Jürgen Bartsch – Das Grauen im Luftschutzbunker
Shownotes
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit dem historischen Kriminalfall Jürgen Bartsch, einem der bekanntesten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Fall löste nicht nur eine intensive öffentliche Debatte aus, sondern beeinflusste auch die Diskussionen über Jugendstrafrecht, forensische Psychiatrie und den Umgang mit Sexualstraftätern nachhaltig. Quellen ARD – Die großen Kriminalfälle: Der Kindermörder Jürgen Bartsch Ergänzende Informationen aus der ARD Audiothek: Sprechen wir über Mord!? – Die toten Kinder im Bunker 📸 Bilder und zusätzliche Informationen zur Folge findest du auf unserem Instagram-Kanal. Vielen Dank, dass du „Was bleibt“ hörst. Wenn dir die Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts sowie über eine Weiterempfehlung. Business enquiries & Kooperationen: https://socialdb.xyz/podcast/was-bleibt
Transkript anzeigen
00:00:02: Es gibt Momente, in denen ein Mensch innerhalb weniger Sekunden entscheiden muss welchen Gewissen er folgt.
00:00:08: An einem kalten Abend öffnet sich die Tür eines Fahrhauses.
00:00:13: Ein Junge tritt einen, fünfzehn Jahre alt.
00:00:16: Die Schultern schmalen der Blick gesenkt.
00:00:18: Er bittet um eine Beichte.
00:00:21: Der junge Kaplan führt ihn in den Beichtstuhl.
00:00:23: es ist still.
00:00:25: Nur das gedämpfte Ticken einer Uhr und das entfernte Leuten der Kirchenglocken durchbrechen die Stille.
00:00:31: Dann beginnt der Junge zu sprechen.
00:00:34: Zunächst stocken, leise fast flüstern Doch mit jedem Satz wird deutlich dass dies keine gewöhnliche Beichte ist.
00:00:42: Er erzählt von einem Kind, von einem Wald Von einer Tat die niemand für möglich gehalten hätte Und schließlich spricht er die Worte aus Die der Kaplan niemals vergessen wird Er habe das Kind getötet.
00:00:56: Für einen Augenblick scheint die Zeit stillzustehen.
00:01:00: Der Kaplan weiß, was dieses Geständnis bedeutet.
00:01:03: Irgendwo suchen Eltern verzweifelt nach Antworten.
00:01:06: Ermittler jagen einem unbekannten Täter hinterher.
00:01:09: Vielleicht ahnt noch niemand dass das Schicksal des Falles in diesem Moment hinter den Hölzern entwenden eines Beichtsturz entschieden wird.
00:01:19: der Priester verweigert die Absolution nicht aus Härte sondern aus Überzeugung.
00:01:24: er fordert den Jugendlichen auf den einzigen Schritt zu gehen der jetzt noch möglich erscheint zur Polizei zu gehen und sich zu stellen.
00:01:32: Doch der Junge schüttelt den Kopf, er steht auf öffnet die Tür und verschwindet in der Dunkelheit.
00:01:38: Der Kaplan bleibt allein zurück.
00:01:41: Er kennt nun die Wahrheit doch er darf es niemanden erzählen Denn was in der Beichte gesprochen wird unterliegt einem der strengsten Schweigegebote der katholischen Kirche einem Schweigen das selbst dann gilt wenn dadurch ein Mörder frei bleibt.
00:01:57: Was geschieht, wenn Zweiflichten unvereinbar werden?
00:02:01: Wenn das Gewissen eines Priesters mit dem Gesetz der Moral und dem Leid einer Familie kollidiert.
00:02:08: Dies ist die Geschichte eines Geständesses, dass nie hätte ausgesprochen werden dürfen und eines Schweigens, das bis heute Fragen auch wirft.
00:02:17: Hi!
00:02:18: Ich bin Susanne – und daß es was bleibt.
00:02:20: In diesem Podcast erzähle ich wahre Geschichten aus der Vergangenheit, Geschichten über Orte, Ereignisse und Verbrechen die Spuren hinterlassen haben.
00:02:29: Wir reisen dafür in andere Zeiten, besuchen historische Orte und schauen uns an was dort einmal geschehen ist – und was davon bis heute geblieben ist!
00:02:39: Neue Folgen erscheinen jede Woche auf allen gängigen Plattformen, wo es Podcasts gibt.
00:02:44: Zusätzlich gibt es dann mit etwas eine kleinere Folge, die auf bestimmte Themengebiete der Hauptfolge eingeht.
00:02:50: So und heute spreche ich mal eine Triggerwarnung aus – diese Episode behandelt den historischen Kriminalfall Jürgen Bartsch.
00:02:58: Dabei geht es um Gewalt gegen Kinder, Mordsexuellen Missbrauch sowie um psychische Erkrankungen und ihre damaligen gesellschaftliche Einordnung.
00:03:07: Die Schilderungen dienen ausschließlich der historischen Rekonstruktion des Fals.
00:03:12: Gewalt wird nicht sensationsorientiert dargestellt, dennoch können die Inhalte belastend sein.
00:03:19: Wenn diese Themen für dich aktuell schwierig sind höre diese Folge bitte zu einem späteren Zeitpunkt oder überspringe wie.
00:03:26: Passt gut auf Dich auf!
00:03:28: Und jetzt startet mir den Fall Der Herbstesjahres, nineteen sechs und vierzig liegt schwer über dem Ruhrgebiet.
00:03:35: Gerade einmal anderthalb Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen.
00:03:40: In den Straßen von Essen prägen zerstörte Häuser ausgebrannte Fabriken und Schutzhalten das Stadtbild.
00:03:48: Zwischen den Ruinen versuchen die Menschen wieder so etwas wie Alltag zu finden.
00:03:52: Brennmaterial ist knapp, Lebensmittel werden noch immer über Lebensmittelkarten verteilt und auf den Märkten wird getauscht was sich irgendwie entbeeren lässt.
00:04:02: Wer morgens das Haus verlässt weiß oft nicht ob er am Abend genug zu essen haben wird.
00:04:08: Essen war über Jahrzehnte das Herz der deutschen Schwerindustrie gewesen.
00:04:12: Die Zechen und Stahlwerke hatten die Stadt wachsen lassen, doch der Krieg hatte auch hier tiefe Wunden hinterlassen.
00:04:20: Viele Industrieanlagen waren zerstört oder standen unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte.
00:04:26: Zahlreiche Männer waren nicht aus dem Krieg zurückgekehrt oder befanden sich noch in Gefangenschaft.
00:04:33: Frauen ältere Menschen und Kinder bestimmten das Bild der Straßen.
00:04:37: Überall begann der mühsame Wiederaufbau.
00:04:40: Stein für Stein, Tag für Tag!
00:04:43: In dieser Zeit in der viele Familien selbst kaum wussten wie der nächste Winter überstanden werden sollte wird am sechste November nineteen sechsund vierzig in Essen ein Junge geboren.
00:04:53: Sein Geburtsname lautet Karl Heinz Sandrocinski.
00:04:58: doch schon in den ersten Stunden seines Lebens nimmt seine Geschichte eine Richtung die niemand vorhersehen kann.
00:05:05: Seine Mutter ist schweren Tuberkulosa-Krankt, einer Krankheit die in den Jahren nach dem Krieg unzählige Menschen das Leben kostet.
00:05:13: Die medizinische Versorgung ist vielerorts unzureichen.
00:05:16: Medikamente sind knapp und gerade geschwächte Menschen haben der Krankheit oft kaum etwas entgegenzusetzen.
00:05:24: Nur kurze Zeit nach der Geburt stirbt sie.
00:05:27: Für den Säugling beginnt das Leben ohne Mutter und ohne Familienhalt.
00:05:31: Karl Heinz kommt in ein Säughlingsheim in Essen.
00:05:34: Solche Einrichtungen sind in den Nachkriegsjahren keine Seltenheit.
00:05:39: Der Krieg hat zahllose Kinder zu halbweisen oder vollweisen gemacht, viele Eltern sind gefallen vermisst oder gesundheitlich nicht in der Lage sich um ihre Kinder zu kümmern.
00:05:49: die heime versuchen den kleinsten Schutz zu geben doch Zeit und Zuwendung sind begrenzt.
00:05:56: Wenige Pflegekräfte kümmern sich um zu viele Säuglinge gleichzeitig.
00:06:00: Persönliche Nähe, Geborgenheit oder eine feste Bezugsperson können unter den Bedingungen kaum entstehen.
00:06:07: Elf Monate verbringt Karl-Heinz Sandroczynski in diesem Heim – elf Monate in denen draußen langsam die ersten Zeichen des Wiederaufbaus sichtbar werden.
00:06:17: Drummer verschwinden aus den Straßen erste Betriebe nehmen ihre Arbeit wieder auf und viele Menschen hoffen auf einen Neuanfang!
00:06:25: Während sich die Stadt Schritt für Schritt verändert, wartet auch für den kleinen Jungen eine Veränderung.
00:06:31: Ein Ehepaussessen entscheidet, ihn zu adoptieren.
00:06:35: Mit diesem Schritt erhält er nicht nur ein neues Zuhause – er erhält auch einen neuen Namen!
00:06:41: Aus Karl Heinz Sandrocinski wird Jürgen Bartsch.
00:06:45: Noch weiß niemand welche Bedeutung dieser Name Jahre später in ganz Deutschland haben wird….
00:06:51: Zunächst beginnt für den kleinen Jungen scheinbar das, dass sich viele Kinder wünschen.
00:06:56: Ein Leben in einer Familie!
00:06:58: Doch welche Spuren die ersten Monate seines Lebens bereits hinterlassen haben und wie seine Kindheit im Hause Barge verlaufen wird – das zeigt sich erst in den kommenden Jahren.
00:07:09: Für Jürgen Barge beginnt mit der Adoption ein neues Leben.
00:07:12: Zum ersten Mal wächst er in eine Familie auf, mit einem Festen zuhause und Eltern, die sich bewusst für ihn entschieden.
00:07:21: Doch was in den ersten elf Monaten seines Lebens geschieht oder vielmehr nicht geschieht, beschäftigt Fachleute bis heute.
00:07:28: Die frühe Bindung zwischen einem Säugling und einer festen Bezugsperson gilt heute als ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung.
00:07:36: Ob und welche Auswirkungen die lange Zeit im Säugsheim auf Jürgen Bartsch tatsächlich hatte lässt sich Rückblicken nicht mehr mit Sicherheit feststellen.
00:07:45: Historiker und Psychologen haben diese Frage immer wieder diskutiert.
00:07:49: Eine eindeutige Antwort gibt es jedoch nicht.
00:07:52: Fest steht, im Hause Barsch mangelt es nicht an materieller Versorgung.
00:07:57: Die Adoptiveltern bauen ihre Existenz in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs weiter aus.
00:08:03: Während Deutschland in den neunzehntfünfziger Jahren langsam das sogenannte Wirtschaftswunder erlebt profitieren auch viele Handwerksbetriebe von der wachsenden Nachfrage.
00:08:12: die Fleischerei der Familie entwickelt sich erfolgreich.
00:08:15: nach und nacher öffnen die Barschs weitere Geschäfte.
00:08:19: Mit dem beruflichen Erfolg wächst auch der Arbeitsaufwand.
00:08:23: Lange Arbeitstage bestimmen den Alltag.
00:08:26: Für Jürgen bedeutet das, eine Kindheit ohne materielle Entbehrung spielt zur Kleidung und alles was man zum Leben braucht sind vorhanden.
00:08:34: nach außen wirkt die Familie geordnet und erfolgreich.
00:08:39: Was ihm jedoch offenbar fehlt ist etwas anderes Zeit Nähe Zuwendung.
00:08:45: Spätere Berichte zeichnen das Bild eines Jungen, der sich häufig allein fühlt.
00:08:50: Seine Adoptiveltern sind stark in ihre Arbeit eingebunden.
00:08:54: Ob sie die emotionalen Bedürfnisse ihres Sohnes unterschätzen oder ihn schlicht nicht gerecht werden können lässt sich heute nicht mehr abschließend beurteilen.
00:09:03: Fest steht jedoch dass das Verhältnis innerhalb der Familie zunehmend schwierig wird.
00:09:08: Mit den Jahren nehmen die Erziehungsprobleme aus Sicht der Adoptiveltern zu.
00:09:13: Sie führen sich den jungen Immer weniger gewachsen und suchen nach einer Lösung.
00:09:18: Schließlich treffen sie eine Entscheidung, die für Jürgen erneut einen tiefen Einschnitt bedeutet.
00:09:24: Er wird in ein Internat geschickt Wieder verlässt er sein vertrautes Umfeld wieder verliert den Alltag mit seiner Familie.
00:09:31: Für seine Adoptiveltern scheint das Internat die Möglichkeit zu sein ihm eine geregelte Erziehung und klare Strukturen zu bieten.
00:09:39: Wie Jürgens diese erneute Trennung erlebt darüber geben die Quellen nur wenig Auskunft.
00:09:45: Doch dort hinter den Mauern des Internats beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
00:09:50: Einer, der ihn prägen wird und in denen sich Entwicklung abzeichnen, deren Tragweite zu diesem Zeitpunkt noch niemand erkennen
00:09:57: kann.".
00:09:58: Als Jürgen elf Jahre alt ist treffen seine Adoptiveltern die Entscheidung und schicken ihnen das katholische Internat der Asalysiana Don Boscos im Kloster Marienhausen.
00:10:09: Für sie soll das Internat Ordnung Disziplin unterziehung vermitteln.
00:10:13: Für Jürgen beginnt eine Zeit, die er viele Jahre später als die schlimmsten drei Jahre seines Lebens beschreiben wird.
00:10:20: Der Tagesablauf ist bis in das kleinste geregelt – noch bevor draußen die Sonne aufgeht endet ihn Nacht.
00:10:27: Um sechs Uhr morgens werden die Jungen geweckt, wenige Minuten bleiben um sich anzuziehen und für den Tag bereit zu machen.
00:10:34: Danach vor Gebet Unterricht und Arbeit alles nach einem festen Zeitplan von dem kaum abgewichen wird Vor allem aber Herrststille.
00:10:44: Bis elf Uhr am Vormittag ist den Kindern das Sprechen untersagt, wer etwas sagen möchte muss schweigen.
00:10:51: Statt Stimmen sind nur das Knarn der Holzböden Das Schaum der Schuhe und die Anweisung des Padres zu hören.
00:10:59: Auch nachts gibt es kaum Privatsphäre.
00:11:02: Rund fünfzig Jungen schlafen gemeinsam in einem großen Schlafsaal Die Wetten stehen dicht nebeneinander Und dennoch soll jeder für sich bleiben.
00:11:11: Freundschaften oder enger Kontakt zwischen den Jungen sind unerwünscht.
00:11:16: Nach den Vorstellungen der Verantwortlichen könnte zu viel Nähe zur homosexuellen Handlung führen, deshalb wird jede Austausch beobachtet, jede Vertrauteid misstrauisch betrachtet.
00:11:28: Die Erziehung folgt einem strengen Verständnis von Gehorsam.
00:11:32: Fehler werden nicht nur ermahnt sondern körperlich bestraft.
00:11:36: ehemalige Internatsschüler berichten, dass Patris Lederrim aus ihrer Kleidung zogen und die Jungen damit schlugen.
00:11:44: Mehrere frühere Schüler schilderten später man die Kinder seien so lange misshandelt worden bis sie das Bewusstsein verloren hatten.
00:11:52: Körperliche Gewalt galt in dieser Zeit vielerorts noch als zulässiges Erziehungsmittel doch die Berichte aus Marienhausen beschreiben Strafen die weit darüber hinaus gehen.
00:12:04: Auch Jürgen versucht diese Umgebung zu entkommen.
00:12:08: Mindestens einmal flieht er aus dem Internat, doch die Flucht bleibt davorglos – er wird zurückgebracht und muss sein Alltag hinter den Klostermauern fortsetzen.
00:12:18: Jahre später erhebt Jürg-Barche einen schwerwiegenden Vorwurf gegen Pater Gerhard Pütz.
00:12:24: Er beschuldigt ihn, ihm während seiner Internatszeit sexuelles Brauch zu haben.
00:12:29: Mit diesem Vorwurf steht er nicht allein da!
00:12:32: Auch fünf ehemalige Mitschüler erheben entsprechende Anschuldigung gegen den Geistlichen.
00:12:37: Zu einer gerichtlichen Aufarbeitung kam es jedoch nie, ein Strafprozess gegen Parthagiat Pütz fand nicht statt so dass die Vorwürfe juristisch nie geklärt wurden.
00:12:48: Als Jürgen das Internat nach drei Jahren schließlich verlässt liegt diese Zeit zwar hinter ihm Doch ob und welche Spuren sie bei ihm hinterlassen hat, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beantworten.
00:12:59: Fest steht nur für ihn selbst blieb Marienhausen Zeitlebens ein Ort den er mit Angst, Gewalt und Demütigung verband.
00:13:07: Und obwohl das Kapitel Internat nun endet beginnt außerhalb der Klostermauern bereits Entwicklungen die seinem weiteren Leben eine folgenschwere Richtung geben werden.
00:13:17: Jürgen Bartsch lebt wieder bei seinen Adoptiveltern in Essen.
00:13:21: Nach außen wirkt das Leben zunächst unspektakulär.
00:13:25: Er arbeitet in der Metzgerei seiner Eltern mit und bewegt sich durch die selben Straßen, die er seit seiner Kindheit kennt.
00:13:32: Das Ruhrgebiet befindet sich Anfang der neunzehntsächsiger Jahre im wirtschaftlichen Aufschwung.
00:13:38: Viele Familien blicken zuversichtlich in die Zukunft.
00:13:41: an den Wochenenden zieht es die Menschen auf Volksfeste.
00:13:46: Zwischen Karus-Helz, Losboden und dem Duft von gebrannten Mandeln scheint für einige Stunden der Alltag in den Hintergrund zu treten.
00:13:55: Es ist Samstag der einundreißigste März neunzehntseinzechzig.
00:13:59: Auch an diesem Tag herrscht auf dem Essen Akirmes Regis Treiben.
00:14:03: Kinder laufen mit Zuckerwatt in den Händen zwischen den Fahrgeschäften umher.
00:14:08: Lautsprecher spielen Musik, Schausteller werben und Besucher – immer wieder mischen sich das Lachen der Menschen und das Rattern des Karussell zu einer Geräuschkulisse wie sie für solche Veranstaltungen typisch ist.
00:14:22: Mitten unter dem Besuchern befindet sich auch der achtjährige Klaus Hermann Jung.
00:14:27: Für ihn ist es ein Ausflug, wie viele andere Kinder ihn auch erleben.
00:14:32: Nichts deutet darauf hin, dass die seit Tag für seine Familie schon wenige Stunden später zu einer verzweifelten Suche werden wird.
00:14:40: Auch Jürgen Bartsch hält sich auf dem Kirmesgelände auf.
00:14:44: Er beobachtet das Geschehen.
00:14:46: Irgendwann fällt sein Blick auf den Jungen wird es ruhiger.
00:15:03: Das Stimmgewirr verstummt langsam hinter ihnen, die Musik der Fahrgeschäfte ist nur noch gedämpft zu hören.
00:15:10: Die Wege wären Lehrer – die Bebauung Lichter.
00:15:13: Schließlich erreichen sie ein bewaldetes Gebiet am Rand des Stadt.
00:15:18: Dort kennt Jungen einen Ort an dem sich selten Menschen hinfeuern.
00:15:22: Zwischen Bäumen und dichten Gestrüpp liegt eine Höhle Verborgen von neugierigen Blicken abgeschieden vom geschäftlichen Leben der Stadt.
00:15:30: Von außen wirkt sie unscheinbar.
00:15:32: Wer den schmalen Zugang nicht kennt, geht vermutlich achtlos daran vorbei.
00:15:36: Jürgen führt den Jungen dorthin.
00:15:39: Noch an Klaus Hermann Jung nicht das er den Ort, den er eben betreten hat, nicht mehr leben verlassen wird.
00:15:46: Was nach dem Tod des achtierigen Klaus Herrmann Jung geschieht bleibt lange im Verborgenen.
00:15:51: Jögen Bartsch kehrt nach Hause zurück.
00:15:54: Nach außen setzt sich sein Alltag fort.
00:15:57: Für die Ermittler gibt es zunächst keine Spur, die auf den damals fünfzehnjährigen Hinweisen.
00:16:02: niemand aus seinem Umfeld ahnt was sich an jenem Tag ereignet hat.
00:16:07: Doch Jürgen selbst trägt die Tat offenbar mit sich.
00:16:10: Einige Zeit später sucht er eine katholische Kirche auf.
00:16:14: Dort trifft er auf einen junger Plan.
00:16:17: Im Weichtstuhl schildert er nach späteren Angaben dass er ein Jung getötet habe.
00:16:22: Sein Ziel ist es die Absolution zu erhalten Die kirchliche Losprechung von seiner Schuld.
00:16:28: Der Geistliche reagiert anders, als Jürgen es offenbar erwartete.
00:16:33: Er macht deutlich dass eine Absolution unter diesen Umständen nicht möglich sei.
00:16:38: Zunächst müsse sich Jürgens den staatlichen Behörden stellen und die Tat gestehen.
00:16:42: Erst dann können überhaupt über Vergebungen gesprochen werden.
00:16:47: Doch dazu ist Jürgyn nicht bereit.
00:16:49: er weigert sich zur Polizei zu gehen beendet das Gespräch und verlässt die Kirche.
00:16:54: Für den Kerplan beginnt damit ein schweres moralisches Dilemma.
00:16:58: Nach katholischen Kirchenrecht unterliegt das, was in einer gültigen Beichte gesagt wird dem sogenannten Baichgeheimnis.
00:17:06: Es gehört zu den strengsten Verschwiegenheitspflichten der Kirche.
00:17:09: Ein Priester darf den Inhalt einer Breite unter keinen Umständen offenbaren und auch dann nicht, wenn dadurch schwere Straftaten bekannt werden.
00:17:18: Nach den späteren Schilderungen fühlte sich dieser Kaplan uneingeschränkt an dieses Baicheheimnis gebunden und informierte deshalb wieder die Polizei noch andere Behörden.
00:17:29: Bis heute wird darüber diskutiert welche Folgen diese Entscheidung hatte.
00:17:34: Hätte der Geistliche die Beichte weitergegeben wäre Jürgen Wartsch möglicherweise bereits nach dem Tod von Klaus Hermann Jung identifiziert und festgenommen worden.
00:17:43: Ob sich dadurch die späteren Tötungsdelikte tatsächlich hätten verhindern lassen, lässt sich im Nachhinein nicht mit Gewissheit beantworten.
00:17:51: Sicher ist jedoch Jürgen bleibt auf freiem Fuß und während die Familie von Klaus Herrmann Jung weiter um ihren Sohn trauert und ihre Ermittlung ohne entscheidenden Durchbruch verliefen, ahnte niemand dass der Täter schon bald erneut nach einem Kind Ausschau halten würde.
00:18:07: Die Tat an Klaus Hermann Jung bleibt unentdeckt.
00:18:11: Für die Ermittler gibt es keinen entscheidenden Hinweis auf den damals fünfzehnjährigen Jürgen Bartsch.
00:18:17: Auch in seinem persönlichen Umfeld schöpft niemand Verdacht, das Leben scheint seinen gewohnten Gang zu gehen.
00:18:23: Auf wunderschöner Apolitiveltern beginnt Jürgens Ausbildung zum Metzger.
00:18:27: Die Familie hat sich mit mehreren Fleischereien eine erfolgreiche Existenz aufgebaut und die Hoffnung ist groß dass auch der Adaptivsohn einmal Verantwortung im Betrieb übernehmen wird.
00:18:39: Doch dieser Plan erfüllt sich nicht.
00:18:41: Jürgen fällt immer wieder negativ auf, er zeigt wenig Interesse an seiner Ausbildung, fügt sich nur schwer in den Arbeitsalltag ein und nimmt schließlich Geld aus der Lagenkasse.
00:18:51: Die Spannung innerhalb der Familie nehmen weiter zu.
00:18:55: Während nach außen ein junger Mann zusehen ist, der seinen Platz im Leben nicht findet setzt sich im Verborgenen eine Serie schwerster Verbrechen fort.
00:19:04: In den folgenden vier Jahren tötet Jurgen Bartsch drei weitere jungen.
00:19:08: Sein Vorgehen ähnelt sich jedes Mal.
00:19:11: Er sucht Kirmesplätze auf, beobachtet die Besucher und spricht gezielt Jungen an, die allein unterwegs sind oder für einen Moment von ihren Eltern getrennt wurden.
00:19:21: Er gewinnt ihr Vertrauen, lockt sie anschließend an einen abgelegenen Ort.
00:19:26: Wegen dieses immergleich Musters wird er später als Kirmensmörder bekannt.
00:19:31: Am sechsten August nineteenzeintfünfundsechzig begegnet er dem dreizehnjährigen Peter Fuchs.
00:19:37: Peter hat sich an diesem Tag verlaufen.
00:19:39: In dieser Situation trifft er auf Jürgen Barsch, der Junge steigt zu ihm ins Auto offenbar in der Hoffnung Hilfe zu bekommen oder nach Hause gebracht zu werden.
00:19:49: Stattdessen fährt Barsche mit ihm zur abgelegenen Höhle die bereits Tatort seines ersten Mordes gewesen war.
00:19:56: dort tötet er den dreizehnjährigen.
00:19:59: nur acht Tage später am vierzehnten August neunzeinzundfünfundsechzig folgt das nächste Verbrechen.
00:20:04: Das Opfer ist der zwölfjährige Ulrich Kahlweiß.
00:20:08: Die beiden lernen sich auf einer Kirmis kennen, werden sie sich in der Nähe des Autosgrutters aufhalten.
00:20:14: Auch diesmal gelingt es Bartsch das Vertrauen des Jungen zu gewinnen.
00:20:17: Später versucht Ulrich nach den späteren Ermittlungen noch zu fliehen Doch...es gelingt ihm nicht.
00:20:24: Am achten Mai neunzehnt sechsensechzig schlägt Bartsch erneut zu.
00:20:28: Auf eine Essener-Kirmis trifft er den elfjährigen Mann Frick-Krassmann.
00:20:32: Mehrere Zeugen beobachten, dass der Junge gemeinsam mit einem jungen Mann den Kirmesplatz verlässt.
00:20:38: Diese Beobachtung werden später für die Ermittlung von Bedeutung sein.
00:20:42: Zu diesem Zeitpunkt jedoch weiß niemand wen die Zeugend tatsächlich gesehen haben.
00:20:48: Wie schon bei den vorherigen Taten misshandelt Bartsch den Jungen schwer Verübt sexuelle Gewalt tötet ihn und zerstückt anschließend den Leichnamen.
00:20:57: Die Einzelheiten dieser Verbrechen sind so erschütternd dass sie für das Verständnis es falls nicht im Detail geschildert werden müssen.
00:21:04: Entscheidend ist, dass sich das Tatmuster mit jedem Mord wiederholt und die Brutalität der Verbrechen die am Mittler tief erschüttert.
00:21:14: Mit jedem verschwundenen Jungen wächst die Angst in Essen und den umliegenden Städten.
00:21:19: Eltern lassen ihre Kinder kaum noch allein auf die Volksfeste gehen.
00:21:22: Die Polizei arbeitet mit Hochdruck vergleicht Vermisstenpfelle verfolgt Spuren und befragt unzählige Zeugen.
00:21:30: Zum ersten Mal verdichten sich die Hinweise, dass mehrere der Taten von einem und demselben Täter begangen worden seien könnten.
00:21:38: Doch fehlt den Ermittlern der entscheidende Beweis.
00:21:42: Doch genau dieser Beweis wird schon wenig später auftauchen – nicht durch eine neue Spur der Polizei sondern durch einen Jungen, dem etwas gelingt das den vier Opfern vor ihm nicht möglich war.
00:21:54: Im Frühsommer des Jahres nineteen sechzig auf dem Kirmesplätzen des Ruhrgebietes herrscht an den Wochenenden ausgelassene Stimmung.
00:22:03: Musik trinkt aus den Lautsprechern der Fahrgeschäfte, Kinder laufen mit Zuckerwatte über den Festplatz.
00:22:09: Schausteller werben lautstark um ihre Besucher.
00:22:12: Niemand ahnt dass sich zwischen den Menschen ein Mann bewegt er bereits vier Jungen getötet hat.
00:22:18: Im Juni in den letzten Jahren trifft Jürgen Bartsch auf den vierzehnjährigen Peter Fräser.
00:22:24: Peter ist älter als Bartsch bisherige Opfer, die beiden kommen ins Gespräch.
00:22:29: Bartsch wirkt freundlich und offen – er lädt den Jugendlichen auf ein Bier ein und macht ihn anschließend ein ungewöhnliches Angebot.
00:22:37: Wenn Peter ihn zu seiner Höhle begleite, werder dafür fünfzig Mark bekommen.
00:22:42: Für einen Vierzehnjährigen ist das eine beachtliche Summe!
00:22:45: Peter schöpft keinen Verdacht und will Licht ein.
00:22:49: Gemeinsam verlassen sie den Kirmesplatz, mit jedem Schritt werden die Geräusche der Fahrgeschäfte leiser.
00:22:55: das Stimmgewühl verschwindet stattdessen nur noch das Rascheln der Blätter um ihre Schritte auf dem Waldboden zu hören.
00:23:02: Schließlich erreichen Sie die abgelegene Höhle.
00:23:05: schon beim Betreten fällt Peter etwas auf.
00:23:08: in der Luft liegt ein schwerer süßlich fauliger Geruch.
00:23:12: er wirkt fremd und unangenehm.
00:23:14: Peter fragt nach, was das sei.
00:23:16: Barch antwortet ruhig der Geruch stammelt von Leichen aus dem Krieg.
00:23:21: noch mehr als zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden in Wäldern und ehemaligen Kampfgebieten immer wieder sterbliche Überreste gefunden.
00:23:30: für Peter klingt dieser Erklärung zunächst nicht völlig abwegig doch nur wenige Augenblicke später verändert sich die Situation.
00:23:38: Der Mann, der eben noch freudlich wirkte, wirkt plötzlich kühl und bestimmt.
00:23:42: Sein Ton verändert sich – aus Bitten werden Anweisungen.
00:23:46: Barge fordert Peter auf, sich auszuziehen!
00:23:49: Als der Jugendliche sich weigert, legt Barge auf ihn ein.
00:23:53: Unter den Schlägen geht Peter schließlich nach und zieht seine Kleidung aus.
00:23:56: Barg entkleidet sich auch.
00:23:59: Für Peter muss in diesem Moment klar geworden sein, dass er sich in höchster Gefahr befindet.
00:24:05: Doch dann geschieht etwas Unerwartetes….
00:24:07: Plötzlich blickt Barge auf die Uhr.
00:24:10: Ihm fällt ein, dass er pünktlich zum Abendessen zu Hause sein muss.
00:24:14: Er entscheidet sich, die Tat nicht sofort fortzusetzen.
00:24:18: Bevor ihr die Höhle verlässt, fesselt er Peter sorgfältig an den Händen und Füßen.
00:24:23: Er erklärt ihm das er später zurückkommen werde – dann verschwindet er!
00:24:28: Peter bleibt allein zurück gefesselt hilflos und in einer Höhler von der inzwischen ahnt, daß der merkwürdige Geruch nicht von den Toten des Krieges stammt.
00:24:37: Bartsch hat beim Verlassen der Höhle eine brennende Kerze zurückgelassen.
00:24:41: Für Peter wird sie nun zur einzigen Hoffnung.
00:24:45: Mit großer Vorsicht hält er die Flamme an die Fesseln um seine Füße.
00:24:49: Das Material beginnt langsam zu verkohlen.
00:24:52: Schließlich reißen die Fußfesseln Die Fessel an den Händen lassen sich auf diese Weise jedoch nicht lösen.
00:24:59: Peter weiß, dass ihm kaum Zeit bleibt.
00:25:01: Jeden Augenblick könnte Bartsch zurückkehren.
00:25:04: Trotz der noch immer gefestelten Hände läuft er los.
00:25:07: Er verlässt die Höhle, kämpft sich durch den Wald und rennt so schnell er kann in Richtung der nächsten Häuser.
00:25:12: Außer Atem erreichte schließlich eine Wohnsiedlung.
00:25:16: Mit hinter den rücken gefesseten Händen klingelt er verzweifelt an der Haustür.
00:25:20: Die Bewohner erkennen sofort das etwas Schreckliches geschehen sein muss.
00:25:24: Sie bringen den Jungen in Sicherheit und verständigen die Polizei.
00:25:28: Als sie ersten Beamten eintreffen hören sich Peters Geschichte an.
00:25:32: Ein Mann, der jungen auf der Kirmes anspricht eine versteckte Höhle.
00:25:35: im Wald fesseln der unerklärliche Geruch nach Verwesung.
00:25:40: Zunächst begegnen die Polizisten seine Schilderung mit Skepsis.
00:25:44: vieles erscheint ihnen kaum vorstellbar doch Peter bleibt bei seiner Aussage.
00:25:48: schließlich erklärt er sich bereit die Beamten zu der Höhlle zu führen.
00:25:52: gemeinsam machen sie sich auch den Weg Noch an keiner der Ermittler, das sind bei der unscheinbaren Eingang dieser Höhle die Antwort auf eine Reihe von Vermissten und Mordfällen verborgen liegt.
00:26:04: Die das Ruhrgebiet seit Jahren in Angst versetzen.
00:26:07: Die Beamten erreichen die abgelegene HöhLE und beginnen den Tatort sorgfältig zu sichern.
00:26:12: Taschenlampen durchbrechen die Dunkelheit.
00:26:14: später wird zusätzliche Beleuchtung herangeschaft.
00:26:17: Zentimeter für Zentimeter wird die HöhLe untersucht.
00:26:20: Jede Winkel, jede Vertiefung und jede Felsplatte wird in Augenschein genommen.
00:26:25: Schon bald stoßen die Ermittler auf einen Fund der selbstafahrene Kriminalbeamte erschüttert.
00:26:31: In der Höhle entdecken sie sterbliche Überrasse mehrerer Kinder.
00:26:35: Mit jedem weiteren Fund verdichtet sich das Bild.
00:26:37: Die Beamten erkennen dass Sie es nicht mit einem einzelnen Verbrechen zu tun haben.
00:26:42: Die Spuren deuten auf mehrere Taten hin, die über einen längeren Zeitraumen weg am selben Ort begangen wurden.
00:26:50: kennt niemand den Täter.
00:26:52: Doch eines wird in Ermittlern in diesem Moment klar, sie suchen keinen Gelegenheitsverbrecher.
00:26:58: Sie suchen einen Serientäter.
00:27:00: Sofort beginnen umfangreiche Ermittlungen.
00:27:02: Vermisstenanzeigen werden erneut geprüft Akten verglichen und frühere Hinweise noch einmal ausgewertet.
00:27:09: Die Polizei versucht herauszufinden wer diese Höhle kannte und wer in den vergangenen Jahren mit den Kindern in Verbindung gebracht worden war.
00:27:17: Dabei erinnert sich auch ein Anwohner an Vorfälle aus der Vergangenheit.
00:27:21: Mehrere Menschen melden sich bei der Polizei und berichten von einem jungen Mann, der Jahre zuvor bereits mit Jungen im Bereich der Höhle aufgefallen sein soll.
00:27:30: Nach ihren Angaben habe es damals Situationen gegeben in denen Kinder von ihm dorthin gelockt wurden und misshandelt worden seien.
00:27:37: Die Hinweise waren seinerzeit nicht zu einem Mordfall in Verbindung gebracht worden.
00:27:41: Nun erhalten sie plötzlich eine ganz neue Bedeutung.
00:27:45: Die Ermittler gehen jeder Spur nach.
00:27:47: Ein Name taucht aber immer wieder auf Jürgen Bartsch.
00:27:51: Für die Kriminalbeamten ist das Anlass genug, ihn näher zu überprüfen.
00:27:55: Seine Vergangenheit, sein Alter und verschiedene Zeugenaussagen lassen ihnen zunehmend in den Mittelpunkt der Mittlung rücken.
00:28:02: Am einundzwanzigsten Juni nineteen sechzechszig fahren Beamte zur Wohnung von Familie Bartsch.
00:28:08: für die Adoptiveltern ist der Besuch der Polizei völlig unerwartet.
00:28:12: Jürgen wird mit den Vorwürfen konfrontiert.
00:28:15: Er bestreitet zunächst jede Beteiligung, er habe mit dem verschwundenen Jungs nichts zu tun, erklärt er den Amitlern.
00:28:23: Trotz seines Leugnens verdichten sich die Hinweise so weit dass die Polizei handelt.
00:28:27: Jürgens Bartsch wird festgenommen.
00:28:30: Wenig später organisieren die Amitler eine Gegenüberstellung.
00:28:34: Peter Fräse der Junge, dem wenige Tage zuvor die Flucht aus der Höhle gelungen war soll den Mann wieder erkennen, der ihn dorthin gelockt hatte.
00:28:42: Für Peter gibt es keinen Zweifel.
00:28:45: Er identifiziert Jürgen Bartsch eindeutig als Syntheter.
00:28:49: Mit dieser Aussage fällt das letzte entscheidende Puzzlestück an seinen Platz.
00:28:53: Die Beweislage wird erdrücken.
00:28:55: Schließlich legt Jürg-Bartsch ein umfassendes Geständnis ab, er räumt einen die vier jungen in die Höhle gelockt und dort getötet zu haben.
00:29:02: Nach Jahren der Ungewissheit wissen liebe Familien der Opfer endlich wer für das Verschwinden ihrer Kinder verantwortlich ist.
00:29:10: Doch mit dem Geständnis ist der Fall noch längst nicht abgeschlossen, denn nun beginnt eine andere Frage Diamitler Gutachter und später auch die Gerichte zu beschäftigen.
00:29:20: Wie konnte aus dem Jungen, der selbst von Vernachlössigung Gewalt- und Demütigung geprägt worden war?
00:29:26: Eintäter werden dessen Verbrechen das ganze Land erschütterten!
00:29:30: Mit dem geständenes Jürgen Bartsch endet für Diamitlers eine jahrelange Suche.
00:29:34: Für die Familien der verschwundenen Jungen beginnt dagegen eine Gewissheit, vor der sie sich lange gefürchtet haben.
00:29:41: Sie erfahren das ihre Söhne nicht mehr leben.
00:29:43: Nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren zwischen Hoffmen und Verzweifeln bleibt nun keine Hoffnung mehr.
00:29:50: Die Ungewissheit ist vorbei doch der Schmerz bleibt.
00:29:53: Die Behörden entscheiden sich bewusst den Angehörigen viele Einzelheiten der Tat zu ersparen.
00:29:59: Die Verletzungen, die den Jungen zugefügt wurden sind so schwerwiegend dass man sie den Familien nicht im Detail schildern möchte.
00:30:06: Auch später werden viele dieser Einzelheiten in der Öffentlichkeit nur zurückhaltend wiedergegeben.
00:30:13: Nachdem die Spurensicherung abgeschlossen ist und sämtliche Beweise gesichert worden wird die Höhle endgültig verschlossen.
00:30:19: Sie wird zugeschüttet.
00:30:21: Der Ort an dem vier Jungen ihr Leben verloren verschwindet unter Erde und Geroll.
00:30:26: Für die Ermittler endet damit die Arbeit am Tatort.
00:30:29: Für die Angehörigen bleibt er dennoch für immer mit ihren Erinnerungen verbunden.
00:30:33: Währenddessen verbreitet sich die Nachricht von den Verbrechen im ganzen Bundesgebiet.
00:30:38: Zeitung berichten auf ihren Titelseiten, Rundfunksender greifen in den Fall auf und überall stellen sich die Menschen dieselbe Frage Wie konnte ein junger Mann zu solchen Taten fähig sein?
00:30:50: Viele versuchen zu verstehen, was in Jürgen Bartsch vorging.
00:30:53: Immer wieder fällt in den Berichten ein Begriff, den damals längst nicht jeder kannte – Satismus!
00:30:59: In der Psychologie bezeichnet der Begriff das Erleben von Lust oder Befriedigung durch das Zufügen von Leid- oder Demütigung.
00:31:07: Ob und in welchem Aufsmaß dieser Begriff auf Jürg-Bartsch zutraff war Gegenstand feierreicher Gutachten und wissenschaftlicher Diskussion?
00:31:15: feststeht, dass seine Taten von außergewöhnlicher Gewalt geprägt waren und die Sachverständigen intensiv versuchten diese psychologischen Hintergründe zu verstehen.
00:31:25: Den Ermittlern fällt außerdem noch etwas auf.
00:31:28: Zwischen dem ersten Mord im März of two sixty und dem zweiten vergehen mehr als drei Jahre danach verkürzt sich der Abstand deutlich.
00:31:37: zwischen dem Tod von Peter Fuchs und Ulrich Kahlweis liegen nur acht Tage.
00:31:41: weniger als neun Monate später folgt der Mord an Manfred Grasmann.
00:31:45: Dieses Muster einer sich verkürzten Abfolge von Taten wird auch in anderen Fällen von Serienmördern beschrieben und gilt als ein Phänomen, dass Kriminalpsychologen immer wieder beobachten ohne das es bei jedem Täter gleichermaßen auftritt.
00:32:00: Um zu klären ob Jürgen Bart schuldfähig ist und welche Motive hinter seinen Taten stehen könnten, wird er über einen langen Zeitraum psychiatrisch und psychologisch untersucht.
00:32:10: Dabei zeigt er sich ungewöhnlich offen.
00:32:13: Er schildert die einzelnen Taten ausführlich, hält nach Einschätzung der Gutachter kaum etwas zurück und versucht selbst zu begreifen weshalb er so gehandelt hat.
00:32:22: Immer wieder richtet sich der Blick des Sachverständigen auf seine Kindheit.
00:32:27: In einem der Gespräche sagt Bartsch Meine Eltern haben nicht ein einziges Mal mit mir gespielt Obwohl sie mich natürlich mit Spielsachen vollgestopft haben.
00:32:36: Auf der anderen Seite Mit dieser Aussage verweist er auf einen Gegensatz den er selbst als prägend beschreibt.
00:32:42: Materiell habe ihm vieles zur Verfügung gestanden, emotional habe er sich jedoch allein gefühlt.
00:32:49: Dass die Gutachter seine Kindheit so intensiv untersuchen entspringt den wissenschaftlichen Denken der damaligen Zeit.
00:32:55: Um neunzehntzig suchten viele Psychologen die Ursache späterer Straftaten vor allem in den früheren Lebensjahren – in dem Beziehung zu den Eltern oder in belastenden Kindheitserfahrungen.
00:33:07: Heute ist der Blick auf solche Fälle deutlich umfassender!
00:33:10: Moderne Forschung berücksichtigt neben der Kindheit auch genetische Einflüsse, die Entwicklung des Gehirns, Persönlichkeitsmerkmale sowie das soziale Umfeld und weitere biologisch ungesellschaftliche Faktoren.
00:33:22: Einen einzelnen Auslöser für Taten wie die von Jürgen Bartsch gibt es nach heutigen Forschungsstand in den Regeln nicht.
00:33:29: Vielmehr gehen Fachleute von einem komplexen Zusammenspiel verschiedene Einflüssen aus.
00:33:34: Auch über seine Schulzeit spricht Bartsch ausführlich.
00:33:37: Er beschreibt sich als Außenseiter, nach seiner Schilderung fühlte er sich von Mitschülern verspottet, gequält und ausgegrenzt.
00:33:45: Ob sich jede dieser Erinnerungen objektiv so zugetragen hat, lässt sich heute nicht mehr überprüfen.
00:33:50: Fest steht jedoch das Bartsch dieses Erleben selbst als Belastenschilderte.
00:33:54: Auf dem Heimweg von der Schule, so berichtet er später, habe er sich häufig vorgestellt wie er sich an seinen Mitschulern rechen könnte.
00:34:02: Damals blieben diese Gedankenfantasien.
00:34:04: Doch die Gutachter fragten sich, ob sie sich bereits in diesen frühen Vorstellungen Muster erkennen lassen, die Jahre später in weit schwerer Gewalttaten münden sollten?
00:34:14: Eine eindeutige Antwort finden Sie auch nicht!
00:34:17: Fast eineinhalb Jahren nach seiner Festnahme beginnt die juristische Aufarbeitung eines der aufsehenerregendsten Kriminalförder der deutschen Nachkriegsgeschichte.
00:34:26: Es ist der siebenundzwanzigste November九zehnundsechzig.
00:34:30: Vor dem Landgericht Wuppertal herrscht schon in den frühen Morgenstunden außergewöhnlicher Anrang.
00:34:35: Journalisten aus dem Innen- und Ausland drängen sich vor dem Gebäude, Fotografen warten auf den Moment, in dem der Angeklagte vorgeführt wird.
00:34:44: Auch zahlreiche Schaulustige haben sich eingefunden.
00:34:47: Der Name Jürgen Bartsch ist inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden.
00:34:53: Im Schwurg Richtseil beginnt ein Prozess, der über Wochen die Schlagzeilen bestimmen wird.
00:34:57: Als Jürgen Bartsch den Gerichtser betritt, richtet sich der Blick aller Anwesen auf den einundzwanzigjährigen.
00:35:04: Viele erwarten einen verschlossenen oder schweigsamen Angeklagten – doch das Gegenteil ist der Fall!
00:35:11: Bartsch bestätigt seinen bereits gegenüber der Polizei abgelegtes Geständnis und schildert die Taten erneut.
00:35:17: Über Stunden bestreibt er den Ablauf der einzelnen Verbrechen, erklärt wie er die Jungen auf dem Kirmesplätzen ansprach, wie ihr ihr Vertrauen gewann und sie in die abgelegene Höhle lockte.
00:35:27: Selbst über Situation, in denen seine Versuche scheiterten und Kinder nicht mit ihm gingen berichtet er ausführlich.
00:35:34: Beobachter des Prozesses gewinnen den Eindruck dass Bart das Reden nicht unangenehm ist.
00:35:39: Vielmehr wirkt es auf viele als genießt er die Aufmerksamkeit, die im während des Verfahrens zuteil wird.
00:35:45: Psychiater und Prozessbeobachtern beschäftigen sich intensiv mit seinem Auftreten, das für viele noch schwer einzuordnen ist.
00:35:53: Im Laufe der Verhandlung rückt deshalb nicht mehr allein die Frage nach den einzelnen Taten in den Mittelpunkt.
00:35:59: Ebenso intensiv beschäftigen sich die Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und Sachverständige mit der Persönlichkeit des Angeklagten.
00:36:07: Zahlreiche psychiatrische Gutachten werden vorgestellt.
00:36:10: dabei offenbaren sich erhebliche psychische Störungen und eine tiefgreifend gestörte Sexualität über deren Ursache die Sachverständigen ausführlich diskutieren.
00:36:20: Eine einfache Erklärung findet jedoch niemand.
00:36:24: Nach knapp drei Wochen Verhandlungen fällt am fifzehnten Dezember, nineteenundsechzig das Urteil.
00:36:29: Jürgen Bartsch wird wegen vierfachen Mordes zu legendes langen Zuchthaus verurteilt.
00:36:35: Das Gericht wendet Erwachsensstrafrecht an – eine Entscheidung die bereits unmittelbar nach der Urtheitverkündung kontrovers diskutiert wird, zwar als Bartsch zu dem Zeitpunkt des Prozes ist einundzwanzig Jahre alt bei den ersten Taten bei jedoch noch Jugendlicher.
00:36:51: Seine Verteidigung vertritt die Auffassung, dass deshalb Jugendstrafrecht angewendet werden müsse.
00:36:57: Diese juristische Frage führt schließlich zur Revision – der Fall muss erneut verhandelt werden.
00:37:09: Dieses Verfahren unterscheidet sich deutlich vom Ersten.
00:37:12: Nun stehen nicht mehr allein die verbrechene Mittelpunkt, sondern vor allem die Entwicklung des Täters.
00:37:17: Seine frühe Kindheit der Aufenthalt in den Säuglingsheimen Die Adoption Die schwierige Beziehung zu seinen Eltern Die Jahre im Internat Und die zahlreichen psychiatrischen Gutachten werden noch einmal umfassend aufgearbeitet.
00:37:31: Vertreten wird Jürgen Bartsch nun von einem der bekanntesten Strafverteidiger Deutschlands Rolf Bossi.
00:37:38: Der Münchener Rechtsanwalt hat sich bereits durch zahlreiche spektakuläre Strafverfahren einen Namen gemacht und versucht auch in diesem Fall die Entwicklung seines Mandanten verständlich zu machen, ohne dessen Taten zu entschuldigen.
00:37:52: Am Ende des Zweitprozesses kommt das Gericht zu einer anderen rechtlichen Bewertung.
00:37:57: Jürgen Bartsch wird nach Jugendstrafrecht zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt – im Anschluss ohne das Gericht seine Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Heilanstalt an.
00:38:08: Die Richter gehen davon aus, dass von ihm weiterhin eine erhebliche Gefahr ausgeht und eine langfristige therapeutische Behandlung notwendig ist.
00:38:16: Während seiner Haft verändert sich Bartsch – zumindest entstehen bei vielen Beobachten dieser Eindruck!
00:38:22: Immer wieder hinterlässt er auf den Wänden seiner Zelle Botschaften.
00:38:26: Darin bittet er die Angehörigen seiner Opfer um Verzeihung.
00:38:30: Auch an seinen Adoptiveltern richtet er Worte des Bedauerns.
00:38:34: Ob diese äußere Eindruck echter Reue oder ein Teil seines komplizierten Persönlichkeitsbildes, darüber gehen die Meinungen der Gutachter auseinander.
00:38:46: In den letzten Jahren war es nicht so gut, dass man sich in dieser Situation verabschiedet hat, aber das ist auch sehr wichtig für mich und ich.
00:39:00: In der Haft fertigt Barge außerdem aus einem Stück Seife eine Pistole an.
00:39:04: Justiz werdet dies als Hinweis auf einen möglichen Fluchtversuch, auch wenn bis heute umstritten ist welche Absichten tatsächlich dahinter standen.
00:39:13: Barg selbst beschäftigt inzwischen jedoch vor allem eine andere Frage.
00:39:17: Er fürchtet seine Triebe könnte in Zukunft bestehen bleiben.
00:39:21: Immer wieder sucht er nach einer Möglichkeit dies dauerhaft auszuschalten.
00:39:25: Er erklärt sich sogar bereit sich einem neurochirurgischen Eingriff am Gehirn zu unterziehen, in der Hoffnung dadurch von seinen Tötungsfantasien befreit zu werden und eines Tages vielleicht wieder in Freiheit leben zu können.
00:39:38: Die Ärzte lehnen einen solchen Eingrift ab – sie halten ihn medizinisch nicht für vertretbar.
00:39:44: Schließlich entscheidet sich Bart stattdessen für eine freiwillige Kastration, von der man sich damals eine deutliche Verringerung seines Sexualtribes erhofft.
00:39:53: Doch der Eingrifft endet tragisch!
00:39:55: Während der Operation kommt es zu schweren Komplikation.
00:39:58: Das verwendete Narkosemittel ist nach den späteren Ermittlungen fehlerhaft dosiert.
00:40:03: Am achtundzwanzigsten April neunzehnzechsundsiebzig stürbt Jürgen Bartsch im Alter von nur neunundzwantig Jahren im Landeskrankenhaus Eickelborn an den Folgen der Überdosierung.
00:40:13: Der behandelnde Arzt muss sich später vor Gericht verantworten und wird wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
00:40:20: Mit Barge tot endet zwar das Leben eines der bekanntesten Serienmörder der Bundesrepublik, doch selbst danach findet seine Geschichte keinen Abschluss.
00:40:29: Sein Vater übernimmt den Sack mit dem Leichnam seines Sohnes und fährt durch das Ruhrgebiet auf der Suche nach einem Friedhof, der bereit ist, Jürgen Barge zu bestatten.
00:40:38: Überall erhält der Absagen.
00:40:40: Niemand möchte den Mann beerdigen, dessen Name für viele zum Synonym des Bösen geworden ist.
00:40:46: Schließlich wird der Leichnam eingeerschad.
00:40:48: Die Urne wird unter Ausstoß der Öffentlichkeit anonym in der Nähe von Essen beigesetzt ohne Trauerfeier, ohne Grabstein und ohne öffentliches Gedenken.
00:40:58: Mit seinem Tod endet der Falljürgen Barcks juristisch.
00:41:02: die Fragen, die er bis heute aufwirft bleiben jedoch bestehen.
00:41:05: Wie entsteht ein Mensch, der zu solchen Taten fähig ist?
00:41:09: Der Pfeil Jürgen Bartsch gehört bis heute zu den verstörendsten Kriminalfällen der deutschen Nachkriegsgeschichte.
00:41:15: Nicht allein wegen der vier ermordeten Jungen sondern weil er Fragen aufwürft die auch Jahrzehnte später nicht abschließend beantwortet werden können.
00:41:23: Wie entstehe dein Mensch, wer zu solchen Taten Fähig isst?
00:41:27: War es die frühe Trennung von der Mutter?
00:41:29: ?
00:41:29: Die elfen Monate ohne feste Bezugspersonen?
00:41:32: ?
00:41:32: Die Gewalt und Demütigung im Internat?
00:41:35: das Gefühl als Kind und Jugendlicher ausgegrenzt zu sein?
00:41:39: oder spielten biologische und genetische Faktoren eine ebenso große Rolle.
00:41:44: Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass es auf diese Fragen keine einfachen Antworten gibt.
00:41:49: Schwerste Gewaltverbrechen entstehen meist nicht durch einen einzigen Auslöser.
00:41:54: Vielmehr ist es oft ein komplexes Zusammenspiel aus Persönlichkeit, frühere Erfahrung sozialen Einflüssen und möglicherweise auch biologischen Voraussetzungen.
00:42:04: Der Pfeil Jürgen Barge hat die Kriminalpsychologie und die forensische Psychiatrie nachhaltig geprägt.
00:42:10: Seine Taten wurden über Jahrzehnte wissenschaftlich untersucht, und gehören bis heute zu den am häufigsten analysiertesten Fällen der deutschen Kriminalgeschichte.
00:42:20: Auch die Diskussion über den Umgang mit Jugendlichen Schwerstättern, über therapeutische Möglichkeiten und über die grenzen psychiatrische Behandlung wurde durch diesen Fall entscheidend beeinflusst.
00:42:31: Doch bei all diesen Fragen darf eines nicht in den Hintergrund geraten.
00:42:35: Vier Jungen verloren ihr Leben, Klaus Hermann Jung Peter Fuchs Ulrich Kahlweis und Manfred Grasmann – vier Kinder.
00:42:46: die Familien hatten Freunde Träume ein ganzes Leben das ihnen genommen wurde.
00:42:52: ihre Angehörigen mussten lernen mit einem Verlust zu leben der nie wirklich endet.
00:42:57: Vielleicht ist genau das die wichtigste Erinnerung, die dieser Fall hinterlässt.
00:43:03: Nicht der Name des Täters sollte im Gedächtnis bleiben sondern den Namen der Kinder Denn sie sind es denen diese Geschichte gehört.
00:43:12: So und wie immer am Ende einer jeden Folge kommen wir zu meinen eigenen persönlichen Gedanken zu dem fall.
00:43:18: Ja beim Jürgen Bartsch weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.
00:43:21: Ich kannte diesen Fall natürlich schon aus diversen nicht mal Podcast folgen, aber es gibt Reportagen darüber.
00:43:29: Zum Beispiel eine sehr gute ist.
00:43:32: bei dem Sender AD erschienen dies tatsächlich sehr empfehlenswert zumal dort auch noch mehr Tonwandaufnahmen zu hören sind gerade wenn man sich noch ein Stückchen weit mehr dort reinversetzen möchte.
00:43:47: Aber dennoch ist mir aufgefallen, dass ich bei der Recherche tatsächlich bei Weiden nicht alles wusste über den Fall Jürgen Bartsch und es ist schon sehr erschreckend was er selber dazu gesagt hat und gedacht hat vor allen Dingen.
00:44:02: Und man fragt sich natürlich oder besser gesagt Ich habe mich gefragt ja wie schwierig das eigentlich ist jemanden Naja, das nicht nachzuweisen aber zu erkennen welche Störungen dieser Mensch eigentlich hat oder wodurch diese Störung entstehen können weil es ja so viele verschiedene Faktoren einfach sind.
00:44:24: Und ich habe mich natürlich gerade im Fall Jürgen Bartr gefragt was wäre gewesen wenn der Kaplan tatsächlich gesagt hat er bricht sein Schweig gelübt und geht zur Polizei?
00:44:36: Ich denke vielleicht wären drei jungen am Leben geblieben.
00:44:41: Man weiß natürlich nicht, was wäre gewesen, wenn man den fünftig-fünfzehnjährigen Jürgen Bartsch damals dann verurteilt hätte.
00:44:48: Dabei ist ja ganz klar Jugendstrafe gewesen und vielleicht hätte man dort auch noch nicht gewusst wie gestedigt er ist Und der wär schneller wieder draußen gewesen als man gucken hätte können und vielleicht wären die anderen Morde trotzdem passiert.
00:45:03: Man weiß das im Nachhinein nicht und ich denke darüber lässt sich auch streiten weil man selbst vielleicht gar nicht das nachfühlen kann, wie sehr man sich an so ein Schweigegelübde einfach halten kann oder sich daran gebunden fühlt.
00:45:22: Das können wir vielleicht nicht beurteilen aber dennoch hinterlässt es halt schon einen sehr großen Beigeschmack Und ich denke, jeder wird auch seine eigene Meinung haben zum Thema wie es Jürgen Bartz aufgewachsen.
00:45:36: War's tatsächlich so prägend für ihn dass seine Mutter früh gestorben ist und er elf Monate im Säuglingsheim war?
00:45:44: Also war das schon dieses erste Verlassen sein und keine feste Bezugspersonen haben die so prägend gewesen sind?
00:45:51: oder war es viel mehr der Umgang zb im Internat mit den Kindern also was er selbst erfahren hat was ihm vielleicht dazu veranlasst hat?
00:45:59: Oder aber es liegt in der Genetik.
00:46:02: So wie man das heute vielleicht weiß, also es kann ja durch viele Faktoren tatsächlich beeinflusst werden.
00:46:09: Jetzt haben wir am Ende gehört wo ich denke vielleicht ist einfach eine Mischung so bei.
00:46:15: Ich kann mir gut vorstellen dass Menschen nicht alleine böse oder zu solchen Taten fähig sind aufgrund dessen dass ihnen was Schlimmes wiederfahren ist.
00:46:29: und dort kamen halt tatsächlich viele, viele Faktoren zueinander.
00:46:33: Und was ich dazu dann sagen muss ja wie dankbar man eigentlich ist dass man in der heutigen Zeit schon so viele Möglichkeiten hat und das vor allen Dingen psychologisch als auch psychiatrisch viel mehr darauf geachtet wird, man das viel besser auch analysieren kann einfach als vielleicht zur damaligen Zeit oder noch weitaus früher.
00:46:52: wir haben heute halt echt viel mehr Möglichkeiten Und ich denke, was man aus dem Fall lernen kann oder sollte ist dass man aufpassen muss und aufmerksam sein sollte wenn man durch die Welt läuft.
00:47:11: Auf viele Dinge die dort passieren und man nicht nur auf sich selbst konzentriert sondern einfach mal so einen weiteren Blick hat weil vielleicht ist da irgendwo ein Kind das sich verlaufen hat und was dann vielleicht an einem falschen Menschen gerät.
00:47:28: also Ich denke, wenn wir alle ein Stückchen aufmerksamer durch die Welt laufen und nicht nur uns selber betrachten dann kann man vielleicht auch schon viele, viele Dinge verhindern.
00:47:40: Das ist so mein Fazit was ich für mich mitnehme und vielleicht auch etwas draus gelernt habe.
00:47:46: Ich würde sagen, manche Fragen werden vermutlich nie vollständig beantwortet werden Und genau das macht diesen Fall für mich bis heute so bedrückend.
00:47:57: Ich würde sagen, die Geschichte endet nicht mit einem O-Teil oder mit einem Datum.
00:48:02: Oft beginnt genau dort die Frage was von ihr bleibt.
00:48:05: und jetzt bin ich tatsächlich am Ende dieser Folge angelangt und würde mich natürlich freuen, wenn euch diese Folge der Fall gefallen hat oder generell gerne ein Like da lassen.
00:48:18: Oder ein Abo!
00:48:19: Oder natürlich beides.
00:48:22: Gerne könnt ihr mir auch auf Instagram schreiben.
00:48:24: dort poste ich regelmäßig Zeitungsartikel Bilder oder was sich zu den Fällen finden kann oder interessante Fakten also vieles verschiedene unter Was bleibt?
00:48:36: Unterstrich Podcast.
00:48:37: Wie gesagt, dort kann man mich finden.
00:48:39: Gerne Fallvorschläge schreiben oder wenn ihr noch Fragen habt freue ich mich darüber sehr, wenn man da ins Gespräch kommt Achso und auch ganz wichtig nicht vergessen am Mittwoch gibt es zu diesem fall wieder eine kleinere Folge wo wir uns mit Themen beschäftigen die im Fall vielleicht nicht so viel Platz gefunden haben oder man da nochmal ausführlicher drauf schauen kann.
00:49:02: Vielen lieben Dank nochmal fürs Zuhören.
00:49:04: machts gut, habt eine schöne Zeit Und vor allen Dingen Bleib gesund, tschüss!
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