruhigen.
00:24:29: Während die Dokumente vorbereitet werden versucht Ghanovsky herauszufinden was die ostdeutsche Seite tatsächlich vorhat.
00:24:37: Wird man Kukuska wirklich nach Westberlin ausreisen lassen?
00:24:40: Die Antwort ist eindeutig.
00:24:43: Stasi Oberstamm erklärt ihm, dass Hauptziebestehe darin ein Anschlag zu verhindern.
00:24:48: Vor allem dürfe er innerhalb der polnischen Botschaft zu keinem Zwischenfall kommen.
00:24:53: Alles weitere Sodam müsse anschließend auf dem Gebiet der DDR geklärt werden und dabei können es notwendig werden eine Waffe einzusetzen um Kukushka erneut fällt dieses Wort unschädlich zu machen.
00:25:05: Damm hält später fest, Kranowski selber diese Mitteilung sichtbar erleichtert gewesen und habe sein Einverständnis erklärt.
00:25:13: Während Schesler Kokuska also darauf wartete dass seine vermeintliche Ausreise organisiert wird wissen die Männer um ihn herum bereits der Plan ist ein anderer.
00:25:24: Gegen vierzehn Uhr vierzig verlässt Kokusker die polnische Botschaft.
00:25:28: Er trägt nun tatsächlich die Dokumente beisigt, auf die er gewartet hat.
00:25:32: Ein Reisedokument ein Visum und eine Ausreisekarte.
00:25:36: Auf eigenen Wunsch erhält er von Kranowski sogar noch einige Westmark.
00:25:41: Für Kokurschka muss zu diesem Zeitpunkt zumindest der äußere Eindruck entstehen dass seine Forderung erfüllt wird.
00:25:47: Dann steigt er in ein Auto.
00:25:49: Am Steuer sitzt Stasi Oberstleutnant Hans Sabat.
00:25:52: Die polnischen Geheimdienstmitarbeiter bleiben in der Botschaft zurück.
00:25:56: Sabbat fährt Kokoschka zum Bahnhof Friedrichstraße.
00:26:00: Es ist nur eine kurze Strecke durch das Zentrum Ost-Berlinz, am Grenzübergang sind zu diesem Zeitpunkt bereits Vorbereitung getroffen worden.
00:26:08: Welche genau bleibt unklar?
00:26:10: Willi Damm schreibt später lediglich die Hauptabteilung Fünnenfarbe dort die erfolgreichen Vorbereitungsmaßnahmen getroffen.
00:26:17: Mehr Verräte berichten nicht!
00:26:19: Sabbat begleitet Kokoscha bis zum Ausreise Pavilion neben dem Bahnhof Zu jenem Gebäude, das die Berliner längst unter einem anderen Namen kennen.
00:26:28: Den Drehenpalast.
00:26:29: Hier beginnt für Kokoschka die Abfertigung und offenbar wird er dabei die ganze Zeit von Mitarbeitern der Hauptabteilung V beobachtet.
00:26:37: Was in den nächsten Minuten genau geschieht lässt sich bis heute nicht vollständig rekonstruieren.
00:26:43: Die Akten der Stadtsicherheit bleiben aufhallen knapp.
00:26:46: Damals schreibt lediglich, dass es gegen fünfzehn Uhr während der Abfertigung dem eingesetzten Kräften gelungen sei Kukuska wie es wörtlich heißt ohne besonderes Aufsehen gegenüber anderen Ausreisen unschädlich zu machen.
00:27:01: Was sich dahinter oder hinter dieser Formulierung verbirgt wissen wir aus anderen Quellen.
00:27:06: ein Schuss fällt.
00:27:07: Schessler-Kukusker wird getroffen.
00:27:09: Der polnische Botschaftsrat Ernst Kuska, der selbst nicht dabei ist beschreibt es später so Beim Versuch, Kokoschka zu überwältigen habe eine Schusswaffe eingesetzt werden müssen.
00:27:21: Kokoscha sei dabei verletzt worden doch die Verletzung ist schwer – sehr schwer!
00:27:27: Trotzdem bringt man ihn nicht in das nächstgelegene Krankenhaus.
00:27:30: Stattdessen wird der angeschossene Kokoscher mehrere Kilometer durch Ostberlin transportiert.
00:27:35: Sein Ziel ist das Haftkrankenhaus des Ministeriums für Staatssicherheit auf dem Gelände der Untersuchungshaftanstalt in Berlin Hohenschönhausen.
00:27:45: In der Einlieferungsanzeige der Stasi wird als Grund der dringende Verdacht auf Terror und einen ungesetzlichen Grenzübertritt angegeben.
00:27:53: Während Kokushka dort behandelt wird, laufen die bürokratischen Vorgänge weiter.
00:27:59: Doch zu einem richterlichen Haftbefehl kommt es nicht mehr.
00:28:02: Um achtzehn Uhr zweiunddreißig stirbt Chesla Kokushkar auf dem Operationstisch – er ist verblutet!
00:28:09: Die Kugel ist von hinten in sein Körper eingedrungen….
00:28:12: Der Schuss hat schwere Verletzungen, Lunge, Milz und Leber verursacht.
00:28:17: Chesla Kokuszka wird auch alt.
00:28:21: Doch damit endet die Geschichte dieses neunzwanzigsten März noch nicht.
00:28:25: Denn nun stellt sich die entscheidende Frage – was befand sich eigentlich in jener Akkentasche mit der Kokuszka wenige Stunden zuvor getroht hatte, die polnische Botschaft und weitere Gebäude zu sprengen?
00:28:37: Schon am folgenden Tag, dem threißigsten März, neunzeitvierend siebzig untersucht die technische Untersuchungsstelle der Stadtsicherheit Die Tasche.
00:28:46: Sie ist tatsächlich vollgepackt – doch nicht mit Sprengstoff!
00:28:49: Die Mitarbeiter finden unter anderem ein Hydrantendeckel eine zerbrochene Whiskeyflasche einen Rasierpinsel und ein Rasierapparat Eine Schuhbürste- und Schukreme Nähnadeln, Nähgarn und weitere Gegenstände.
00:29:04: Was sie nicht finden, es entspringt Körper.
00:29:07: Die Bombe, mit der Kokoschka in der Botschaft gedroht hatte existiert offenbar nicht.
00:29:12: Doch noch etwas fällt in den Unterlagen auf.
00:29:15: Bis zu diesem Zeitpunkt findet sich dort kein Hinweis darauf das Kokoscha eine Schusswaffe bei sich getragen hätte.
00:29:22: Das ändert sich erst einige Tage später.
00:29:26: Am zweiten April hier berichtet die Bild-Zeitung über die Schüsse am Bahnhof Friedrichstraße.
00:29:32: Erst danach werden dem bereits verstorbenen Kokoscher noch Fingerabdrücke abgenommen und am vierten April sechs Tage nach dem Tod erscheint ein Bericht der Hauptabteilung fünf der Staatssicherheit erstmals eine Pistole.
00:29:46: Nun lautet die Darstellung, Kokoschke habe am Grenzübergang zwei Grenzposten mit einer Waffe bedroht – daraufhin habe einer der Posten auf ihn geschossen.
00:29:56: Diese Version wird später auch zur Grundlage eines Berichts des DDR-Generalstaatsanwalts an die polnische Seite.
00:30:04: Doch die angebliche Waffe wird erst noch viel später untersucht.
00:30:08: Am fünften April, sieben Tage nach den Schüssen liegt die Pistole schließlich den Spezialisten der Staatssicherheit vor.
00:30:15: Sie erklären die Waffe für funktionsfähig und sie finden Fingerabdrücke von Chesler Kokoschka darauf.
00:30:21: Zu diesem Zeitpunkt existiert allerdings bereits ein weiteres Dokument eines das mit der offiziellen Darstellung nur schwer zusammenpasst.
00:30:29: Am dritten April wird Kukuskas Leichnam am Institut für gerichtliche Medizin der Humboldt-Universität obduziert.
00:30:37: Bei seiner Einlieferung in die Gerichtsmedizin hatte es gehießen, er sei mit einer Bauchschussverletzung in ein Krankenhaus gebracht worden und während der Operation gestorben.
00:30:47: Die Obduktion kommt zu einem anderen Ergebnis.
00:30:50: Die Rechtsmediziner untersuchen die Beschädigungen an der Kleidung, finden Fasern an der Wunde und betrachten den Verlauf des Schusskanals.
00:30:57: Ihr Befund ist eindeutig.
00:31:00: Shesla Kokuska wurde in den Rücken geschossen.
00:31:03: Damit ergibt sich ein erheblicher Widerspruch zwischen dem medizinischen Befunden und jener Darstellung, wie wenige Tage später in den Akten der Stadtsicherheit auftaucht.
00:31:12: Die zeitliche Abfolge wirft weitere Fragen auf.
00:31:15: Die späteren Ermittlungen kommen deshalb zu dem Schluss, dass vieles dafür spricht, das Kokoschka der Waffenbesitz nachträglich zugeschrieben wurde.
00:31:23: Offenbar um den tödlichen Schuss zurechtfertigen.
00:31:27: Doch hier dringt davon nichts nach außen.
00:31:31: Nach der Obduktion gibt die DDR Generalstaatsanwaltschaft Kokoschas Leichnam am vierten April zur Erd- und Feuerbestattung frei.
00:31:40: Einen Tag später stellt das Standesamt Berlin Mitte und die notwendigen Unterlagen für die Sozialversicherung aus.
00:31:48: Auf staatlicher Ebene versucht man unterdessen den Fall möglichst geräuschlos abzustießen.
00:31:53: Weder die DDR noch die polnische Regierung haben Interesse daran, dass Kokoszka's Tod öffentliche Aufmerksamkeit bekommt.
00:32:01: Und während in Berlin bereits entschieden wird was mit seinem Leichnam geschehen soll gibt es Menschen in Polen die immer nicht wissen was passiert ist Seine Frau, seine Kinder, seine Familie.
00:32:13: Sie warten seit Anfang März auf eine Nachricht von Czesla Kokoszka.
00:32:17: Ohne sie zu fragen einigen sich die Behörden darauf sein Leichnam einzuerschauen und die ohne nach Polenz überführen.
00:32:25: Zu diesem Zeitpunkt weiß seine Familie noch nicht einmal dass Czeslakokoszak tot ist.
00:32:30: Nach Kokoszkas Tod beginnt zwischen den Behördern der DDR und Polenz eine zweite Geschichte Eine Geschichte darüber was nach außen dringend darf und was besser verborgen bleiben soll.
00:32:42: Auf polnischer Seite entsteht sogar der Vorschlag, Kokoszka's Tod offiziell als Selbstmord mit einer Waffe darzustellen – die DDR lehnt das ab!
00:32:52: Nicht aus Rücksicht auf Kokoszkawa oder seine Familie sondern aus formalen Gründen.
00:32:57: Eine solche Darstellung könne so heißt es mit der Gesetzlichkeit der DDR in Konflikt geraten.
00:33:03: Schließlich existieren bereits ein Obduktionsprotokoll eine Sterbogrunde und weitere Unterlagen.
00:33:10: Auch Stasi-Minister Erich Mielke scheint die polnische Variante nicht zu unterstützen.
00:33:16: So bleibt Kukuska zumindest diese nachträgliche Erklärung erspart.
00:33:20: Ende April oder Anfang Mai übergibt die DDR schließlich den polnischen Konsum Stanislav Sporunjuk, die Ohne von Kukuszkas Asche.
00:33:29: Dazu kommen die notwendigen Dokumente persönliche Gegenstände, die Kukuschka bei sich getragen hatte.
00:33:35: Ein zusammenfassender Bericht liegt bereits vor Ebenso die Sterbohrkunde und der Totenschein, doch auch jetzt soll möglichst wenig bekannt werden.
00:33:45: Die polnische Botschaft erstellt für den eigenen Gebrauch eine gekürzte Fassung der Ereignisse vom neunundzwanzigsten März.
00:33:51: Darin ist nur von einem Fluchtversuch Kokoschgas am Bahnhof Friedrichstraße die Rede.
00:33:56: Sein Besuch in der Botschaft wird nicht erwähnt.
00:34:00: Auch seine Bombendrohung fehlt.
00:34:02: Der Grund wird in den Unterlagen offen bekannt.
00:34:04: Man will mögliche unerwünschte Reaktionen in Polen verhindern.
00:34:09: Und nun möchte man vermeiden, dass andere Menschen Kokos das Vorgehen nachahmen.
00:34:13: Botschafter Domorowski schlägt deshalb vor die vollständige Darstellung desfalls ausschließlich an die Geheimkanzlei der polnischen Außenadministriens aufzubewahren.
00:34:23: Zugriff soll nur ein streng begrenzter Personenkreis erhalten.
00:34:27: Auch im Warshow ist man sich einig Die Angelegenheit soll geheim bleiben.
00:34:32: In einer anderen Akte findet sich schließlich eine handschäftliche Randnotiz, sie ist kurz und deutlich.
00:34:39: Die Familie Kokoszka soll nicht in die DDR fahren.
00:34:42: Während die Behörden also Längsberichte austauschen, Akten anlegen und über den weiteren Umgang mit dem Fall entscheiden hat Kokoszkas Familie noch immer kaum eine Vorstellung davon was in Berlin geschehen ist.
00:34:55: Am Feierundzwanzigsten Mai-Ninzeun-Siebzig erhält Emilia Kokoskar schließlich die Ohne ihres Mannes.
00:35:01: Ein Kreisstaatsanwalt übergibt ihr außerdem ein Paket mit persönlichen Gegenständen und dem Todenschein.
00:35:07: Mehr bleibt ihr von Chesler Kukuska zunächst nicht.
00:35:11: Am folgenden Tag findet in Kaminika die Beilsetzung statt, kirchlich im engsten Familienkreis.
00:35:17: Der Gemeindevorsteher meldet anschließend dass er bei der Beerdigung keine öffentliche Proteste oder Demonstration gegeben habe.
00:35:25: Auch unter den Bewohnern des Ortes sei nichts Auffälliges geschehen.
00:35:29: Der zuständige Kreisstaat van Waalck berichtet dies nach Warscher offenbar mit Erleichterung.
00:35:35: Die Angelegenheit ist nach außen ruhig geblieben, genauso wie es die Behörden gewollt hatten.
00:35:42: Auch auf Seiten des Ministeriums für Staatssicherheit wird der Einsatz offenbar als Erfolg bewertet.
00:35:47: Ende Mai und Seunfhren-Siebzig erhält Oberstleutnant Hans Sabber den Kampforden für Verdienste um Volk & Vaterland in Gold.
00:35:56: In der Begründung heißt es, durch sein umsichtiges Handeln sei eine schwere Grenzprovokation verhindert und der so Formulierung des Stasi terroristunschädlich gemacht worden.
00:36:07: Für die beteiligten Sicherheitsapparate ist der Fall damit weitgehend abgeschlossen – für die Justiz allerdings nicht.
00:36:14: Zumindest nicht endgültig!
00:36:16: Mehrfach wird später Versuch, den tödlichen Schuss auf Shesla Kokoschka aufzuklären.
00:36:21: Mitte der neunzehnten Hundertsiebzigerjahre dann erneut Anfang der NeunzehnundneunzigerJahre und noch einmal gegen Ende der Neuneunzigernahre.
00:36:30: doch jedes Mal stoßen ja mittler auf dieselben Probleme unklare Zeugenausdagen und widersprüchliche Akten und vermutlich bewusst verfälschte Darstellungen der Stadtsicherheit.
00:36:41: Im Dezember, Zwei-Tausendfünf zieht die Berliner Staatsanwaltschaft schließlich ein abschließendes Resümee.
00:36:48: Die Schülerin, die den Vorfall nirgendsundseidvierend siebzig am Bahnhof Friedrichstraße gesehen hatte hatten sich in Ansicht der Ermittler unmittelbar nach der Tat an einzelnen Punkten widersprochen.
00:36:59: Ihre Beschreibung reicht nicht aus um den Schützen zweifelsfrei zu identifizieren.
00:37:04: Hinzu kam ein weiteres
00:37:06: Problem.".
00:37:07: Die Zeuginnen hatten Kokoschka und den Schützen von hinten beobachtet.
00:37:11: Sie konnten deshalb nicht sicher kennen, ob Kokoscha möglicherweise tatsächlich eine Pistole vor seinem Körper gehalten hatte oder diese gezogen hatte.
00:37:20: Die Staatsanwaltschaft ging zwar davon aus dass sich damals beteiligte Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit grundsätzlich noch einmal ermitteln ließen aber selbst wenn man ihren Namen kannte liess ich daraus noch nicht beweisen wer geschossen hat.
00:37:35: Eine sichere Wiedererkennung durch die damaligen Zeuginnen hielt man nach mehr als drei Jahrzehnten für ausgeschlossen.
00:37:42: Und noch etwas erschwerte die Ermittlung, wenn die Staatssicherheit den Bahnablauf des Geschehens tatsächlich verschleiert hatte und wovon die Staatsanwaltschaft ausgeht, dann war kaum zu erwarten dass ich in ihren eigenen Akten eine genaue und ehrliche Beschreibung des tödlichen Schusses finden würde.
00:37:59: Auch vom polnischer Seite erwarteten Diamitler keine Unterlagen mehr, die eine andere Darstellung eindeutig belegen konnte.
00:38:06: Am Ende bleibt deshalb eine nüchterer Feststellung Die Staatsanwaltschaft kommt zu dem Schloß dass sich der tatsächliche Ablauf nicht mal vollständig aufklären lasse.
00:38:15: Am einundzwanzigsten Dezember zweitausendfünf wird das Verfahren eingestellt.
00:38:20: Mehr als dreißig Jahre nach jedem Freitag nach Mittag am Bahnhof Friedrichstraße gibt es damit noch immer keinen verurteilten Täter.
00:38:28: Der Schuss auf Shesla Kokurshka am neunundzwanzigsten März, seit den Seinzeiten in den Rücken traf bleibt strafrechtlich ohne Folgen und für lange Zeit sieht es so aus als würde sich daran auch nichts mehr ändern.
00:38:40: Sheslaka Kokurschka stirbt an einem Ort der damals für Millionen Menschen eine ganz eigene Bedeutung hat.
00:38:49: Der Bahnhof Friedrichstraße ist nicht irgendeinen Bahnhof – und der gläserne Pavillon neben ihm ist nicht einfach nur eine Abfertigungshalle.
00:38:58: Es ist ein Ort des Wabens, der Kontrolle und vor allem des Abschieds.
00:39:02: Ein Ort dessen eigentlicher Name im Laufe der Jahre fast in Vergessenheit gerät.
00:39:07: Denn die Berliner geben ihm einen anderen Tränenpalast.
00:39:11: Um zu verstehen warum dieser Ort bis heute so eng mit der deutschen Teilung verbunden ist müssen wir noch einmal zurückgehen – nicht bis hier in den letzten Jahren.
00:39:22: Am threizehnten August neunzeilteinundsechzig beginnt die DDR-Führung, die Grenze zu Westberlin abzuregeln.
00:39:29: Straßen werden gesperrt, Stacheldraht wird ausgerollt, Verbindungen werden unterbrochen.
00:39:34: Aus einer Grenze innerhalb einer Stadt entsteht in den kommenden Monaten ein immer stärker ausgebautes Sperrsystem.
00:39:41: Berlin ist nun nicht monopolitisch geteilt.
00:39:44: Die Teilung wird sichtbar und sie greift unmittelbar an das Leben der Menschen ein.
00:39:49: Familien leben plötzlich auf verschiedenen Seiten.
00:39:53: Freunde können sich nicht mehr ohne Weiteres besuchen, Arbeitswege verschwinden Straßen enden an Sperren U-Bahn und S-Bahnenverbindungen werden verändert oder unterbrochen Und mitten in dieser geteilten Stadt liegt der Bahnhof Friedrichstraße.
00:40:08: Er wird zu einem jener Ort, an den der Übergang zwischen den beiden Teilen Berlins überhaupt noch möglich ist.
00:40:15: Doch dafür braucht ein neues System Ein System, das kontrolliert, wer die DDR verlässt, geeinreisender.
00:40:22: Welche Dokumente jemand besitzt und ob diese Person tatsächlich die Erlaubnis hat, die Grenze zu passieren?
00:40:28: Rund ein Jahr nach dem Bau der Mauer entsteht deshalb unmittelbar neben dem Bahnhof eine neue Ausreisehalle.
00:40:34: In den letzten Jahren wird der spätere Tränenpalast eröffnet und von hier aus werden Reisen abgefertigt, die DDR in Richtung Westberlin verlassen.
00:40:45: Architektonisch wirkt das Gebäude zunächst beinahe leicht, wie Glas eine geschwungene Dachkannte.
00:40:52: Eine moderne Konstruktion aus Stahl und Glas.
00:40:55: Große Fensterflächen lassen Tageslicht hinein.
00:40:58: Es ist kein wuchtiger Betonbau Keine Festung keine Mauer.
00:41:03: Und gerade darin liegt ein auffälliger Gegensatz Denn hinter der transparenten Fassade befindet sich streng kontrollierter Grenzübergang Ein Ort, an dem der Staat genau festlegt wer gehen darf und wer bleiben muss.
00:41:15: Der Tränenpalast ist dabei nur ein Teil eines wesentlich größeren Grenzsystems rund um den Bahnhof Friedrichstraße.
00:41:22: Der Bahnhof selbst nimmt deshalb innerhalb des geteilten Berlins eine besondere Stellung ein.
00:41:28: Hier treffen verschiedene Verkehrswege aufeinander Züger aus dem Osten Verbindungen im Westen S-Bahn U-Bahnen Fernverkehr.
00:41:36: Doch die Menschen, die ja unterwegs sind bewegen sich nicht einfach frei von einem Bahnsteig zum anderen.
00:41:42: Sie werden durch voneinander getrennte Bereiche geführt – Durchgänge, Kontrollstellen Abfertigungsschalter, Passkontrollen.
00:41:49: Für viele Reisende beginnt oder endet die Reise deshalb nicht mit einem Zug sondern mit einer Prüfung.
00:41:56: Papiere werden vorgelegt, Visa kontrolliert Personen überprüft Gepäck kann durchsucht werden Und hinter den Abfertigungsschaltern arbeitet nicht einfach nur gewöhnliche Grenzbeamte.
00:42:08: An den Passkontrollen sind Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit eingesetzt, die in Uniform der Grenztruppen auftreten.
00:42:16: Wer hier steht weiß also, die Grenze ist nicht nur eine Linie auf einer Karte – sie ist ein Verfahren, ein bürokratischer Vorgang, ein System aus Genehmigungen, Stempeln und Kontrollen.
00:42:28: Für viele Menschen ist sie vor allem eines — eine Trennung!
00:42:32: Der Name Tränenpalast ist kein offizieller Begriff.
00:42:35: In den Unterlagen heißt das Gebäude Nüchtern Ausreisehalle, doch diejenigen, die in diesen Ort nutzen finden irgendwann einen anderen Namen Denn hier spielen sich immer wieder dieselben Szenen ab.
00:42:47: Menschen begleiten Verwandte oder Freunde bis zur Grenze.
00:42:51: Dann müssen sie stehen bleiben.
00:42:53: Die Besucher aus dem Westen dürfen zurück.
00:42:55: Die Angehörigen aus der DDR bleiben im Osten.
00:42:59: Man weiß nicht immer wann man sich wiedersehen wird.
00:43:01: Manchmal vergehen Wochen, manchmal Monate, manchmal Jahre.
00:43:06: Und für manche bleibt der Abschied endgültig.
00:43:10: Genau daraus entsteht der Name!
00:43:12: Der Palast aus Glas wird zum Drehenpalast – nicht weil der Staat ihn so nennt sondern weil die Menschen, die hier Abschied nehmen in diesen Namen geben.
00:43:22: Gerade Anfang der neunzehntes sechziger Jahre wird sichtbar welche Bedeutung dieser Ort bekommt.
00:43:28: Als nach dem Passierscheinabkommen Ende newnzer-treiundsechzig erstmals wieder viele Westberliner ihre Angehörigen im Osten besuchen können, strömen deshalb innerhalb weniger Wochen hunderttausende Menschen über die Grenzübergänge.
00:43:40: Auch in der Friedrichstraße gehört dazu – Die Besuche sind für viele Familien eine seltene Gelegenheit sich nach langer Trennung wieder zu sehen.
00:43:49: Nicht nur die Grenze entscheidet Überbewegungsfreiheit Auch die Sicherheitsorgane entscheiden darüber, wie mit einem Menschen umgegangen wird.
00:43:57: Der Versuch dieser Ordnung zu durchbrechen.
00:44:00: Kurkuschka wird hier niedergeschossen und jahrzehntelang bleibt verborgen was genau an diesem Nachmittag geschehen ist.
00:44:07: Seine Geschichte ist deshalb eng mit dem Drehenpalast verbunden aber sie ist nur eine von vielen Denn jeder Mensch der diese Halle betritt bringt seine eigene Geschichte mit.
00:44:19: Da sind Westberliner, die ihre Angehörigen im Osten besuchen.
00:44:23: Westdeutsche auf dem Weg zurück in die Bundesrepublik.
00:44:27: DDR-Bürger mit einer genehmigten Reise.
00:44:30: Menschen, die dauerhaft ausreisen dürfen.
00:44:32: Menschen die vielleicht nicht wissen wann sie zurückkehren und Menschen die wissen dass sie nicht zurückkehern werden.
00:44:40: Über Jahrzehnte hinweg wiederholt sich hier immer wieder das selbe Ritual Dokumente zeigen warten weiter gehen noch einmal zurück dann durch die Kontrolle und irgendwann schließt sich hinter ihnen eine Tür.
00:44:53: Der Tränenpalast wird deshalb nicht allein wegen der politischen Geschichte wichtig, seine Bedeutung liegt gerade im Persönlichen.
00:45:01: Die Berliner Mauer besteht aus Beton, Stahl, Schweranlagen und Grenztürm.
00:45:05: Doch Teilung bedeutet für die meisten Menschen etwas viel einfacheres Dass jemand fehlt, dass jemand auf der anderen Seite lebt Das man ein Geburtstag verpasst Eine Hochzeit?
00:45:15: Ein Begräbnis oder dass ein Besuch nur möglich ist, wenn ein Staat es ihm erlaubt.
00:45:20: Der Tränenpalast bündet all das an einem einzigen Ort.
00:45:25: Dann kommt das Jahr neunzehntneunundachtzig.
00:45:27: Die politische Lage in der DDR verändert sich.
00:45:31: Immer mehr Menschen protestieren immer mehr Menschen verlassen das Land.
00:45:36: Der Druck auf die Staatsführung wächst Und am Abend des neunten November, das was wenige Stunden zuvor kaum noch jemand für möglich gehalten hätte.
00:45:46: Die Berliner Mauer öffnet sich – auch an Bahnhof Friedrichstraße verändert sich damit innerhalb kürzester Zeit alles!
00:45:53: Das System, für das der Tränenpalast gebaut worden war, verliert seine Grundlage.
00:45:58: Die Halle in der Jahrzehntelang kontrolliert wurde.
00:46:01: wer die DDR verlassen durfte braucht diese Funktion nicht mehr.
00:46:05: Mit der Öffnung der Grenze endet auch die Geschichte des Tränepalastes als Ausreisehalle.
00:46:11: Was jahrzehntelang streng geregelt war, wird plötzlich selbstverständlich – Menschen gehen über die Grenze ohne die bisherigen Kontrollen, ohne dieselben Genehmigung, ohne die Fragen ob sie zurückkehren dürfen.
00:46:25: Ein Gebäude das für eine bestimmte politische Ordnung errichtet worden ist, wird damit innerhalb weniger Monate zu einem gelegt.
00:46:32: Doch es verschwindet nicht!
00:46:34: Und genau hier beginnt der Teil der Geschichte, der für uns vielleicht am wichtigsten ist.
00:46:39: Was bleibt?
00:46:41: Nach Ende der DDR hätte man den Tränenpalast abreißen können.
00:46:45: Viele Gebäude der Grenzanlagen verschwinden in den Jahren nach neunzehnundachtzig.
00:46:50: Mauern werden abgetragen, Kontrollstellen beseitigt, Grenzstreifen überbaut.
00:46:55: Berlin soll wieder zusammen wachsen und das tut die Stadt auch.
00:47:00: Doch mit jenem verschwundenem Grenzbau verschwindet zugleich ein sichtbares Stück, jener Welt in der die Teilung einmal Alltag war.
00:47:08: Der Tränenverlast bleibt stehen!
00:47:10: Bereits am zweiten Oktober-Ninzentundneunzig unmittelbar vor der deutschen Wiedervereinigung wird das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt – doch zunächst wird aus dem ehemaligen Grenzort kein Museum.
00:47:23: In den Jahren nach der Wiedervereinigung kommt das Gebärde ein vollkommen anderes Leben Ab.
00:47:29: nineteenundneunzig wird der Tränenpalast als Veranstaltungsort genutzt.
00:47:33: Konzerte, Kaberee, Partys, Kulturveranstaltung – wo früher Pässe kontrolliert wurden – treffen sich nun Menschen freiwillig.
00:47:42: Wo früher Abschied genommen wurde, wird jetzt getanzt!
00:47:45: Das wirkt zunächst fast wie ein Bruch mit der Geschichte aber vielleicht zeigt sich gerade diese Nutzung die grundlegend sich Berlin verändert hat?
00:47:54: Der Ort ist nicht mehr Teil einer Grenze Er gehört wieder zu einer Stadt.
00:47:59: Diese Phase endet in dem Jahr zwei Tausend Sechs.
00:48:01: Später wird festgelegt, dass historische Gebäude dauerhaft als Erinnerungs- und Ausstellungsort zu nutzen.
00:48:08: Und schließlich kehrt seine Geschichte selbst in die Halle zurück!
00:48:12: Seit das Jahr zweitausend elf befindet sich im denkmalgeschützten Drehenverlast eine Dauerausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
00:48:21: Ihr Thema ist genau das was dieser Ort jahrzehntelang verkörpert hat Die Deutsche Teilung.
00:48:27: Heute ist der Tränenpalast ein historischer Erinnerungsort und ein Museum, die Ausstellung arbeitet mit biografischen Geschichten, Zeitzeugeninterviews, Dokumentationen und Originalobjekten um Macht sichtbar wie Grenze und Teilungen in den Alltag der Menschen eingegriffen haben.
00:48:44: Und das Besondere ist, die Geschichte wird nicht irgendwo erzählt.
00:48:48: sie wird genau dort erzählt wo sich stattgefunden hat.
00:48:51: Besucher betreten dieselbe Halle, sie sehen erhaltenen und rekonstruierte Kontrollbereiche.
00:48:57: Sie sehen Schilder, Dokumente, Koffer, persönliche Gegenstände – und sie können durch jene räumliche Situation gehen in der früher Reisende abgefertigt wurden.
00:49:06: Eine originale Kontrollkabine vermittelt noch heute ein Eindruck davon wie eng und kontrolliert der Grenzübertritt organisiert war.
00:49:15: Damit verändert sich die Bedeutung des Ortes ein weiteres Mal!
00:49:19: In twoinzehntsechzig wird er gebaut, um Menschen zu kontrollieren.
00:49:23: Nach neunzehnhundertneunundachtzig verliert ihr diese Funktion.
00:49:26: heute dient der dazu zu erklären warum die Kontrolle überhaupt existierte und vielleicht liegt genau darin das was bleibt nicht die Grenze selbst.
00:49:37: Die Berliner Mauer steht nicht mehr quer durch die Stadt.
00:49:40: Am Bahn- und Friedrichstraße steigen Heute Menschen aus Zügen wachsen in die Bahnen gehen auf die Straße treffen Freunde oder fahren weiter.
00:49:48: Niemand muss dort erklären, warum er nach Westberlin möchte.
00:49:52: Niemand braucht mehr ein Ausreisebisum!
00:49:54: Niemand muß von seinen Angehörigen sich verabschieden weil der Staat entschieden hat dass nur einer von beiden weitergehen darf.
00:50:02: Gerade deshalb ist es heute schwer vorstellbar was dieser Ort einmal bedeutet hat.
00:50:07: Man kann am Tränenpalast vorbei gehen ohne zu wissen warum er so heißt.
00:50:12: Man kann die große Glasfassade sehen und zunächst nur ein Gebäude aus den frühen neunzehntsechziger Jahren erkennen.
00:50:19: Doch wenn man seine Geschichte kennt, verändert sich dieser Blick!
00:50:23: Dann wird aus einer Halle ein Ort voller Spuren.
00:50:26: Hier standen Menschen mit Koffern hier warteten Familien.
00:50:30: Hier wurden Pässe geprüft.
00:50:32: Hier entschieden Beamte darüber wer weitergehen durfte – und wenn nicht….
00:50:36: hier flossen Tränen Und hier wurde am neunundzwanzigsten März und seit pfieren siebzig Schesler Kokoschke an den Rücken geschossen.
00:50:44: Seine Geschichte gehört deshalb zu diesem Ort, aber der Ort ist größer als seine Geschichte!
00:50:51: Der Tränenpalast erinnert an Millionen ganz persönlicher Erfahrungen mit einer Grenze die heute nicht mehr existiert – ein Abschiede, die niemand fotografiert hat, Gespräche, die in keiner Akte stehen oder Menschen deren Namen wir nicht kennen.
00:51:07: Und vielleicht ist das eigentlich die Bedeutung solcher historischer Orte.
00:51:12: Sie bewahren nicht nur Gebäude, sie bewahren eine Vorstellung davon wie sich Geschichte für die Menschen angefühlt haben muss, die hier gelebt haben.
00:51:21: Der Tränenpalast steht heute nicht mehr für die Macht einer Grenze.
00:51:25: Er steht für die Erinnerung daran dass diese Grenze einmal möglich war Dass eine Stadt geteilt werden konnte dass Familien getrennt werden konnten, das Reisefreiheit keine Selbstverständlichkeit war und dass ein Ort an dem Menschen eines kontrolliert und voneinander getrenned wurden heute offen zugänglich ist und von genau dieser Vergangenheit erzählt.
00:51:48: Vielleicht ist es das was von diesem Ort am Ende bleibt nicht der Stempel, nicht der Schlagbaum Nicht die Kontrolle, sondern die Geschichten der Menschen, die hier hindurch mussten.
00:51:59: Und die Erinnerung daran, warum sie nicht vergessen werden
00:52:02: sollten.".
00:52:04: So und damit würde ich sagen sind wir am Ende meines heutigen Falz wenn man das so nennen darf weil ich glaube dass es eine viel größere Geschichte als dieser kleine Ausschnitt der Folge eigentlich zeigen konnte.
00:52:19: viele Menschen werden sich daran erinnern wie Das damals war mit der Teilung Deutschlands und der Teilungen Berlins auch.
00:52:28: Ich glaube, das waren auch meine ganz besondere Situationen weil eine Stadt geteilt war und nicht nur das Land.
00:52:35: ich denke es war für die Menschen eine ganz besonderen Herausforderung Und ich dachte mir um vielleicht einen kleinen Einblick zu schaffen beginnen wir vielleicht mal dort.
00:52:45: Vielleicht wird es weitere Folgen dieser Art geben die das gleiche Thema behandeln und vielleicht andere Schicksale als den Herrn Kokuschka.
00:52:54: Aber ich denke, es hat schon einen ganz guten Einblick geschaffen.
00:52:58: Für uns ist das glaube ich heute kaum vorstellbar wie das damals gewesen sein muss.
00:53:04: Also ich kann mich daran erinnern in meiner Kindheit also ich bin tatsächlich in der IMA liegen die DR groß geworden oder was heißt groß geworden?
00:53:12: Ich war damals noch ein Kind.
00:53:14: Ich war in der dritten Klasse und meine Eltern sind mit uns Kindern in den Westen gegangen, wenn man das heute noch so nennen kann.
00:53:23: Und ich weiß wie meine Eltern gerade so in den Monaten vollere Ausreise unter Druck stand und wie man auch Berührungspunkte mit der Staatssicherheit hatte... aus der heutigen Sicht kaum vorstellbar irgendwie.
00:53:38: Und damals als Kind hat man sich nur gewundert, okay was kommen da jetzt für fremde Leute nach Hause?
00:53:44: Warum wollen die unbedingt mit meinen Eltern sprechen?
00:53:47: das war auch ein bisschen bedrückend und beängstigend und dennoch haben meine Eltern dann den Weg verfolgt und tatsächlich ja den Weg auch bestritten in den Westen zu gehen.
00:54:00: so war es damals.
00:54:03: Tatsächlich kann ich mich an viele Dinge nicht mehr so gut erinnern, aber ich weiß zum Beispiel wie man voller Stolz und blaues Pioniertüchelchen getrunken hat.
00:54:12: Wahrscheinlich kennen das auch noch ganz viele.
00:54:14: als Kind wusste man das einfach nicht besser was das eigentlich für ein System ist und wie es funktioniert und getickt hat.
00:54:22: Heute weiß man darüber natürlich viel viel mehr und man weiß, wie viele Schicksale einfach daran gehangen haben.
00:54:29: Und wenn man das aus der Jetzt-Perspektive betrachtet auch für mich ist es fast unvorstellbar, wie sich das damals zugetragen hat, wie viel auch verschleiert worden ist.
00:54:40: also gerade die Geschichte von dem Herrn Kokoschka zeigt ja ganz deutlich was daraus geworden ist.
00:54:48: letztendlich gibt wahrscheinlich viel, viel mehr Schicksale von denen man gar nichts ahnt die nie so öffentlich gemacht worden sind oder in irgendwelchen geschwärzten Akten verschwinden.
00:55:01: Und gerade auch wenn ich mich an den Tränenpalast erinnere also ich habe ihn in der Vergangenheit des Öfteren gesehen und habe mich immer gefragt okay was ist das von Gebäude?
00:55:11: Aber tatsächlich hab' ich mich jetzt erst im Zuge des Falts damit beschäftigt.
00:55:18: Na klar, wird einem dann die Bedeutung?
00:55:20: Absolut klar.
00:55:21: Aber ich denke man sollte solche Orte nie vergessen und man muss sich auch damit beschäftigen um einfach sich auch in Erinnerungen zu rufen wie das damals war, wie es dazu gekommen ist und in welcher Situation wir uns eigentlich jetzt gerade aktuell befinden.
00:55:37: Aber nichtsdestotrotz bleibt natürlich auch die Frage, wie sich das damals tatsächlich mit Kokoschka zugetragen hat.
00:55:46: also ja dass er eine brumpten Drohung von sich gegeben hat wurde ja auch lange verschwiegen.
00:55:53: Es wurde wirklich unter den Teppich gekehrt.
00:55:56: genauso Woher kommt plötzlich die Pistole?
00:56:01: Und ich finde, das ist schon eine wirklich erschreckende Geschichte.
00:56:04: Auch mit welcher Wahrheit seine Familie dann viele Jahre einfach leben musste, weil es nichts anderes gab.
00:56:10: Weil der Staat entschieden hat, das teilen wir euch mit und das verschweigen wir euch!
00:56:17: Ich finde das sehr, sehr erschrecken.
00:56:19: Das muss ich tatsächlich sagen.
00:56:21: Wenn man sich wirklich ins Detail mit einzelnen Schicksalen beschäftigt wird einem das noch viel, viel bewusster.
00:56:27: Und ich denke auch, wenn Schätzler Kokoschka nicht der typische... Fall war, den ich sonst so in diesem Podcast behandle gehört ja mit dazu.
00:56:36: Weil es geht ja um historische Orte und das geht auch um Verbrechen.
00:56:40: Und ich denke dort sind viele Verbrechengeschäden, Verbreche von denen wir bis jetzt vielleicht nichts wissen, nichts ahnen oder die im Laufe der Jahre aufgedeckt worden sind.
00:56:51: Ich finde das sind ganz interessante Themen und vor allen Dingen Menschen, die einfach nicht vergessen werden dürfen.
00:57:00: An denen man sich erinnern muss vor allen Dingen um sich wirklich für Augen zu halten was passieren kann wenn zum Beispiel ein Staat ja viele Dinge übernimmt und auch das Denken und Handeln der menschen so stark beeinflusst wie dass zu den ja, damaligen Zeiten also zu den DDR-Zeiten tatsächlich gewesen ist.
00:57:22: Und ich muss dazu sagen wenn ich heute vor dem Tränenpalast stehe dann sehe ich das hat nicht nur ein Gebäude aus Glas und Stahl.
00:57:30: Ich denke an all jene die hier Abschied nehmen mussten... ...und an einen Mann der am neunzwanzigsten März, nineteenhundertvierend siebzig glaubte nur noch wenige Schritte vom Westen entfernt so sein Schesler Kokoschka.
00:57:44: Geschichte endet nicht mit einem Urteil, einem geschlossenen Aktendeckel oder einem Datum.
00:57:51: Oft beginnt genau dort die Frage, die uns in diesem Podcast begleitet – was bleibt?
00:57:57: Wenn euch diese Folge gefallen hat freue ich mich wenn ihr den Podcast natürlich abonniert oder eine Bewertung hinterlasst!
00:58:05: Damit helft ihr auch anderen dabei, was bleibt zu entdecken und natürlich auch mir in letzter Instanz.
00:58:12: Begleitend zu dieser Folge findet ihr wie immer auf Instagram außerdem Bilder und weitere Eindrücke zur Geschichte von Chesla Kukuska und zum Tränenpalast.
00:58:23: also schaut gerne vorbei.
00:58:26: unter wasunterstrich bleibt Unterstrich Podcast Und wenn Ihr eigene Gedanken zu dem Fall habt etwas ergänzen möchtet oder einfach mit mir ins Gespräch kommen wollt, dann schreibt mir doch gerne.
00:58:38: Am liebsten natürlich auf Instagram und dann würde ich sagen vielen vielen lieben Dank dass ihr euch die Zeit genommen habt.
00:58:45: wir hören uns dann sicherlich am Mittwoch wieder.
00:58:47: denkt dran dort besprechen wir ja immer noch mal aus der Hauptfolge eine Thematik die nicht so viel Platz gefunden hat.
00:58:55: manchmal sind ganz interessante Sachen dabei und dann werde ich sagen macht's gut bis dann bleibt gesund Tschüss!
Neuer Kommentar