Vera Brühne – War sie wirklich schuldig?

Shownotes

🕰️ 1960. Ein abgelegenes Landhaus am Starnberger See. Zwei Tote. Keine Augenzeugen. Viele Fragen. Der Mord an Otto Praun und Helga Matura entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Strafverfahren der jungen Bundesrepublik. Im Mittelpunkt steht Vera Brühne – eine Frau, die von den einen als kaltblütige Mörderin, von den anderen als Opfer eines Justizirrtums gesehen wird. Diese Folge erzählt nicht nur die Geschichte eines Verbrechens, sondern auch die eines Prozesses, der bis heute Zweifel hinterlässt. 🎙️ "Was bleibt" ist ein historischer Dokumentationspodcast mit True-Crime-Schwerpunkt. Jeden Sonntag erscheint eine neue historische Hauptfolge. Mittwochs folgt „Hinter der Geschichte“ – mit historischem Hintergrundwissen zu Themen der jeweiligen Sonntagsfolge. 📸 Bilder und historische Eindrücke zur Folge findet ihr auf Instagram: @was_bleibt_podcast 🎧 Wenn euch der Podcast gefällt, freue ich mich über ein Abonnement, eine Bewertung und euer Feedback.

Transkript anzeigen

00:00:03: Manchmal entscheidet nicht allein ein O-Teil darüber, wie sich die Geschichte an einen Menschen erinnert.

00:00:08: Manchmal sind es Schlagzeilen – Gerüchte, Bilder und eine Gesellschaft, die längst entschieden hat bevor ein Gericht sein O-teil spricht.

00:00:17: Frühlingeunzehntenhundertsechzig Am Stanberger See herrscht noch die Ruhe der Osterfeiertage.

00:00:24: Hinter den Mauern einer Villa in Pöcking scheint alles still Doch als die Polizei das Haus betritt findet sie zwei Tote.

00:00:33: Zunächst sieht alles nach einem erweiterten Suizid aus, ein tragischer aber scheinbar schnell erklärter Fall.

00:00:40: Erst Tage später zeigt eine Obduktion das die Geschichte ganz anders beginnt.

00:00:45: Die Ermittlung führen nicht zu einem flüchtigen Verbrecher sondern zu einer Frau, die bereits lange vor ihrer Verfolgung Gesprächsthema der Münchner Gesellschaft ist – elegant selbstbewusst geschieden unabhängig und für viele genau deshalb verdächtig.

00:01:02: Ihr Name wird bald in jeder Zeitung stehen.

00:01:06: Vera Brüne Was folgt, ist eine der berühmtesten Indizienprozesse der Bundesrepublik Ein Verfahren voller Widersprüche umstrittener Beweise und öffentlicher Vorverurteilungen.

00:01:19: Bis heute streiten Historiker Juristen und Journalisten darüber ob hier eine Mörderin verurteilt wurde oder ein Justizutom Geschichte schrieb.

00:01:29: Doch bevor wir über Schuld sprechen können müssen wir zurückkehren in ein Deutschland, das sich gerade neu erfindet.

00:01:36: In eine Zeit des Wirtschaftswunders alter Moralvorstellungen und einer Gesellschaft, in der der Ruf einer Frau oft schwerer bohgt als die Beweise gegen

00:01:45: sie.".

00:01:46: Das ist die Geschichte von Vera Brümer Und ich frage, die bis heute geblieben ist War Sie Täterin oder das bekannteste Justizopfer der Jungen Bundesrepublik?

00:01:57: Hi!

00:01:58: Ich bin Susanne – und dass es was bleibt.

00:02:01: In diesem Podcast erzähle ich wahre Geschichten aus der Vergangenheit, Geschichte über Orte, Ereignisse und Verbrechen die Spuren hinterlassen haben.

00:02:10: Wir reisen dafür in andere Zeiten, besuchen historische Orte und schauen uns an was dort einmal geschehen ist und was davon bis heute geblieben ist.

00:02:19: Neue Folgen erscheinen jede Woche auf eingängigen Plattformen wo es podcast gibt.

00:02:24: Zusätzlich gibt es mit Worst eine kleinere Folge, die auf bestimmte Themengebiete der Hauptfolge eingeht.

00:02:32: Und jetzt würde ich sagen starten wir in den Fall!

00:02:35: Vera Brüne kam nicht aus einfachem Verhältnissen.

00:02:38: Sie wurde am sechsten Februar zehntinhundertzehn als Vera Maria Kohlen in Essen geboren und wuchs im damals noch eigenständigen Ort kreiauf einer Gemeinde am Rand des Ruhrgebiebs die vom Werkbau geprägt war und zugleich bürgerliche Strukturen besaß.

00:02:56: Ihr Vater Ludwig Kohl war Bürgermeister der Gemeindekreileite, er gehörte zu jener Generation kommunaler Beamter die Ordnung Disziplin ungesellschaftliches Ansehen verkörperten.

00:03:09: über ihre Mutter ist dagegen vergleichsweise wenig überliefert ein Umstand der für viele Biografien jenerzeit nicht ungewöhnlich ist.

00:03:18: Während der Vater durch sein öffentliches Amt sichtbar wurde, blieb das Leben der Frauen in den Quellen häufig im Hintergrund.

00:03:26: Die Familie lebt in geordneten gutbürgerlichen Verhältnissen.

00:03:30: Vera wuchsen einem Haushalt auf, indem Bildung gutes Benehmen und gesellschaftlicher Status eine große Rolle spielten.

00:03:38: Ihre Brüder schlugen akademische Laufbahnen ein und studierten Jura – für Vera hingegen sei die Zeit einen anderen Lebensweg vor!

00:03:48: Statt einer Universität besuchte sie eine Haushaltsschule, eine Ausbildung die junge Frauen auf Ehe und Familienleben vorbereiten sollte.

00:03:57: Doch schon früh zeigte sich das Veracolen nicht in das traditionelle Rollenbildpaste.

00:04:03: Sie galt als selbstbewusst, gepflegt und kontaktfreudig – sie bewegte sich sicher in gehobenen gesellschaftlichen Kreisen und entwickelte ein Auftreten dass Aufmerksamkeit aufsichtzog Eigenschaften, die später in den Augen vieler Zeit genossen weniger als Stärke denn als Markel ausgelegt werden sollten.

00:04:23: Noch ahnt niemand das aus der Tochter eines angesehenen Bürgermeisters Jahrzehnte später eine der bekanntesten und umstrittensten Frauen der deutschen Nachkriegsgeschichte werden würde.

00:04:35: Über die Jugend von Veracolen ist nur wenig Verlässliches überliefert.

00:04:40: Es gibt keine dichten Tagebücher, keine umfangreichen Korrespondenzen und kaum Zeugnisse in denen sie selbst beschreibt was sie vom Leben erwartete.

00:04:50: Fast alles, was später über ihre Persönlichkeit gesagt wurde stammt aus Erinnerung anderer Menschen – Ausvernehmungen oder aus Berichten die nach ihrer Verhaftung entstanden.

00:05:00: Gerade deshalb ist vor sich geboten.

00:05:03: Sicher isst Vera viel auf!

00:05:06: Sie war groß schlank und blond.

00:05:09: Sie kleidete sich sorgfältig und wusste, wie sie einen Raum betrat ohne sich darin klein zu machen.

00:05:15: Spätere Beobachter beschrieben sie als elegant – selbstbewusst und außerordentlich geschickt im Umgang mit Menschen.

00:05:22: Besonders im Umgang mit Männern hieß es immer

00:05:24: wieder.".

00:05:25: Doch schon diese Formulierung verrät viel über den Blick der Zeit!

00:05:30: Was bei einem Mann als gesellschaftliche Gewandheit gegolten hätte, erschien bei einer Frau schnell als Berechnung.

00:05:37: Vera konnte zuhören.

00:05:39: Sie konnt unterhalten, sie verfügte über jene Form von Aufmerksamkeit durch die sich das Gegenüber gesehen fühlte.

00:05:46: Menschen, die ihr begegneten beschrieben sie nicht als zurückhaltend oder unsicher.

00:05:51: Sie war präsent kontaktfreudig und offenbar in der Lage sich in sehr unterschiedlichen Gesellschaften zu bewegen.

00:05:58: Ob diese Eigenschaften Ausdruck von Unabhängigkeit über Lebenswillen oder schlicht ihre Persönlichkeit waren, lässt sich heute nicht mehr eindeutig sagen.

00:06:06: Fest steht nur, dass sie später gegen sie verwendet wurden.

00:06:11: In die Mitte des Jahres war Hans Kossi ein Schauspieler.

00:06:16: Er war ein Jahr jünger als Sie und hieß mit bürgerlichem Namen Hans-Kosylkowski.

00:06:21: Später sollte er einen breiten Publikum durch Theater-, Film- und Fernsehen bekannt werden.

00:06:27: Als die beiden heirateten, stand diese Karriere jedoch noch am Anfang.

00:06:31: Für Vera bedeutete sie eher den Eintritt in eine andere Welt.

00:06:36: Es war eine Welt der Bühnen, der Proben und der Künstlercafés Ein Umgebung in der Menschen von Engagement zu Engagement lebten Und in der gesellschaftlichen Regeln mit unterlockerer Erschien als in dem bürgerlichen Elternhaus aus dem Vera stammte.

00:06:52: Schauspieler besaßen in den dreißiger Jahren ansehen, ihre berufliche Existenz war jedoch häufig unsicher.

00:07:00: Ein Engagement konnte eine Spielzeit dauern, danach begann die Suche erneut.

00:07:07: Vier Jahre nach der Hochzeitenenvierzig wurde die gemeinsame Tochter Sylvia geboren.

00:07:12: Deutschland befand sich inzwischen im Krieg.

00:07:15: Der Alltag bestand aus Lebensmittelkarten Verdunklungen und den Nachrichten von immer neuen Fronten.

00:07:21: In den Städten wurden Keller zu Schutzräumen umgebaut.

00:07:24: Nachts heulten die Sirenen.

00:07:26: Die Menschen lernten am Klang der Motoren zu unterscheiden, ob die Flugzeuge weiterziehen oder über ihnen ihre Bombenlast abwerfen würden.

00:07:35: Auch das Leben von Vera und ihrer kleinen Tochter wurde vom Krieg erfasst.

00:07:39: Im Herbst seit vielfürzig lebte die Familie in Köln.

00:07:43: Hans Kossi hatte für sich, Vera und Sylvia ein Grundstück gemietet.

00:07:48: Auf diesem Grundstück arbeitete der Bauarbeiter Johann Ferbach an einem behelfsmäßigen Luftschutzbunker.

00:07:54: Ferbach, nun sollte reizt in den Köln geboren, war während des Krieges von der Wehrmacht desatiert und lebte unter falschen Namen.

00:08:02: Während eines Luftangriffs wurde das Haus zerstört.

00:08:06: Vera und ihre dreijährige Tochter wurden unter den Trümmern verschüttelt.

00:08:10: Inmitten von Staub, geworstenen Beigen und dem geruch verbrannten Mauernberg setzte Johann Pferbach durch das nach den beiden gesucht wurde.

00:08:19: Sie wurden gefunden und gerettet.

00:08:21: Vorübergehend nahm Pferrbach Mutter und Tochter bei sich auf.

00:08:24: Es war eine Erfahrung die beide Menschen dauerhaft miteinander verbunden haben dürften.

00:08:30: Später wurde viel über die Beziehung zwischen Vera und Johann Pherbach geschrieben.

00:08:34: Im Prozess stellte man sie als Liebespaar und schließlich als gemeinschaftlich handelnde Täter dar.

00:08:40: Die Quellen erlaubten jedoch keine so einfache Darstellung.

00:08:44: Belegt ist, dass ihre Verbindung nach dem Krieg nicht abgerissen.

00:08:48: Fairbach blieb über viele Jahre Teil ihres Lebens.

00:08:52: Ob und wann aus Dankbarkeit Freundschaft und Vertrautheit eine Liebesbeziehung wurde, ist nichts weifelsfrei festzustellen.

00:09:00: Manche Darstellungen bezeichnen ihn als ihren Geliebten andere sprechen von einem engen Freund wieder andere übernehmen weitgehend die Deutung der Anklage.

00:09:10: Sicher ist nur, dass Ferbach für Vera kein Füchtiger bekannter war.

00:09:15: Er war der Mann, der sie und ihre Tochter aus einem zerstörten Haus hatte bergen lassen.

00:09:20: Diese gemeinsame Vergangenheit verliehe ihrer Beziehung ein Gewicht, das später vom Polizeipresseunkrächt auf eine einzige Frage reduziert wurde.

00:09:30: Waren Sie ein Paar?

00:09:33: Das Leben selbst war vermutlich komplizierter.

00:09:36: Am achten Mai nünzartfünfundvierzig endete für Deutschland der Krieg.

00:09:40: Vera zog mit ihrer Tochter nach München.

00:09:43: Die Stadt, in die sie kam, war schwer beschädigt.

00:09:46: Zwischen den Ruinen verliefen schmale Wege.

00:09:49: Menschen drohen Brennholz, Ziegelsteine und Lebensmittel durch die Straßen an denen ganze Häuserzeilen fehlten.

00:09:55: Straßenbahn fuhren wieder Zunächst langsam und oft unterbrochen.

00:10:00: In den Hauseingängen wurde getauscht gehandelt und improvisiert.

00:10:05: München war zugleich eine Stadt des Neubeginns.

00:10:08: Theater öffneten wieder.

00:10:10: In notwendig hergerichteten Seelen wurde gespielt, während wenige Straßen weiter Trümmer abgetragen wurden.

00:10:17: Künstler, Schauspieler, ehemalige Soldaten, Flüchtlinge und Menschen, die ihre Vergangenheit lieber nicht erklärten, begegneten sich in den Cafés und Wohnungen.

00:10:28: Vera versuchte in dieser Stadt ein neues Leben aufzubauen.

00:10:32: Ihre Tochter war noch klein – Die Ehe mit Hans Kossi bestand formell weiter Doch über die gemeinsame Familienleben dieser Jahre ist wenig bekannt.

00:10:41: Kossis Karriere entwickelte sich nach dem Krieg zunehmend erfolgreich.

00:10:46: Vera dagegen lebte nicht als Ehefrau, deren gesellschaftliche Stellung allein durch den Beruf ihres Mannes bestimmt wurde – sie knüpfte eigene Kontakte.

00:10:56: Sie bewegte sich in Kreisen, indem künstler Geschäftsleute und wohlhabende ältere Männer verkehrten.

00:11:02: Spätere Berichte behaupteten, sie hat sich von Männern unterhalten lassen oder ihnen gegen Geld Gesellschaft geleistet.

00:11:10: Deutschlandfunkkultur bezeichnete sie rückblickend als eine Art Vorläuferin eines heutigen Begleitdienstes – einer allein stehende Frau die ältere Vermögenherren begleitete und von ihnen unterstützt wurde.

00:11:23: Zeitgenössisch wurde daraus das abwertende Bild einer sogenannten Liebe-Dame.

00:11:28: Wie genau diese Arrangements aussahen, ist nur unzureichend dokumentiert.

00:11:33: Es existierte keine verlässliche Liste der Männer mit denen Vera in diesen Jahrenbeziehungen führte.

00:11:39: Namen die später in Boulevardberichten auftauchen wurden häufig nicht sauber belegt.

00:11:44: Aus gesellschaftlichen Kontakten wurde nach Fernen aus Begleitung wurden Abhängigkeiten und aus Gerüchten scheinbar feststehende Tatsachen.

00:11:53: was sich mit größerer Sicherheit sagen lässt es folgendes Vera suchte ihre wirtschaftliche Lage und gesellschaftliche Sicherheit nicht ausschließlich in einer traditionellen Ehe.

00:12:03: Sie nutzte ihre Fähigkeiten, Kontakte herzustellen um Beziehungen zu pflegen.

00:12:07: Sie ließ sich offenbar von Männern einladen und unterstützen.

00:12:12: Möglicherweise bot sie ihnen dafür Gesellschaft Aufmerksamkeit und Nähe an.

00:12:17: Das war in der jungen Bundesrepublik nichts strafbar.

00:12:20: Es widersprach jedoch dem Frauenbild jener Jahre.

00:12:24: Die gesellschaftlich akzeptierte Frau war eher Frau Mutter und Haushaltsführerin.

00:12:29: Sie sollte bescheiden auftreten, finanziell von ihrem Mann abhängig sein und ihre Sexualität nicht öffentlich erkennen lassen.

00:12:37: Eine geschiedene Frau die selbst bestimmte wen sie traf wie sie sich kleidete und vom wem sie Unterstützung annahmen wurde schnell verdächtig.

00:12:46: Bei Vera kamen zu dass sie sichtbar Freude an Eleganz hatte.

00:12:51: Sie trug gute Kleidung vor Auto, besag später eine Wohnung in Münchenschwarbing.

00:12:56: Sie draht nicht wie eine Frau auf die ungesellschaftliche Verzeihung bat.

00:13:01: In der Rückblickende einer Erzählung wurde daraus häufig ein Charakter urteilen.

00:13:06: Ihre Kleidungen erschienen als Beweis für Eitelkeit.

00:13:09: Ihre Kontakte wurden als Beweiss für Berechnung gelesen.

00:13:13: Ihre Selbstsicherheit wurde in Kälte umgedeutet.

00:13:16: Doch das sind Zuschreibungen!

00:13:19: Sie sagt möglicherweise ebenso viel über die Bundesrepublik der Fünfzigerjahre aus, wie über Vera selbst.

00:13:27: Meister dreinfünftig wurde die Ehe mit Hans Kossi geschieden.

00:13:31: Vera war Anfang vierzig.

00:13:33: ihre Tochter Sylvia war etwa zwölf Jahre alt.

00:13:36: eine Scheidung war in diesen Jahren kein rein privater Vorgang.

00:13:40: Besonders für eine Frau konnte sie gesellschaftliche Nachteile bedeuten.

00:13:45: Geschiedene Frauen wurden beobachtet, beurteilt und nicht selten für das Scheitern einer Ehe verantwortlich gemacht – unabhängig davon wie die tatsächlichen Verhältnisse gewesen waren.

00:13:56: Vera behielt zunächst den Kontakt zur Münchner Gesellschaft in der sie sich über die Jahre ein eigenes Umfeld geschaffen hatte.

00:14:03: Über das Verhältnis zu Hans Kossi nach der Trennung ist wenig belastbares bekannt.

00:14:08: Auch über die Beziehung zwischen Vater und Tochter geben die allgemein zugänglichen Quellen kaum Auskunft.

00:14:14: Sylvia blieb jedoch ein zentraler Teil von Vera's Leben, Jahre später sollte gerade sie zu einer der wichtigsten und zugleich widersprüchlichsten Zeugenen im Verfahren gegen ihre Mutter werden.

00:14:27: Zu diesem Zeitpunkt war davon noch nichts zu ahnen.

00:14:30: Nach der Scheidung von Hans Kossi heiratete Vera ein zweites Mal.

00:14:34: Ihr neuer Mann war der Filmkomponist Lothar Brüner.

00:14:38: Er war zehn Jahre älter als sie und in der deutschen Filmbranche ein bekannter Name.

00:14:43: Brüne hatte Musik für zahlreiche Produktionen geschrieben, zu seinen bekanntesten Arbeiten gehörten die Melodien für Filme mit Sarah Leander.

00:14:52: Sein Lied «Kan denn Liebe Sünde sein» war bereits vor dem Krieg populär geworden.

00:14:58: Mit dieser Ehe erhielt Vera den Namen unter dem sich später in ganz Deutschland bekannt werden sollte – Brüner!

00:15:05: Auch diese Verbindung führte in ein künstlerisches Milieu.

00:15:09: Filmkomponisten arbeiten in einer Branche, die nach dem Krieg versuchten an früherer Folge anzuknüpfen.

00:15:16: In den Studios, Gaststätten und Wohnungen der Filmschaffenden begegneten sich Menschen deren Karriere vor neunzehnfünftvierzig begonnen hatten – und die sich nun in der neuen Bundesrepublik neu einrichteten!

00:15:29: Die Ehe dauerte jedoch nur kurze Zeit.

00:15:32: Bereits in den letzten Jahren wird Vera im biografischen Darstellung wieder als Geschieden bezeichnet.

00:15:38: Verlässliche Einzelheiten über das Scheitern der Beziehung sind kaum überliefert.

00:15:43: Es wäre deshalb unseriös, bestimmte Konflikte oder Motive zu erfinden.

00:15:48: Fest steht lediglich dass Vera auch nach der zweiten Ehe den Namen Brüne behielt.

00:15:53: Lothar Brüne stammt aus dem Zeitpunkt, zu diesem Zeitpunkt lebte Vera längst als eigenständige Frau in München.

00:16:01: Sie besaß eine Eigentumswohnung in Schwabing.

00:16:04: Das war keineswegs selbstverständlich.

00:16:06: Wohneigentum bedeutete Sicherheit, besonders in einer Stadt, in der der Wohnraum noch knapp und teuer war.

00:16:13: Schwabbing hatte damals bereits den Ruf eines Künstler- und Vergnügungsviertels.

00:16:19: In den Straßen lagen Cafés kleine Theater, Bars, Ateliers... Abends standen Automobile vor den Lokalen aus dem geöffneten Türen Trangmusik und zwischen Studenten, Schauspielern und Geschäftsleuten bewegten sich Menschen die sich eine gewisse Freiheit leisten konnten.

00:16:36: Vera gehörte zu dieser Welt ohne wirklich aus ihr zu stammen.

00:16:41: Sie war keine Schauspielerin.

00:16:43: sie war keine Künstlerin.

00:16:44: sie besaß keinen bekannten Beruf.

00:16:47: in amtlichen Dokumenten wurde sie später schlicht als Hausfrau bezeichnet.

00:16:51: Diese Bezeichnung erfasst ihr doch kaum, was sie tatsächlich lebte.

00:16:56: Sie organisiert ihr Leben über Beziehung – damit sind nicht nur Liebesbeziehungen gemeint!

00:17:01: Vera scheint ein Netz aus Bekanntschaften, Freundschaften und gesellschaftlichen Kontakten gepflegt zu haben.

00:17:07: Die begleitete Männer reißen und bewegten sich in Restaurants und Gastetten, indem neue Bekanntchaften entstanden.

00:17:14: Einige dieser Männer unterstützen sie möglicherweise finanziell oder machten ihr Geschenke.

00:17:19: Welche Männer außer Hans Kossi, Luta Brüne, Johann Fairbach oder später Otto Braun eine dauerhafte persönliche oder intime Rolle spielten lässt sich aus seriösen Quellen nicht sicher rekonstruieren.

00:17:33: Die Lücke ist wichtig!

00:17:35: Denn gerade in späteren Prozess wurde der Eindruck erweckt, wer das Leben habe aus einer endlosen Reihe wohlhabender Liebhaber bestanden.

00:17:44: Konkrete überprüfbare Namen wurden dafür jedoch nur selten genannt.

00:17:48: Die Vielzahl der Männer war weniger eine belegte biografische Tatsache als ein Bestandteil des öffentlichen Bildes, das man von ihr schuf.

00:17:59: Johann Fairbach blieb auch nach dem Krieg in ihrem Leben.

00:18:03: Er lebt in Köln, arbeitete als Handwerker und Bauarbeiter und führt ein Leben, dass sich deutlich von Vera's Münchner Umfeld unterschied.

00:18:11: Während sie in eleganter Kleidung im Restaurants erschien wurde Fairbach später als einfacher, unscheinbarer Arbeitertyp beschrieben.

00:18:20: Gerade dieser Gegensatz faszinierte die Prozessbeobachter.

00:18:24: Viele konnten sich nicht erklären was sie beiden Menschen verbanden Doch ihre gemeinsame Geschichte reichte zurück bis in den Krieg.

00:18:32: Fairbach hatte dafür gesorgt dass nach Vera und ihrer Tochter gegraben wurde.

00:18:37: Er hat sie anschließend aufgenommen.

00:18:39: Eine solche Erfahrung lässt sich nicht in gesellschaftlichen Kategorien messen.

00:18:43: Ob sie zeitweise ein liebes Verfahren bleibt umstritten.

00:18:47: In den Quellen wird Fairbach sowohl als Freund, also auch der Geliebte bezeichnet.

00:18:52: Das Lexikon der politischen Strafprozesse formuliert vorsichtiger und spricht davon dass Vera mit ihm befreundet gewesen sei.

00:19:00: Zugleich wurde die Beziehung im späteren Strafverfahren als eng genug angesehen um daraus eine gemeinsame Tatplanung abzuleiten.

00:19:09: Vera besuchte Fairbach weiterhin in Köln.

00:19:12: Noch Anfang neunzehntzig verbrachten beide Zeit miteinander beim Karneval.

00:19:17: Ihre Verbindung bestand also über viele Jahre und über große, räumliche Entfernung hinweg.

00:19:22: Doch bis Vera Ottopron kennenlernte scheint Fairbach nicht der Mann gewesen zu sein mit dem sie ein gemeinsames Haushalt oder ein öffentliches Paarleben führte – er blieb im Hintergrund.

00:19:33: Vielleicht war er freund, vertrauter oder zeitweise geliebter?

00:19:37: Vielleicht war ja ihre Beziehung in verschiedenen Phasen.

00:19:40: all dies zugleich!

00:19:42: Die Quellen geben darauf keine eindeutige Antwort.

00:19:45: An dieser Stelle stellt sich eine Frage, die spät am Gerichtssaal beinahe wichtiger werden sollte als manche Sachfrage Was für ein Mensch war Vera Brüner?

00:19:55: Eine abschließende Antwort ist nicht möglich.

00:19:58: Menschen, die ihr begegneten beschrieben sie als eindrucksvoll und gesellschaftlich geschickt.

00:20:03: Der Gerichtreporter Gerd Maus erinnert sich an eine Frau, die virtuos mit Menschen umgehen konnte.

00:20:10: Sie habe insbesondere verstanden, mit Männern umzugehen.

00:20:14: Darin kann man Berechnung sehen Man kann darin aber ebenso soziale Intelligenz erkennen.

00:20:20: Werer wusste offenbar welche Wirkung sie auf andere hatte?

00:20:23: Sie konnte charmant sein und Aufmerksamkeit erzeugen.

00:20:27: Sie schien Männer nicht möchte ihr Äußeres sondern auch durch ihre Art zu feststellen.

00:20:32: Gleichzeitig galt sie als eigenwillig und selbstbewusst.

00:20:35: Sie wollte nicht unsichtbar sein!

00:20:38: Ob sie glücklich war, wissen wir nicht.

00:20:40: Hinter der eleganten Erscheinung lag ein Leben das von Brüchen geprägt war, zweigescheiterte ihn die Erfahrung des Bombenkriegs, die Verantwortung für eine Tochter und eine wirtschaftliche Existenz, die nicht auf einem sicheren Beruf beruhte.

00:20:56: Vera musste Beziehungen pflegen – bei Beziehung ein Heil ihrer Lebensgrundlage

00:21:00: waren.".

00:21:02: Möglicherweise war ihre Souveränität auch eine Form von Selbstschutz.

00:21:07: Sie hatte erlebt, wie schnell Häuser Ordnung und Sicherheit verschwinden konnten.

00:21:11: Vielleicht vertraute sie deshalb weniger auf Institutionen als auf Menschen?

00:21:16: Vielleicht suchte sie Nähe- und Unabhängigkeit zugleich?

00:21:20: Vielleicht genoss sie schlicht ein Leben das freier war als das vieler Frauen ihrer Generation?

00:21:27: All das bleibt Interpretation!

00:21:29: Belegt ist, dass Vera Brüne nicht im Bild der stillen angepassten Nachkriegsfrau entsprach.

00:21:35: Sie lebt allein, besaß eine Wohnung vor Auto-, Reister- und Raffmänner ohne sich für diese Kontakte öffentlich zurechtfertigen.

00:21:44: Später sollte genau daraus eine moralische Anklage entstehen.

00:21:48: Noch bevor ein Gericht über ihre Schuld entschied wurde ihr Lebensstil zum Indiz.

00:21:53: Die Öffentlichkeit fragte sich nicht nur ob sie einen Mord begangen haben könnte.

00:21:58: Sie fragte, ob eine Frau die so lebte nicht grundsätzlich zu allem fähig sei.

00:22:03: Im Juli, da kam es in einer Münchner Gaststätte zu jener Begegnung, die den Verlauf ihres Lebens verändern sollte.

00:22:12: Vera war siebenundvierzig Jahre alt.

00:22:15: Otto Braun war dreiundsechzig ein geschiedener Münchener Gynäkologe, Immobilienbesitzer und wohlhabender Mann.

00:22:23: Er führte eine Kassenarztpraxis, besaß Mietzoll sein München.

00:22:27: Eine Villa in Pöcking am Sternberger See und ein ausgedehntes Grundstück mit einer Finker an der spanischen Costa Brava.

00:22:36: An diesem Abend war Braun nicht alleine.

00:22:39: Bei ihm befand sich Herr Friedigloh die seit vielen Jahren seinen Haushalt führten und offenbar auch seine Lebensgefährtin war.

00:22:46: Die Quellen beschreiben die genaue Situation unterschiedlich.

00:22:50: Nach einer verbreiteten Darstellung fiel Vera dem Arzt in der Gaststätte auf, Braun begann ein Gespräch mit ihr und schickte Alfredo Kloster sich nach Hause.

00:22:59: Was Braun an Vera bemerkte ist nicht überliefert – vielleicht war es ihrer Scheinung, vielleicht ihre Fähigkeit einem Gespräch sofort Vertraut hat zu verleihen!

00:23:08: Vielleicht erkannte er ihnen ihr eine Frau, die unabhängig genug war um ihm zu gefallen und zugleich auf Unterstützung angewiesen genug, um sich auf eine ungewöhnliche Vereinbarung einzulassen.

00:23:20: Braun bot Vera bald eingebrachten Volkswagen an.

00:23:24: Außerdem soll sie monatlich zwei Hundert D-Mark erhalten.

00:23:28: Dafür sollte sie ihm in zwei Abenden in der Woche zur Verfügung stehen – offiziell als Schiffhörer.

00:23:35: Ob ihre Beziehung von Anfang an aus sexueller Natur war, lässt sich nicht sicher belegen.

00:23:40: Spätere Quellen sprechen davon, dass beide zeitweise ein Liebesverhältnis hatten.

00:23:45: Sicher ist es wäre für Braun bald mehr wahr als die gelegentliche Fahrerin.

00:23:50: Im Oktober vertreten sie mit dem Kostas Brava in Spanien.

00:23:56: Dort lag die Finca, die später im Zentrum des Mordprozesses stehen sollte.

00:24:01: Doch an jenem ersten Abend in München.

00:24:03: war all das noch Zukunft.

00:24:05: Vera Brüne war eine geschiedene Frau, die gelernt hatte ihr Leben außerhalb der üblichen Bahn zu organisieren.

00:24:11: Otto Braun war ein wohlhabender Arzt mit Besitz, Geheimnissen und mehreren Frauen im Umfeld.

00:24:18: Sie begegneten ineinander in einer Gaststätte.

00:24:21: Aus einem Gespräch wurde eine Vereinbarung.

00:24:26: Und aus dieser Nähe entstand jene Verbindung, die Vera Brüne wenige Jahre später vor Gericht bringen sollte.

00:24:33: Nicht allein wegen dessen was zwischen ihr und Ottoprauen geschah, sondern auch wegen dessens was andere darin zu sehen glaubten!

00:24:42: Als Vera Brüne Ottopraun im Sommer dekann, begann ihre Beziehung zunächst mit einer Vereinbarung.

00:24:49: Braun stellt ihr einen gebrauchten Volkswagen zur Verfügung und zahlt ihr monatlich zweihundert D-Mark.

00:24:54: Dafür sollte sie ihn regelmäßig begleiten, unertfahren zu verfügen stehen.

00:24:59: Was auf dem Papier wie ein Beschäftigungsverhältnis aussah, entwickelte sich bald zu einer engen Verbindung.

00:25:05: Vera fuhr mit Braun aus, begleitete ihn auf Reisen und hielt sich mit ihm auf seinem spanischen Anwesen auf.

00:25:12: Die Finca lag bei Loretta Mar an der Costa Brava.

00:25:16: Ende der fünftiger Jahre war die spanische Mittelmeerküste noch nicht jene dicht bebaute Ferienlandschaft, die sich später werden sollte.

00:25:24: Zwischen Pininwäldern, felsigen Buchten und staubigen Straßen lagen einzelne Häuser- und Landgüter.

00:25:31: In den Dörfern roch es nach Meer, Holzfeuern und den Abgasen alter Lastwagen.

00:25:36: Der Tourismus begann gerade, die Küste zu verändern.

00:25:39: Für Braun war die Finca ein Rückzugsort für Vera wurde sie zu einem Versprechen Im Oktober verwendet, reisten beide gemeinsam nach Spanien.

00:25:50: Braun ließ Vera offenbar glauben, dass das Anwesen eines Tages ihr gehören könne – später wurde ein Testament bekannt in dem sie als Begünstigte der spanischen Finca genannt war.

00:26:01: Genau dieses Erbe sollte nach Brauns Tod zum Mittelpunkt der Ermittlung und zum wichtigsten behaupteten Tatmotiv werden.

00:26:08: Die Beziehung zwischen Braun und Vera war jedoch nicht eindeutig.

00:26:13: Braun war kein Mann, der sein Leben auf eine einzige Partnerin ausgerichtet hatte.

00:26:18: In seinem Haus in Pöcking lebte Efriede Kloh.

00:26:22: Sie wird in den Quellen abwechselnd als Haushälterin, Lebensgefährtin oder Geliebde bezeichnet.

00:26:28: Wahrscheinlich erfüllte sie mehrere dieser Reihen zugleich.

00:26:31: Efrede Klow führte den Haushalt, kümmerte sich um das Haus und war offenbar seit vielen Jahren eine feste Größe in Brauns Leben.

00:26:38: Während Vera mit ihm reiste und ihn gesellschaftlich begleitete, sorgte Klof in Pöcking für Beständigkeit.

00:26:45: Zwei Frauen standen damit auf unterschiedliche Weise in Verbindung zu demselben Mann.

00:26:51: Ob zwischen Vera und Elfriede Klu offene Feindschaft bestand ist nicht sicher belegt – im späteren Verfahren wurde jedoch der Eindruck vermittelt, Klu habe Vera misstraut und ihren Einfluss auf Braun mit Sorge betrachte Auch Braunzonen, Günther betrachte die Beziehung seines Vaters zu Vera offenbar kritisch.

00:27:10: Nach dem Tod des Vaters sollte gerade er die ersten Zweifel an der zunächst angenommenen Todesursache äußern.

00:27:18: Doch wer war eigentlich Otto Braun?

00:27:21: Otto Braun war mehr als ein wohlhabender Landarzt.

00:27:24: Er arbeitete als Gynäkologe, handelte mit Immobilien und besaß beträchtliches Vermögen.

00:27:29: Neben seiner Praxis unter Villa am Stanberger See verfügt er über Häuser in München und das Anwesen in Spanien.

00:27:36: Seine Biografie besaß zugleich eine dunklere, schwere durchschaubare Seite.

00:27:41: Braun hatte bereits vor- und während des Zweiten Weltkrieges Kontakte zu militärischen Nachrichtendienstkreisen.

00:27:48: Spätere Recherche brachten ihn mit der Organisation Gehlen dem Vorläufer des Bundesnachrichtendiestes sowie mit Personen in Verbindung die im Waffenhandel und dem Umfeld der späteren HS-Dreißigskandal auftauchten.

00:28:02: Wie weit Brauns eigene Beteiligung reichte, blieb ungeklärt.

00:28:06: Im Mordprozess spielten diese Verbindung praktisch keine Rolle.

00:28:10: Menschen aus seinem Umfeld berichteten später, Braun habe Angst gehabt – vor wem oder wovor?

00:28:16: Blieb offen!

00:28:18: Vielleicht waren es geschäftliche Konflikte… vielleicht alte Verbindungen?

00:28:22: Vielleicht handelt er sich lediglich um die Unruhe eines Mannes, der viele Geheimnisse kannte und selbst nicht immer offen legte womit er sein Geld verdiente.

00:28:31: Im späteren Prozess wurde dieser Teil seines Lebens kaum untersucht.

00:28:35: Die Ermittlungen konzentrierten sich stattdessen auf Vera Brüner Johann Pferbach und die spanische Finke.

00:28:43: Das Testament schuf eine gefährliche Verbindung zwischen Nähe und Besitz.

00:28:47: Vera durfte davon ausgehen dass sie das spanische Anwesen eines Tages erhalten würde Doch irgendwann scheint Braun an dieser Entscheidung gezweifelt zu haben.

00:28:57: Nach Auffassung der späteren Anklage plante er, die Finker zu verkaufen oder Vera als Erben zu streichen.

00:29:05: Ob er ihr dies ausdrücklich mitteilte ist nicht sicher belegt.

00:29:09: Es gibt keine zuverlässige Aufzeichnung eines entscheidenden Gesprächs in dem Braun-Vera das Erben zog.

00:29:16: Vieles war später als festgeinner Konflikt dargestellt wurde, wo gut auf Zeugenaussagen Erinnerungen und Schlussfolgerung.

00:29:23: Das Gericht entwickelte daraus ein Mordmotiv.

00:29:27: Vera habe befürchtet die Finger zu verlieren.

00:29:30: Deshalb habe sie beschlossen Frauen zu töten bevor er sein Testament ändern oder das Grundstück verkaufen konnte.

00:29:37: Johann Fairbach ihr langjähriger Freund aus Köln habe ihr dabei geholfen.

00:29:42: Diese Vorstellung wurde zum Kern der Anklage doch schon.

00:29:46: das Motiv war nicht so eindeutig, wie es zunächst erschien.

00:29:49: Frau Zohn hätte nach dem Tod seines Vaters rechtlich gegen das Testament vorgehen können – außerdem war unklar welchen tatsächlichen Wert die Finger besaß oder ob Vera überhaupt sicher sein konnte sie nach dem gewaltsamen Tod braunt problemlos zu erhalten.

00:30:04: Trotzdem erschien der Staatsanwaltschaft das Bild überzeugend eine Frau, die um ein Erbe fürchtete und einen Mann, der bereit war für sie zu töten.

00:30:13: Färbach war gelernter Büchsmacher und arbeitete später als Handwerker- und Montageschlosser.

00:30:19: Seine Kenntnisse am Umgang mit Waffen sollten im Prozess eine wichtige Rolle spielen.

00:30:24: Nach Auffassung des Gerichts planten Vera und Färbach seit Anfang neun zu neunhundertsechzig gemeinsam die Tötung Brauns.

00:30:32: Vera habe das Motiv geliefert, Färrbach habe die Tat ausgeführt.

00:30:37: Beweise für konkrete Planungsgespräche gab es jedoch nicht.

00:30:41: Niemand konnte zuverlässlich berichten, er habe gehört wie beide den Mord besprachen.

00:30:46: Es existieren weder schriftliche Absprachen noch eindeutige Vorbereitungen.

00:30:51: Die angenommene Planung wurde aus ihrem Verhalten ihren Kontakten und später Widersprüchen rekonstruiert.

00:30:59: Auch die Herkunft der Tatwaffe blieb unklar.

00:31:02: Das Gericht nahm an wäre habe die Pistole aus dem Handschuhfach von Braunswagen genommen und färber überlassen.

00:31:08: Dass sie diese Waffe tatsächlich an sich nahm, konnte jedoch nicht unmittelbar bewiesen werden.

00:31:14: Die mutmaßliche Tatwaffe wurde nie zweifelsfrei als Teil einer nachvollziehbaren Beweiskette sichergestellt – so näherte sich der Fall dem Osterfest des Jahres neunzehnhundertsechzig!

00:31:26: Nicht mit einem klar belegbaren Rotplan sondern mit einer Reihe von Beziehungen, Vermutung und Spannungen die erst nach dem Tod Brauns ihre spätere Bedeutung erhielten….

00:31:37: Der vierzehnte April, war der Gründornastag.

00:31:41: In München und am Starnberger See bereitete man sich auf die Osterfeiertage vor.

00:31:47: Die Geschäfte waren gut besucht.

00:31:49: Auf den Straßen rollten Volkswagen Opel und Mercedes zwischen Straßenbahnen und Fahrrädern.

00:31:55: Wer es sich leisten konnte fuhr über die Feiertage hinaus aufs Land.

00:32:00: Pöcking lag ruhig oberhalb des Starnbergerses.

00:32:03: Zwischen Gärten und hohen Bäumen standen Willen, Landhäuser und ältere Bauernhilfe.

00:32:08: Am Abend wurde es still – das Licht verschwand früh aus den Fenstern und jenseits der Häuser lagen dunkle Felder und Waldstücke.

00:32:17: In Brauns Wilder befand sich ein Friede-Klu.

00:32:20: Braun selbst war an diesem Tag noch in München.

00:32:23: Er hat in seiner Praxis gearbeitet und sollte später nach Pöcking zurückkehren.

00:32:27: Was zwischen dem Nachmittag des vierzehnten April und dem Pfund der Toten tatsächlich geschah, konnte nie vollständig geklärt werden.

00:32:35: Die spätere Urteilsverfassung erzählte folgenden Ablauf.

00:32:40: Johann Fairbach sei von Köln nach Bayern gekommen.

00:32:43: Zuvor habe er unter falschen Namen in Brauns Praxis angerufen.

00:32:47: Dabei habe er sich als Dr Schmitz ausgegeben und auf diese Weise Information über Brauns Tagsablauf erhalten.

00:32:55: Anschließend sei Fairbach zur Villa nach Pöcking gefahren.

00:33:00: Um von der Friedrich-Klu eingelassen zu werden, habe er angeblich von Vera Brüne verfassten oder gefälschten Brief vorgezeigt.

00:33:07: Mit diesem Schreiben habe er ihr erklärt warum er in das Haus müsse.

00:33:11: Dieser Brief wurde später zu einem der umstrittensten Beweistücke des gesamten Verfahrens.

00:33:16: Er war nicht von der Polizei bei einer ordnungsgemäßen Spurensicherung dokumentiert worden.

00:33:21: Vielmehr wurde er aus dem Umfeld von Braun's Sohn in die Ermittlung eingebracht, wo genau er gefunden worden war, wer ihn zuvor an der Hand gehabt hatte und ob sein Zustand unverändert war ließ sich nicht mehr zuverlässig nachvollziehen.

00:33:35: Nach der gerichtlichen Rekonstruktion stöpfte der Friede Klo zunächst keinen ausreichenden Verdacht.

00:33:41: sie ließ Färbach in die Villa.

00:33:43: Färbach soll Klo anschließend in das Untergeschoss des Hauses gelockt haben.

00:33:48: dort befand sich eine Kellerbar.

00:33:50: Solche Räume gehörten in den fünftiger Jahren zum Wohlstand zum Wohl vieler Willen.

00:33:55: Holzverteflungen, eine kleine Teege, Flaschenregale und gedämpftes Licht sollten eine private Atmosphäre schaffen – man empfängt Freunde, schenkte Konjak oder Wein aus und hörte Musik!

00:34:07: In diesem Raum soll Friede Klo getötet worden

00:34:10: sein.".

00:34:11: Nach Auffassung des Gerichts stand oder ging sie vor fairbach als er ihr aus kurzer Entfernung in den Hinterkopf schoss.

00:34:18: der Schuss war tödlich.

00:34:20: Über ihre letzten Augenblicke ist nicht sicheres bekannt.

00:34:24: Wir wissen nicht, ob sie Fairbach erkannte.

00:34:27: Wir wissen nicht, Ob es ein Gespräch gab.

00:34:29: Wir WISSEN NICHT, ob Sie bedroht wurde, zufrieden versuchte oder den Angriff überhaupt kommen sah.

00:34:35: Die spätere öffentliche Berichterstattung reduzierte Elfredo Kloh häufig auf Ihre Stellung als Haushälterin doch sie war das erste Opfer des Doppelmordes Eine Frau, die über Jahre in Brauns Haus gelebt hatte, sein Alltag organisierte und möglicherweise seinen Vertrauen besessen hatte.

00:34:53: Ihr Tod war nach der Theorie des Gerichts notwendig, weil sie Fairbach gesehen hatte – später als Zeugin hätte aussagen können!

00:35:01: Nachdem sie tot war soll Fairbach im Haus auf Otto Braun gewartet haben.

00:35:07: Braun kehrte am Abend nach Pöcking zurück.

00:35:10: Das Gericht setzte den Todeszeitpunkt auf etwa nineteen Uhr viertzig fest.

00:35:14: Diese genaue Uhrzeit wurde später zu einem der zentralen Streitpunkte, bei neuere gerichtsmedizinische Einschätzung ein späterer Tod für möglichierten.

00:35:24: Nach der Urteilverpassung betrat Braun die Villa ohne zu wissen dass Elfriede Klo bereits tot im Keller lag.

00:35:31: Vielleicht legt er seinen Mantel ab?

00:35:33: Vielleicht griff er nach dem Lichtschalter in der Diele?

00:35:36: Vielleicht hört er einen Geräusch aus am Nebenraum.

00:35:39: was genau geschah ist nicht überliefert.

00:35:41: Fehrbach soll Braun im Bereich der Garderobe oder Diele überrascht und zweimal in den Kopf geschossen haben.

00:35:47: Beide Schüsse trafen ihn, mindestens einer davon war unmittelbar tödlich.

00:35:53: Damit waren zwei Menschen im Haus tot.

00:35:55: Efridic Klurm untergeschoss Otto Braun im Eingangsbereich.

00:35:59: Das Gericht nahm später an, Fehrbach habe im Auftrag und in gemeinsamer Planung mit Vera Brühl gehandelt.

00:36:05: Vera selbst sei nicht zwingend im Haus gewesen.

00:36:08: Ihre Beteiligung habe in der Vorbereitung, im Beschaffen der Waffe und in der Abstimmung mit Fährbach bestanden.

00:36:15: Diese Darstellung machte beide rechtlich zu Mitgliedern – doch sie beruhte auf Indizien!

00:36:21: Es gab keine Augenzeugen, es gab kein Geständnis.

00:36:24: Es gab keiner am Tatort gesicherten Spuren.

00:36:27: die Fährbacht zweifelsfrei mit den Schüssen verbannt.

00:36:31: Nach den Schüssen soll der Täter versucht haben, den Doppelmord wie einer weiterten Suizid aussehen zu

00:36:36: lassen.".

00:36:37: Die Szene sollte den Eindruck vermitteln, Braunhaber zunächst erfriedet Klo und anschließend sich selbst erschossen.

00:36:43: Eine Waffe wurde in seiner Nähe platziert.

00:36:47: Die Lage der Toten die Pistole und der erste Eindruck schien dieser Erklärung zunächst zu stützen.

00:36:52: Dabei gab es von Anfang an Auffälligkeiten, die bei gründlicher Untersuchungen hätte Fragen auslösen müssen.

00:36:59: Doch die erste Spurensicherung war nachlässig.

00:37:02: Die Villa wurde nicht so behandelt, wie man heute einen möglichen Doppelmord-Tatort behandeln würde.

00:37:08: Gegenstände wurden bewegt, Menschen aus dem Umfeld erhielten Zugang.

00:37:12: die Leichen wurden nicht sofort umfassend obduziert.

00:37:15: Wichtige Spuren wurden nicht gesichert oder gingen verloren.

00:37:20: Diese Fehler sollten später nicht mehr korrigiert werden können.

00:37:23: Wer immer den Tatort arrangiert hatte profitierte davon.

00:37:29: Nach dem vierzehnten April blieb es in der Villa still.

00:37:32: Die Osterfeiertage vergingen.

00:37:34: Vor dem Haus bewegten sich die Zweige im Frühlingsfind, vielleicht lag am Morgen noch kält über den Gärten.

00:37:41: In der Ferne fuhren Züge.

00:37:43: Autos rollten über die Straßen nach Starnberg und München.

00:37:48: Im Inneren des Hauses lagen Otto Braun und Alfrede Klo.

00:37:52: Mehrere Tage lang bemerkten niemand was geschehen war.

00:37:56: Erst am Dienstag nach Ostern, dem XIX.

00:37:58: April

00:37:59: n.h.,

00:37:59: wurden die beiden Toten entdeckt.

00:38:01: In einzelnen späteren Berichten wird der zwanzigste April genannt.

00:38:05: Die überwegende Darstellung und die prozessgeschichtliche Literatur nennen jedoch den neunzehnten April als Funtag, Der Zustand der Leichen erschwertet die Bestimmung des Todeszeitpunktes.

00:38:17: Trotzdem legten sich die Ermittler früh auf den Gründonnerstag fest.

00:38:27: Otto Braun habe Alfrede Clough erschossen und anschließend die Waffe gegen sich selbst gerichtet.

00:38:32: Für die Polizei schien der Fall zunächst abgeschlossen.

00:38:35: Es gab keine sofortige gerichtliche Obduktion, die dieser Deutung gründlich widersprochen hätte.

00:38:41: Frauenzleicher wurde zur Bestattung freigegeben.

00:38:44: auch Alfrede Klugh wurde beigesetzt.

00:38:47: Die Villa blieb nicht dauerhaft versiegelt.

00:38:49: Damit ging die wichtigste Phase jeder Mordermittlung verloren die Zeit, in der die Spuren noch frisch Räume unverändert und Erinnerungen der Zeugen unmittelbar sind.

00:38:59: Erst später begann Braun's Sohn Günther an der Suizid-Tese zu zweifeln.

00:39:04: Der Auslöser war unter anderem das Testament.

00:39:08: Als bekannt wurde dass Vera Brüne die spanische Finke erhalten sollte erschien ihr Verhältnis zu Braun plötzlich in einem anderen Licht.

00:39:15: Was zuvor als private Beziehung gegolten hatte, wurde nun als mögliches finanzielles Motiv gelesen.

00:39:21: Günther Braun drängt auf weitere Untersuchungen.

00:39:24: Die Leiche seines Vaters wurde exhumiert und gerichtsmedizinisch untersucht.

00:39:29: Dabei stellte sich heraus, dass Braun zwei Schussverletzungen am Kopf auffies.

00:39:34: Ein Selbstmord mit zwei gezielten Kopfschüssen erschien äußerst unwahrscheinlich.

00:39:39: Aus dem vermeintlichen erweiterten Suizid wurde ein Doppelmord.

00:39:43: Wie Vera Brüne unmittelbar auf Prons Tod reagierte, wurde später genau beobachtet.

00:39:50: Jede Äußerung, jede Reise und jede Frage nach dem Testament erhielt rückblickend eine mögliche Bedeutung.

00:39:57: Dabei muss berücksichtigt werden dass Vera zunächst nicht wissen konnte das aus dem Todesfall ein Mordverfahren gegen sie entstehen würde.

00:40:05: Ihr Interesse an der Finger war nicht automatisch ein Schuldeingeständnis.

00:40:10: Wer in einem Testament bedacht worden ist wird sich nach dem Tod des Erblers das gewöhnlich nach dessen Inhalt erkundigen.

00:40:17: Doch im Klima der Ermittlung wirkte dieses Interesse verdächtig.

00:40:21: Es hieß, Vera habe zu früh nach dem Erbe gefragt – sie habe sich stärker für den Besitz als Braunstod interessiert.

00:40:29: Ob diese Darstellung ihre tatsächliche Reaktion angemessen wiedergeben oder bereits durch die spätere Verdächtigung geprägt waren ist schwer zu beurteilen.

00:40:38: Fest steht von dem Moment an, an dem die Finger bekannt wurde stand Vera am Zentrum.

00:40:43: Die Ermittler entwickeln nun eine zusammenhängende Theorie.

00:40:47: wäre, habe er Farn oder befürchtet das Braun die Finger verkaufen oder sein Testament ändern wollte.

00:40:53: Um das Erbe zu sichern, habe sie sich einen Johann Pferbach gewandt.

00:40:57: Sie haben eine Waffe aus Brauns Auto entwendelt und Pferbach übergeben.

00:41:00: Pferrbach sei nach Pöcking gefahren, habe sich mit einem falschen Telefonanruf und einem gefälschten Brief Zugang verschafft – zuerst Alfredik Klo im Keller und anschließend Otto Braun der Dealer erschossen.

00:41:12: Danach habe er die Szene als Mord mit anschließend Suizid inszeniert und das Haus verlassen.

00:41:19: Vera & Fairbach hätten anschließens versucht, ihre Kontakte und Bewegungen zu verschleiern.

00:41:24: Diese Erzählung war klar – sie hat ein Motiv, eine Tatwaffe, einen ausführenden Täter und eine begünstigte Auftraggeberin.

00:41:32: Doch ihre Klarheit war das Ergebnis einer nachträglichen Rekonstruktion.

00:41:37: Viele Einzelteile waren nicht sicher zu beweisen.

00:41:40: Der angebliche Telefonanruf unter falschen Namen beruhte auf Aussagen, der Brief war nicht unter kontrollierten Bedingungen sichergestellt worden.

00:41:49: die Übergabe der Waffe war nicht beobachtet wurden.

00:41:52: Verbachs Anwesenheit in der Villa konnte nicht durch einen eindeutigen Fingerabdruck oder eine anderen zweifelsfreien Spur belegt werden.

00:41:59: auch der Todeszeitpunkt blieb umstritten.

00:42:01: trotzdem verdichtete sich der Verdacht.

00:42:04: Der Todeszeitpunkt war für die gesamte Anklage entscheidend.

00:42:07: Das Gericht nahm an, Otto Braun und Alfredo Klo seien am vierzehnten April gegen neunzehn Uhr vormundvierzig getötet worden.

00:42:15: Für diesen Zeitraum konnten Vera und Verbach nach Auffassung der Richter kein überzeugendes Alibi vorlegen.

00:42:22: Spätere medizinische Gutachten stellten diese zeitliche Festlegung infrage.

00:42:28: Sollten die Opfer erst deutlich später gestorben sein, hätten sich die Aufenthaltsorte der Angeklagten anders bewerten lassen.

00:42:35: Deutschlandfunk verwies später darauf das Gutachter einer erheblich späteren Todeszeitpunkt für möglich hielten – für den die Verurteilten ein Alibi gehabt hätten.

00:42:44: Gerade hierin liegt eines der größten Probleme des Fals.

00:42:48: Der vermutete Ablauf der Tat bestimmte den Todeszeitpunkt und der angenommene Todes-Zeitpunkt stützte sich wiederum auf dem vermuteten Ablauf.

00:42:57: Eine ungesicherte Annahme bestätigte die Nächste.

00:43:00: Sicher ist, dass Otto Braun und Alfrede Clough erschossen wurden.

00:43:04: Sicher isst, daß sie Tat In oder Unmittelbar bei Braun Zwiller in Pöcking geschah.

00:43:09: Sicher ißt auch, das der Tatort den Eindruck eines erweiterten Suizids erwecken sollte oder zumindest zunächst so gedeutet wurde.

00:43:17: Braun stabbed durch zwei Schüsse in den Kopf.

00:43:19: Alfrede Claw wurde durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet.

00:43:22: Die erste polizeiliche Untersuchung war unzureichen.

00:43:25: Die Leichen wurden zunächst ohne umfassende gerichtsmedizinische Klärung bestattet.

00:43:30: Vera Brüne war nach Bronze Testament mit der spanischen Finka-Bedacht und Johann Pferbach war eng mit ihr verbunden.

00:43:37: Nicht sicher bewiesen ist dagegen, wer die Schüsse abgab.

00:43:41: Nichtsicher bewiesen isst ob Vera die Tat plante.

00:43:44: Nichtssicher bewiesen ißt ob Pferwach am Tatabend überhaupt in der Villa war.

00:43:50: wann genau die Opfer starben und nicht sicher bewiesen ist, ob das Erbe tatsächlich der Grund für das Verbrechen war.

00:43:58: Im Frühjahr neunzehntzig wusste Vera noch nicht dass aus der Villa am Sternberger See ein Fall werden würde, der ihren Namen für immer verändern sollte.

00:44:06: Zunächst war sie eine Frau, die in einem Testament bedacht worden war.

00:44:10: Dann wurde sie eine Verdächtige.

00:44:12: Schließlich wurde aus ihrem gemeinsamen Lebensgeschichte ein mögliches Beweismittel ihre Beziehung zu Männern Ihre Reisen, ihre Kleidung, ihre Freundschaft mit Johann Fairbach.

00:44:22: Ihr Interesse an der Finca?

00:44:24: Alles fügte sich in das Bild, dass sie am Mittler von ihr zeichneten.

00:44:28: Doch zwischen einem überzeugenden Bild und einem bewiesenen Verbrechen liegt ein Unterschied.

00:44:33: Der Mord an Otto Braun oder Friede Klo war tatsächlich geschehen.

00:44:36: Die Frage waren nur ob die Geschichte die Polizei und Staatsanwaltschaft daraus formten auch die wahre Geschichte war.

00:44:43: Im Oktober nineteenundsechzig, anderthalb Jahre nach dem Pfund der Toten wurde Vera Brüne verhaftet.

00:44:49: Wenige Tage später nahm die ja mittlerweile Johann Fairbach fest.

00:44:52: Nun begann der zweite Teil des Fals – nicht mehr in einer stillen Villa am Starnberger See sondern im Vernehmungszimmern, Redaktionen und schließlich in einem Gerichtszahl, indem eine ganze Republik über Schuld, Moral und das Leben einer Frau urteilen sollten….

00:45:08: Am twenty-fünfzehnten April neunzehnundzeinzechszig begann vor dem Schuhrgericht des Landgerichts München II der Prozess gegen Vera Brüne und Johann Fairbach.

00:45:17: Fast zwei Jahre waren vergangen, seit Otto Braun Elfriede Klo in der Villa Pöcking tot aufgefunden worden war.

00:45:24: Inzwischen war aus dem einen zu tiefst falsch gedeuteten Tatort einer der bekanntesten Kriminalfälle der Jungen Bundesrepublik geworden.

00:45:32: Vor dem Gerichtsgebäude warteten Reporter, Fotografen und Schaulustiger.

00:45:37: Zeitung hatten den Fall über Monate begleitet, illustrierte veröffentlichten Porträts der Angeklagten rekonstruierten ihr Privatleben und berichteten über ihre Beziehungen zu Männern.

00:45:47: Dabei ging es längst nicht mehr nur um die Frage wer Otto Braun und Alfrede Klor schossen hatte – Es ging um Vera Brüne!

00:45:55: Um ihre Kleidung, um ihre Reisen, um Ihre geschiedenen Ehen, um die Männer mit denen sie verkehrte Und um die Vorstellung einer Frau ihres Alters und ihrer gesellschaftlichen Stellung könnte ein Leben führen, das nicht in Erwartungen der Zeit entsprach.

00:46:10: Noch bevor die Richter das erste Beweisstück betrachteten waren Teilen der Öffentlichkeit einen Bild entstanden.

00:46:17: Vera Brüner als berechnende Frau, die Männer für ihren gesellschaftlichem Aufstieg nutzte und für ein Haus in Spanien zu töten bereit war.

00:46:25: Die Presse nannte sie eine Lebedarme.

00:46:28: In manchen Berichten erschien noch schärfere und offene abwertende Bezeichnungen.

00:46:33: Der Prozess wurde als Geschichte aus der Münchner Gesellschaft erzählt, als Verbindung von Geld-, Sexualität-Unverbrechen.

00:46:40: Die Fachliteratur zum Verfahren kritisiert später dass die Boulevardpresse damit früh die Deutungshoheit übernahm um politische oder wirtschaftliche Hintergründe im Leben Otto Brauns weitgehend aus dem Blick gerieten.

00:46:53: Im Gericht sei saßen zwei Menschen, die jede Beteiligung an den Morden abstritten.

00:46:58: Vera Brüne war zweiundfünfzig Jahre alt.

00:47:01: Sie erschien sorgfältig gekleidet und kontrolliert.

00:47:04: Ihre äußere Ruhe wurde von Prozessbeobachten unterschiedlich ausgelegt.

00:47:09: Für die einen war sie der Ausdruck von Selbstbeherrschung für andere wirkte sie kalt und ungerührt.

00:47:15: Johann Pferbach saß neben ihr.

00:47:19: Der kölner Handwerker war äußerlich das Gegenbild zu der eleganten Münchner Angeklagten.

00:47:24: Doch nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft bildeten beide eine verbrecherische Gemeinschaft.

00:47:29: Vera habe den Plan entworfen, Ferbach habe geschossen – das Motiv sei die spanische Finca!

00:47:37: Die Staatsanwaltschaft behauptete Vera Brüner habe befürchtet Otto Braun könne sein Testament ändern oder dass Anwesen an der Costa Brava verkaufen Um das erwartete Erbe zu sichern, habe sie Johan Fairbach zur Tötung Brauns veranlasst.

00:47:51: Fairbach sei am Gründonnerstag neunzehntzechzig nach Pöcking gefahren, habe sich Zutritt zur Wille verschafft und zunächst Alfredo Clou erschossen.

00:47:59: Anschließend habe er auf Brauns Rückkehr gewartet und auch ihn getötet.

00:48:03: Danach sei der Tatort so verändert worden dass alles nach einem erweiterten Suizid aussah.

00:48:09: Die Geschichte besaß eine innere Ordnung.

00:48:12: Es gab eine Begünstigte, es gab einen vermeintlichen Verlust den sie zu verhindern wollte... Es gab ein Mann mit Waffenkenntnissen und es gab eine langjährige Verbindung zwischen dem Weiten angeklagten.

00:48:23: Was fehlte war ein direkter Beweis.

00:48:26: Niemand hatte Vera Brüner und Johann Fairbach bei der Tatplanung beobachtet.

00:48:30: Niemand hat Fairbach am Tatabend sicher in der Villa gesehen!

00:48:33: Es gab kein Geständnis.

00:48:35: Die mutmaßliche Tatwaffe konnte nicht in einer lückenlosen Beweiskette mit den Angeklagten verbunden werden.

00:48:42: Es gab keine eindeutige Spur am Tatort, die bewies das Fairbach die Schüsse abgegeben hatte – der Prozess war ein Indizienprozess!

00:48:50: Das bedeutete nicht dass sein Urteil grundsätzlich unsicher sein muss.

00:48:54: auch eine Kette von Indizieren kann einen Tatnachweis ergeben doch jedes einzelne Glied muss belastbar sein und den Gesamtheit darf keine vernünftige alternativer Erklärung mehr zulassen.

00:49:06: Im Fall Prüne und Fährbach war genau das umstritten.

00:49:09: Eine wichtige Rolle spielte ein Schreiben, dass Johann Fährbach nach der Theorie der Anklage benutzt haben sollte, um in die Bilder zu gelangen.

00:49:16: Der Brief sollte von Vera Brüne stammen oder an ihrem Namen verfasst worden sein.

00:49:21: Er schien eine Verbindung zwischen Vera, Fährrbach und dem Tatort herzustellen – doch dieses Beweistück war problematisch!

00:49:29: Der Brief war nicht bei einer sorgfältigen polizeilichen Spurensicherung unmittelbar im Tatort dokumentiert und sichergestellt worden.

00:49:37: Er gelangte erst später aus dem Umfeld von Braun's Sohn Günther in die Ermittlungsakte.

00:49:42: Damit stellt sich eine grundlegende Frage, wo hatte sich das Schreiben nach der Tat befunden?

00:49:48: Wer hat es berührt?

00:49:50: War sein Fundort zuverlässig dokumentiert?

00:49:53: Konnte ausgeschlossen werden dass es verändert ergänzt oder an einen anderen Ort gebracht worden?

00:49:59: Diese Fragen ließen sich nicht mehr eindeutig beantworten.

00:50:02: Der Brief war belastend, aber seine Geschichte war nicht lückenlos.

00:50:06: Die emotional schwierigsten Verhandlungstage betrafen Vera Brünstochter Silvia.

00:50:11: Silvia hatte ihre Mutter während der Ermittlung belastet.

00:50:14: Ihre Aussagen schien der Anklage Hinweise auf das Motiv die Beziehung und mögliche Äußerungen verhasst zu geben.

00:50:22: Damit wurde die Tochter zur wichtigsten Belastungszeugen gegen ihre eigene Mutter.

00:50:27: Am vierzehnten Mai, twoin sechzeig geschah im Gerichtssaal jedoch etwas das dem Prozess erschütterte.

00:50:34: Sylvia wieder rief wesentliche Teile ihrer früheren Aussage.

00:50:38: Sie erklärte ihre erste Darstellung sei falsch gewesen.

00:50:41: Damit verlor die Anklage eine Zeugin auf deren Angaben sie sich stark gestützt hatte Doch der Wideruf löste das Problem nicht.

00:50:50: Nun standen zwei Aussagen gegeneinander.

00:50:53: hatte Sylvia bei der Polizei die Wahrheit gesagt und zog ihre Aussage vor Gericht aus Loyalität zu ihrer Mutter zurück oder war sie bei den früheren Vernehmungen beeinflusst unter Druck gesetzt und zu einer Darstellung geführt worden, die nicht in tatsachenen Sprach.

00:51:09: Das Gericht muss entscheiden welcher Sylvia es glaubte Der jungen Frau in den Vernehmungsprotokollen oder der Tochter, die im Gericht sei erklärte ihre Mutter zu Unrecht belastet zu haben.

00:51:20: Die Richter maßen offenbar den früheren Angaben größere Bedeutung bei.

00:51:24: Für Vera Brüne musste dieser Teil des Prozesses besonders schwer gewesen sein Nicht nur die Staatsanwaltschaft und die Presse standen ihr gegenüber.

00:51:33: Nun wurde auch die Beziehung zu ihrer Tochter öffentlich zerlegt und als Teil der Beweisführung behandelt.

00:51:39: Sylvia war dabei weder bloß Zeugen noch bloß Angehöriger.

00:51:43: Sie selbst, eine Frau die unter erheblichen Druck stand.

00:51:46: Ihre wechselnden Aussagen wurden zum Beweismittel doch ihre Beweggründe ließen sich nie vollständig klären.

00:51:52: Auch Aussagen aus der Untersuchungshaft spielten eine Rolle.

00:51:56: Ein Mithäftling oder Informant behauptete Johann Fairbach habe sich ihm gegenüber belasten geäußert.

00:52:03: Solche Aussagen sind den Strafprozessen besonders schwierig zu beurteilen.

00:52:07: Ein Gefangener kann tatsächlich ein Geständnis gehört haben.

00:52:11: Er kann aber auch hoffen, durch die Belastung eines mitangeklagten Vorteile für das eigene Verfahren zu erlangen.

00:52:17: Erinnerungen können ungenau sein, Gespräche missverstanden oder später zugespitzt

00:52:22: werden.".

00:52:23: Im Fall Prüne und Fairbach fügten sich diese Aussagen in das Bild der Anklage – doch auch sie ersetzten keinen unmittelbaren Tatnachweis!

00:52:32: Vera Brünne und Johann Fairbach machten Angaben dazu, wo sie sich zum vermuteten Tatzeit befunden haben.

00:52:40: Diese Angaben waren nicht in allen Punkten widerspruchsfrei – für die Anklage waren die Widersprüche ein Zeichen dafür, dass beide ihre tatsächlichen Bewegungen verbergen wollten.

00:52:50: Doch ein problematisches Alibi beweist noch keine Tat!

00:52:54: Während der Verhandlung trat ein weiteres Problem hervor.

00:52:57: Nicht nur die Tat wurde untersucht auch Vera Brunnes lebensweise stand vor Gericht.

00:53:02: Zeugen berichteten von Männern Reisen, Geschenken und finanzieller Unterstützung.

00:53:06: Die Anklage zeichnete das Bild einer Frau die Beziehung gezielt zu ihrem Vorteil nutzter.

00:53:12: Ihre Erscheinung wurde kommentiert.

00:53:14: Ihr Verhalten im Gerichtssaal wurde interpretiert.

00:53:17: Wenn sie ruhig blieb galt sie in manchen Beobachtungen als gefühllos.

00:53:21: Wenn Sie widersprach, galt es als herrisch!

00:53:24: Wenn sie lächelte konnte dies als mangende Reue erscheinen.

00:53:28: Wenn sich schwieg wirkte sie verdächtig.

00:53:30: So entstand eine Situation, in der nahezu jedes Verhalten gegen sie ausgelegt werden konnte.

00:53:36: Die Frage ob wir Rhabgrüne eine sympathisch, moralisch angepasste oder gesellschaftlich beliebte Frau war hätte mit dem Tatnachweis nichts zu tun haben dürfen.

00:53:45: doch in der Atmosphäre des Verfarms verschwammen diese Ebenen.

00:53:50: aus der Behauptung Sie habe von Männern profitiert wurde die Vorstellung sie könne außer Hab geht töten.

00:53:55: Aus ihrer Selbstständigkeit wurde Berechnung, aus ihrer Eleganz wurde Inszenierung und aus ihrer Beziehung zu Otto Braun wurde der Ausgangspunkt des Mordplans.

00:54:05: Das Gericht konzentrierte sich auf das Erbe.

00:54:08: Diese Konzentration gab dem Verfahren Klarheit – sie barg aber auch die Gefahr eines Tunnelblicks.

00:54:13: Sobald Vera Brüner als Begünstigte des Testament feststand wurden viele weitere Beobachtungen in diese Richtung gedeutet.

00:54:21: Andere mögliche Hintergründe traten zurück.

00:54:24: Die fachhistorische Aufarbeitung dieses Fals kritisiert, dass Brauens Verbindungen und mögliche politischen Dimensionen im damaligen Verfahren weitgehend unbeobachtet blieben.

00:54:35: Nach zweiundzwanzig öffentlichen Sitzungstangen näherte sich der Prozesssein im Ende – die Staatsanwaltschaft hielt an ihrer Rekonstruktion fest.

00:54:43: Vera Brüner habe aus Habke gehandelt, sie habe um die Finca gefürchtet und Johann Pferbach als Ausführendentäter

00:54:49: eingesetzt.".

00:54:50: Verbach habe Friedrich Klo getötet und eine Zeugin zu beseitigen, und anschließend Otto Braun erschossen.

00:54:57: Die Verteidigung verwies auf die fehlenden direkten Beweiser – die unsichere Spurensicherung widersprüchliche Zeugen-Aussagen und problematische Bestimmung des Todeszeitpunkts.

00:55:07: Sie machten gelten, dass aus Verdachtsmomenten keine geschlossene Beweiskette entstanden sei.

00:55:13: Doch die öffentliche Erwartung war längst groß.

00:55:16: Die Bundesrepublik wartete auf ein Urteil!

00:55:19: Am vierten Juni, verkündete das Landgericht München zwei seine Entscheidung.

00:55:25: Vera Brüner und Johann Verbach wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes an Otto Braun und Alfredik Klo zu lebenslang Zuchthaus verurteilt.

00:55:33: Zusätzlich wurden ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt.

00:55:38: Das Gericht folgt im Wesentlichen der Darstellung der Anklage.

00:55:42: Es erhabt Ger als Mortmotiv, Berab Hühne garter Plannerin.

00:55:46: Johann Pferbach galt als der Mann, der die Schüsse abgegeben hatte.

00:55:50: Die Richter betrachteten die einzelnen Indizien nicht isoliert sondern als zusammenhängende Kette.

00:55:56: Beras aussieht auf die Finker.

00:55:58: ihre Verbindung zu Pferbach, die widersprüchlichen Angaben bei der Angeklagter, der Brief Zeugenaufsagen und ihr Verhalten nach Brauns Tod ergaben nach Überzeugung des Gerichts ein geschlossenes

00:56:09: Bild.".

00:56:10: Vera Brüne nahm den Schuldspruch nicht schweigend an.

00:56:13: Überliefert ist ihre leise Reaktion, aber ich bin doch unschuldig!

00:56:18: Sie sollte an diesem Satz bis zu ihrem Lebensende festhalten.

00:56:22: Die Revision wurde am vierten Dezember nineteenzeintzeinsächzig vom Bundesgerichtshof verworfen.

00:56:27: Damit wurde das Urteil rechtskräftig.

00:56:30: Aus einer angeklagten wurde ein rechtskräftig verurteilt.

00:56:33: der Doppelmörderin Vera Brüne kam in die Justizvollzugsanstalt Eichach.

00:56:39: Das Leben, das sie zuvor geführt hatte war beendet.

00:56:43: Keine Reisen mehr, kein Münchner Cafés, keine Fahrt nach Spanien, keine eigenen Entscheidungen darüber, wann und wem sie die Tür öffnete.

00:56:52: Der Alltag im Gefängnis folgte festen Zeiten – Aufstehen, Arbeit, Mahlzeiten, Einschluss.

00:56:58: Tage wurden nicht mehr durch Verabredung oder Reisen voneinander unterschieden, sondern durch die immer gleiche Ordnung der Anstalt.

00:57:06: Vera war Anfang Fünfzig als sie in Haft kam.

00:57:09: Sie würde fast siebzig sein, als sie das Gefängnis wieder verließ.

00:57:13: Nach außen blieb sie die berühmteste Strafgefangene der Bundesrepublik.

00:57:17: Journalisten berichteten über sie Bücher erschienen, Juristen und Schriftsteller beschäftigten sich mit dem Verfahren.

00:57:24: Im Gefängnis bliebt von dieser Öffentlichkeit wenig Dort, wo sie nur eine Nummer unterfielen war.

00:57:30: Brünne soll sich in der Haft angepasst und unauffällig verhalten haben.

00:57:34: Sie malte und schrieb.

00:57:36: Zugleich kämpfte Unterstützer außerhalb der Mauern weiter dafür das Verfahren neu aufzurellen.

00:57:42: Sie selbst verlangte keine blose Warmherzigkeit – sie wollte eine neue Verhandlung!

00:57:47: Denn eine Begnadigung hebt ein O-Teil nicht auf.

00:57:50: Sie erklärt einen Menschen nicht für unschuldig, sie beendet oder verkürzt lediglich die Verstreckung der Strafe.

00:57:57: Vera Brüne wollte nicht nur frei sein – sie wollte rehabilitiert werden.

00:58:01: Johann Pferbach verbüßt seine Strafe getrennt von Vera.

00:58:05: Auch er bestritt die Tat, seine Versuche eine Wiederaufnahme zu erreichen scheiterten.

00:58:10: Er starb am einundzwanzigsten Juni, in der Haftanstalt Straubing an Herzversagen oder einem Herzenfakt.

00:58:18: Einzelne spätere Rundfunkdarstellungen nennen irrtümlich Neunzeitzwein-Siebzig den detaillierten chronologischen Quellen geben aber neunzehnhundertsiebt sich an.

00:58:27: Verbach verließ das Gefängnis nicht mehr.

00:58:30: Er Starb als rechtkräftig verurteilter Doppelmörder.

00:58:34: Sollte er unschuldig gewesen sein, hatte die Justiz ihm jede Möglichkeit genommen noch zu Lebzeiten eine neue Verhandlung zu erleben.

00:58:42: Sollt er schuldig gewesen sein, nahm er seinen Wissen über die Taten mit in den Tod.

00:58:47: In beiden Fällen blieb sein Schweigen endgültig.

00:58:50: Über die Jahre wurden mehrere Anträge gestellt, das Verfahren wieder aufzunehmen.

00:58:54: Juristen untersuchten die Beweisführung Autoren für öffentlichen Bücher über mögliche Fehler und Widersprüche.

00:59:01: Der Fall wurde zu einem Beispiel für die Schwierigkeiten des deutschen Wiederaufnahmerechts.

00:59:06: Eine rechtskräftige Entscheidung besitzt im Rechtsstaat großes Gewicht.

00:59:10: Das ist notwendig, weil Verfahren irgendwann abgeschlossen sein müssen und genau diese Beständigkeit wird problematisch wenn nach dem Urteil neue Zweifel entstehen.

00:59:20: Im Fall Vera Brüner scheitern sämtliche Versuche eine erneute Hauptverhandlung zu erreichen.

00:59:26: auch ein Genadengesuch aus den früheren siebziger Jahren wurde zunächst abgelehnt die Türen des Gerichtseils blieben geschlossen Die Gefängnestür ebenfalls.

00:59:37: Im Dezember.

00:59:38: neunzehntneunundsiebzig kam die Entscheidung überraschend.

00:59:41: Der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß begnadete Vera Brünel nach rund achtzehn Jahren Haft.

00:59:48: Am siebzehnten december wurde sie aus der Justizvollzugsanstalt Eichach entlassen.

00:59:54: Vor dem Gefängnis warteten Reporter.

00:59:57: Es war kalt.

00:59:58: Kameras waren auf die Ausgänge gerichtet.

01:00:00: Die Frau, die das Gefängnis betrat war ein Symbol der frühen Sechzigerjahre gewesen – elegant selbstbewusst und von der Presse als gesellschaftliche Verführer in Inziniert.

01:00:11: Die Frauen, die es nun verließt, war fast siebzehn.

01:00:14: Achtzehn Jahre ihres Lebens lagen hinter den Mauern.

01:00:18: Die Begnadigung bedeutete Freiheit aber sie bedeuterte kein Freispruch.

01:00:23: Das Urteil blieb bestehen!

01:00:25: Berab Grüne war weiterhin juristisch eine verurteilte Doppelmörderin.

01:00:29: Gerade darin lag eine bittere Spannung, sie hatte wiederholt akiliert keine Gnade sondern recht zu wollen.

01:00:36: nun erhitzt sie das einer ohne das andere.

01:00:39: Warum Franz Josef Strauß die Begnadigung aussprach wurde nie vollständig transparent erklärt.

01:00:44: Spekulationen entstanden auch deshalb, weil Strauß selbst mit dem politischen Umfeld der HS-III Skandals verbunden war in dessen Randbereichen wiederum Namen aus Brauens Umfeld auftauchten.

01:00:58: Ein Beweis für einen politischen Handel oder eine gezielte Vertorschung existierte nicht – die Begnadigung kann ebenso als humanitäre Entscheidung nach langer Haft verstanden werden.

01:01:08: Doch im Fallwerder Brüne wurde selbst die Freiheit zu einem neuen Rätsel.

01:01:13: Nach ihrer Entlassung kehrte Vera nach München zurück.

01:01:16: Sie lebte wieder in ihrer Wohnung, in der Kaulbachstraße und verwendete zeitweise den Namen Maria Adam.

01:01:22: Sie malte, reiste und versuchte ein Alltag außerhalb des Gefängnisses zu finden.

01:01:28: Achtzehn Jahre sind lang genug – die Stadt hat sich verändert!

01:01:32: Die Bundesrepublik hatte Studentenproteste, neue gesellschaftliche Bewegungen und politische Krisen erlebt Die Moralvorstellung, unter denen Vera in der Zeit war öffentlich beurteilt worden war, waren nicht verschwunden.

01:01:45: Aber sie hatten sich verschoben!

01:01:47: Vera selbst war älter geworden.

01:01:49: Sie soll sich nach der Haft wieder mit ihrer Tochter ausgesöhnt haben.

01:01:53: Gemeinsam mit einer Freundin reiste sie später unter anderem nach Schweden und Spanien.

01:01:58: Einige ihrer Bilder wurden ausgestellt Doch der Fall blieb bei ihr.

01:02:03: Interviews und Berichte kreisten weiter um dieselben Fragen Hatte sie Otto Braun getötet?

01:02:08: War Johann Verbach der Schütze?

01:02:10: Wer hat der Friedrich Klo erschossen?

01:02:12: Warum war der Tatort so schlecht untersucht worden und warum war es nie zu einer neuen Verhandlung gekommen?

01:02:19: Vera antwortete bis zuletzt gleich, sie sei unschuldig.

01:02:22: Mit den Jahren wurden die Zweifel am O-Teil nicht geringer.

01:02:25: Kritiker verwiesen auf die mangelhafte Spurensicherung Auf die verspätete Obduktion auf dem ungeklärten Weg wichtiger Beweistücke auf die widerrufene Aussage Silvias, auf unsichere Gefängnis-Aussagen.

01:02:38: Auf die fehlenden Tatwaffe, auf die nicht eindeutig belegte Anwesenheit Fährbachs und Pöcking – vor allem auf den Todeszeitpunkt.

01:02:47: Spätere gerichtsmedizinische Einschätzung kam zu dem Ergebnis, dass sich der vom Gericht angenommenen Tatzeitpunkt möglicherweise nicht halten ließ.

01:02:55: Damit geriet ein wesentlicher Teil der Urteilsbegründung ins Banken.

01:03:00: Doch auch diese Zweifel bewiesen nicht automatisch schweres Unschuld.

01:03:04: Sie zeigten, dass die Verurteilung auf einer weniger sicheren Grundlage stand als es das Urteil vermittelt hatte.

01:03:11: Das ist ein wichtiger Unterschied!

01:03:13: Bis heute lässt sich seriös nichts sagen, wie Rapprühne sein Nachweislich unschuldig gewesen – ebenso wenig lässt sich die gerichtliche Tatversion heute noch ohne Vorbehalte als bewiesene Wahrheit erzählen.

01:03:25: Was bleibt?

01:03:25: Ist ein Urteil und daneben eine Akte voller

01:03:28: Lücken.".

01:03:30: Vera Brüne starb am siebzehnten April, zwei tausend Eins in München.

01:03:34: Sie wurde einund neunzig Jahre alt.

01:03:36: Fast vierzig Jahre waren seit dem Urteil vergangen.

01:03:39: Mehr als zweijahrzehnte hatte sie wieder in Freiheit gelebt.

01:03:44: eine neue Hauptverhandlung erlebte sie nicht.

01:03:46: nach ihrem Tod versucht die Adoptivsohn mithilfe des Hamburger Rechtsanwaltsgärtstraater Neut den Fall aufräumen zu lassen.

01:03:53: doch auch daraus entstand keine vollständige gerichtliche neu Bewertung die das alte urteil aufgehoben hätte.

01:03:59: Vera Brüne stabt damit in einem eigentümlichen Zwischenraum, begnadigt aber nicht freigesprochen.

01:04:04: frei, aber nicht rehabilitiert.

01:04:07: für die Justiz eine verurteilte Mörderin.

01:04:10: Für viele Juristen, Journalisten und Unterstützer ein mögliches Opfer eines Justiz-Dirtums.

01:04:17: Was blieb?

01:04:18: Von der Villa im Pöcking bliebe vor allem die Erinnerung an einen Tatort, der nie richtig gesichert wurde.

01:04:24: Von der Finca in Spanien blieb das Bild eines Erbes, was zum vermeintlichen Motiv eines Doppelmordes wurde.

01:04:31: Von Otto Braun bliebt die Gestalt eines wohlhabenden Arzes dessen geschäftliche und politische Beziehung nie vollständig aufgeklärt wurden.

01:04:39: von der Friede Klo bliebe viel zu wenig.

01:04:42: In der öffentlichen Erzählung wurde sie häufig nur als Haushalterin oder Geliebte bezeichnet.

01:04:46: dabei war sie ein eigenständiger Mensch und das erste Opfer jener Nacht.

01:04:50: Über ihr Leben wissen wir weniger als über die Kleider der Angeklagten.

01:04:56: Von Johann Pferbach blieb das Bild eines Mannes, der nach Überzeugung des Gerichts zwei Menschen erschoss ohne dass eindeutige Tatspur dies bewies.

01:05:04: Im Gefängnis starb er und erhielt nie die Möglichkeit seine Sache noch einmal vor Gericht vorzutragen.

01:05:11: Und von Vera Brüne?

01:05:12: Von ihr bliebt zunächst ein Bild – Die blonde Frau im Gericht sei die elegante Ange klagte, die vermeintliche Lebedürme!

01:05:20: Eine Figur, die sich verschlagt sein eignete.

01:05:23: Und in den Moralvorstellungen der frühen Bundesrepublik passte eine selbstständige geschiedene Frau deren Lebensweise bereits als Ausdruck von Schuld gelesen wurde.

01:05:33: Später blieb ein anderes Bild das einer alten Frau, die nach achtzehn Jahren das Gefängnis verlässt und weiterhin erklärt sie habe den Mord nicht begangen.

01:05:42: Zwischen diesen beiden Bildern liegt die Wahrheit doch wir können Sie nicht mehr sicher erreichen.

01:05:48: Der Fall berer Brüne bleibt deshalb nicht nur wegen der Fragen im Gedächtnis, ob die richtige Frau verurteilt wurde.

01:05:54: Er bleibt weil er zeigt wie aus Verdacht Gewissheit werden kann – wie die öffentliche Darstellung eines Menschen den Blick auf Beweise verändert.

01:06:03: Wie frühere Ermittlungsfelder ein ganzes Verfahren prägten und wie schwer es für ein Rechtssystem ist, eine einmal ausgesprochenen Entscheidung noch einmal grundsätzlichen Frage zu stellen.

01:06:14: Vielleicht war Vera Brünnes schuldig?

01:06:16: Vielleicht wusste sie mehr als jemand sagte?

01:06:19: Vielleicht war Johann Fairbach tatsächlich der Mann denn Pöcking die Schüsse abgab – aber einen Strafurteil darf nicht auf einem vielleicht beruhen!

01:06:27: Es verlangt Beweise, die auch dann bestehen wenn man die Vorteile gegen einen Menschen fortnimmt.

01:06:33: Wenn man die Kleidung fortnimmst.

01:06:34: Die Liebesbeziehungen schlagen die gesellschaftliche Empörung.

01:06:38: Dann bleiben die Spuren und im Falle Berabrühne sind diese Spuren nicht so eindeutig wie das Urteil von two-sechzig es behauptete.

01:06:47: Was bleibt ist deshalb keine einfache Antwort.

01:06:50: Es bleibt die Erinnerung an Otto Braun und Elfriede Klub, deren Mörder niemals zweifelsfrei festgestellt wurden.

01:06:57: Es bleibt Johann Fairbach, der ein Haft starb!

01:07:00: Es bleiben achtzehn verlorene Jahre im Leben Vera Brünes – und es bleibt eine Warnung.

01:07:06: Ein Rechtsstaat zeigt seine Stärke nicht dort wo er schnell einen Schuldigen findet sondern dort woher bereit ist Zweifel auszuhalten.

01:07:14: Woher zwischen einem Menschen und dem Bild unterscheidet das andere von ihm geschaffen haben und wo er den Mut besitzt, eine alte Akte noch einmal zu öffnen wenn die Gewissheit mit dem er sie geschlossen wurde nicht länger trägt.

01:07:28: Berab Grüne hatte diesen neuen Prozess nie bekommen.

01:07:31: Die Wille wurde still, die Beteiligten starben.

01:07:34: Zeit liegt sich über Pöcking München und die Spanische Küste doch der Fall verschwand nicht Denn manchmal bleibt von einem Verbrechen nicht die Gewissheit darüber, wer es begangen hat.

01:07:46: Manchmal bleibt nur die Frage ob die Wahrheit jemals eine wirkliche Chance hatte.

01:07:51: Das war der Fall Vera Brüner Ein Doppelmord ein Ohrteil und ein Zweifel der bis heute nicht verstummt ist.

01:07:58: So und da wir jetzt am Ende sind, kommen wir wie immer zu meinen eigenen persönlichen Gedanken zu dem Fall.

01:08:05: Und dann möchte ich eins vorweg nehmen und zwar taucht er das öfteren jetzt tatsächlich mal HS-III Skandal auf – und ich habe mich natürlich auch gefragt ob mein Gott was ist das?

01:08:15: Und zwar ist der HS-XIII Skandal einer der größten politischen Skandale der Jungen Bundesrepublik.

01:08:23: In den neunzenhundertfünfziger Jahren beschaffte sich die Bundeswehr den Schützenpanzer HS-Dreißig, daher auch der Name.

01:08:30: Und später kam Hinweise auf dass bei diesen milliardenschweren Rüstungsgeschäfte Schmiergelder an Politiker, Beamte und Vermittler geflossen sein könnten.

01:08:40: Eine Untersuchungsausschuss des Bundestages beschäftigt sich bis Ende der neunzehntsechziger Jahre mit dem Fall.

01:08:47: Ich denke mal ganz soweit werde ich auf dieses Thema nicht eingehen, weil vielleicht ergibt sich daraus irgendwann nochmal ein neuer Fall den man erzählen kann und von daher aber als Erklärung dachte ich das gehört einfach dazu.

01:09:00: Jetzt würde ich denken, kommen wir einmal zu Vera Brüne.

01:09:06: Ich muss sagen tatsächlich habe ich keine Meinung die komplett in die ein oder andere Richtung tendiert.

01:09:11: also war sie schuldig oder unschuldig weil ich denke das gibt für das eine als auch das andere viele Punkte die dafür dagegen sprechen.

01:09:20: dass ist glaube ich ein bisschen so das Problem bei diesem Fall.

01:09:23: Aber dennoch habe ich tatsächlich eine Meinung dazu.

01:09:26: Also, ich finde es erschreckend dass auf so wenig wirklich ja guten Indizien man diese Beweiskette aufgebaut hat.

01:09:35: wo ich mich selber frage okay warum hat man dort nicht mehr versucht einfach?

01:09:41: Ich finde der Fall zeigt auch eindrucksvoll wie stark öffentliche Meinungen und mediale Berichterstattung ein Strafverfahren beeinflussen können.

01:09:49: also letztendlich war das Urteil über Vera Brüne schon gesprochen, bevor es ein Richter getan hat.

01:09:56: Und das finde ich dann doch sehr erschreckend und vor allen Dingen sehr schade!

01:09:59: Natürlich denkt man jetzt okay, dass waren die in den neunzehnten Sechziger Jahren aber... Ich denke auch das kann heute ebenso passieren wenn man sich über einen Menschen ein Urteil bildet welches nicht unbedingt stimmen muss.

01:10:12: Also natürlich kann ich das jetzt nicht wissen.

01:10:14: Aber also ich denke tatsächlich das Vorteile gegen bestimmte Menschen immer schwierig zu bewerten sind.

01:10:25: So, wenn man da mal genauer guckt, wäre Brünnes Lebensstil schienzeitweise stärker bewertet zu werden als die eigentlichen Beweise.

01:10:33: also das ist dann schon ein bisschen schwierig finde ich um da wirklich ein vernünftiges Urteil fällen zu können.

01:10:40: Die Grenze zwischen moralischer Verurteilung und juristischer Schuld wirkt im Prozess oft ja verschwommen.

01:10:46: Also ich konnte gar nicht so wirklich eine vernünftig Weißführung finden, weil ja alles irgendwie gerüttelt hat.

01:10:55: Also sei es dieser ominöse Brief den Vera da geschrieben hat der dann im Nachhinein aufgetaucht ist wo man sich dann fragt ok wo kam er denn her dass es nicht belegt worden das finde ich schwierig dann sowas als Beweis überhaupt zuzulassen ebenso natürlich dieser Todeszeitpunkt, der im Nachhinein ja als nicht richtig oder fragwürdig hingestellt worden ist.

01:11:17: Also wenn ich nicht mit Sicherheit sagen kann, derjenige ist um neunzehnfünfundvierzig gestorben dann kann ich das halt auch nicht behaupten und vor allen Dingen sollte es dann kein Beweis sein.

01:11:26: Das sind schon schwierige... Indizien in dem Fall, die eigentlich keine wirklichen Indizie sind und man daraufhin zwei Menschen verurteilt wie gesagt also einer stirbt in Haft.

01:11:40: Und Vera kommt nach achtzehn Jahren wieder frei.

01:11:42: Ich meine es sind achtzehnt Jahre wenn sie unschuldig war was wir natürlich nicht wissen dann werden achtzehen Jahre einfach jedes einzelne Jahr jeder einzelnen Tag zu viel gewesen.

01:11:53: Ebenso fragwürdig ist natürlich, warum man gar nicht auf Otto Brauns Vergangenheit eingegangen ist.

01:11:58: Also gerade wenn dort irgendwie im Unklaren liegt was diesen HS-Dreißig-Skandal anbelangt vielleicht hat er dort auch einfach seine Feinde gehabt.

01:12:09: also das weiß man ja tatsächlich nicht und vielleicht ist es auch einfach nur eine Verschwörungstheorie.

01:12:14: aber möglich wäre es ja gewesen Und dass gar nicht mit aufzuführen finde ich dann doch ein bisschen wirklich wenig.

01:12:23: Also man hatte in den Augen einfach zweischoldige gefunden und man musste dann nicht schauen, okay gibt es vielleicht noch mehr Möglichkeiten?

01:12:29: Man hatte seine zwei Täter und damit kann man den Fall dann abschließen.

01:12:35: also ich finde das macht so ein bisschen den Eindruck als wenn man schnell einfach fertig werden wollte.

01:12:40: Und da sehe ich tatsächlich so dass dieser Fall zeigt, dass ist ein grundsätzliches Problem.

01:12:45: Das Rechtsstaat ist ein Urteil erst rechtskräftig.

01:12:49: Ist eine Wiederaufnahme selbst bei erheblichen Zweifeln äußerst schwierig, also das wird halt tatsächlich sehr schwer gemacht auch in der jetzigen Zeit.

01:12:57: Ich denke halt wenn es berechtigte Zweifel gibt sollte das viel leicht leichter möglich sein.

01:13:02: aber das ist halt nur meine Meinung.

01:13:04: Tatsächlich denke ich, dass der wahre Verlierer möglicherweise nicht nur Vera Brüne oder Johann Pferbach sondern auch das Vertrauen in ein Verfahren dessen Beweislage bis heute kontrovers diskutiert wird.

01:13:18: Also der Fall ist von allen Seiten wirklich sehr schwierig und vor allem nicht eindeutig Und ja er lässt auch das vertrauen ins Rechtssystem einfach schon wangen muss man tatsächlich sagen gerade in historischen Fällen, wie dieser Mann dazu urteilen nicht nur nach ihrem Ergebnis sondern auch nach der Qualität der Ermittlungen und der Beweisführung zu bewerten.

01:13:44: Also das ist tatsächlich eine ganz wichtige Sache.

01:13:47: für mich bleibt deshalb weniger die Frage ob Vera Brune schuldig war sondern viel mehr ob ihre Schuld jemals mit der Sicherheit bewiesen wurde die ein lebenslanges Urteil verlangt.

01:13:59: Genau diese Unsicherheit macht den Fall auch mehr als sechzig Jahre später noch zu einem der umstrittensten Justizfälle Deutschland.

01:14:07: Und natürlich macht er den fall auch deshalb so interessant und eignet sich sehr, sehr gut für diesen podcast weil man darüber nachdenkt einfach man vergisst es nicht so ja so einfach So.

01:14:22: dann würde ich sagen komme ich heute zum schluss.

01:14:26: Wenn dir was bleibt, gefällt würde ich mich natürlich freuen wenn du den Podcast abonnierst oder bewertest.

01:14:32: Oder einfach beides.

01:14:33: Also gerade das ist halt tatsächlich für dieses Projekt so super wichtig.

01:14:37: Was aber auch noch wichtig ist wirklich in den Austausch zu gehen also gerade auf Instagram.

01:14:42: Ich glaube ich sage das in jeder Folge Aber mir ist es wirklich wichtig unter was bleibt Unterstrich podcast findet ihr Bilder oder Zeitungsartikel, je nachdem was ich halt finden kann zu den einzelnen Fällen.

01:14:57: und dort ist es halt tatsächlich wichtig vielleicht mal einen Kommentar da zu lassen oder mir aber eure Meinung dazu zu sagen.

01:15:04: Vielleicht auch in einem falschen Vorschlag zu bringen oder ähnliches dass man da einfach so ein bisschen in den Austausch kommt weil ich den noch relativ am Anfang und würde halt ganz gerne schauen.

01:15:13: okay wohin geht denn die Richtung tatsächlich?

01:15:15: also vielleicht gibt's einfach noch Themen die ich gar nicht bedacht habe Und dann würde ich sagen, bedanke mich natürlich recht herzlich.

01:15:24: dass ihr mir zugehört habt, vor allem mittlerweile so zahlreich.

01:15:27: Also wie es aussieht schaffen wir jetzt bald die fünfhundert Abonnentenmarke.

01:15:30: das ist schon recht ordentlich also zumindest für einen Podcast die erst von ein paar Monaten begonnen hat.

01:15:35: mit einer kleinen Verspätung erscheint dann auch meine Nebenfolge also die Hintergeschichtefolge wo's dann darum geht nochmal ein Thema aufzugreifen aus dem heutigen Fall und das vielleicht ein bisschen ausführlicher zu erklären.

01:15:48: also wenn dich sowas interessiert gern auch da rein hören Und dann würde ich sagen, bleibt gesund.

01:15:55: Bis bald!

01:15:56: Macht's gut und tschüss!

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