Hinter der Geschichte #8 | Wie weit war die Forensik um 1920?
Shownotes
Vielen Dank, dass ihr auch bei Hinter der Geschichte dabei wart. Mit diesem neuen Format werfen wir einen Blick auf die historischen Hintergründe unserer Sonntagsfolgen und beantworten Fragen, die während der Recherche entstanden sind. 📸 Historische Bilder, Zusatzmaterial und Einblicke hinter die Kulissen findet ihr auf Instagram: @was_bleibt_podcast 🎵 Musik Epidemic Sound 📚 Quellen dieser Folge ZDF Terra X – „Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik“ Ergänzende historische Fachliteratur zur Entwicklung der Kriminalistik und Gerichtsmedizin 💬 Habt ihr Themen, die wir in einer zukünftigen Folge von Hinter der Geschichte genauer beleuchten sollen? Dann schreibt mir gerne auf Instagram oder in die Kommentare. 🎙️ Was bleibt – Historischer True Crime & Story Podcast Neue Hauptfolgen erscheinen jeden Sonntag. Hinter der Geschichte erscheint mittwochs.
Transkript anzeigen
00:00:01: Hi und herzlich willkommen zu.
00:00:03: was bleibt hinter der Geschichte.
00:00:05: Schön, dass ihr heute dabei seid!
00:00:08: Für die Leute, die letzte Woche Sonntag den Fall verfolgt haben da ging es ja um Karl Denke.
00:00:12: Die wissen was heute kommt ich hatte das schon vorher angekündigt Das ist jetzt Mittwochs immer eine kleine Sonderfolge geben wird, die sich auch so ein bisschen anders gestaltet würde Ich mal meinen... Die Folge wird sich auch insofern von den anderen Folgen unterscheiden, dass es keinen geskripteten Teil gibt.
00:00:29: also ich erzähle euch keine komplett neue Geschichte, sondern greife Punkte die ich in der Hauptgeschichte also im Hauptfall vom Sonntag nicht besprechen kann weil wir sonst ja würde der Podcast oder jede einzelne Folge tatsächlich zwei drei Stunden gehen und ich glaube das wäre ein bisschen lang.
00:00:47: Deshalb habe ich mir gedacht okay ich arbeite das für euch vielleicht noch ein bisschen anders aus und macht es auch ein bisschen wie man lernt vielleicht auch etwas dabei.
00:00:56: Und dann noch eins kurz vorweg.
00:00:59: Das konnte ich jetzt in der letzten Folge gar nicht erwähnen, weil da war es noch nicht so weit.
00:01:04: Ich möchte mich ganz herzlich bedanken Vor allen Dingen bei den Leuten die mir auf Instagram folgen, die haben das auch gesehen.
00:01:11: Also wir sind jetzt mittlerweile über hundert Abonnenten also heute aktuell wo ich die Folge aufnehme Sind wir schon bei Hundert Achtzig?
00:01:19: Ich hätte nie gedacht dass So viele Menschen sich dafür interessieren was ich zu erzählen habe Und ich weiß tatsächlich jeden einzelnen Wert zu schenzen und wie gesagt danke, danke, Danke.
00:01:33: So dann würde ich sagen fangen wir einfach mal an.
00:01:36: also Ich muss tatsächlich sagen als ich den Fall Karl Denke recherchiert habe habe ich mich die ganze Zeit gefragt Wie weit war denn eigentlich die Forensik zu derzeit oder was konnten denn Kriminalbeamte dort schon leisten?
00:01:51: Was wussten sie?
00:01:52: wo war der Stand der Entwicklung überhaupt?
00:01:56: weil In vielen Quellen habe ich dann tatsächlich so eine Angaben gefunden, wie ja wahrscheinlich war das.
00:02:05: Wahrscheinlich war es Menschenfleisch und ich hab mir immer gedacht okay warum denn nur?
00:02:09: wahrscheinlich konnte man das damals noch nicht nachweisen?
00:02:13: Das hat das ein bisschen für mich hinterlassen und deshalb habe ich gedacht dem Ganzen gehe ich tatsächlich nochmal ein bisschen mehr auf den Grund und deshalb gibt's die Folge heute und ich würde denken fangen wir einfach an.
00:02:27: Was man auch schon zur damaligen Zeit tatsächlich konnte war zu wissen, okay das gibt Spuren der Täter und es gibt Spulen der Opfer.
00:02:36: Beides unterscheidet sich ein bisschen und letztendlich verfolgt man natürlich einen Ziel.
00:02:40: Man will den Tatablauf rekonstruieren und natürlich den Täter finden.
00:02:45: also das steht halt immer als oberste Priu.
00:02:48: Das war auch tatsächlich in.
00:02:52: Doch der Weg bis dahin war sehr, sehr lang und man war auch nicht immer auf dem richtigen Weg oder hatte immer die richtigen Ideen.
00:03:00: Also das hat tatsächlich schon eine ganze Weile gedauert und viele Sachen gab es auch schon relativ lange oder man hat sich früher schon Gedanken drum gemacht also mehr als ich jemals geahnt hätte.
00:03:12: Zum Beispiel gab es einen italienischen Arzt, César Lombroso hieß er und der entwickelte in den achtzigerjahren eine Theorie Und zwar lautete die gefolgt, dass es Verbrecher gibt, die tatsächlich ähnliche Merkmale haben.
00:03:29: Also er hat sich dann hundert verschiedene Straftäter angeschaut und hat dann halt wirklich dokumentiert wie sie aussehen, wie die Ohren sind, wie der Stand der Nase ist, wie Der Kiefer aussieht usw.
00:03:41: und so fort.
00:03:43: Und er hat auch gesagt okay die Veranlagen zum Verbrechern, die entsteht schon im Mutterleib.
00:03:47: also das war seine seine Wissenschaft.
00:03:51: und er hat gesagt, wenn vier Merkmale die er da rausgesucht hat auf einmal auf einen Menschen zutreffen dann ist es wahrscheinlich ein Verbrecher.
00:04:01: Und seine Merkmalen waren da wie folgt also zum Beispiel in ausgeprägter Kiefer, hohe Wangenknochen oder auch starke Augenwürste.
00:04:10: so und wenn wir gesagt das alles aufeinander getroffen hat, hat er gesagt okay das ist ein Verbrecher.
00:04:16: Heute weiß man natürlich, dass es absoluter Quatsch gewesen aber das sind so die Ansätze warum man überlegt hat okay wie können wir jetzt rausfinden wer eine Tat begangen hat?
00:04:26: und letztendlich auch wenn die Theorie von Cesare vielleicht sehr fragwürdig war Dennoch muss man sagen, war es fortschrittlich sich zu überlegen.
00:04:36: Okay gibt es irgendwelche anderen Dinge woran man Täter erkennen oder finden kann?
00:04:42: Weil davor war es immer so dass die Menschen von denen man gedacht hatte das ist der Täter hat man eingesperrt die hat man schlimm gefoltert um irgendwelchen Geständnisse aus den rauszubekommen.
00:04:53: und man muss natürlich dazu sagen Das hat nie gut funktioniert.
00:04:57: also irgendwann ist jeder Mensch am Ende und gesteht vielleicht eine Tat die er niemals begangen hat.
00:05:02: Also von daher kann man sagen, Folter war jetzt nicht der richtige Weg um Geständnisse zu erpressen und die Theorie, die er aufgestellt hat, war schon fortschrittlicher als man das hätte erwarten können.
00:05:15: Auch wenn sie falsch war, was denn noch?
00:05:17: ein Schritt in die richtige Richtung würde ich mal denken?
00:05:22: Also auch wenn die Theorien nicht immer richtig waren, aber gleichzeitig entstanden Menschen, die die Kriminalistik tatsächlich revolutionieren.
00:05:31: Da haben wir dann zum Beispiel den Hans Groß, das war ein österreichischer Kriminologe der um nineteenhundert den Tatortkoffer erfunden hat.
00:05:40: Ich habe mich dann gefragt, okay gab es das vorher noch nicht?
00:05:42: Anscheinend nicht.
00:05:43: Für heute sind so eine Koffer für uns wahrscheinlich selbstverständlich auch wenn die ein bisschen anders aussehen als früher.
00:05:49: aber das war tatsächlich der erste Tatortkoffer und dort waren Sachen drin wie Allzweckwerkzeuge oder gibt's für Fußabdrücke chemische Mittel für Blutnachweise oder aber auch Kohlepulver um Fingerabdrücken zu nehmen Und natürlich weitere Untersuchungswerkzeuge.
00:06:06: Also von daher begann schon eine Revolution, würde ich mal meinen.
00:06:11: Also konnten dann ermittler das erste Mal systematisch an einem Tatort arbeiten und die Spurensicherung wurde dadurch einfach planbarer?
00:06:21: So, des Weiteren gab es natürlich noch weitere große Persönlichkeiten zum Beispiel Ernst Gennert.
00:06:28: Das war ein Kriminalpolizist aus Berlin so um nineteenhundertzwanzig Und er erstellte die erste Verbrecherkartei überhaupt, also die Erste, die es weltweit gegeben hat.
00:06:42: Er stellte auch die erste Mordkommission der Welt zusammen und da war der Erfinder das Mordautorus.
00:06:49: Also mich hat das super beeindruckt weil man dann natürlich auch viele Einträge erfindet, vielen nachlesen kann.
00:06:56: Also wirklich ein ganz großartiger Mann bei Mordauto.
00:07:01: Der Name ist ein bisschen verwirrend, aber tatsächlich ist dieses Auto so ausgestattet dass dort Werkzeuge vorhanden sind.
00:07:08: Aber auch Material zur Spurensicherung, Ausrüstung für Ermittlungen direkt am Tatort.
00:07:14: das war dort halt drin und er selbst hat aber auch eine ganz andere Arbeitsweise als viele seiner Kollegen.
00:07:21: er legte den Fokus immer auf die Spuren im Tatort weil er gesagt hat okay so kommt er vielleicht zu dem Täter Und er war nicht abhängig von ausschließlich Geständnissen.
00:07:32: Also ja, fuhr halt mehrgleisig und der hat ein psychologisches Vorgehen.
00:07:38: also er hat die Verdächtigen nicht unter Druck gesetzt und gesagt jetzt Ich weiß, was du getan hast so nach dem Motto.
00:07:45: Sondern er hat es wirklich auf eine ganz andere Art und Weise versucht.
00:07:48: Er ist auch ein sehr ruhiger, väterlicher Gesprächsführer gewesen.
00:07:53: also von daher war halt tatsächlich anders drauf als viele seiner Kollegen um.
00:07:58: man muss sagen.
00:07:59: Er hat tatsächlich einen sehr großen Erfolg gehabt.
00:08:02: Also von daher fing das dort dann schon an dass man vielleicht auch überlegt hatte okay wie standed der Täter tatsächlich drauf?
00:08:10: Er erstellte dann auch Täterprofile, also so in Richtung Profiling betrachtete die Persönlichkeiten der Täter und kam auf diese Art und Weise tatsächlich schneller zu seinem Ziel als andere seiner Kollegen.
00:08:27: So, während die ja mittler immer genauer auf die Tatorte schauen und sich überlegen okay was können wir da herleiten?
00:08:34: entwickelt sich aber gleichzeitig ein anderer Bereich.
00:08:37: den wird tatsächlich bis heute kennen.
00:08:40: Und das sind dann die Fingerabdrücke.
00:08:43: Tatsächlich Fingerab drücke das ist älter als man glaubt.
00:08:49: Wo man Fingerabdrücke in der Kriminalistik benutze, um den Täter zu finden wurden Fingerabdrücke schon viele Jahrhunderte vorher benutzt, um zum Beispiel Verträge zu unterschreiben.
00:09:00: Man hatte nämlich festgestellt dass wenn ein Vertrag unterzeichnet worden ist sich hinterher oft keiner daran erinnern konnte wer das unterschrieben hat oder es wurde geleugnet.
00:09:09: und so war der Vertrag halt ungültig und man stellte fest, dass Fingerabdrücke einzigartig sind.
00:09:16: Und so kam dann auf die Idee den Vertrag mittels eines Fingerabdrucks zu unterschreiben.
00:09:20: also von daher das ist älter als wir es glauben aber für uns ist natürlich interessant konnte man denn die Fingerab drücke auch auswerten zu der Zeit als es um Karl Denke zum Beispiel ging?
00:09:33: Alles was wir heute unter Fingerabdrücke und Kriminalität oder generell wenn es um Fingerabtrücke geht, das nennt man Daktyloskopie.
00:09:41: Ich denke der ein oder andere hat das schon mal gehört.
00:09:44: und dahinter steht tatsächlich eine wissenschaftliche Identifizierung anhand der Fingerkuppen-Handflächen und aber auch Fußsohlen also viel mehr gesagt die Popularleisten und ist heute tatsächlich so die Grundlage der Spurensicherung.
00:10:04: Und da gab es einen ganz bekannten Mann, der dort viel erreicht hat und zwar ist das Edward Henry, der entwickelte das Henry-System erkennt also quasi im Kronenmuster in den Fingerabdrücken dass wir zum Beispiel Schleifenbogen und Wirbel haben Und er überträgt das in eine Art Numandsystem.
00:10:23: Also total interessant, wenn man sich überlegt wie lange es dann schon her ist und zwar übertregt er das in ein Numandssystem und das sind dann Tausend vierundzwanzig Kombinationen.
00:10:33: also das muss man sich mal vorstellen und diese legt ja in einzelnen Schubkästen an um seine Karteikarten mit den Fingerabdrücken dort einzusortieren nach seinem System halt tatsächlich.
00:10:47: Und der Vorteil für ihn war dann damals tatsächlich, dass man die Fingerabdrücke dann schneller vergleichen konnte und dann zu einem Ermittlungserfolg kommen konnte.
00:10:57: Also man hat sich schon überlegt okay wie kann das funktionieren?
00:11:00: Ich finde das ist schon für diese Zeit tatsächlich super vortrittlich!
00:11:04: Das Henry-System kam tatsächlich so um... ... und wurde angewandt.
00:11:14: Also tatsächlich so als kleines Zwischenfazit von dem, was wir jetzt alles gehört haben.
00:11:18: So um nineteenhundertzwanzig hat sich die Kriminalistik tatsächlich grundlegend geändert und es geht halt tatsächlich weg vom Geständnis.
00:11:28: natürlich braucht man die trotzdem aber man versucht auf andere Wege tatsächlich ans Ziel zu kommen und ich denke bis neunzehnzwanziger haben wir das schon eine Menge geschafft.
00:11:38: Also ich bin der Meinung, dass man da in den Neunzehnundzwanzig tatsächlich schon relativ viel erreicht hat.
00:11:42: Man geht halt weg von den Geständenzen die durch Folter zustande kommen oder stellt bloße Vermutungen auf sondern man versucht tatsächlich anhand von Spuren also der Wissenschaft Beobachtung aber auch Dokumentation tatsächlich zum Ziel zu kommen, also den Täter zu finden.
00:12:00: und dann gehen wir einmal weiter und zwar zu Waffen, die gibt es heute, die gab es damals Und auch dort hat sich einiges verändert.
00:12:09: Also zum Beispiel der Henry Goddard, so um circa eighteenhundert und dreißig erkennt das erste Mal dass Geschosse tatsächlich eine einzigartige Struktur haben.
00:12:21: ganz feine Riefen und Rillen sind auf den einzelnen Kugeln drauf und man kann die dann tatsächlich zuordnen?
00:12:28: Man muss sich das tatsächlich so vorstellen, dass damals die Kugel handgegossen worden sind in einer sogenannten Kokille Und jeder, der mit Kugeln zu tun hatte oder eine Waffe hat, hatte eine Kokille und diese Kokille machte aus den Kugel eine einzigartige Form.
00:12:46: Also man konnte dann anhand der Unterkirle wirklich sagen okay daher kommt die Kugl und somit hatte man dann sicherlich erstmal den einen oder anderen Verdächtigen.
00:12:55: Das war für eighteenunddreißig tatsächlich ein großer Fortschritt das überhaupt zu erkennen.
00:13:00: Heutzutage ist es natürlich ein Stückchen weit anders aber auch heute können wir anhand von ballistischen Gutachten feststellen, woher die Kugel tatsächlich gekommen ist.
00:13:12: Aber es begann schon viel früher.
00:13:14: So und von der Ballistik weg kommen wir zum Thema Blut was auch ein wichtiges Thema ist.
00:13:19: in der Krimiologie muss man tatsächlich sagen und zwar ging das dass man sich erst mal die Frage gestellt hat Wie unterscheide ich den Menschenblut von Tierblut?
00:13:29: Und da gab es dann Paul Uhlenhot, das war ein deutscher Bakteriologe so um nineteenhundert der entwickelte einen Test oder besser gesagt einen Nachweis.
00:13:39: Zwar war das ein Präzipitintest und damit konnte man dem nachweis erbringen stammt das blut vom menschen oder stammtes vom vom tier ab.
00:13:50: Das funktionierte dann folgendermaßen.
00:13:52: Also die Antikörper, die reagierten bei menschlichen Blut indem das halt ansflengt zu flocken oder sich so eine Art Nebel bildet.
00:13:59: und dann wusste man tatsächlich ganz genau okay dass es kein tierisches Blut ist es männlich ist.
00:14:04: also gerade in der Kriminologie ist das schon sehr wichtig zu der Zeit sowieso wo man jetzt nicht tatsächlich das Reagenzglas rausgeholt hat und das genau untersuchen konnte.
00:14:14: Man musste ja irgendwo anfangen.
00:14:16: dort konnte man zumindest schon mal unterscheiden Mensch.
00:14:20: Nun war es natürlich gut, dass man unterscheiden konnte was für ein Blutmann dort hatte.
00:14:25: aber nichtsdestotrotz fragte sich zum Beispiel Karl Lahnsteiner, dass ein Wiener Pathologe so auch um nineteenhundert wie es denn sein kann.
00:14:37: Es gab tatsächlich schon Bluttransfusionen.
00:14:39: das wusste ich nicht und das fand ich sehr spannend.
00:14:43: warum?
00:14:43: manche Patienten ging's hinterher total super?
00:14:47: Und dann gab es Patienten die daran tatsächlich verstarben.
00:14:50: und nun fragte der Wienern Pathologes sich tatsächlich warum ist das denn so?
00:14:56: Und er forschte am Blut und fand heraus, dass es Blutgruppen gibt.
00:15:01: Tatsächlich für uns heute nichts ungewöhnlich wir wissen das alle.
00:15:05: Wir wissen auch wahrscheinlich welche Blutgruppe wir haben.
00:15:08: Aber damals war das was komplett Revolutionäres.
00:15:11: So ein Erfand halt daraus.
00:15:12: Es gibt AB und früher nannte man das C später da Null also AB und Null Und ein Jahr darauf fand er auch noch raus, dass es AB gibt.
00:15:24: Also von daher das war für die damals ein absoluter Durchbruch weil man wirklich bestimmen konnte und ich kann mir vorstellen, dass gerade wenn man Blut findet vor einem Täter Ist ja doch hilfreich ist zu wissen, okay welche Blutgruppe dann kann man es wenigstens ein bisschen besser einordnen.
00:15:43: Natürlich kein DNA-Task wir wissen nicht genau wer's ist aber wir haben zumindest schon mal eine Blutkruppe und das grenzt ja dann doch ein Stückchen weiter ein.
00:15:52: Und vielleicht ganz spannend weil man sich das manchmal auch gar nicht so vorstellen kann.
00:15:56: Der erste DNA-Test kam dann achtzig Jahre später, also es hat noch achtzig jahre gedauert bis man's noch mehr einordnen kann.
00:16:05: Also ich denke damals diese Blutgruppen zu unterscheiden das war schon eine Wahnsinns-, ja Erfindung kann man das gar nicht nennen.
00:16:13: aber Entdeckungen dass das funktioniert und das was wir heute kennen DNA ist halt nochmal einen ganz ganz anderes Level irgendwo.
00:16:23: Aber man sieht Es geht voran.
00:16:26: Und dann kommen wir natürlich auch noch zu den Opfern.
00:16:28: Die Opfer, die auch eine Geschichte erzählen und man da natürlich auch geforscht hat okay was kann ich anhand eines Opfers rausfinden um Rückschlüsse auf dem Täter zu finden?
00:16:39: Also gab es dann tatsächlich bereits ab dem vierzehnten Jahrhundert in Bologna die ersten gewichtlichen Obduktion.
00:16:47: Muss man wirklich bedrohen gerichtliche Obduktionen, weil vorher war das unter Strafe gestellt den menschlichen Körper zu öffnen.
00:16:53: Das hat auch einfach mit dem Glauben zu tun aber so konnte man natürlich wirklich die Anatomie des Menschen verstehen oder aber Todesursachen kennen.
00:17:02: Das war wirklich ein ganz ganz wichtiger Schritt um einfach zu forschen.
00:17:07: Das war dann zu der damaligen Zeit tatsächlich.
00:17:09: Der Beginn der Forschung wurde im Laufe der Jahre entweder ergänzt, manche Theorien auch über den Haufen geworfen und es gab neue.
00:17:19: Wie gesagt das war Forschung so wie es bis zum heutigen Tag halt tatsächlich existiert.
00:17:25: Dann gab es beispielsweise in den Johannes Schreier.
00:17:29: Es ist ein ganz wichtiger Arzt gewesen, der vor der Herausforderungen stand festzustellen, ob ein Kind tot auf die Welt gekommen ist oder ob die Mutter das Kind getötet hat.
00:17:44: Konnte man zu der Zeit noch nicht.
00:17:46: wie gesagt er hat geforscht.
00:17:47: okay wie kann man das am besten anstellen?
00:17:49: weil es war natürlich wichtig wird die mutter angeklagt oder nicht?
00:17:53: und zur damaligen zeit waren gerade unehrliche kinder schon ein problem.
00:18:00: So und er hat wie gesagt eine Forschung erstellt, woher die Lunge aus dem Leichnam rausgenommen hat.
00:18:08: Und ihm ist halt aufgefallen dass es tatsächlich Lungen... Also in der Lunge sich kleine Bläschen bilden wenn halt Sauerstoff oder diese mit Sauerstoffs befüllt werden.
00:18:18: genau so ist das richtig ausgedrückt.
00:18:21: Wenn die Lungen sich mit Lungenbläschen gefüllt haben dann schwimmen sie auch tatsächlich oben also die Lange schwimmt dann oben.
00:18:29: Und er hat dann bei der Obduktion von dem Kind festgestellt, nein die Lunge liegt tatsächlich vom Behälter unten und damit war dann klar okay das Kind halt nie gelebt.
00:18:39: Das ist ein richtig großer Meilenstein damals gewesen weil so konnte man tatsächlich die Frau oder so wurde sie nicht verurteilt sondern freigesprochen also man rettete damit auch Menschenleben.
00:18:51: Ein weiterer wichtiger Bestandteil damals der Gerichtsmedizin ist das Thema Vergiftung.
00:18:57: Wer von uns hat noch nie, gerade die Leute, die gerne True Crime hören gehört dass irgendjemand vergiftet worden ist?
00:19:05: ich glaube heutzutage kommt es nicht mehr ganz so häufig vor weil das schwieriger geworden ist als früher.
00:19:11: aber dort wie gesagt war eine andere Zeit und ergab es dann den Chemiker Matthew Ophelia der tatsächlich geforscht hat, okay wie kann ich denn erkennen ob jemand eine Aseenvergiftung hat?
00:19:27: oder in dem Fall ob jemand versucht hat denjenigen mit Asehen umzubringen und er hat dann rausgefunden.
00:19:34: Okay a Seen lagert sich im Gewebe an.
00:19:38: das klingt für uns heute total einfach war damals aber wirklich bahnbrechend Und er konnte wirklich nachweisen ob der Mensch vergiftet worden ist oder nicht.
00:19:49: Also ich würde denken, nachdem er das rausgefunden hat war es vielleicht nicht mehr ganz so einfach wirklich jemand mit Arsene zu vergiften weil man natürlich mit der Gefahr rechnen musste entdeckt zu werden und das ist denke ich mir auch ganz gut.
00:20:03: Ein weiteres Thema ist tatsächlich der Beginn der Entomologie.
00:20:08: Wem das nicht sagt hier die kleine Krabbeltischchen Und zwar bereits im neunzehnten Jahrhundert und das hat mich echt so ein bisschen verblüfft.
00:20:17: Ich dachte, dass wäre etwas relativ modernes Ist man auf die Idee gekommen, dass Insekten tatsächlich wichtige Zeugen sein können.
00:20:25: Also wie wir das heute kennen in vielen Berichten wahrscheinlich auch schon gehört haben Dass man den Todeszeitpunkt zum Beispiel anhand von Larven oder auch Fliegen ihrem Stadion erkennen kann, das wusste man auch zu der Zeit.
00:20:39: So konnte man den Totestzeitpunkt halt tatsächlich genauer bestimmen.
00:20:43: Ich würde meinen auch dass es eine ganz ganz wichtige Entdeckung weil man ja tatsächlich feststellen kann okay wie lange ist sehr mensch denn schon tot?
00:20:51: oder vielleicht auch auf einer anderen Art und Weise was man zuvor halt nicht genau benennen konnte.
00:20:56: So, und jetzt zum Schluss auf unserer kleinen Reise durch die Kriminalistik.
00:21:00: Habe ich tatsächlich noch rausgefunden, dass bereits in den vergangenen Jahren, also das heißt im Klartext wurde ein Schädel gefunden und man wusste nicht zu welcher Person er gehört.
00:21:15: Das ist auch eine ganz wichtige Entwicklung und zwar gab es damals den Wilhelm-Hist, der das herausgefunden hat.
00:21:20: Er hat anhand von hundert Personen Durchschnittswerte erreicht, also z.B.
00:21:26: wie dick ist die Hautschicht der Knorpel?
00:21:29: Alles was man im Gesicht zu tun hat, hat daraus einen Durchschnitt errechnet und hat sich sein Modell gebaut, wie man Gesicht rekonstruieren kann.
00:21:40: War natürlich ein bisschen schwierig mit Zug auf die Nase weil das Knorpelgewebe ist genauso wie die Ohren.
00:21:45: also das musste dann nicht hundert Prozent genau die Person treffen aber manchmal war es ja schon wichtig oder entscheidend in die richtige Richtung zu kommen.
00:21:54: auch das war eine sehr wichtige Erfindung.
00:21:59: Wissenschaft.
00:22:00: und jetzt auf die Frage zurückzukommen was konnte man denn nun würde ich denken, also wir konnten Fingerabdrücke sichern.
00:22:08: Wir konnten Finger abdrücke vergleichen!
00:22:10: Wir konnten Menschenblut von Tierblut unterscheiden, Blutgruppen bestimmen, Geschosse untersuchen, Waffen vergleiche... Ja Vergiftungen nachweisen, Obduktion durchführen, Todesursachen feststellen und Todeszaltpunkteilweise eingrenzen.
00:22:27: Weiterhin konnten wir Tatorte systematisch an Täterprofile entwickeln.
00:22:33: Wir konnten auch eine Mordkommission bilden, also waren wir schon relativ weit würde ich meinen.
00:22:39: Und dennoch wenn man all diese Dinge konnte bleibt dann die Frage warum konnte denn Karl Denke trotzdem so lange unentdeckt bleiben?
00:22:47: Also diese Frage habe ich mich gestellt und ich würde meinen nicht weil die Polizei unfähig war sondern weil einfach viele viele Hinweise schlicht gefehlt haben.
00:22:57: So viele Opfer waren Wanderarbeiter ohne Angehörige, das ist ein Problem.
00:23:03: Wenn man nach den Leuten nicht sucht dann vermisst man die Leute wahrscheinlich nicht.
00:23:08: und wer kommt denn darauf dass da Menschen verschwinden?
00:23:13: Also das denke ich mal ist schwierig gerade wenn es keine vermissten Meldungen gibt also nichts offizielles Und niemand brachte tatsächlich die verschwundene Menschen miteinander in Verbindung, also das waren wenn dann immer Einzelfälle.
00:23:26: Das macht es hier wahrscheinlich super schwierig und tatsächliche Ermittlungen begann ihr erst als das erste Opfer fliehen konnte.
00:23:34: Also das erste wirklich bekannte Opfer.
00:23:36: Es gab jetzt zwei zuvor, das hatte ich ja erzählt aber dieses erste Opfawinz sind Oliver der da entfliehen könnte.
00:23:46: Das war entscheidend.
00:23:47: so den dem Moment fing ja dann das Rad an sich zu drehen leider viel zu spät und tatsächlich auch ohne Karl Denke weil er sicher suizidiert hat was natürlich viele, viele Fragen aufwirft.
00:24:01: Und tatsächlich würde ich sagen also dass es meine Meinung wenn man erst bei der Entdeckung wirklich die kriminalistischen Methoden die wir bis dahin schon konnten anwenden konnte wird man wahrscheinlich wirklich sagen können ist das Menschenfleisch oder tierischer Herkunft, also ich bin mir sicher dass man das zu dem Zeitpunkt gewusst hat.
00:24:24: Also würde ich abschließend sagen die Forensik war neunzeigundzwanzig erstaunlich weit entwickelt.
00:24:30: der entscheidende Engpass war an Karl Denkes Fall nicht das Wissen der Gerichtsmediziner sondern es ist zunächst kaum Anhaltspunkte für eine Serie von einem Verbrechen gab.
00:24:42: Ich glaube das war tatsächlich das Hauptproblem in allem.
00:24:45: Und ein weiterer Gedanke kam mir tatsächlich, also wenn wir heute auf historische Kriminalfälle schauen dann unterschätzen wir oft Diamitler von damals.
00:24:55: Ja vieles war noch nicht möglich aber vieles was wir für moderate Kriminaltechnik halten hatte seine Wurzeln bereits lange vor neunzehnhundertzwanzig.
00:25:05: Karl Denke lebte in einer Zeit in der die Kriminalistik gerade erst begann wirklich wissenschaftlich zu werden.
00:25:12: Und genau deshalb lohnt sich ein Blick hinter die Geschichte, das war hinter der Geschichte!
00:25:18: Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt hinter unserem letzten Fall geben und es war ein bisschen was Interessantes dabei.
00:25:28: wenn euch dieses Format gefällt oder besser gesagt diese Art von Folge oder ihr aber auch ein Thema habt was wir gerne uns genauer ansehen sollten dann schreibt mir das gerne auf Instagram Und zwar findet ihr mich dort unter was Unterstrich bleibt, Unterstriche Podcast.
00:25:45: Dort findet ihr auch immer Bilder zu den folgenden Karten, Zeitungsausschnitte, was ich halt so finden kann aber freue mich natürlich immer über Anregungen oder generell.
00:25:55: schreibt mir einfach.
00:25:57: So und dann würde ich sagen reisen wir am nächsten Sonntag wieder zurück in die Vergangenheit.
00:26:04: Dort wird es einen neuen Fall geben.
00:26:06: und bis dahin Passt auf euch auf und bis ganz bald!
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